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E-Book

Bronchoskopie

Techniken - Krankheitsbilder - Therapieoptionen

AutorGermann Ott, Hermann Ingerl, Ingrid Dobbertin, Kaid Darwiche, Lutz Freitag, Martin Kohlhäufl
VerlagHogrefe AG
Erscheinungsjahr2012
Seitenanzahl610 Seiten
ISBN9783456949154
FormatPDF
KopierschutzWasserzeichen/DRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis109,99 EUR
Das Referenzwerk der Bronchoskopie

Mit einer Fülle einzigartigen Bildmaterials stellt dieses Lehrbuch alle bronchoskopisch sichtbaren Erkrankungen dar. Bronchoskopisches Erscheinungsbild, Diagnostik, Differenzialdiagnose, Klinik und Therapie werden systematisch erklärt. Besondere Kapitel geben Auskunft über Geschichte der Bronchoskopie Indikation, Vorbereitung, Technik, Materialentnahme und Komplikationen Behandlungsbronchoskopie: Rekanalisation mit Laser, Argonplasmabeamer, Kryotechnik, Elektrochirurgie, Zangenabtragung sowie endobronchiale Bestrahlung, photodynamische Therapie, bronchoskopische Lungenvolumenreduktion neue Entwicklungen in der Fluoreszenzbronchoskopie und endobronchialen Sonografie bronchopulmonale Zytologie.

Die jahrzehntelange Erfahrung der Autoren in Praxis und Lehre der Bronchoskopie macht dieses Buch zu einem Standardwerk für alle, die Bronchoskopien erlernen oder durchführen. In der 3. Auflage stammt es erstmals aus gleich zwei Kliniken mit langer bronchoskopischer Tradition.

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Kapitelübersicht
  1. Inhalt, Vorwort, Autoren
  2. 1. Geschichte der Bronchoskopie
  3. 2. Indikationen zur Bronchoskopie
  4. 3. Vorbereitung, Anästhesie, Nachsorge
  5. 4. Bronchoskopie heute
  6. 5. Kehlkopf
  7. 6. Bronchoskopischer Normalbefund und seine Varianten
  8. 7. Pathologische Bronchoskopiebefunde
  9. 8. Befunderhebung und Befundbericht
  10. 9. Bronchoskopische Diagnostik (Materialentnahme)
  11. 10. Komplikationen und ihre Vermeidung
  12. 11. Maligne Tumoren
  13. 12. Benigne Tumoren
  14. 13. Entzündung, Narbe, Trauma
  15. 14. Bronchustuberkulose, Broncholithiasis, Anthrakosen
  16. 15. Seltene tracheobronchiale Krankheiten
  17. 16. Pathologische Atemwegsinhalte und bronchoskopische Bronchialtoilette
  18. 17. Hämoptoe, pathologische Gefäßbefunde
  19. 18. Bronchoskopische Rekanalisation tracheo-bronchialer Stenosen
  20. 19. Tracheobronchiale Stents
  21. 20. Endobronchiale Brachytherapie
  22. 21. Früherkennung des Bronchial­karzinoms, Fluoreszenzverfahren
  23. 22. Endobronchiale Sonografie (EBUS)
  24. 23. Bronchiale und bronchoalveoläre Zytologie
  25. Verzeichnis der Abkürzungen und Index
Leseprobe
X Gastroskopie

Neben den Urologen waren auch die Internisten endoskopisch aktiv mit dem Ziel der Ösophagoskopie und Gastroskopie. Für die Entwicklung der Bronchoskopie spielt dies insofern eine Rolle, als die ersten peroralen Bronchoskopien unbeabsichtigt als Fehlintubation im Rahmen einer Gastroskopie erfolgten. Mit einem verlängerten DesormeauxUrethroskop führte Adolf Kussmaul (Abb. 1/9), Professor für Innere Medizin in Freiburg, 1868 die erste Gastroskopie bei einem Schwertschlucker durch, den sein Assistent Müller in einer Freiburger Gaststätte beim Auftritt beobachtet und zu Kußmaul geschickt hatte (22). Kußmaul konnte dem Schwertschlucker das Gastroskop problemlos bis in den Magen schieben, was ihm später auch bei Patienten gelang. Für den Magen reichte die Beleuchtung jedoch nicht; in der Tiefe des Magens war nur blasiger dunkler Mageninhalt erkennbar. In einem 30 Jahre später Abb. 1/9: Adolf Kussmaul führte 1868 in Freiburg i. Br. die ersten Gastroskopien durch.

geführten Briefwechsel zwischen Kußmaul und Müller beschreibt Kußmaul dies anschaulich. Kußmaul führte später keine Gastroskopien mehr durch, wohl wegen der unbefriedigenden Sichtverhältnisse, und ließ sich auch von dem Wiener Instrumentenbauer Leiter (s.o.) nicht wieder dazu überreden. Leiter gelang es schließlich, Johann v. Mikulicz-Radecki (Abb. 1/10) in Wien dafür zu interessieren. Mit ihm konstruierte Leiter im Laufe mehrerer Jahre ein mit Platinglühdraht und Wasserkühlung versehenes, am distalen Ende abgewinkeltes Gastroskop. J. v. Mikulicz arbeitete damit und veröffentlichte 1881 die erste grundlegende Arbeit über die Ösophagound Gastroskopie. Auch andere widmeten sich daraufhin der Gastroskopie und es wurden Gastroskope unterschiedlicher Bauart konstruiert, darunter solche mit biegsamer Spitze,die nach dem einführen gerade gestreckt wurden; auch gerade Rohre wurden verwendet. In Berlin gastroskopierte Rosenheim mit geradem Rohr.Von ihm erfuhr der Laryngologe Kirstein (s.u.), dass man dabei versehentlich in die Trachea gelangen konnte.

2. Im Vorfeld der Bronchoskopie

Zu diesem Vorfeld gehören
1. die Intubation,
2. die Kehlkopfspiegelung und die direkte Laryngoskopie sowie
3. die Tracheotomie und die Tracheosko pia inferior.

2.1. Die Intubation

Betrachtet man die Bronchoskopie als Kombination von Intubation und Inspektion der unteren Atemwege, so kam in der zeitlichen Abfolge die Intubation lange vor der „Skopie“. Im Folgenden einige Eckdaten zur Geschichte der Intubation nach Brandt (4).

z Hippokrates (460 – 377 v. Chr.) empfahl die Einführung eines Röhrchens in den Kehlkopf bei Erstickenden, ebenso Avicenna von Buchara (980 – 1037) (2).

Abb. 1/11: Darstellung der orotrachealen Intubation aus einer Fibel zur Unfallrettung von James Curry, 1815. z 1792 führte J. Curry die blinde, digitale Intubation ein; entsprechende Reanimationssets zur orotracheale Intubation wurden um 1800 in Leichenhallen vorgehalten (Abb. 1/11). Brandt (4) vermutet allerdings, dass diese überlieferten „Intubationen“ von der Antike bis zum Ende des 18. Jahrhunderts pharyngeale Intubationen waren.

z 1847 berichtete Horaz Green vor der amerikanischen Gesellschaft für Chirurgie in New York, dass er Kehlkopf, Trachea und Bronchien mit einem Gummitubus intubiert hatte. Seine Kollegen glaubten ihm nicht und schlossen Green aus der Gesellschaft aus.
z 1858 praktizierte Bouchet in Paris die „Kehlkopfintubation“ bei Patienten mit Kehlkopfdiphtherie. Da die Tuben rasch verstopften, wurde die Methode wieder aufgegeben. z 1878 benutzte William Macewen in Glasgow biegsame Metallkanülen (Abb. 1/12) zur Narkose. Später setzte er diese auch beim Glottisödem und der Diphtherie ein. Sie wurden mit Hilfe des tastenden Fingers peroral in die Trachea eingeführt. Macewen machte die Feststellung,daß dies ohne Anästhesie möglich war und die Tuben auch über längere Zeit toleriert wurden.
z Ab 1885 benutzte O’Dwyer endotracheale Tuben zur Überbrückung diphtheriebedingter Kehlkopfstenosen bei Kindern. Diese Tuben wurden in verschiedenen Größen, aus Metall, später auch aus Hartgummi,hergestellt und verbreiteten sich weltweit. Auch hier erfolgte die Intubation mit eingeführtem Obturator unter Kontrolle des tastenden Fingers. Solche Tuben wurden auch zur Entfernung von Fremdkörpern empfohlen.Wegen Dekubitalgeschwüren,die in der Folge zu Kehlkopfstrikturen führten, wurde das Verfahren später aufgegeben und man kehrte zur Tracheotomie (s.u.) zurück.
z 1893 löste Victor Eisenmenger in Wien das bis dahin schwerwiegende Problem der Aspiration während der Narkose, indem er einen Endotrachealtubus mit Manschette konstruierte, ein Vorläufermodell des heutigen Endotrachealtubus.

Die digitale Intubationstechnik wurde bis weit ins 20. Jahrhundert hinein praktiziert und erst aufgegeben, nachdem geeignete Intubationslaryngoskope verfügbar waren.

2.2. Kehlkopfspiegelung und direkte Laryngoskopie

X Kehlkopfspiegelung
Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts konnte man den Kehlkopf nur tastend untersuchen. Mehrfache Versuche einer Kehlkopfspiegelung in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts verliefen wenig erfolgreich (23). Als Erstem gelang sie 1854 dem Spanier Garcia (Abb. 1/13), Sänger und Gesangslehrer am Concervatoire in Paris. Er konnte im Selbstversuch seinen eigenen Kehlkopf mit Hilfe zweier Spiegel beobachten.Ein Jahr später demonstrierte er bei einer Kehlkopfspiegelung die Stimmerzeugung im Kehlkopf vor der Royal Society in London. Es folgten die Mediziner, 1857 Türck, Internist in Frankfurt und 1857/58 Czermak, Physiologe in Wien. Beide wurden später durch ihre umfangreichen Arbeiten über den Kehlkopf zu den Begründern der Laryngologie.Zur Beleuchtung diente ihnen Sonnenlicht oder Lampenlicht, das eingespiegelt und zum Teil über Hohlspiegel gesammelt wurde; Türck benutzte anstelle eines Hohlspiegels eine große, mit Wasser gefüllte Glaskugel. Mit Theodor Steins Hilfe entstanden die ersten Fotografien von Czermaks Kehlkopf in verschiedenen Phonationsstellungen (Abb.1/14).Czermak baute in Wien einen großen Hörsaal mit Projektionsforum und angeschlossenem Fotolabor, so dass den Studenten und Zuhöhrern die Spiegelbefunde projiziert werden konnten.Die Kehlkopfspiegelung etablierte sich als klinische Methode. 21
Inhaltsverzeichnis
Inhalt, Vorwort, Autoren7
1. Geschichte der Bronchoskopie14
2. Indikationen zur Bronchoskopie48
3. Vorbereitung, Anästhesie, Nachsorge58
4. Bronchoskopie heute68
5. Kehlkopf84
6. Bronchoskopischer Normalbefund und seine Varianten100
7. Pathologische Bronchoskopiebefunde122
8. Befunderhebung und Befundbericht146
9. Bronchoskopische Diagnostik (Materialentnahme)152
10. Komplikationen und ihre Vermeidung206
11. Maligne Tumoren222
12. Benigne Tumoren288
13. Entzündung, Narbe, Trauma302
14. Bronchustuberkulose, Broncholithiasis, Anthrakosen348
15. Seltene tracheobronchiale Krankheiten368
16. Pathologische Atemwegsinhalte und bronchoskopische Bronchialtoilette380
17. Hämoptoe, pathologische Gefäßbefunde406
18. Bronchoskopische Rekanalisation tracheo-bronchialer Stenosen436
19. Tracheobronchiale Stents468
20. Endobronchiale Brachytherapie518
21. Früherkennung des Bronchial­karzinoms, Fluoreszenzverfahren540
22. Endobronchiale Sonografie (EBUS)566
23. Bronchiale und bronchoalveoläre Zytologie576
Verzeichnis der Abkürzungen und Index599

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