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Bewegungen auf dem Arbeitsmarkt

Eine Analyse aus gesamtwirtschaftlicher Perspektive

AutorThomas Rothe
Verlagwbv Media
Erscheinungsjahr2009
Seitenanzahl184 Seiten
ISBN9783763944453
FormatPDF
KopierschutzWasserzeichen/DRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis0,00 EUR
Wie reagieren Unternehmen auf eine Rezession? In welchen Wirtschaftszweigen entstehen neue Stellen? Welche Bewegungen finden am Arbeitsmarkt statt? Thomas Rothe nutzt die breite Datenbasis des IAB und zeigt auf, wie die wirtschaftliche Entwicklung auf die Fluktuation von Arbeitskräften und Arbeitsplätzen wirkt. Das Einstellungsverhalten der Betriebe erweist sich als prozyklisch, während Kündigungen und Entlassungen vielfach unabhängig von der wirtschaftlichen Entwicklung sind. Im zweiten Schwerpunkt zeigt der Autor mit Hilfe der Arbeitskräftegesamtrechnung, welche Wege aus der Arbeitslosigkeit heraus bzw. in Beschäftigung hinein führen. Dabei wird deutlich, dass der Arbeitsmarkt wesentlich dynamischer ist als vielfach angenommen. Überdies besteht bei Jugendlichen eine wesentlich höhere Arbeitslosendynamik und eine bedeutend geringere Beschäftigungsstabilität als bei den übrigen Erwerbspersonen.

Thomas Rothe ist wissenschaftlicher Mitarbeiter im Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), Nürnberg.

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Leseprobe

2 Terminologie, Daten und deskriptive Ergebnisse (Seite 21)

Abstract

In diesem Kapitel werden gängige Terminologien für den Bereich der Bewegungen auf dem Arbeitsmarkt festgelegt. Dies betrifft vor allem die Arbeitsplatzfluktuation und die Arbeitskräftefluktuation, aber auch Churning, Vakanzen und Zugänge in und Abgänge aus Arbeitslosigkeit. Anschließend werden mit der IAB-Beschäftigtenstichprobe, der Erhebung des gesamtwirtschaftlichen Stellenangebots des IAB und dem Betriebs-Historik-Panel des IAB drei Datensätze vorgestellt, die sich eignen, die Bewegungen auf dem westdeutschen Arbeitsmarkt zu analysieren. Je nach Datenquelle und Erhebungsmethode zeigen sich erhebliche Unterschiede im Ausmaß der Fluktuation von Arbeitskräften und Arbeitsplätzen. Diese Differenzen zwischen amtlichen Daten der Bundesagentur, Betriebsbefragungen und Berechnungen auf Basis der Beschäftigten-Historik werden beispielhaft dargestellt und diskutiert.
Eine Auswertung des Betriebs-Historik-Panels ergibt, dass im Durchschnitt 8,6 Prozent der sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze in Westdeutschland pro Jahr neu geschaffen werden, sei es durch Betriebsgründung oder Expansion. Im Gegenzug gehen rund acht Prozent der Stellen durch Betriebsschließung oder Schrumpfung verloren. Die Arbeitskräftefluktuation, ermittelt mit der IAB-Beschäftigtenstichprobe, ist mit rund 20 Prozent mehr als doppelt so groß.

2.1 Terminologie

Ziel dieses Abschnitts ist es, Begriffe wie die Fluktuation von Arbeitsplätzen (Job Flows) auf Ebene der Betriebe und Sektoren sowie die Fluktuation der Arbeitskräfte (Worker Flows) zu definieren. Darüber hinaus werden zusätzliche Kennzahlen für Bewegungen auf dem Arbeitsmarkt wie die Churning-Rate und Zu- und Abgänge bei Arbeitslosigkeit festgelegt.
Die hier eingeführten Definitionen orientieren sich im Bereich der Fluktuation von Arbeitsplätzen im Wesentlichen an Davis und Haltiwanger (1999) und im Bereich der Fluktuation von Arbeitskräften und des Churning-Ansatzes an Burgess, Lane und Stevens (2000).

Blick ins Buch
Inhaltsverzeichnis
Inhalt4
Vorwort und Danksagung8
1 Einführung in die Bewegungsanalyse auf dem Arbeitsmarkt10
1.1 Die Relevanz der Bewegungen auf dem Arbeitsmarkt10
1.2 Die Analyse von Arbeitsmarktströmen15
1.3 Aufbau der Arbeit17
2 Terminologie, Daten und deskriptive Ergebnisse22
2.1 Terminologie22
2.2 Datenbasis28
2.3 Das Ausmaß der Arbeitsmarktfluktuation31
2.4 Zusammenfassung42
3 Die Fluktuation von Arbeitsplätzen und Arbeitskräften im konjunkturellen Zusammenhang44
3.1 Einleitung44
3.2 Bewegungen auf dem Arbeitsmarkt im Konjunkturverlauf47
3.3 Zusammenfassung und Schlussfolgerungen56
4 Die Arbeitskräftegesamtrechnung für West- und Ostdeutschland – Konzeption und ausgewählte Ergebnisse60
4.1 Rückblick60
4.2 Ziele und Möglichkeiten der Arbeitskräftegesamtrechnung61
4.3 Bewegungen auf dem Arbeitsmarkt63
4.4 Die Arbeitskräftegesamtrechnung als Übergangsmatrix69
4.5 Ausgewählte Ergebnisse für Ost- und Westdeutschland 200278
4.6 Fazit und Ausblick85
5 Wege aus der Arbeitslosigkeit – Wege in die Beschäftigung. Eine Analyse anhand der Arbeitskräftegesamtrechnung88
5.1 Ziele und Möglichkeiten der Arbeitskräftegesamtrechnung88
5.2 Bewegungen auf dem deutschen Arbeitsmarkt89
5.3 Wege aus der Arbeitslosigkeit92
5.4 Wege in die Beschäftigung95
5.5 Fazit99
6 Exkurs: Zugänge in und Abgänge aus Arbeitslosigkeit nach Rechtskreisen102
7 Bewegungen auf dem Arbeitsmarkt – eine Analyse regionaler Stromgrößen in einem Mehrkontenmodell106
7.1 Zielsetzung eines Mehrkontenmodells106
7.2 Struktur und Funktionalität des Mehrkontenmodells108
7.3 Stromgrößen auf dem deutschen Arbeitsmarkt115
7.4 Ein regionales Anwendungsbeispiel: von betrieblicher Ausbildung in Beschäftigung117
7.5 Zusammenfassung und Schlussfolgerungen120
8 Mehr Flexibilität, weniger Stabilität? Eine Analyse der Bewegungen auf dem Arbeitsmarkt für Jugendliche122
8.1 Einleitung122
8.2 Jugendarbeitslosigkeit – ein Problemaufriss124
8.3 Arbeitsmarktmobilität Jugendlicher aus theoretischer Perspektive128
8.4 Datenquelle und methodisches Vorgehen131
8.5 Dynamik auf dem Arbeitsmarkt133
8.6 Mögliche Lösungsansätze142
9 Zusammenfassung und Ausblick146
Verzeichnis der Tabellen154
Verzeichnis der Abbildungen156
Abkürzungen157
Literatur158
Anhang168
Kurzfassung182
Aktuelle Bestandsauf-nahme des deutschen Arbeitsmarktes184
Zusammenstellung und Auswertung aller Forschungsprojekte185

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