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E-Book

Bewertung von Synergiepotentialen: Quantitative Synergieerfassung in der Unternehmensbewertung

AutorFrank Burde
VerlagDiplomica Verlag GmbH
Erscheinungsjahr2010
Seitenanzahl78 Seiten
ISBN9783842800199
FormatPDF
Kopierschutzkein Kopierschutz/DRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis29,99 EUR
Synergieeffekte werden häufig als Begründung für die Übernahme bzw. den Zusammenschluss von Unternehmen angeführt. So erwartet man nach Zusammenschluss zweier Unternehmen, dass die Umsatzerlöse (Kosten) des verbundenen Unternehmens höher (niedriger) sind als die Summe der Umsatzerlöse (Kosten) der beteiligten Einzelunternehmen. Diese Effekte resultieren bspw. aus Größenvorteilen oder dem Transfer von Know-how. Als Synergiepotential fließen die erwarteten Effekte in die Akquisitionsprämie ein und stellen somit einen nicht unwesentlichen Teil des Kaufpreises dar. Unklar jedoch ist dabei häufig, wie die erwarteten Effekte zu quantifizieren, sprich einzupreisen, sind. Ziel des vorliegenden Buches ist es, die mit der monetären Bewertung von Synergiepotentialen einhergehenden Herausforderungen zu identifizieren und Lösungsansätze aufzuzeigen. Hierzu werden im zweiten Kapitel der Synergiebegriff ausführlich definiert sowie die ökonomischen Ursachen von Synergien (Economies of Scale, Economies of Scope, Machtentfaltung) dargestellt. Das dritte Kapitel widmet sich der zunächst rein qualitativen Erfassung der Synergiepotentiale. So werden das funktionsbereichsbezogene Synergiekonzept von Ansoff und das wertschöpfungskettenorientierte Konzept von Porter dargestellt, die Rolle der Due Diligence im Synergieidentifikationsprozess beschrieben sowie Instrumente zur Identifikation (Stärken-Schwächen-Analyse, Wertkettenanalyse) beschrieben. Im Fokus des vierten Kapitels dann steht die quantitative Erfassung der Synergiepotentiale. Zunächst werden die Herausforderungen und Problemfelder, mit denen sich der Bewertende konfrontiert sieht, identifiziert. Anschließend werden einige Prognosemodelle vorgestellt, mit denen in der neueren Literatur versucht wird, die Bewertung von Synergiepotentialen zu realisieren (so z.B. das Erfahrungskurvenkonzept zur Bewertung von Synergien aus Know-how Transfer). Die kritische Diskussion der beschriebenen Modelle hinsichtlich ihrer praktischen Anwendbarkeit bildet den Abschluss dieses vierten Kapitels. Teil fünf des vorliegenden Buches schließlich geht auf weitere Aspekte ein, die bei der Einpreisung in ein Bewertungsmodell zu berücksichtigen sind (z.B. Eintrittszeitpunkt und Lebensdauer der Effekte sowie Bestimmung des risikoangepassten Diskontierungszinssatzes). Dem Leser bietet dieses Buch einen umfassenden Einblick in die zunächst qualitative Erfassung von Synergiepotentialen sowie in die Herausforderungen und möglichen Lösungswege bei der quantitativen Bewertung der Effekte. Der Gliederungsaufbau dieses Buches orientiert sich dabei an einem Bewertungsschema, das zuerst die vorhandenen Synergiepotentiale identifiziert, anschließend den monetären Effekt bewertet und schließlich die Einpreisung in ein Bewertungsmodell (Barwertbestimmung) vornimmt.

Frank Burde, Jahrgang 1984, studierte Wirtschaftswissenschaften an der Leibniz Universität Hannover mit den Schwerpunkten Rechnungslegung und Wirtschaftsprüfung, Marketing und Produktionswirtschaft. Der Autor schloss sein Studium im Jahre 2010 als Diplom-Ökonom ab. Bereits während seiner akademischen Ausbildung konnte er Praxiserfahrungen bei Unternehmen der Industrie- und Bankenbranche sammeln. Motiviert durch die Einblicke in Theorie und Praxis entstand der Wunsch einer intensiven Auseinandersetzung mit den Möglichkeiten der quantitativen Erfassung von Synergiepotentialen. Hierbei entstand das vorliegende Buch zur Synergiepotentialbewertung.

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Leseprobe
Textprobe: Kapitel 4.1, Herausforderungen bei der Bewertung von Synergiepotentialen: Während die qualitative Erfassung der Synergiepotentiale - wie im vorherigen Kapitel gezeigt - noch gemeingültigen Regeln folgt, stellt spätestens die Transformation dieser Potentiale in monetäre Größen eine beträchtliche Herausforderung an den Bewertenden. Dabei ist allein die Notwendigkeit, monetäre Auswirkungen von Synergiepotentialen überhaupt zu prognostizieren, umstritten. In einer von Reissner im Jahre 1990 durchgeführten explorativen Studie gingen die Meinungen der befragten Experten aus der Unternehmenspraxis hierzu weit auseinander. Einige Teilnehmer hielten die Quantifizierung schlicht für nicht notwendig ('Im M&A-Geschäft ist vieles Argumentation, weniger Rechnung!'), andere sahen sich in Ermangelung geeigneter Verfahren vor große Schwierigkeiten gestellt. Häufig würden solche Synergien, deren monetäres Eintreten ungewiss sei, gar nicht zur Bewertung herangezogen. Eine mögliche Erlöswirkung sei dabei deutlich schwieriger (vor allem bei hoher 'Marktnähe' des Synergieeffekts) zu prognostizieren als Kosteneinsparungen (z.B. durch Vermeidung von Doppelarbeit). Petersen führt an, dass die Bewertung von Synergieeffekten nicht nur in der Praxis zu Schwierigkeiten führe, sondern auch in der Theorie ein ungelöstes Problem darstelle. Auch Perin kommt zu dem Schluss, dass eine Prognose von Synergieeffekten nicht möglich sei. Da aber der Kaufpreis eines Unternehmens maßgeblich durch die zu erzielenden Synergien determiniert wird - und diese somit einen nicht unerheblichen Teil des Kaufpreises ausmachen - muss sich ein potentieller Käufer zumindest annähernd darüber im Klaren sein, in welcher Höhe synergistische Wirkungen erzielt werden können. Häufig führen unvollständige Informationen und unklare Vorstellungen über Einsparpotentiale zu sehr subjektiven Prognosen, die in einer Über- bzw. Unterschätzung der betrachteten Effekte resultieren. Als größtes Problemfeld der Synergiebewertung können dabei sog. 'weiche' Effekte, wie z.B. Imageverbesserungen oder die Übertragung von Wissen angesehen werden. In der betriebswirtschaftlichen Literatur gibt es bislang nur wenige Anhaltspunkte, wie die Prognose von Synergieeffekten durchzuführen ist. Während an einigen Stellen auf die Verwendung von 'Faustformeln' zurückgegriffen wird (z.B. Transformation der qualitativen Einflussgröße 'hervorragende Qualität' in eine quantitative Einflussgröße von 10% Umsatzsteigerung), wird anderswo argumentiert, jeder Zusammenschluss sei so einzigartig, dass weder unterschiedliche Branchen noch unterschiedliche Fusionsarten miteinander vergleichbar seien und derart standardisierte Verfahren somit nicht anwendbar seien. Bei erstmaliger Betrachtung wäre eine thematische Annäherung über den die Bilanzierung von Unternehmenszusammenschlüssen regelnden International Financial Reporting Standard 3 (IFRS 3) denkbar. IFRS 3 regelt für 'Business Combinations' die Verteilung der Anschaffungskosten auf die erworbenen Vermögenswerte und Schulden. Hierunter fallen explizit auch immaterielle Vermögenswerte. Zur Bewertung der Vermögenswerte stehen drei Verfahren zur Verfügung: das marktpreisorientierte Verfahren (market approach), das kapitalwertorientierte Verfahren (income approach) und das kostenorientierte Verfahren (cost approach). Jedoch lassen sich die im Anschaffungspreis bereits eingepreisten Synergien mit den zuvor genannten Bewertungsverfahren nicht wieder herausrechnen. Die gekauften Vermögenswerte sind also bereits synergiebehaftet. Im Rahmen der vorliegenden Arbeit ist somit nicht die - IFRS 3 regelnde - Aufteilung des Kaufpreises, sondern vielmehr dessen Zustandekommen von besonderem Interesse. Ergänzend zu den bzw. aufbauend auf die Synergiekonzeptionen von Ansoff und Porter - die, wie in den Abschnitten 3.1.1. und 3.1.2. gezeigt, für eine umfassende Synergiebewertung nicht geeignet sind - wurde in der neueren Literatur immer wieder versucht, die monetären Auswirkungen von Synergiepotentialen zu prognostizieren. Hier sind exemplarisch die Arbeiten von Bauernhansl, Ebert, Paprottka und Rodermann zu nennen. In den folgenden Abschnitten dieses Kapitels werden Prognoseinstrumente erklärt, die z.T. den zuvor genannten Werken entstammen. In einem anschließenden Gliederungspunkt werden diese Modelle kritisch diskutiert.
Blick ins Buch
Inhaltsverzeichnis
Bewertung von Synergiepotentialen Quantitative Synergieerfassung in der Unternehmensbewertung1
Inhaltsverzeichnis3
Abbildungsverzeichnis5
Tabellenverzeichnis6
Abkürzungsverzeichnis6
Symbolverzeichnis8
1. Einleitung11
1.1. Problemstellung11
1.2. Gang der Untersuchung12
2. Grundlegung14
2.1. Der Synergiebegriff14
2.1.1. Definition14
2.1.2. Wirkungsrichtungen15
2.1.3. Restrukturierungseffekte16
2.2. Typologie von Synergieeffekten16
2.3. Gemeinsame Ressourcennutzung als Voraussetzung für Synergien19
2.4. Ökonomische Ursachen von Synergien20
2.4.1. Economies of Scale20
2.4.2. Economies of Scope21
2.4.3. Synergien durch Machtentfaltung22
3. Identifikation von Synergiepotentialen23
3.1. Heuristische Synergiekonzepte23
3.1.1. Das funktionsbereichsbezogene Konzept von Ansoff23
3.1.2. Das wertschöpfungskettenorientierte Konzept von Porter25
3.2. Die Rolle der Due Diligence im Identifikationsprozess26
3.2.1. Aufgaben der Due Diligence26
3.2.2. Problemfelder der Due Diligence27
3.3. Instrumente zur Synergieidentifikation28
3.3.1. Stärken-Schwächen-Analyse28
3.3.2. Wertkettenanalyse29
4. Bewertung von Synergiepotentialen32
4.1. Herausforderungen bei der Bewertung von Synergiepotentialen32
4.2. Synoptisches oder inkrementales Vorgehen34
4.3. Quantitative und qualitative Synergiepotentiale36
4.4. Prognosemodelle38
4.4.1. Vorbemerkungen38
4.4.2. Synergien auf Grund von Größeneffekten39
4.4.3. Synergien auf Grund von Know-how-Transfer42
4.4.4. Synergien auf Grund von Marktmacht47
4.4.5. Negative Synergien49
4.5. Kritische Würdigung der vorgestellten Modelle50
5. Bestimmung des Synergiebarwertes57
5.1. Bestimmung der Nettosynergieeffekte57
5.2. Eintrittszeitpunkt und Lebensdauer58
5.3. Ermittlung des risikoangepassten Diskontierungszinssatzes59
6. Zusammenfassung64
Literaturverzeichnis66
Autorenprofil72

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