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Chancen und Risiken von Cloud Computing in der Unternehmenslogistik

AutorInes Filler
VerlagGRIN Verlag
Erscheinungsjahr2014
Seitenanzahl69 Seiten
ISBN9783656866138
FormatePUB/PDF
Kopierschutzkein Kopierschutz/DRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis29,99 EUR
Bachelorarbeit aus dem Jahr 2014 im Fachbereich BWL - Beschaffung, Produktion, Logistik, Note: 1,7, AKAD-Fachhochschule Leipzig, Sprache: Deutsch, Abstract: Im Rahmen von Globalisierung und fortwährender Supply-Chain-Entwicklung ist für den Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit eine immer schnellere Verarbeitung und Zugriff auf die benötigten Daten notwendig. Damit steigen in logistischen Prozessen die Anforderungen an IT-Systeme zur Umsetzung der Daten aus dem innerbetrieblichen und überbetrieblichen Material- und Informationsfluss in Echtzeit. Eine Lösung für die genannten Konstellationen lässt der Einsatz von Cloud Computing erhoffen. Eine Verwendung von Cloud Computing soll Prozesse effektiver und effizienter unterstützen und sogar Kosten reduzieren. Von diesen Bewegungen um Cloud Computing bleibt auch der Logistikbereich nicht unberührt. Doch schafft es Cloud Computing den gestellten Ansprüchen der Logistik an eine IT-Unterstützung gerecht zu werden? Die vorliegende Arbeit untersucht, ob die Unternehmenslogistik mit ihren gegebenen Prozessen von Cloud Computing profitieren kann. Dabei werden die Chancen von Cloud Computing zur Unterstützung der Unternehmenslogistik anhand konkreter Schwerpunkte ermittelt und anschließend die Risiken untersucht und analysiert, die mit der Integration von Cloud Computing auftreten können.

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Leseprobe

3 Cloud Computing


 

Cloud Computing wurde in einer Pressemitteilung von BITKOM[33] für 2012 als wichtigstes Trendthema im IT-Bereich ausgewiesen.[34] Dieser Abschnitt gibt einen Einblick in die Thematik Cloud Computing und beginnt mit der Abbildung 8, in welcher sich die Einschätzung von ITK[35]-Unternehmen zu den Trendthemen 2012 widerspiegelt.

 

 

Abbildung 8 Die wichtigsten Technologietrends 2012[36]

 

Gibt man den Begriff Cloud Computing in die Suchmaschine Google ein, so erscheinen einem in den letzten Jahren die Veröffentlichungen und Webseiten zu Cloud Computing schon fast inflationär. Aus diesem Grund geht der Autor nur auf die grundlegenden Informationen zu dieser Thematik ein, um die Betrachtungen zum Cloud Computing in der Unternehmenslogistik im Abschnitt 4 nachvollziehbar zu gestalten.

 

3.1 Grundlegendes zu Cloud Computing


 

3.1.1 Definition von Cloud Computing


 

Vereinfacht umschrieben handelt es sich bei Cloud Computing um die bedarfsgerechte Verwendung von informationstechnologischen Dienstleistungen aus der Wolke, also über das Internet, vergleichbar wie in Abbildung 9 gezeigt.[37]

 

 

Abbildung 9 Übersicht Cloud Computing[38]

 

Thorenz stellt fest, dass es für das Cloud Computing noch keine eindeutige Definition gibt, was in der Vielfalt der Themenstellung von Cloud Computing begründet liegen kann.[39] Tatsächlich wurde vom Autor keine überall einheitlich verwendete Definition aufgefunden. Dagegen wird in der deutschsprachigen Literatur vielmals die ausführliche Definition des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) zitiert. Das BSI versteht unter Cloud Computing „das dynamisch an den Bedarf angepasste Anbieten, Nutzen und Abrechnen von IT-Dienstleistungen über ein Netz. Angebot und Nutzung dieser Dienstleistung erfolgen dabei ausschließlich über definierte technische Schnittstellen und Protokolle. Die Spannbreite der im Rahmen von Cloud Computing angebotenen Dienstleistungen umfasst das komplette Spektrum der Informationstechnik und beinhaltet unter anderem Infrastruktur (z. B. Rechenleistung, Speicherplatz), Plattformen und Software.“[40] Diese Definition dient als Basis dieser Arbeit.

 

Ergänzend soll noch die Betrachtungsweise von Weiss erwähnt werden, dieser sieht in der Cloud sogar „das Betriebssystem der Zukunft“.[41] Dabei begründet er es nicht nur mit der Auslagerung bzw. den Bezug der IT-Dienste, sondern mit dem gestiegenen Einsatz und der Funktionalitäten von mobilen Geräten. Da die verwendeten Netbooks, Smartphones und Tablets nicht mehr primär die Datenverarbeitung, sondern durch die Vernetzung über das Internet nur die Ausführung der benötigten Applikationen unterstützen und daher die Speicherkapazität eher für eine Zwischenspeicherung ausgelegt ist.[42]

 

3.1.2 Revolution versus Evolution


 

Der Eindruck von Cloud Computing zu Beginn der Auseinandersetzung ist, dass es sich um eine völlig neuartige Innovation handelt, welche auf der Entwicklung der Internettechnologien basiert. Allerdings muss bei detaillierterer Beschäftigung mit diesem Thema dieser Eindruck revidiert werden. Es handelt sich bei Cloud Computing keineswegs um eine ganz neue Technologie, sondern „um alten Wein in neuen Schläuchen“[43]. Denn unter Cloud Computing verbirgt sich ein neuerer Entwicklungsstand, basierend auf den Fortschritten bereits verwendeter Internettechnologien und dem veränderten Nutzungsverhalten der Anwender. Die Begrifflichkeiten sind besser strukturiert und findend dadurch höhere Akzeptanz in allen Nutzerschichten.[44] Dies schließt mit ein, dass es bei Cloud Computing nicht mehr um das eigene Unterhalten von IT-Infrastruktur sowie Softwareanwendungen geht, sondern um die Nutzung dieser Formen als Dienstleistungsservice.[45] Nach Einschätzung von Unternehmen werden sich diese verschiedenen Nutzungsmöglichkeiten von Cloud Computing mit Sicherheit im deutschen IT-Sektor etablieren.[46] Wie der Abbildung 10 zu entnehmen, waren bereits in den Jahren von 2011 bis 2013 wachsende Nutzerzahlen festzustellen.

 

 

Abbildung 10 Nutzung und Planung von Cloud Computing im Zeitverlauf[47]

 

Die wesentlichen Voraussetzungen für eine erfolgreiche Cloud Computing Integration im Unternehmen sind Bestandteil der folgenden Ausführungen.

 

3.1.3 Anforderungen von Cloud Computing


 

Für die Integration von Cloud-Leistungen in die betrieblichen Prozesse sollten einige Voraussetzungen bzw. Anforderungen berücksichtigt werden, damit einer erfolgreichen Verwendung nichts im Wege stehen sollte. Zu diesen zählen die Netzwerkverbindungen, Serviceorientierte Architekturen (SOA), die bisherige IT-Ausstattung, vertragliche Regelungen und die Orchestrierung. Auf die einzelnen Aspekte wird im Folgenden kurz eingegangen.

 

Netzwerkverbindungen

 

Die erforderliche technische Basis für den Bezug von Cloud-Leistungen ist eine angemessene Netzwerkverbindung, da alle mit Cloud Computing verbundenen Leistungen über das Internet abgewickelt werden.[48] Dies erfordert, dass die Internetnetze den technischen Anforderungen gewachsen sein müssen.[49]

SOA

 

Eine Grundlage für die Verwendung von Cloud-Services sind SOA.[50] Sie repräsentieren Dienste, welche von Anwendern über das Internet bezogen werden können. Der Vorteil von SOA besteht darin, dass für die Nutzung kein bestimmtes Betriebssystem vorausgesetzt wird. Die Funktionen und Dienste von SOA sind über Schnittstellen nutzbar und somit jederzeit individuell erweiterbar. Bereits in vielen größeren Unternehmen zur Unterstützung der internen und der unternehmensübergreifenden Geschäftsprozesse sind SOA zu finden.[51]

 

Unternehmen die diese Technologie bereits einsetzen, haben die ideale Voraussetzung zur Nutzung von höherwertigeren Cloud-Leistungen. Da die Services über die Schnittstellen schneller an Prozesse anpassbar sind, bieten SOA mehr Leistung, als nur die Anmietung von IT-Infrastruktur.[52]

 

Bisherige IT-Ausstattung

 

Daneben ist die bisherige IT-Ausstattung eines Unternehmens für den erfolgreichen Umstieg als Anforderung für die Verwendung von Cloud Computing mitentscheidend. So können Unternehmen leichter standardisierte Cloud-Service nutzen, wenn ihre bisherige IT-Infrastruktur noch nicht zu umfangreich automatisiert ist. Somit lässt sich, bei eingeschränkten vorhandenen Kapazitäten, der benötigte Bedarf über die Einbindung von Cloud-Diensten einfacher erweitern. Ein Wechsel fällt jedoch größeren Unternehmen mit entsprechender umfangreicher IT-Ausstattung leichter, wenn es sich bei ihnen bereits um eine neuere, flexiblere IT-Architektur handelt.[53] Dies ist u.a. gegeben, wenn die Voraussetzungen wie der Einsatz von SOA und ein entsprechender Breitbandanschluss vorliegen bzw. verwendet werden.[54]

 

Vertragliche Regelung

 

Beim Cloud Computing handelt es sich um einen externen Bezug von IT-Leistungen in Form von IT-Services. Da es sich um hier um eine Außenbeziehung zwischen zwei Parteien handelt, sollten sich dabei die Cloud-Partner bezüglich der Klarheit der Leistungen absichern[55] und Details zu Verantwortlichkeiten, Prozessen und der vollständigen Definition der Leistungen vertraglich regeln.[56] Eine Überwachung der ordnungsgemäßen Erbringung eines IT-Service gestaltet sich nämlich, im Unterschied zu einem Produkt, hinsichtlich technologischer, zeitlicher, örtlicher, personeller oder qualitativer Einflüsse schwieriger.[57]

 

Orchestrierung

 

Durch den zunehmenden Einsatz von IT-Technologien zur Unterstützung von Geschäftsprozessen wird das Konstrukt aus Infrastruktur, Anwendungen und Ressourcen durch die immer höhere Vernetzung komplexer. Für ein effizientes Zusammenspiel aller Prozesse und Systeme setzt dies eine Orchestrierung voraus.[58]

 

Mithilfe der IT-Orchestrierung wird das Zusammenspiel zwischen IT und dem Prozessablauf fließend abgestimmt und gesteuert, was ebenso zur Gewährleistung einer verlässlichen, verfügbaren und sicheren IT-Landschaft beiträgt.[59]

 

3.2 Technischer Überblick zu Cloud Computing


 

3.2.1 Formen von Cloud Computing


 

Für viele Nutzer von entsprechenden IT-Leistungen aus einer Cloud ist es relevant, welcher Organisationsform die „Wolke“ zugeordnet ist, d.h. wie öffentlich der Zugriff auf die...

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