Sie sind hier
E-Book

Corporate Citizenship aus der Sicht der Landespolitik

Verständnis, Ziele, Instrumente

AutorJonna Barth
VerlagDUV Deutscher Universitäts-Verlag
Erscheinungsjahr2008
Seitenanzahl248 Seiten
ISBN9783835095168
FormatPDF
KopierschutzDRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis47,65 EUR
Jonna Barth untersucht, was die landespolitischen Akteure in vier Bundesländern unter Corporate Citizenship verstehen, wie sie in diesem Zusammenhang ihre Rolle definieren, was sie von Unternehmen erwarten bzw. inwieweit sie Regeln setzend eingreifen wollen. Die Analyse macht die politische Praxis transparent; sie bietet damit den Ländern einen Vergleichsmaßstab für ihr Handeln und sie zeigt der Wirtschaft, womit sie rechnen muss.

Dr. Jonna Barth promovierte bei Prof. Dr. Eberhard Sandschneider am Otto-Suhr-Institut für Politikwissenschaften der Freien Universität Berlin. Sie ist Senior Editor bei Roland Berger Strategy Consultants in Hamburg.

Kaufen Sie hier:

Horizontale Tabs

Leseprobe
2 Corporate Citizenship in der politischen Praxis (S. 56-57)

2.1 Stand der politischen Initiativen

Um der Untersuchung der vier Bundesländer einen Kontext zu geben, fassen die folgenden Abschnitte den Stand der CC-Initiativen auf den verschiedenen politischen Ebenen, die der Landespolitik vor- und nachgeordnet sind, zusammen. Dabei wird deutlich, dass auch hier weniger die Frage im Vordergrund steht, ob man sich beim Thema Corporate Citizenship einbringen soll. Vielmehr geht es um das Wie, d.h. wie gesellschaftliches Engagement von Unternehmen gestaltet sein soll und welche Rolle die politischen Akteure dabei selbst einnehmen.

2.1.1 Bundesebene

Auf Bundesebene ist seit dem Ende der Enquete-Kommission keine explizite, umfassende CC-Förderstrategie erkennbar. Allerdings lassen sich eine Reihe von Einzelmaßnahmen finden, die jeweils einen speziellen Aspekt von Corporate Citizenship ansprechen, oft jedoch ohne den Begriff dabei zu verwenden. Neben der Bundesregierung, dem Bundespräsidenten und dem Bundestag treten hier vor allem das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) und das Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit (BMWA) hervor.

Die Bundesregierung betont ihr großes Interesse an engagierten Unternehmen – vor allem im Zusammenhang mit der Förderung der zivilen Bürgergesellschaft, die sie zu einem zentralen Leitbild ihres politischen Handelns erklärt hat. So heißt es in einer Rede von Staatsminister Bury: "Corporate Citizens sind Teil der Bürgergesellschaft und stärken deren Fähigkeit zu Eigenverantwortung und Selbstorganisation. Für die Bundesregierung, die die "Zivile Bürgergesellschaft" fördern will, "[...] sind engagierte Unternehmen deshalb von großem Interesse. Und zwar nicht als "Ausfallbürge" für vorhandene oder vermeintliche Defizite des Staates. Der Staat wird sich auch in Zukunft nicht aus seiner sozialen Verantwortung verabschieden. Aber [...] er 57 muss nicht alles entscheiden. Jedenfalls entspricht dies unserem modernen Staatsverständnis von einem partnerschaftlichen und aktivierenden Staat." Ähnlich äußerte sich Bundeskanzler Gerhard Schröder auf einer Corporate Citizenship-Tagung gegenüber Unternehmensvertretern:

"Was die Gesellschaft besser in Eigenverantwortung und Selbstorganisation lösen kann, das soll, das muss der Staat nicht machen. Aber es ist auch richtig, dass in schwachen Staaten keine starken Zivilgesellschaften entstehen. [...] Mehr Zivilgesellschaft heißt in diesem Sinne nicht weniger Staat, sondern eher weniger paternalistisches, weniger etatistisches Denken. Mir geht es dabei um weitere Schritte hin zu einer Verhandlungs- und Konsensdemokratie."

Er stellt eine enge Verbindung her zwischen dem Engagement von Unternehmen als Form der gesellschaftlichen Selbstorganisation – innerhalb gesetzlicher Rahmenbedingungen aber außerhalb staatlicher Hoheitsverwaltung – und der Wettbewerbs- bzw. Innovationsfähigkeit einer Gesellschaft. Daher hat der Bundeskanzler die Schirmherrschaft für startsocial übernommen, einer Initiative mit der mehrere deutsche Unternehmen durch professionelle Beratung und Hilfe die Umsetzung sozialer Projekte fördern möchten. Für ihn sind die Projekte der Initiative "vorbildliche Aktivitäten, die unterstreichen, dass die im Grundgesetz postulierte Sozialbindung des Eigentums in Deutschland nicht nur gepredigt, sondern auch beherzigt wird." Beispiele dafür bekannt zu machen, um Nachahmer zu motivieren, hält er für eine der wichtigsten Aufgaben. Schließlich betont die Bundesregierung immer wieder das Prinzip der Freiwilligkeit wie z.B. in ihrer Stellungnahme zum Grünbuch der EU-Kommission.
Inhaltsverzeichnis
Geleitwort6
Vorwort7
Inhaltsverzeichnis9
Abbildungsverzeichnis12
Abkürzungsverzeichnis13
Einleitung15
1 Einführung in die Fragestellung15
2 Aufbau der Arbeit25
Kapitel I: Zur theoretischen Diskussion und politischen Praxis28
1 Corporate Citizenship in der theoretischen Diskussion28
2 Corporate Citizenship in der politischen Praxis70
Kapitel II: Corporate Citizenship und die Rolle der Politik in vier Bundesländern112
1 Forschungsdesign und empirisches Vorgehen112
2 Ergebnisse128
Kapitel III: Zusammenfassung und Ausblick224
1 Zusammenfassung224
2 Ausblick: Herausforderungen für die Politikwissenschaft230
Literaturverzeichnis233
Anhang253
A. Interviewleitfaden253
B. Mindmaps256

Weitere E-Books zum Thema: Management - Wirtschaft - Coaching

Versicherungen im Umbruch

E-Book Versicherungen im Umbruch
Werte schaffen, Risiken managen, Kunden gewinnen Format: PDF

Die Bedeutung von Versicherungen und Einrichtungen kapitalgebundener Altersvorsorge für unsere Gesellschaft ist immens und nimmt weiter zu. Es ist deshalb äußerst wichtig, dass die Institutionen ,…

bAV erfolgreich verkaufen

E-Book bAV erfolgreich verkaufen
So überwinden Sie alle Hürden der Entgeltumwandlung Format: PDF

Die Situation der Gesetzlichen Rentenversicherung ist bekanntlich katastrophal: Die Alterspyramide steht kopf, es fehlt der Nachwuchs und wir werden immer älter. Daher ist es unbedingt notwendig, für…

Handbuch Automobilbanken

E-Book Handbuch Automobilbanken
Finanzdienstleistungen für Mobilität Format: PDF

Auf dem Markt der automobilen Finanzdienstleistungen nehmen die herstellerverbundenen Automobilbanken eine führende Stellung ein. Mit innovativen Finanzierungskonzepten stärken sie die Loyalität der…

Informationsmanagement

E-Book Informationsmanagement
Format: PDF

Das Internet hat in den letzten Jahren ohne Zweifel erhebliche Veränderungen in der gesamten Ökonomie bewirkt. E-Business gehört heute zur Unternehmensrealität und konfrontiert das…

Erfolgreiche Strategien für E-Commerce

E-Book Erfolgreiche Strategien für E-Commerce
Integrierte Kosten- und Leistungsführerschaft als Orientierungsmuster Format: PDF

Gregor Mark Schmeken präsentiert eine umfassende Studie zur strategischen Orientierung, zur Gestaltung und zur Erfolgswirkung des E-Commerce. Auf der Basis einer branchenübergreifenden empirischen…

Verkaufschance Web 2.0

E-Book Verkaufschance Web 2.0
Dialoge fördern, Absätze steigern, neue Märkte erschließen Format: PDF

'Verkaufschance Web 2.0' bietet einen fundierten Überblick über die Möglichkeiten und Potenziale im Umgang mit den 'neuen Konsumenten'. Martin Knappe und Alexander Kracklauer beschreiben leicht…

Verteilende eBusiness-Systeme

E-Book Verteilende eBusiness-Systeme
Organisatorische Flexibilisierung am Beispiel eines verteilenden eUniversity-Systems Format: PDF

Bernhard Ostheimer entwickelt ein Set von Konstruktionsprinzipien für 'verteilende eBusiness-Systeme', d.h. Systeme, die flexibel an organisatorische Veränderungen angepasst werden können und…

Weitere Zeitschriften

Berufsstart Bewerbung

Berufsstart Bewerbung

»Berufsstart Bewerbung« erscheint jährlich zum Wintersemester im November mit einer Auflage von 50.000 Exemplaren und ermöglicht Unternehmen sich bei Studenten und Absolventen mit einer ...

cards Karten cartes

cards Karten cartes

Die führende Zeitschrift für Zahlungsverkehr und Payments – international und branchenübergreifend, erscheint seit 1990 monatlich (viermal als Fachmagazin, achtmal als ...

Das Hauseigentum

Das Hauseigentum

Das Hauseigentum. Organ des Landesverbandes Haus & Grund Brandenburg. Speziell für die neuen Bundesländer, mit regionalem Schwerpunkt Brandenburg. Systematische Grundlagenvermittlung, viele ...

Deutsche Tennis Zeitung

Deutsche Tennis Zeitung

Die DTZ – Deutsche Tennis Zeitung bietet Informationen aus allen Bereichen der deutschen Tennisszene –sie präsentiert sportliche Highlights, analysiert Entwicklungen und erläutert ...

EineWelt

EineWelt

Weltweit und ökumenisch – Lesen Sie, was Mensch in Mission und Kirche bewegt. Man kann die Welt von heute nicht verstehen, wenn man die Rolle der Religionen außer Acht lässt. Viele Konflikte ...

FileMaker Magazin

FileMaker Magazin

Das unabhängige Magazin für Anwender und Entwickler, die mit dem Datenbankprogramm Claris FileMaker Pro arbeiten. In jeder Ausgabe finden Sie von kompletten Lösungsschritten bis zu ...