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E-Book

Betriebswirtschaftliche Kompetenz in der Erwachsenenbildung

Verlagwbv Media
Erscheinungsjahr2008
Seitenanzahl392 Seiten
ISBN9783763944927
FormatPDF
KopierschutzWasserzeichen/DRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis34,90 EUR

Betriebswirtschaft und Erwachsenenbildung - zwei gegensätzliche Pole? Im Gegenteil: Der Wettbewerb in der Erwachsenenbildung verschärft sich zunehmend, der Kostendruck steigt erheblich, dazu kommen Einsparungen oder gar der völlige Wegfall öffentlicher Fördermittel. Um künftig am Markt bestehen zu können, müssen sich alle verantwortlichen Akteure der Herausforderung stellen, pädagogisches und betriebswirtschaftliches Handeln in Einklang zu bringen. Sowohl bei der Planung und Organisation als auch bei der Durchführung von Bildungsangeboten.

Die Autoren erklären das Externe und Interne Rechnungswesen, was bei der Kostenrechnung in der Erwachsenenbildung berücksichtigt werden muss, wie sich strategisches Management in der Erwachsenenbildung durchführen lässt und wie Marketing und Kostenrechnung in der Erwachsenenbildung miteinander verbunden werden können. Dabei geben sie konkrete Tipps und Anleitungen zur Aneignung betriebswirtschaftlicher Kompetenzen und zeigen anhand zahlreicher Praxisbeispiele die Übertragung betriebswirtschaftlicher Ansätze auf die (vor allem öffentlich geförderte) Erwachsenenbildung.Die Publikation geht hervor aus dem dreijährigen Modellprojekt "Betriebswirtschaftliche Kompetenz für pädagogische MitarbeiterInnen in der Erwachsenenbildung", das von der KBE durchgeführt und vom BMBF gefördert wurde.

Der Autor

Georg Kortendieck lehrt als Professor für Sozialmanagement an der Fachhochschule Braunschweig-Wolfenbüttel.

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Leseprobe
Die Struktur folgt der Strategie (S. 50-51)

Martin Egger

… und die Strategie folgt den Zielen. Diese eher banal anmutende Reihenfolge scheint mir für alle in derWeiterbildung beschäftigten Jugend- und Erwachsenenbildner von immenser Bedeutung zu sein. Die Strukturen, in denen wir tätig sind, sind hinreichend bekannt, in Nordrhein-Westfalen haben wir (noch) eine Fülle von öffentlich geförderten Einrichtungen im Vergleich zu anderen Bundesländern, und noch haben wir ebenfalls im Vergleich eine eher gute finanzielle Ausstattung. Wir erheben insgesamt nicht nur den Anspruch, eine gute, qualifizierte Arbeit zu leisten, wir tun es sicherlich auch. Die Strukturen, in denen wir uns bewegen, waren in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten den Aufgaben entsprechend ausgereift. Die nun immer deutlicher werdenden Finanzprobleme der Einrichtungen liegen zunächst nicht in der Struktur der Bildungsarbeit, sondern beginnen in den starken Kürzungen der öffentlichen Mittel und zumindest einer Festschreibung, wenn nicht auch deutlichen Kürzungen der Trägermittel. In der Konsequenz ändert sich die Struktur durch mehr oder weniger starken Personalabbau, durch Zusammenschlüsse der Einrichtungen, sei es in Kooperationen oder Fusionen und auch durch Schließungen. Selbst die Strukturen der Interessenvertretung der Bildungseinrichtungen, der so wichtigen Lobbyarbeit gegenüber Land und Bund, werden von diesen Veränderungsprozessen mehr als nur tangiert.

Die Finanzierung der Weiterbildung in NRW im Wandel der Zeit

Die institutionelle Weiterbildung im Bundesland Nordrhein-Westfalen basiert im Wesentlichen auf einer ehemals großzügigen Förderung der Bildungsangebote durch das Land. Der Beschluss des Ersten Weiterbildungsgesetzes durch den Düsseldorfer Landtag im Jahre 1974 begründete den öffentlichen Bildungsauftrag in einem Bereich neben der schulischen und beruflichen Bildung und ermöglichte auch freien Trägern die Gründung von staatlich unterstützten Einrichtungen der Erwachsenen- und Familienbildung in einem reichen Ausmaß.

Dem Boom in den ersten Jahren nach der Gesetzgebung folgte keine 10 Jahre später eine Festschreibung der finanziellen Förderung und im Jahre 2000 schließlich eine Novellierung des Weiterbildungsgesetzes mit der Eingrenzung der geförderten Themen auf die Bereiche, die als im allgemeinen öffentlichen Interesse liegend beschrieben wurden. Die Folgejahre sind nicht nur gekennzeichnet von der Diskussion um diesen Förderungskanon, sondern auch von erheblichen Kürzungen der Landesmittel. Die Kürzung im Bereich der Erwachsenenbildung zum Jahr 2007 wurde teilweise kompensiert durch die Möglichkeit, Projektmittel aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) abrufen zu können.

Die Beantragung und Abwicklung dieser Projekte ist jedoch mit einem erheblichen bürokratischen Aufwand verbunden, den personell kleine Einrichtungen nicht mehr leisten können. Eine Kürzung für den Bereich der Familienbildung entfiel zum Jahr 2007. Mit der zunehmenden Projektförderung in der Bildungsarbeit wird die finanzielle Unsicherheit für die Einrichtungen stetig größer, die geförderten Projektfelder erfordern nicht selten neu zu erschließende Kompetenzen der Einrichtungen. Die Absicherung einer flächendeckenden Mindestversorgung mit einer pluralen Trägerlandschaft und einem breiten Angebotsspektrum wird so ausgehebelt. Zu fragen ist, ob dieser Effekt nicht auch beabsichtigt ist. Folgt nicht auch hier die Strukturveränderung einer veränderten Zielsetzung? Die zweite bislang sicher scheinende Finanzierungsquelle der institutionellen Erwachsenen- und Familienbildung sind die Trägermittel. Zunehmend herrscht jedoch Ebbe in den kommunalen und kirchlichen Kassen für diesen Verwendungszweck.

Nachdem die Träger der Einrichtungen die Mittel trotz steigender Kosten nicht nur begrenzt, sondern auch gekürzt haben, leiten sie nun deutliche Umstrukturierungen und Kostensenkungen durch Personalabbau ein. Dies bewirkt zwangsläufig eine Reduzierung des Programms und eine weitere Reduzierung des Zuschussbedarfs.

In den vergangenen Jahren ist für die Einrichtungen eine dritte Finanzierungsquelle in den Blick gekommen und immer bedeutungsvoller geworden: die Teilnehmerbeiträge.
Inhaltsverzeichnis
Inhalt4
Vorwort6
Eine Arche für die Erwachsenenbildung9
Überblick über Verlauf und Inhalte12
Die Inhalte in Kürze13
Fachtagungen14
Arbeiten mit einer E-Learning-Plattform im Projekt ein Erfahrungsbericht15
Bildung - ein Vertrauensgut19
Ist Bildung ein Produkt?19
Sind Teilnehmer Kunden?21
Weiterbildungsmarkt24
Fazit26
Literatur26
Wirtschaftlichkeit als Steuerungsaufgabe28
Literatur32
Ökonomisches Denken in der Erwachsenenbildung34
Das Angebotsportfolio als Entscheidungskorrelat zwischen Effizienz und Effektivität36
Kritische Anmerkungen zur Gemeinkostenzuschlagsrechnung bei Kostendeckung41
Literatur46
Relevanz von Betriebswirtschaft für Bildungseinrichtungen48
Die Struktur folgt der Strategie51
Die Finanzierung der Weiterbildung in NRW im Wandel der Zeit51
Perspektiven der Weiterbildung in NRW53
Fortbildung: Betriebswirtschaftliche Kompetenz für pädagogische Mitarbeiter/- innen in der Erwachsenenbildung54
Von54
und54
Die Struktur folgt der Strategie und diese den Zielen55
Betriebswirtschaft - das Zauberwort in der Familienund Erwachsenenbildung!?56
Literatur60
Ökonomische Grundlagen61
Grundlagen des wirtschaftlichen Handelns62
Der Markt ist Koordinator64
Marktformen65
Die Preisbildung am Markt65
Wettbewerbsbeschränkungen und Kartelle67
Die Wirtschaftsordnung als Teil der Gesellschaftsordnung68
Das Modell der freien Marktwirtschaft69
Die Rolle des Rechts in unserem Leben70
Literatur82
Marketing in der Erwachsenenbildung83
1 Was ist Marketing?83
2 Marketing und Kunde97
3 Der Marketingmix111
4 Produkt- und Leistungspolitik113
5 Distributionspolitik133
6 Preispolitik139
7 Kommunikationspolitik146
Literaturverzeichnis164
Strategisches Management in der Erwachsenenbildung168
1 Einführung in das strategische Management168
1.3 Ziele des strategischen Managements173
2 Planung des strategischen Managements174
Literaturverzeichnis244
Externes Rechnungswesen247
Einführung in das System des Rechnungswesens247
Grundlagen der Finanzbuchhaltung250
Literatur270
Internes Rechnungswesen271
Kosten- und Leistungsrechnung271
Aufgaben der Kostenrechnung271
Kostenartenrechnung273
Kostenstellenrechnung273
Kostenträgerrechnung274
Aufstellung und Auswertung der Ergebnistabelle274
Aufwendungen und Kosten275
Erträge und Leistungen275
Abgrenzungsrechnung277
Betriebsergebnisrechnung278
Kostenstellenrechnung278
Kostenträgerrechnung279
Berechnung des Deckungsbeitrags285
Kennzahlen288
Controlling289
Controlling und Kostenmanagement290
1 Einleitung und Lernziele dieses Kapitels290
2 Controlling: Steuerung der Einrichtung293
3 Kostenrechnung und Kostenmanagement320
Literatur356
Abschlussbericht359
Vorbemerkung359
Programmidee360
Programmverlauf362
Verlauf der Module366
Programmauswertung378
Literaturauswertung379
Abschließende Bemerkung381
Anlage 1383
Anlage 2389
Autorinnen und Autoren392

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