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E-Book

Comer See Reiseführer Michael Müller Verlag

Individuell reisen mit vielen praktischen Tipps

AutorEberhard Fohrer
VerlagMichael Müller Verlag
Erscheinungsjahr2018
Seitenanzahl276 Seiten
ISBN9783899530940
FormatePUB
KopierschutzWasserzeichen
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis14,99 EUR
E-Book zur 3. komplett überarbeiteten und aktualisierten Auflage 2018 Der Lago di Como ist nach Gardasee und Lago Maggiore der drittgrößte Alpensee, besitzt jedoch dank seiner ungewöhnlichen Form die längste Uferlinie aller italienischen Gewässer. Legendär sind sein mildes Klima, die mediterrane Vegetation, prachtvolle Villen und opulente Gartenanlagen. Schon im 19. Jahrhundert blühte der Tourismus, Bundeskanzler Adenauer verbrachte hier zahlreiche Sommer, und Hollywoodstar George Clooney hat sich am Seeufer eingekauft. Im ländlich-grünen Norden um Cólico, Sórico und Domaso treffen sich Camper und Surfer, während die Seemitte um Menaggio, Bellagio und Varenna mit Belle-Époque-Flair punktet. Mit seinen weitläufigen Berg- und Hügelregionen bietet der Comer See zudem eine Fülle von Wandermöglichkeiten.

Eberhard Fohrer Jahrgang 1952, geboren in Marburg. Der Müller-Autor der ersten Stunde studierte Germanistik und Geschichte, wandte sich aber gleich nach dem Staatsexamen dem Reisejournalismus zu. In den ersten Jahren nach der Verlagsgründung war er nicht nur Autor, sondern auch Lektor und Layouter. Mittlerweile arbeitet er seit über dreißig Jahren als hauptberuflicher Reisebuchautor. Seine Bücher sind Bestseller und sein Reiseführer zu Kreta (der inzwischen in der 20. Auflage vorliegt) gilt unter Griechenlandkennern als 'Kreta-Bibel'.

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Leseprobe
Comer See - Hintergründe & Infos
Daten und Fakten
Geografie

Ruhe und Gelassenheit am See

Der Comer See ist nach Gardasee und Lago Maggiore der drittgrößte See Italiens. Wegen seiner charakteristischen Gestalt in Form eines umgedrehten „Y“ besitzt er mit 170 km jedoch die längste Uferlinie aller italienischen Seen und ist zudem einer der tiefsten Europas.
Seine Oberfläche beträgt etwa 146 km2 (Gardasee 370 km2, Lago Maggiore 212 km2), er ist etwa 51 km lang und bis zu 4,2 km breit. Die tiefste Stelle liegt mit 425 m zwischen Argegno und Nesso im südwestlichen Arm des Sees, seine durchschnittliche Tiefe beträgt 154 m.
Wie die anderen großen italienischen Voralpenseen ist auch der Comer See durch die Ausschürfungen mächtiger Eiszeitgletscher entstanden. Verursacht durch das starke Absinken der Durchschnittstemperaturen wälzten sich vor einer Million Jahren gewaltige Eismassen durch die Täler des Alpenkamms in Richtung Poebene, hobelten dabei breite und steile Einschnitte aus und bedeckten sie mit einer bis zu 1000 m hohen Schicht aus Eis. Noch mehrere Eisschübe folgten, dann bildeten sich vor etwa 10.000 Jahren die Gletscherzungen zurück und hinterließen in den Ausschürfungen Schmelzwässer, darunter auch den Comer See. Im Gegensatz zu Gardasee und Lago Maggiore liegt der Comer See aber in einem sog. Zungenbecken, das sich vor den Bergen der Brianza in zwei Arme teilt (mit der Landzunge von Sirmione besitzt der Gardasee ein ähnliches, aber nur im Miniaturformat ausgeprägtes Phänomen). Dank ihrer großen Wassermassen wirken die Seen klimatisch ausgleichend und erzeugen in ihrer nach Norden geschützten Lage am Südrand der Alpen ein Mikroklima, das v. a. am mittleren und südlichen Comer See subtropische und sogar tropische Vegetation begünstigt.

Tourismus mit Tradition

Der Comer See wird vom Fluss Adda durchflossen, der von Osten das Valtellina (Veltlin) entlang kommend bei Colico an der Nordspitze in den See mündet. Er verlässt ihn wieder am südöstlichen Ende bei Lecco und fließt bei Cremona in den Po, während der Comer Arm keinerlei Abfluss besitzt. Am nördlichen Seeende mündet außerdem der von Chiavenna kommende Fluss Mera, der hier den idyllischen kleinen Lago di Mezzola bildet. Zwischen den Mündungen von Adda und Mera liegt das 1500 ha große Naturreservat Pian di Spagna, eins der letzten Sumpfgebiete südlich der Alpen, einst durch Anschwemmungen der Adda entstanden und heute Schutzgebiet für zahlreiche Zugvögel und einheimische Wasservögel.

In Domaso treffen sich die Windsurfer

Vor allem der Norden des Comer Sees ist von hohen Bergen eingerahmt, der höchste ist der 2609 m hohe Monte Legnone südöstlich von Colico, der bestiegen werden kann. Beste Wandermöglichkeiten bieten auch am südöstlichen Seearm das 2409 m hohe Grigna-Massiv, ein Ausläufer der Bergamasker Alpen, und der 1875 m hohe Felsengrat des Monte Resegone oberhalb von Lecco.
Der „Lariosaurus“: das Monster vom Comer See

Versteinerungen des Lariosaurus im Castello di Vezio

1946, die Italiener waren gerade ein Jahr zuvor ein anderes Ungeheuer m Comer See losgeworden, tauchte im See vor Colico ein weit harmloseres auf und füllte im November die Schlagzeilen der Lokalzeitung „Corriere Comasco“. „2 bis 3 m lang“, sei es gewesen, „mit starren Augen und einer Krause oder einem Kamm, von rosiger Farbe und mit einem Maul voller Zähne.“ Das sei doch kalter Kaffee, konterte wenige Tage später das Konkurrenzblatt „Corriere Lombardo“, das Monster „Lariosaurus“ sei schon 1940 beobachtet worden. Damals seien Ausflügler bei Varenna in einen Sturm geraten und hätten in einem Wellental eine gewaltige, 10 m lange Schlange mit grüner Haut und schwarzen Streifen gesehen. Nun geht es Schlag auf Schlag. Am 21. November 1946 schreibt der „Corriere Lombardo“ über drei Angler, die das Ungeheuer nahe ihres Bootes bei Varenna gesichtet hätten. Nach der Zeitung „entspricht ihre Beschreibung fast völlig der vor Colico“ - diese Meldung war sogar den New Yorker Zeitungen eine Schlagzeile wert. Aber schon am 22. November meldete die Presse, dass zwei junge Männer den Lariosaurus gefangen hätten: Es sei aber nur „ein riesiger, schrecklicher Stör“ gewesen. Damit wollte man die schöne Monstergeschichte wohl sterben lassen, von der viele vermuteten, dass sie nur eine erfolgreiche Presseente gewesen sei.
Doch so einfach war der Lariosaurus nicht totzukriegen! Am 31. August 1954 sahen ihn Palmiro Bianchi und sein Sohn Sergio bei Argegno erneut: „Es war real, das kann ich bezeugen. [...] Es war 3 oder 4 m entfernt [...] Es war 80 oder 90 cm lang [...] Das Hinterteil glich mehr oder weniger einem Schwein. Ich habe sogar die Beine gesehen. Die Füße waren wie die einer Ente.“ Die nächste Beobachtung stammt vom August 1957. Nach Zeitungsberichten sollen zahllose Menschen am Ufer zwischen Musso und Dongo ein 6 m langes Tier gesichtet haben. Bei Sonnenuntergang sei „zwischen den Wellen ein ungeheurer Kopf“ aufgetaucht, „von dreieckiger Form und mit leuchtenden Augen“. Sein Körper war von „zylindrischer Form, er hatte Flossen und einen Schwanz, der breit war wie der eines Wals. Sein Maul stand stets offen, mit vielen scharfen, weißen Zähnen darin.“ Man rief nach Fischern, die das Monster fangen sollten, doch die einbrechende Dunkelheit verhinderte dies. Einen Monat später befand sich ein Tauchboot in 90 m Tiefe vor Dervio auf der Suche nach der Leiche einer Frau, die bei einem Autounfall in den See gefallen war. Sie erblickten „ein seltsames Tier, das an einem Felsen lehnte. [...] Es hatte einen Krokodilkopf und eine Zunge wie ein Reptil.“ 1965 ließ sich der Mailänder Bildhauer Romano Rui von den Berichten inspirieren und baute ein Gummiungeheuer, das er bei Ossuccio in den See setzte und das so lebensecht war, dass es sowohl Einheimische wie Touristen erschreckte ...

Das Seemonster in der Literatur

Die jüngsten Sichtungen sind dagegen eher unspektakulär. Um 1998 soll ein Hobbytaucher vor Menaggio „eine Begegnung mit einem großen Schatten von einem riesigen Fisch“ gehabt haben. Anfang August 2002 sahen zwei Angler im Intelvi-Tal einen kleinen Alligator mit kurzem, trapezförmigem Kopf und zahnbewehrtem Maul. Und schließlich sichtete der Paddler Ferdinando Viti im März 2004 zwischen Carate Urio und Moltrasio eine riesige Luftblase im See, „die einen Durchmesser von mehr als einem halben Meter hatte.“ Der Zeuge distanzierte sich aber von „allen seltsamen und riesigen Wesen, die der Legende nach den Lario bevölkern sollen“.
Zwei Bücher gibt es mittlerweile zum Thema: Giovanni Gallis Roman „Il Lariosauro“ (2000), der die Ereignisse von 1946 Revue passieren lässt, und Gregor von Laufens „Lariosauro. C’è un mostro nel lago?“ (2003), ein geschickt gemachter Schwindel mit erfundenen Augenzeugenberichten. Man hat einen Song dem Untier gewidmet („El mustru“ von Davide Van de Sfroos), und es besetzt eine Hauptrolle in „L’Inglesina in Soffitta“ von Luca Masali (2004), einem Roman, der zur Zeit des Faschismus spielt - das Monster stellt sich darin als geheimes Boot heraus. Die neue Popularität hat sogar dafür gesorgt, dass mittlerweile „Fotos“ des Monsters im Internet zu sehen sind (z. B. www.massimopolidoro.com/misteri/un-mostro-nel-lago-di-como.html): Die sehr schön gemachten Bilder zeigen ein Nessie ähnliches Wesen mit Höcker und langem Hals - so ist aus dem Riesenfisch mit Krause ein ganz traditionelles Ungeheuer geworden ...
Text und Recherche von Ulrich Magin, Buchtipp: Die Seeschlange vom Comer See, Twilight Verlag 2009.
Flora
„Insubrische“ Flora - nach dem Keltenstamm, der einst zwischen Po und den Oberitalienischen Seen siedelte und Mailand gründete - nennen Botaniker die einzigartige Pflanzenwelt mit 1900 Blütenpflanzen zwischen Kastanie und Kaktus, Bergblume und Palme, die es auf so engem Raum nirgendwo sonst in Europa gibt.

Üppige Vegetation: blühender Oleander, Zitronen und ...

An den Ufern des Comer Sees hat der Eingriff des Menschen allerdings die Pflanzenwelt seit Hunderten von Jahren nachhaltig verändert: Aufgrund landwirtschaftlicher Interessen sind Weinreben, Oliven- und Obstbäume heimisch geworden, große Teile der ursprünglichen Waldflächen fielen dieser Kultivierung zum Opfer. Dazu kam das einzigartig milde Mikroklima des Sees, das schon seit Jahrhunderten zur Anlage herrlicher Parks und Gärten mit zahlreichen farbenprächtigen subtropischen und sogar tropischen Pflanzen führte.
Insubrische Flora: Unterhalb der 1000-Meter-Marke ist die Edelkastanie die vorherrschende Pflanze. Die mächtigen Bäume wurden bereits von den Römern um Christi Geburt eingeführt und werden seit dem Mittelalter intensiv genutzt. Ihre mehligen Früchte dienen den Menschen als Nahrung, die Schösslinge als Winterfutter für Ziegen und das Holz als Bau- und Brennmaterial. Den Unterwuchs im Kastanienwald bilden neben Ginster v. a. die zur Mittelmeervegetation zählenden Zistrosen, deren Blätter an Salbei erinnern. Neben sich duldet die Kastanie selten andere Bäume, nur sehr vereinzelt...
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