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Crashkurs Geld

Wie Sie vermeintliche Experten und Besserwisser aus dem Konzept bringen und die Hintergründe verstehen

AutorAndreas Marquart
VerlagFinanzBuch Verlag
Erscheinungsjahr2019
Seitenanzahl176 Seiten
ISBN9783960924395
FormatePUB
Kopierschutzkein Kopierschutz
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis12,99 EUR
Warum verliert unser Geld stetig an Kaufkraft? Wieso schlittern wir von einer Wirtschaftskrise in die nächste? Und würde besseres Geld gar unsere Umwelt schonen und Kriege verhindern? Andreas Marquart liefert die Antworten auf diese und weitere Fragen, bei denen sich Politik und vermeintliche Experten immer wieder aufs Neue im Kreis drehen. Unabhängig von der betrachteten Währung, ob Euro, US-Dollar, Schweizer Franken oder chinesischer Yuan, die Probleme reiner Papiergeldwährungen sind überall auf der Welt gleich. Warum wird dennoch an einem solch nachteiligen System festgehalten? Diesen und anderen Sachverhalten rund ums Papiergeld geht Andreas Marquart auf den Grund. Er legt den Finger in die Wunde und serviert Argumente, bei denen der gesunde Menschenverstand sagt: 'Ja, logisch!' Dabei zeigt er auch Wege, wie es besser geht, getreu dem Prinzip: Gutes Geld - schöne Welt.

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Leseprobe

Einleitung


Unzählige Male habe ich mit verschiedensten Menschen über das Thema »Geld« und die Ursachen der Euro- und Finanzkrise diskutiert. Und beinahe genauso oft bin ich auf einen der gefühlt Millionen von Experten getroffen, die stets genau wussten, was zu tun sei. »Man müsste …«, so begannen ihre Kommentare meist.

Mit den Themen »Geld« und »Wirtschaft« ist es wie mit Fußball: Während einer Fußballweltmeisterschaft gibt es im Land Millionen von Trainern, die allesamt vom heimischen Sofa aus eine sehr präzise Vorstellung davon haben, wie ein Spiel zu gewinnen wäre oder, wenn es verloren wurde, wie man es gewonnen hätte.

Hand aufs Herz: Waren Sie nicht auch schon einmal in solche Geld-und Wirtschaftsgespräche verwickelt und haben Ihre »Expertenmeinung« zum Besten gegeben? Bitte seien Sie nicht verärgert, wenn ich gleich zu Beginn so direkt werde. Aber kämen Sie auf die Idee, mit einem Chirurgen darüber zu debattieren, wie man am besten einen Blinddarm entfernt? Oder gar einen Tumor? Wohl nicht.

»Wir müssen …«

Mit Politikern ist es nicht anders. Tag für Tag dürfen sie sich vor Fernsehkameras zu aktuellen Themen äußern. Das Schema ist immer gleich. Erst lässt man sie – einen sehr geschäftig wirkenden Eindruck vermittelnd – von rechts nach links durchs Bild laufen. Da weiß man gleich, jetzt steht ein weiterer Fachmann vor der Kamera und erzählt uns, wie sich ein aktuelles Problem aus der Welt schaffen lässt, welche Reform dringend ansteht, also wie die letzte Reform, die die Reform davor ersetzte, zu reformieren ist. Die Statements beginnen in aller Regel mit »Wir müssen …«, achten Sie mal darauf. Von verschiedenen Parteienvertretern hören wir die unterschiedlichsten Vorschläge, und jeder meint, er hätte nun das Ei des Kolumbus entdeckt. Das allein sollte schon zu denken geben, zeigt es doch, dass bei wirtschaftspolitischen Entscheidungen keine konsistente Theorie zur Anwendung kommt und jeder meint, sein Plan sei genau der, der funktionieren würde.

Worauf ich hinauswill? Nun, eine Volkswirtschaft, und dazu gehört eben auch das Geldwesen, funktioniert nach ganz bestimmten Gesetzen, nämlich nach ökonomischen Gesetzen. Die kann niemand, auch kein Ökonom oder Politiker, außer Kraft setzen. Aber das versuchen gerade Letztere immer wieder aufs Neue, jeden Tag, seit ewigen Zeiten. Sie geben vor, und wahrscheinlich sind sie sogar selbst davon überzeugt, dass sie die Volkswirtschaft lenken und leiten könnten. Doch das geht nicht.

Anders als bei physikalischen Experimenten tritt in einer Volkswirtschaft bei Anwendung einer bestimmten Maßnahme nicht immer das gleiche Ergebnis ein. Warum? Weil eine Volkswirtschaft aus handelnden Menschen besteht, von denen keiner dem anderen gleicht. Ihr Handeln lässt sich weder berechnen noch prognostizieren, einfach weil Menschen immer wieder ihre Ziele und Präferenzen ändern, weil sie Neues lernen, sowohl aus ihren eigenen als auch aus den Fehlern anderer, und weil sie stets neue Erfahrungen machen. Und gerade politische Einflussnahme lässt sie morgen vielleicht anders handeln, als sie es heute noch getan haben.

Eine Volkswirtschaft ist ein hochkomplexes System. Komplex ist etwas völlig anderes als kompliziert. Ein Flugzeug zu entwickeln, es zu bauen oder zu fliegen – das ist kompliziert. Aber wer über die technischen Fähigkeiten und das nötige Wissen verfügt, kann es. Die Komplexität von Volkswirtschaften und Gesellschaften dagegen kann niemand durchdringen.

Die Politik ist das Problem, nicht die Lösung

Obwohl Regierungen und Politiker – das werden wir im weiteren Verlauf herausarbeiten – die wahren Verursacher der zahlreichen Missstände in Wirtschaft und Gesellschaft sind, lassen wir sie immer weiter herumexperimentieren. Dabei zerstören sie mehr und mehr das filigrane und äußerst sensible Netzwerk der Volkswirtschaft, verursachen unsichtbare, aber dennoch spürbare Verletzungen – spürbar in Form von Wirtschaftskrisen und häufig auf den ersten Blick nicht erklärbaren gesellschaftlichen Entwicklungen. Die Politik ist also das Problem, nicht die Lösung.

Obwohl Problemverursacher, wird den politischen Akteuren – wie eben bereits erwähnt – sehr viel Raum in der täglichen Berichterstattung gewährt. Um mir mehr Gehör zu verschaffen, werde ich mir daher erlauben, im Verlauf des Buches auch mal zu provozieren und zu polemisieren. Das nicht zuletzt deshalb, weil ich als kompromissloser Verfechter eines freien, marktwirtschaftlichen und damit wettbewerblichen, nicht staatlich organisierten Geldwesens eine eher schwach besetzte Position vertrete. Meine Gegnerschaft besteht nämlich aus nicht weniger als einem riesigen Konglomerat aus Politikern, Mainstreamökonomen, Medien und sonstigen Meinungsbildnern.

Kapitalismus als Sündenbock

Auch den Großteil der Bürgerinnen und Bürger rechne ich denen zu, die – anfangs jedenfalls – meinen Argumenten gegenüber eher verschlossen sein werden oder ablehnend gegenüberstehen. Ihnen mache ich jedoch keine Vorwürfe. Es ist nicht böse gemeint, wenn ich sage, dass es die allermeisten Menschen einfach nicht besser wissen. Schließlich werden sie doch seit Jahrzehnten – beginnend in der Schule, dann Tag für Tag in den Nachrichten – dauerberieselt von der Behauptung, das Geldwesen bedürfe der staatlichen Organisation und Aufsicht, und die Wirtschaft der Lenkung und Steuerung weiser Politiker. Wir nehmen es hin und kennen es auch gar nicht anders, dass unser ganzes Leben richtiggehend durchdrungen ist von Politik.

Dabei hört man in Gesprächen mit »ganz normalen« Menschen häufig heraus, dass sie verstört sind angesichts der zahlreichen Missstände in Gesellschaft und Wirtschaft – und auch erzürnt, schimpfen oft sogar über die Politik. In der Ursachenforschung tappen sie aber für gewöhnlich im Dunkeln, machen mehrheitlich einen scheinbar existierenden Kapitalismus zum Sündenbock. Entsprechendes erzählt man ihnen ja auch am laufenden Band. So gelangen viele zu dem Schluss, die Politik müsse sich noch mehr einmischen mit Gesetzen und Verordnungen, Banken müssten noch schärfer reguliert werden – zum Schutz der Spareinlagen – und die Reichen müssten noch stärker in die Pflicht genommen werden bei der Finanzierung gesamtstaatlicher Aufgaben.

Man kann sich nur wundern darüber, denn bei Umfragen landet der Beruf des Politikers, von dem sich der Bürger ja Lösungen erwartet, hinsichtlich seines gesellschaftlichen Ansehens regelmäßig in der Nähe von Gebrauchtwagenhändlern und Versicherungsvertretern. Das ist nicht nur auf den ersten Blick schizophren.

Die Hauptursache, warum sich Gesellschaft und Volkswirtschaft derart in Schieflage befinden, gerät bei all den täglich stattfindenden Debatten eher selten in den Blickpunkt. Dabei ist sie schnell ausgemacht und um sie geht es in diesem Buch: Es ist das staatlich organisierte Geldwesen – also die Tatsache, dass es nur ein einziges Zahlungsmittel gibt, dessen Produktion der Staat in symbiotischer Art und Weise, einem Franchisesystem gleich, in die Hände des Zentral- und Geschäftsbankensystems gelegt hat. Niemand anderes kann und darf »Geld« emittieren. Es ist ein Monopol. Wettbewerb? Fehlanzeige.

Es mag manchen im ersten Moment vielleicht beunruhigen, etwas so wichtiges wie Geld dem ach so bösen Markt zu überlassen. Aber fragen Sie doch einmal Freundinnen, Freunde, Bekannte oder Arbeitskollegen, ob sie ein Monopol als etwas Positives ansehen. Ich gehe jede Wette mit Ihnen ein, dass mindestens neun von zehn so oder ähnlich antworten werden: »Ein Monopol ist schlecht für die Verbraucher!«

Aber wenn dem so ist, dann müssen wir uns doch unbedingt fragen: »Warum soll das beim staatlichen Geldmonopol anders sein?« Oder: »Wenn unser Geld bei Vater Staat so gut aufgehoben ist, weshalb verliert es dann ständig an Kaufkraft?« Und weiter: »Wieso schlittert unser Finanzsystem dann von einer Krise in die nächste? Warum müssen die Banken immer wieder gerettet werden?« Aber natürlich, es sind wie immer die ungezügelten Märkte und die Spekulanten. Sie müssen in die Schranken verwiesen werden.

Ich werde in diesem Buch darlegen, dass unser herrschendes Papiergeldsystem

  • versteckt inflationär ist;

  • Reiche reicher und Arme ärmer macht;

  • die Ursache für immer wiederkehrende Krisen ist;

  • die Menschen oberflächlicher werden lässt und die Gesellschaft zu ihrem Nachteil verändert;

  • die Volkswirtschaften unter ein Schuldenjoch geraten lässt, die Menschen abhängig macht und sie korrumpiert;

  • den Staat in die Lage versetzt, sich immer mehr in unser Leben einzumischen;

  • mit dafür verantwortlich ist, dass Natur, Umwelt und...

Blick ins Buch

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