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E-Book

Bettgeflüster

Die besten Kommunikationstipps für Paare

AutorAndrea Bräu
VerlagSüdwest
Erscheinungsjahr2013
Seitenanzahl160 Seiten
ISBN9783641110000
FormatePUB
KopierschutzDRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis9,99 EUR
Let's talk about sex!
Sex und Erotik sind in der heutigen Zeit fast allgegenwärtig: im Fernsehen, in der Werbung oder in Zeitschriften. Im Privaten herrscht dagegen oft Sprachlosigkeit. Das äußert sich nicht nur an der fehlenden Kommunikation über Vorlieben und Wünsche, sondern auch am Vokabular, mit dem wir über Sex reden. Als Paar MÜSSEN Sie aber spätestens dann über Sex sprechen, wenn Sie ihn haben wollen. Aber wie geht das? Wie sagen Sie nur, was Sie gern hätten? Oder was Ihnen nicht gefällt? Gibt es auch nonverbale Kommunikationsmöglichkeiten? Was ist Dirty-Talk und macht das an?

Andrea Bräu weiß, wie groß das Schweigen in deutschen Schlafzimmern ist, wie groß die Scham und der Frust sind. Sie weiß aber auch, wie Sie das ändern können. Mithilfe dieses Buches kommen wieder Leben und Lust ins Bett. Und das ist gar nicht so schwer. Andrea Bräu erzählt aus ihrer Praxis, leistet Hilfestellung und gibt erstaunlich einfache sowie spannende Anregungen an die Hand, mit der Sie die Kommunikation und damit den Sex in Ihrer Partnerschaft verbessern können. Für eine aufregende, schöne und lebendige Erotik!


Andrea Bräu, Jahrgang 65, ist Mutter von zwei Söhnen. Sie führt 'Die Beziehungspraxis' in München mit Schwerpunkt Paar- und Sexualtherapie. Andrea Bräu bringt dabei viel eigene Erfahrung mit: Auslandsaufenthalte, Trennungen, Scheidung, Alleinerziehung, Dreiecksbeziehung, Patchwork und ADS - sie hat schon einiges erlebt.

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Leseprobe

Kapitel 1


Kommunikation – mehr als einfach nur reden …


Haben Sie heute schon geredet? Gesimst, gemailt, gechattet, geschrieben – kurz: in irgendeiner Form kommuniziert? Mit Ihrem Partner? Oder mit einem anderen Menschen? Ob Sie es glauben oder nicht: Beziehung basiert auf Kommunikation, Sex und Liebe ebenso. In diesem Kapitel geht es um die Fragen: Was ist Kommunikation  – und warum haben gerade Paare so oft Probleme damit?

 

 

 

Beziehungsstillstand nach Kommunikationsflaute

MEINE KLIENTEN:

Richard (43) und Manuela (41), seit 9 Jahren ein Paar, zwei Kinder (4, 7)

WARUM SIE BEI MIR SIND: Sie hatte einen Seitensprung, er fühlt sich mitverantwortlich. Denn beiden ist insgeheim klar: Sie leben seit Jahren nur neben- statt miteinander.

Ich frage wie immer zuerst nach der Geschichte des Paares, das da vor mir sitzt. Manuela und Richard erzählen, sie mehr als er. Folgende Geschichte erfahre ich: Sie lernten sich vor neun Jahren kennen und waren anfangs beide voneinander fasziniert, weil sie sehr unterschiedlich sind: Richard ist als Einzelkind in einer sehr wohlhabenden Familie aufgewachsen, Manuela als älteste von drei Schwestern in einer bürgerlichen Familie. Beide begeisterte das Ungewohnte, das Fremde am anderen. Die Beziehung lief in der ersten Zeit – da sind sich beide einig – „normal“ und gut, aber Kommunikation spielte darin von Anfang an keine große Rolle.

Bald zogen sie zusammen – auch weil sie schon nach kurzer gemeinsamer Zeit das erste Kind bekamen, mit dem Manuela zu Hause blieb. Richard bewies sich als sehr liebevoller Vater, der sich auch zeitlich stark einbrachte. So gab es zwei Jahre später noch ein weiteres Kind, was Manuela eigentlich nicht unbedingt „gebraucht“ hätte. Richard aber wollte gern mehrere Kinder.

Der Alltag zog schnell ein. Er war der Hauptverdiener und Versorger der Familie, sie managte den Haushalt und die Kinder. Richard schlug Manuela jedoch immer häufiger vor, doch auch wieder arbeiten zu gehen. Er wollte sie dabei unterstützen, bewusst viel Zeit mit den Kindern verbringen und strebte nicht die klassische Karriere an. Tatsächlich passte das Manuela gar nicht – und führte dazu, dass Geld immer ein Thema zwischen ihnen war.

Und beim Sex? Nach einigem Gedruckse kommt heraus: Es gab praktisch keine Kommunikation zum Thema Sex. Der lief so mäßig vor sich hin, dann gab es ja auch bald die Kinder, sodass ohnehin nur noch wenig Zeit für Sex blieb. Richard hatte immer mehr das Gefühl, dass Manuela nicht angefasst werden und ihre Ruhe vor ihm haben möchte. Erst hier in der Therapie stellt sich heraus: Manuela dachte die ganze Zeit: „Wann ergreift er endlich mal die Initiative?“ Aber das hatte sie Richard all die Jahre nicht gefragt. Sie gängelte ihn lediglich hin und wieder mit Aussagen wie „Du kommst nie in die Puschen“.

Richard hingegen wollte sie auf keinen Fall bedrängen, was nicht daran lag, dass er sie nicht attraktiv fand! Er wäre sehr gern öfter von ihr verführt oder angemacht worden, aber das kam in all den Jahren nur zwei- oder dreimal vor. Aber auch er sagte nichts. Jahrelang.

Natürlich veränderte sich die Situation nicht zum Guten, da beide vor allem darauf warteten, dass der andere die Initiative ergreift und die Verantwortung für die Beziehung übernimmt, indem er die Kommunikation in Gang bringt. Deshalb fand ich es nicht sonderlich überraschend, dass nach neun Jahren einer von beiden ausgebrochen war. Lediglich, dass es so lange gedauert hatte.

Wir leben in einer Welt mit schier unbegrenzten Kommunikationsmöglichkeiten. Trotzdem – oder vielleicht gerade deshalb – sind wir oft „sprachlos“, wenn es um die zwischenmenschliche, die direkte Kommunikation miteinander geht. Und wir sind besonders ratlos, wenn es in den engsten Beziehungen nahezu unmöglich scheint, Gedanken, Wünsche und Fantasien mit dem Menschen zu teilen, den wir lieben.

Aber was ist eigentlich Kommunikation?


Die Frage erscheint banal – wir kommunizieren doch ständig – jeder weiß, was das ist! Ja und nein. Der Begriff Kommunikation hat seinen Ursprung im lateinischen communicare. Das steht für (mit)teilen, aber auch für vereinigen. Wir verstehen üblicherweise unter Kommunikation den Austausch von Informationen – und das ist eine sehr vielschichtige Angelegenheit. Denn dieser Austausch beginnt mit scheinbaren Belanglosigkeiten wie „Kaufst du heute noch ein?“ und endet mit der hilflosen Sprachlosigkeit im Bett, wo es vielen Menschen unmöglich zu sein scheint, die eigenen Wünsche und Bedürfnisse konkret zu formulieren oder zu zeigen.

Kommunikation umfasst jedoch nicht nur das, was wir einander sagen oder schreiben – also wirklich in Worte fassen. Sondern auch alles, was wir nonverbal mitteilen: durch Blicke, Körpersprache, Gesten, Mimik … Wir alle wissen genau, was diese nonverbalen Signale bewirken können, in positiver oder negativer Hinsicht. Wissenschaftler sind sich inzwischen weitgehend einig, dass weit mehr als die Hälfte unserer Kommunikation nonverbal abläuft.

 

Wir sind gezwungen, zu kommunizieren

 

Oft sind Paare der Meinung, Kommunikation spiele keine große Rolle in ihrem Leben, oder sie sind davon überzeugt, dass sie eine gute Kommunikation haben! Auf Nachfrage erfahre ich dann oft, dass es eine oberflächliche ist wie „wer holt wann die Kinder wo ab“. Fakt ist jedoch: Die meisten achten überhaupt nicht auf ihre Kommunikation. Zu behaupten, diese würde keine große Rolle spielen, ist etwa so, als würde man mit geschlossenen Augen Auto fahren und sich wundern, dass man einen Unfall verursacht: Man hatte die anderen Verkehrsteilnehmer doch zuverlässig ausgeblendet!

Tatsächlich kommunizieren wir nämlich ohne Unterlass miteinander. Selbst wenn wir nicht reden. Ja, sogar wenn wir uns offensichtlich überhaupt nicht miteinander befassen. Menschen kommunizieren auch, wenn sie lediglich in der U-Bahn nebeneinander stehen und in unterschiedliche Richtungen blicken. Wir signalisieren anderen Menschen dabei durch alles, was wir tun und lassen, etwas: Interesse, Desinteresse, Freundlichkeit, Abwehr, Gleichgültigkeit, Offenheit oder etwas anderes. Wir interpretieren die Signale anderer Menschen oder ignorieren sie – und auch dann sind wir nicht raus aus der Kommunikation, denn durch Ignoranz signalisieren wir eben auch wieder etwas … kurz: Es gelingt uns nicht, uns der Kommunikation zu entziehen.

Das Problem, das viele Menschen mit Kommunikation haben, ist lediglich: Sie kommunizieren unaufmerksam. Ohne darauf zu achten, was sie ihrem Gegenüber mitteilen. Und deshalb entstehen Probleme.

 

Kommunikation ist Beziehung

 

Interessant und zugleich herausfordernd ist auch, dass Kommunikation sowohl ein Weg ist, sich auszutauschen, als auch eine soziale Interaktion. Wie Menschen miteinander kommunizieren, sagt auch viel über ihre Beziehung aus. Und dabei spielt es meiner Meinung nach oft nicht die größte Rolle, was gesagt – oder verschwiegen – wird, sondern vor allem, wie etwas gesagt wird. Und wie man dabei schaut. Ob sich die Augenbraue hebt oder der Mundwinkel. Wie man sich bewegt. Auf den anderen zugeht. Oder sich abwendet.

ZUM AUSPROBIEREN

 

Eine Frage – viele Varianten

Man möchte meinen, die einfache Frage „Wie war dein Tag?“ könne nicht viel aussagen. Testen Sie es mal: Betonen Sie die Worte unterschiedlich stark. Verändern Sie die Stimmlage. Und jetzt darf noch Mimik eingesetzt werden. Na? Jetzt stellen Sie sich bitte noch vor, wie die gleiche Frage wirkt, wenn Sie Ihren Partner dabei umarmen oder berühren – und wie, wenn Sie sich halb von ihm abwenden und mit etwas ganz anderem beschäftigt sind, während Sie ihn fragen …

Klappt auch gut mit allen möglichen anderen Sätzen, etwa „Dein Kleid ist schön“ oder „Der Workshop war bestimmt interessant für dich“.

Die Rolle von Sender und Empfänger

 

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es beim Kommunizieren vor allem um Aufmerksamkeit geht. Denn unbewusste Kommunikation ist wie Stille Post. Nur dass das, was uns bei diesem Spiel in der Kindheit schreiend komisch erschien – nämlich, dass die angekommene Botschaft mit der abgesendeten nicht mehr das Geringste zu tun hat – im Beziehungsleben oft gar nicht mehr lustig ist.

Reden und Zuhören sind wichtige Komponenten in der Kommunikation. Und dies tun zwei Menschen: ein Sender, der etwas zu sagen hat, und ein Empfänger, der die Information aufnimmt. Wie gut das Übermitteln dieser Nachricht gelingt, hängt von der Beziehung dieser beiden Personen zueinander ab und auch davon, wie gut beide ihre Verantwortung innerhalb der Kommunikation wahrnehmen.

So liegt die Verantwortung dafür, was gesendet wird – und zwar nicht nur der Wortlaut, sondern auch das Wie und das Einschätzen der gesamten Situation – beim Sender. Der Sender ist auch dafür zuständig, alles dafür zu tun, dass die Information richtig beim Empfänger ankommt. Verantwortung des Empfängers ist es ebenso, die Nachricht zu verstehen. Dafür muss er wirklich zuhören können. Das bedeutet, er muss gegebenenfalls auch nachfragen, sich rückversichern, ob das, was bei ihm angekommen ist, tatsächlich das ist, was der Gesprächspartner ihm senden wollte – und nicht einfach...

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