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E-Book

Canada Calling

Ein Roadtrip durch Westkanada, den Yukon & Alaska - mit Überwinterung im Yukon

AutorNina Hassa
VerlagBooks on Demand
Erscheinungsjahr2017
Seitenanzahl244 Seiten
ISBN9783743124097
FormatePUB
KopierschutzWasserzeichen
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis10,99 EUR
Anfang 2013 steht Nina Hassa sowohl privat als auch beruflich an einem Scheideweg: Ihre Beziehung ist dem Ende geweiht und ihr Arbeitsvertrag wird nicht verlängert. Was tun? Trübsal blasen? Doch das kommt für Nina Hassa nicht in Frage. Für sie steht fest: Es muss nach Kanada gehen! Denn, wenn nicht jetzt, wann dann? So fliegt sie im Mai 2013 nach Vancouver und kauft sich einen Dodge Caravan, in dem sie von nun an schläft und der sie durch ganz Westkanada, den Yukon und Alaska bringt. Auf ihrem Roadtrip widerfahren ihr so allerlei Abenteuer und Überraschungen: Sie paddelt neun Tage auf dem berühmten Yukon-River, kommt Grizzlys und Elchen zum Greifen nahe, muss einen Schwarzbären von ihrem Abendbrot fernhalten, holpert 736 Kilometer auf dem unbefestigten Dempster-Highway über den Polarkreis, macht viele Wanderungen in einsamer und nicht so einsamer Wildnis und bleibt kurz vor dem Ende ihrer Reise schließlich doch noch mit ihrem Dodge liegen. Und nicht zu guter Letzt, sondern schon ziemlich am Anfang ihres Trips, verliebt sie sich in ihren jetzigen Lebensgefährten, einen 14 Jahre jüngeren Deutschen, der sie durch Alaska und auf der Yukon-Kanutour begleitet, um sie anschließend erst einmal wieder zu verlassen. Doch wie es das Schicksal so will, fliegen beide über den Winter als Housesitter erneut ins Yukon Territory, wo sie letztendlich zusammenfinden ... Nina Hassa berichtet in Tagebuchform von ihren Erlebnissen im hohen Norden des amerikanischen Kontinents, in dem Freiheit nicht nur ein Wort ist. Diese Reise zeigt: Wer dem Alltag entflieht und einfach drauf los zieht, dem steht die Welt offen!

Nina Hassa, Jahrgang 1978, ist geboren und aufgewachsen in Hamburg. Ihr frühes Interesse an fremden Ländern und ihr ständiges Fernweh brachten sie dazu, den Beruf der Reiseverkehrskauffrau zu erlernen und viele lange und kurze Reisen rund um den Globus zu unternehmen. Ihr erstes Buch "Canada Calling" entstand anhand ihrer Blogeinträge, die sie regelmäßig während ihrer fast einjährigen Kanada/Alaska-Reise veröffentlichte.

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Leseprobe

Mai 2013


Di, 07.05.: Ankunft in Vancouver


Mein Flug von Hamburg nach Vancouver mit Umstieg in London Heathrow läuft problemlos, auch die Einreise mit meinem Working-Holiday-Visum, welches ich online beantragt hatte. Dazu lege ich dem Zollbeamten einfach meine Visumsbestätigung vor und bekomme das Visum als kleines, gefaltetes Dokument in meinen Reisepass geklebt.

Andrea, meine Reisepartnerin, mit der ich bisher nur per E-Mail Kontakt hatte, wartet schon in der Ankunftshalle auf mich. Da wir uns Fotos voneinander geschickt hatten, erkennen wir uns sofort und fahren zusammen mit dem "SkyTrain" und dem Bus zu unserer Unterkunft.

Der "SkyTrain" ist eine fahrerlose Hochbahn, die auf drei Linien (Expo Line, Millennium Line und Canada Line) im Großraum Vancouver fährt und mit der man wunderbar alle wichtigen Ecken Vancouvers erreichen kann. Das Busnetz ist ebenfalls gut ausgebaut und erreicht auch Teile von Vancouver, wo es keinen SkyTrain gibt.

Andrea und ich bewohnen ein Zimmer in einem privaten Haus circa 20 Minuten südöstlich von Downtown, welches eine asiatische Familie vermietet. Private Unterkünfte findet man im Internet zuhauf auf entsprechenden Webseiten (z. B. Airbnb, 9flats, etc.).

Mi, 08.05.: Sightseeing in Vancouver


Heute stehen Erledigungssachen auf dem Programm: Steuernummer im Service Canada Office abholen (dort legt man seinen Pass und das Working-Holiday-Visum vor und erhält sofort seine Steuernummer), Bankkonto eröffnen (geht auch als Nicht-Kanadier einfach), Handykarte besorgen und dann endlich Sightseeing! Vancouver ist in der Innenstadt nicht wirklich von anderen nordamerikanischen Großstädten zu unterscheiden. Alle Straßen verlaufen im Schachbrettmuster und an jeder Ecke findet man bekannte Kaffee- und Restaurantketten. Was Downtown Vancouver allerdings besonders macht, ist die Lage auf einer kleinen Halbinsel, die auf einem schönen Rad- und Wanderweg namens "Seawall" umrundet werden kann. Von hier aus hat man immer wieder schöne Blicke auf die Skyline von Vancouver, auf North Vancouver und die Coast Mountains. Die Promenade wird besonders von Sportlern aufgesucht. So viele Jogger, Inline-Skater und Rennradfahrer habe ich noch nie auf einmal gesehen!

Vancouver ist eine wirklich sportliche Stadt und sehr grün. Überall duftet es nach Nadelwald. In Downtown gibt es sogar Strände, an denen sich nach Feierabend alle tummeln. Und ich habe heute leider irgendwo meine Fototasche für meine Spiegelreflex-Kamera stehen gelassen! Gott sei Dank ohne Fotoapparat, aber mit jeder Menge leerer Speicherkarten, Ersatzakkus, Filtern, etc. Allerdings habe ich auf der Seawall auch einen netten deutschen Radfahrer getroffen, der Kanada und die U.S.A. auf dem Fahrrad bereist. Hut ab!

Do, 09.05.: Auf der Suche nach einem Gebrauchtwagen


Heute haben wir uns auf die Suche nach einem Auto gemacht und dazu drei Gebrauchtwagenhändler aufgesucht. Das sind alles Halsabschneider! Glauben, sie können zwei Mädels aus Deutschland veräppeln! Die Autos waren alle in einem schlechten Zustand und viel zu teuer. Wir befürchten schon, dass wir kein anständiges Auto zu einem erschwinglichen Preis bekommen werden.

Fr, 10.05: Auto gekauft!


Heute haben wir uns Autos von Privatverkäufern angeschaut. Die Preise sind teilweise die gleichen wie bei den Gebrauchtwagenhändlern, aber die Autos sind in einem viel besseren Zustand. Kein Rost, kein Sprung in der Windschutzscheibe, keine Kratzer, kein röhrender und nach Benzin stinkender Motor, dafür dokumentierte Reparaturen und Inspektionen. Top. Wir entscheiden uns für den ersten Wagen, einen "Dodge Caravan":

Mit Probefahrt, Ummeldung, Versicherung abschließen und Rückfahrt nach Hause dauert die ganze Prozedur circa fünf Stunden. Der einzige Nachteil am Auto ist der fest mit dem Dach montierte Metallrahmen. Der Verkäufer brauchte diesen für sein Gewerbe zum Befestigen von Leiter & Co. Das Gestell ist aber viel zu schwer, schluckt dadurch zu viel Benzin, außerdem brauchen wir es nicht. Wir müssen es also irgendwie loswerden. Darum wollen wir uns in den nächsten Tagen kümmern.

So, 12.05.: Spanish Banks


Gestern haben wir schon einmal ein Gefühl für die Weite Kanadas bekommen! Allerdings befanden wir uns dabei noch innerhalb Vancouvers! Ein geplanter kurzer Abstecher in einen anderen Stadtteil hat nämlich tatsächlich eine Stunde gedauert! Und wir dachten, wir fahren da mal schnell hin. Als wir dann an der U.B.C. (University of British Columbia) angekommen waren, stellten wir fest, dass der Campus riesengroß und eigentlich ein eigener Stadtteil ist. Unser Ziel sollte aber nicht die Uni sein, sondern der Strand "Spanish Banks", von dem man eine Supersicht auf die Skyline von Vancouver haben soll. Wir dachten, wir spazieren dann mal eben schnell von der Busendstation dahin. Zum Glück sprach uns auf dem großen Haltestellenplatz rechtzeitig ein Busfahrer an und fragte uns, wo wir denn hinwollen. Als wir ihm unseren Plan mitteilten, zu Fuß zum Strand gehen zu wollen, meinte dieser, dass der Fußmarsch bis dahin viel zu weit sei. Er empfahl uns einen anderen Bus zu nehmen, der dann tatsächlich nochmal 20 Minuten zum Strand brauchte. Als wir dann endlich dort waren, kam ratzfatz eine Kaltfront an und mir ihr der Regen. Also sind wir nach einer halben Stunde am Strand wieder zurück zum Bus gegangen. Der Ausblick auf Vancouver war bei diesem Wetter dann auch nicht mehr der Rede wert.

Abends dann Routenbesprechung. Wir haben uns nun entschieden erst Richtung Norden, also Yukon und Alaska zu fahren, weil in den Rocky Mountains noch Schnee liegen, es im Yukon und in Alaska hingegen schon langsam wärmer werden soll. Auch der Schnee soll im Yukon schon fast komplett geschmolzen sein. Somit ist die Chance, dort Bären an der Straße zu sehen, ziemlich hoch, weil diese das nach der Schneeschmelze zurückgebliebene Salz vom Straßenrand lecken und das frische Frühlingsgras fressen.

Mo, 13.05.: Metallrahmen und Sitzbänke losgeworden!


Heute sind wir endlich den Metallrahmen vom Autodach und die beiden hinteren Sitzbänke losgeworden! Allerdings hatten wir uns dies einfacher vorgestellt. Auf unsere Anzeige im Internet hatte sich niemand gemeldet, und die hinteren Sitzbänke kann unser Zimmervermieter nicht verstauen, da er nicht genügend Platz hat. Ein Lagerraum hingegen kostet 89 kanadische Dollar pro Monat. Zu teuer. Also haben wir uns einen Deal ausgedacht: Wir fahren Gebrauchtwagenhändler ab und bieten denen unseren Metallrahmen kostenlos an, wenn sie dafür unsere beiden hinteren Sitzbänke für sechs Monate kostenlos lagern. Es hat zwar einige Zeit und Fahrerei gekostet, bis wir endlich einen Gebrauchtwagenhändler gefunden hatten, aber dann war der Kroate, bei dem wir uns letzte Woche schon gebrauchte Autos angeschaut hatten, so nett, auf unser Angebot einzugehen.

Nach einer halben Stunde war der Rahmen dann vom Dach geschraubt und die verbleibenden Löcher mit "Duct-Tape" (Isolierklebeband) abgeklebt. Der Wagen zieht nun schneller, weil Rahmen und Hintersitze fehlen, und es spart Benzin! Allerdings ist uns ein Problem aufgefallen: Wenn der Dodge vollgetankt ist, spielt der Tank-Sensor verrückt und piepst alle paar Minuten. Ziemlich nervig. Wir haben den Kroaten dann gleich um Rat gefragt, aber der meinte, dass das nicht repariert werden müsse, da dies erstens zu aufwendig sei und zweitens die Tankanzeige noch funktioniert. Sein Kommentar dazu: „Yes, I know, you Germans want to have everything perfect! Relax!“ - „Ja, ich weiß, ihr Deutschen wollt alles perfekt haben! Entspannt euch!“ Dabei grinst er breit.

Anschließend haben wir im "Army & Navy Shop" Campingequipment (einfache Luftmatratzen, einen Campingkocher, Kissen, Geschirr und Besteck) für unsere Reise besorgt.

Di, 14.05.: Lynn Valley


Heute bin ich mich mit David, dem deutschen Radfahrer, den ich vor ein paar Tagen auf der Seawall getroffen hatte, verabredet. Als er mich für unseren geplanten Ausflug ins Lynn Valley, nördlich von Vancouver, von zu Hause abholt, erzählt er mir, dass er die letzte Nacht mit seinem Zelt in einem Park in der Nähe unserer Unterkunft übernachtet hat. Lustig.

Erst einmal fahren wir mit dem SkyTrain nach Downtown und nehmen von dort die Fähre, "Seabus" genannt, rüber nach North Vancouver. Dann geht es weiter mit dem Bus ins üppig grüne Lynn Valley - eine nahe Möglichkeit (etwa dreißig Minuten ab Downtown), um mal schnell der Stadt zu entfliehen.

Im Lynn Valley ist es einfach herrlich! Intensiver Nadelwaldgeruch, Hängebrücke, rauschender Fluss, bemooste Bäume, Farne und üppiges Grün, wohin man auch schaut! Wie im Märchenwald!

Mi, 15.05.: La Casa Gelato - 218 Eissorten


Langsam nimmt unser zukünftiges zu Hause (unser Auto) Gemütlichkeit an. Wir haben es ausgesaugt, die Luftmatratzen aufgeblasen und die beiden Boxen (Kühlbox und Essenskiste) hinter die Sitze gestellt. Jetzt fehlen nur noch unsere Rucksäcke und wahrscheinlich auch noch ein Wasser- und Benzinkanister.

Abends treffen wir uns dann mit David im Eiscafé "La...

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