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Brauchen wir eine Weltumweltorganisation?

AutorGerrit Rohde
VerlagGRIN Verlag
Erscheinungsjahr2010
Seitenanzahl13 Seiten
ISBN9783640504893
FormatPDF/ePUB
Kopierschutzkein Kopierschutz/DRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis6,99 EUR
Studienarbeit aus dem Jahr 2005 im Fachbereich Politik - Internationale Politik - Thema: Int. Organisationen u. Verbände, Note: 2,0, Universität Hamburg (Institut für politische Wissenschaft), Veranstaltung: Grundkurs Entwicklungstheorien und Entwicklungspolitik, Sprache: Deutsch, Abstract: Die institutionelle Zersplitterung in der globalen Umweltpolitik ist so ausgeprägt wie in keinem anderen Politikfeld. Bi- oder multilaterale Abkommen zwischen zwei oder mehreren Staaten beschränken sich meist auf die sektorale Bearbeitung spezifischer Umweltprobleme. Dabei können einerseits Reibungsverluste zwischen verschiedenen Abkommen, die sich der Bearbeitung eines Problemfeldes widmen, anderseits Zielkonflikte zwischen den einzelnen Problemfeldern entstehen. Zur Lösung dieser Probleme plädieren einige Politiker und Wissenschaftler für die Gründung einer neuen politischen Körperschaft, die bestehende Regime in sich eingliedert und als institutionelle Dachorganisation auftritt. Die deutsche Bundesregierung ließ durch ihre umweltpolitische Sprecherin am 25. Januar 1999 verlauten: 'Wir brauchen [...] eine Bündelung der unübersichtlichen und zersplitterten internationalen Institutionen und Programme'. In der wissenschaftlichen Forschungsdebatte gibt es Befürworter einer solchen Entwicklung, die in einer institutionellen Bearbeitung globaler Umweltprobleme gemäß der politischen Idee 'Global Governance' die optimale Lösung sehen. Bei der möglichen Ausgestaltung einer Weltumweltorganisation reichen die Forderung von einer hierarchischen Organisation, nach Vorbild des Weltsicherheitsrat bis zu einer Organisation, die lediglich mit weichen Durchsetzungsmechanismen ausgestattet ist und vornehmlich Informationsstandards einführt, aber keinerlei Sanktionsgewalt besitzt (Biermann und Simonis: 2000). Andere Wissenschaftler sehen keinerlei Zusatznutzen in der Aufhebung der institutionellen Zersplitterung und beschäftigen sich zunächst mit den Ursachen dieser Entwicklung. Ist die sektorale Zersplitterung in der globalen Umweltpolitik ein Hindernis oder ein notwendiges aber unüberwindbares Übel bei der Bearbeitung der Problembereiche im Politikfeld Umwelt? Die Arbeit wird mit der Erkenntnis schließen, dass eine souveränitätseinschränkende Organisation mit weitreichenden Entscheidungskompetenzen und Eingriffsmöglichkeiten die optimale Bearbeitungsmethode für das Politfeld Umwelt darstellt und angesichts der immer gravierenderen globalen Umweltprobleme selbst im Kontext einer realistischen Grundhaltung internationaler Akteure nicht im Bereich der politischen Utopie anzusiedeln ist.

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