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E-Book

Bonusjahre

Durch Bewegung, Meditation und Elastizität in ein erfülltes und gesundes Leben

AutorFrank Elstner, Gerd Schnack
VerlagPiper Verlag
Erscheinungsjahr2017
Seitenanzahl256 Seiten
ISBN9783492965774
FormatePUB
KopierschutzWasserzeichen
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis12,99 EUR
Die Natur gibt es uns vor: Sie kennt keine geraden Wege, alles verläuft im Rhythmus, in der ständigen Wiederholung und im Ausgleich von Gegensätzen. Frank Elstner und der Präventivmediziner Gerd Schnack präsentieren in diesem Buch ihr Konzept für ein gesundes, langes und erfülltes Leben im Einklang mit den Prinzipien der Natur. Vorgestellt werden einfache und kurze Übungen für jeden Tag - zu Hause, im Büro und auf Reisen: •Das Energiewunder der Entspannungshocke als »Stretching Total« für alle Gelegenheiten •Das neue leichtfüßige FaszienJogging, überall als Kurzpause anwendbar •Die neue Pausenkultur durch die Vagus-Meditation - die Tiefenentspannung zur Regeneration nach jeder Belastung im Stressalltag

Frank Elstner, Jahrgang 1942, ist Journalist, Fernsehshowmaster und Entertainer. Die von ihm erfundene Fernsehshow »Wetten, dass..?« machte ihn einem Millionenpublikum bekannt. Seine langjährige Tätigkeit als Breitensportbeauftragter des Präsidiums des Deutschen Sportbundes hat ihn jahrzehntelang für gesunde Bewegung motiviert.

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Leseprobe

Vorwort

Mein Büro befindet sich in einem historischen Gebäude aus dem Jahr 1820, mitten in Baden-Baden. Hohe Decken kennzeichnen die Räume. Doch so schön hohe Decken in einem Altbau sind, sie führen dazu, dass man auf dem Weg in mein Büro, das im zweiten Stock liegt, viele Stufen überwinden muss. Nein, es gibt keinen Fahrstuhl. Treppensteigen ist angesagt.

Dieses Treppenhaus hat mir schon viele spannende Erkenntnisse verschafft: Wenn Gäste zu mir kommen, sehe ich schon von oben, wie die geplante Besprechung in etwa verlaufen wird. Da gibt es die dynamischen Kollegen, die zwei, drei Stufen auf einmal nehmen und die Treppe emporrasen – sie stürzen in mein Zimmer, wedeln mit Konzepten und Businessplänen und sind in Gedanken schon beim nächsten Meeting; das wird meist ein kurzer Termin. Dann gibt es die Bedächtigen, die eigentlich sowieso schon zu spät kommen, aber trotzdem langsam Schritt für Schritt nach oben stampfen. Sie nehmen jede Stufe genau in Augenschein und betrachten nebenher gemütlich die Bilder im Treppenhaus. Bei denen weiß ich, dieser Termin wird dauern … Und dann gibt es noch die Untrainierten, die sich zuerst etwas verloren im Eingangsbereich umsehen – hoffend, dass es vielleicht doch irgendwo einen Aufzug gibt. Enttäuscht nehmen sie schließlich die Expedition in Angriff und steigen trotzig die Treppe hinauf. Ab und zu bleiben sie keuchend stehen und werfen einen prüfenden Blick nach oben: Wie lange wird die Tortur wohl noch dauern? Jede Stufe wird für sie zu einer Herausforderung, jeder Schritt ist begleitet von einem langsam anschwellenden Schnaufen – und ich weiß, auch dieses Gespräch wird sich hinziehen. Der Partner muss seinen Puls erst mal auf Normalwert herunterfahren … Ausnahmen bestätigen die Regel.

Nachhaltig beeindruckt war ich von einem Besucher, der im Sommer 2016 in eigenartigen Verrenkungen zu mir hochhüpfte. Manchmal schien er seine Füße zu verwechseln, und mehr als einmal fürchtete ich, dass er in dem weitläufigen Treppenhaus zuerst Rhythmus und Orientierung und dann den Halt verlieren könnte. Ich gebe zu, ich konnte und wollte ein Grinsen nicht unterdrücken. Gleichzeitig wurde mir ein bisschen bang, denn ausgerechnet mit diesem Mann wollte ich ein Buch über Fitness schreiben. Na, das kann ja heiter werden, dachte ich.

Der Mann, der mich an diesem Sommertag besuchte, war der Präventiv- und Sportmediziner Prof. Gerd Schnack. Zu diesem Zeitpunkt hatte er mir schon viele seiner Erkenntnisse und Übungen vermittelt, die Vorteile der naturrichtigen gegenüber den naturfalschen Bewegungen erklärt und voller Leidenschaft die Entspannungshocke und das Faszien-Joggen vorgeturnt. Die meisten seiner Vorschläge hatte ich ausprobiert. Vieles hatte tatsächlich recht schnell funktioniert, für einige Ergebnisse brauchte ich etwas länger, bei manchen Übungen bin ich noch heute nicht ganz so erfolgreich wie erhofft. Doch das wird schon werden; die Hauptsache ist, man setzt sich in Bewegung. (Zwischenzeitlich habe ich sogar versucht, die Hebb’sche Lernregel bei der Erziehung meiner Hunde anzuwenden. Ich muss sagen: Die ersten Ergebnisse waren recht ermutigend …)

Wenn wir über »Bonusjahre« reden, dann meinen wir, mein Koautor Gerd Schnack und ich, erfüllte Lebensjahre: Es sind dazuverdiente Jahre, die man erleben kann, wenn man sich einen Bonus verdient. Wir alle wissen und haben es oft genug gehört, was wir für diesen Bonus tun müssen: Wir müssen uns ernähren, am besten vernünftig, wir müssen uns bewegen, am besten täglich, wir müssen die eine oder andere lieb gewonnene Gewohnheit einschränken oder am besten ganz aufgeben.

»Jeder will alt werden, keiner will es sein«, meinte der Schauspieler Martin Held einmal. Und er hat recht. Wie mir scheint, setzen sich Schauspieler viel intensiver mit dem Altwerden auseinander als die meisten anderen Menschen. Zum einen, weil es die Rollen oft verlangen, zum anderen, weil sie sich permanent in verschiedenen Lebenslagen abgebildet sehen. So kann es passieren, dass man in einem aktuellen Tatort den brutalen alternden Clan-Boss spielt und auf einem anderen Programm in einer 50 Jahre alten Schnulze den tollpatschigen jugendlichen Liebhaber gibt. Dieses Doppelleben verursacht sicher eine spezielle Art der Schizophrenie.

»Altwerden ist nichts für Feiglinge«, wusste aber auch Christoph Wilhelm Hufeland, der Leibarzt von Goethe, der noch weitere Berühmtheiten wie Friedrich von Schiller und Johann Gottfried Herder behandelte. Wenn Sie sich an das Zitat anderweitig erinnern, dann freue ich mich besonders, denn sehr wahrscheinlich denken Sie dabei an meinen Freund Joachim »Blacky« Fuchsberger, der sich in bewundernswerter Weise mit dem – nämlich seinem – Alter beschäftigt hat und alles andere war als ein Feigling.

Seien wir also ehrlich: Wer 50, 60 oder – wie wir – schon 70 oder gar 80 Jahre auf dem Buckel hat, ist sicher nicht frei von Malaisen. Ganz ohne Zipperlein geht es im Alter für kaum jemanden ab. Dennoch können wir etwas tun: Wir können günstige Voraussetzungen schaffen, unsere Möglichkeiten nutzen und damit unsere Chancen auf den Bonus verbessern. Zwar werden wir nicht alle Risiken ausschalten können (wenn uns ein fallender Dachziegel im falschen Moment erwischt, hilft die ganze Fitness nichts), aber glücklicherweise kommt das nicht allzu oft vor: Die Statistik beweist, dass man heute als 65-jährige Frau locker 85 Jahre alt werden kann. Und ein 65-jähriger Mann tut gut daran, noch jede Menge Geld zu sparen, um an seinem 80. Geburtstag die große Feier mit allem Drum und Dran bezahlen zu können.

Natürlich gibt es keine Garantie, niemand kann ein sorgenfreies und gesundes Alter garantieren, durch keine Maßnahme der Welt. Manche kleineren oder größeren Gebrechen aber werden Sie vielleicht loswerden, wenn Sie die Tipps von Gerd Schnack befolgen, andere werden Sie hoffentlich gar nicht erst bekommen. Das würde uns freuen, denn nicht zuletzt deswegen haben wir dieses Buch geschrieben.

Dank seines unerschöpflichen Wissens kann uns Gerd Schnack viele Vorgänge des menschlichen Körpers und deren Auswirkungen auf unsere Fitness und unser Wohlbefinden verständlich machen – und auch genau erklären, was man gegen eine Vielzahl von alltäglichen Beschwerden unternehmen kann. Gegenüber vielen Fitnesspredigern hat er einen gewaltigen Vorteil: Er ist kein Theoretiker, sondern einer, der lebt, was er lehrt – auch wenn ich zugeben muss, dass das manchmal kurios aussieht. (Unter uns: Heute hüpfe auch ich die Treppe hoch. Wenn keiner zuschaut …)

Gerd Schnack ist bereits jenseits der 80, geht aber problemlos für 60 durch. Am 5. Mai 2007 war er zum ersten Mal in meiner Sendung Menschen der Woche. Sein Thema: »Abnehmen durch Nichtstun!« Tolles Thema. Toller Gast. Anlass für die Einladung damals: Eine Studie hatte gezeigt, dass sich die Deutschen zu wenig bewegen und zu viel essen. Knapp zehn Jahre später kommt eine weitere Studie zu dem erschreckenden Ergebnis, dass sich daran überhaupt nichts geändert hat, ganz im Gegenteil: Die Deutschen bewegen sich noch weniger als früher. 80 Prozent der Befragten verrichten keine intensive körperliche Arbeit, und 32 Prozent sind in ihrer Freizeit kein bisschen aktiv (DKV-Report »Wie gesund ist Deutschland?«). Fazit der Untersuchung: Über die Hälfte der Deutschen bewegt sich nicht genug. Und das, obwohl wir dachten, alle wüssten allmählich, wie wichtig Bewegung ist. (Übrigens: Männer und Frauen sind gleichermaßen träge, das Geschlecht macht in diesem Fall keinen Unterschied.)

Doch geht es in unserem Buch nicht nur um Gesundheit und Fitness. Wir wollen nicht nur ein paar Übungen vorstellen, sondern widmen uns auch den Hintergründen. Wenn man weiß, warum eine Übung welche Wirkung entfaltet, ist man vielleicht motivierter, sinnvolle Anstrengungen zu unternehmen, als wenn man nur mechanisch einer Handlungsanweisung folgt. Wir haben also kein medizinisches Lehrbuch geschrieben, sondern geben persönliche Anregungen, die wir von der besten aller Lehrmeisterinnen, der Natur, übernommen haben. Wie es dazu kam? Vielleicht kurz ein paar Zeilen zu uns.

Ich erblickte das Licht der Welt am 19. April 1942. Dieses Erblicken war perspektiv ziemlich eingeschränkt, denn ich hatte nur ein funktionierendes Auge. Das räumliche Sehen war dadurch erst einmal beeinträchtigt, doch wenn man zweimal gegen eine offene Tür rennt, passt man beim dritten Mal eben besser auf. Meine größten Feinde in der Jugend waren allerdings die Briefkästen, die überall in halber Höhe herumhingen. Die rechts von mir habe ich fast nie gesehen, ihnen verdanke ich so manches blaue Auge. Irgendwann lernt man aber, die Entfernungen einzuschätzen, da reicht dann ein Auge aus. Was mich jedoch von einer erfolgreichen Sportlerlaufbahn abgehalten hat, war meine Mutter. Sie war Künstlerin, besaß eine Unmenge an Fantasie und malte sich bei jeder Sportart, die auch nur ganz entfernt für mich infrage gekommen wäre, die fürchterlichsten Szenarien aus. Was, wenn eine Skispitze versehentlich das Gesicht ihres Sohnes rammte, ein Fuß- oder Handball mit Wucht in sein Auge donnerte oder gar ein Medizinball explodierte? Sie befürchtete, dass ich durch den Sport das einzig funktionierende Augenlicht einbüßen könnte, das ich besaß.

Eine Sportskanone konnte ich mit einer überängstlichen Mutter also nicht werden und richtig fit auch nicht. Zum Spott der Klassenkameraden über mein Aussehen kam die Kränkung, beim Wählen der Teammitglieder nie als Erster aufgerufen zu werden. Im Gegenteil, oft wurde ich eher als eine Strafe empfunden von der...

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