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E-Book

Dada-Zürich

Ästhetische Theorie der historischen Avantgarde

AutorHorst Bergmeier
VerlagV&R Unipress
Erscheinungsjahr2011
Seitenanzahl251 Seiten
ISBN9783862348787
FormatPDF
KopierschutzWasserzeichen/DRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis39,99 EUR
Was bedeutet Dada? Die Antwort liegt in der Differenz von Wahrnehmbarem und Bezeichnung und deren scheiternder diskursiver Vermittlung. Mit der Konstitution des Gegenstandes »Dada-Zürich« - im Schnittfeld von Literatur- und Kunstwissenschaft, Komparatistik, Bild-Text-Theorie und Philosophie - wird das Verhältnis von Moderne und Avantgarde sowie von Avantgarde und Dada neu bestimmt. Diese Neubestimmung resultiert aus der Erkenntnis der ästhetisch-theoretischen Form Dada-Zürichs, deren Konstitution das theoretische Skandalon Ästhetischer Theorie (als einer Theorie, die selber ästhetisch wird) in praktischer und poïetischer Form konkretisiert und eine ästhetisch-theoretische Erkenntnisform entwickelt, in der Aisthesis eine zentrale Stellung einnimmt. Dada nutzt die Avantgarde als Material. Das ästhetisch-theoretische Potential Dada-Zürichs wirkt dabei nicht nur zurück auf die von Dada tatsächlich verwendeten (ästhetisch reflektierten), sondern auf alle modernen - auch avantgardistischen - Artefakte.

Dr. Horst Bergmeier ist seit 2008 Wissenschaftlicher Mitarbeiter am »Instituto de Educação e Psicologia« der Universität Minho, seit 2011 hat er außerdem eine Lehrtätigkeit und Forschung an der Universität Católica, Braga, in Portugal inne.

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Leseprobe
Kapitel IV: Cabaret Voltaire – Die Medientransformation (S. 159-160)

Medientransposition – Bild als Programm – Dada – Simultanität und Transformation – Inszenierung des Expressionismus – Status der Illustration – Form der Produktion des Neuen – Mimesis an die Form im Textfragment – Titel – Substitution des nicht medial Tranformierbaren – der Name Dada – Dada/Revue – Puppen – Dekontextualisierung und Neukontextualisierung – Mimesis und Darstellung – Deklamation – Darstellung als Mimesis an die Form – mediale Transformation des Cabarets – Sequenzierungen – Inszenierung von Text-Bild-Verhältnissen – tertium datur – Fälschung – Dissonanz – Inszenierung des Endes – Revision – Dada bei sich

Die erste dadaistische Publikation stellt Cabaret Voltaire dar. Es handelt sich um ein Heft von 32 Seiten mit 13 Abbildungen mit dem Untertitel »Eine Sammlung künstlerischer und literarischer Beiträge« in der deutschen, respektive »Receuil Litt¦raire et Artistique« in der französischen Ausgabe. Die beiden Ausgaben unterscheiden sich darüber hinaus nur darin, dass der Einleitungstext des Herausgebers Hugo Ball im einen Fall auf Deutsch und im anderen auf Französisch erscheint.

Das Heft enthält, Seite 5, einen Einleitungstext des Herausgebers Hugo Ball, der durch Portraitzeichnungen illustriert ist. Auf der Doppelseite 6 / 7 ist das Simultangedicht »L’amiral cherche une maison louer« von Huelsenbeck, Janco und Tzara mit einer erklärenden Fußnote von Tzara abgedruckt. Die Doppelseite 8 / 9 bietet einen Prosatext Hugo Balls, betitelt »Das Carousselpferd Johann« zusammen mit einer in den Text integrierten Illustration von Max Oppenheimer. Seite 10 reproduziert eine Zeichnung Picassos, auf der gegenüberliegenden Seite steht das Gedicht »Arbre« von Apollinaire. Auf Seite 12 stehen zwei Gedichte Emmy Hennings. Auf der gegenüberliegenden Seite ist ein Portrait Arps von Modigliani reproduziert.

Auf der Seite 14 steht das Gedicht »Hymne« von Jacob van Hoddis. Gegenüber findet sich die Reproduktion eines Papierbildes von Hans Arp. Auf Seite 16 steht ein französisches Gedicht von Tzara mit dem Vermerk, dass es aus dem Rumänischen übersetzt ist. Gegenüber ist ein Plakat Jankos für den »chant nÀgre« reproduziert. Auf Seite 18 steht das Gedicht »Der Idiot« von RichardHuelsenbeck, auf Seite 19 das Gedicht »La Revue Dada 2« von Tristan Tzara.

Die Seite 20 reproduziert eine Photographie von Marionetten Emmy Hennings. Auf der gegenüberliegenden Seite sind zwei Gedichte Kandinskys abgedruckt. Die Doppelseite 22 / 23 zeigt ein »Parole in liberte« von Marinetti. Auf der Seite 24 steht ein »Cabaret« betiteltes Gedicht Hugo Balls. Auf der gegenüberliegenden Seite ist ein Papierbild von O. van Rees reproduziert. Auf der Seite 26 steht das Gedicht »Cr¦pitements« von Blaise Cendrars. Die gegenüberliegende Seite nimmt einHolzschnitt Slodkis ein.Auf Seite 28 steht ein Prosatext von Emmy Hennings mit dem Titel »Die vielleicht letzte Flucht«. Auf der Seite gegenüber findet sich die Abbildung eines Teppichs von Hans Arp. Die Seite 30 zeigt ein »Parole in libert« von Francesco Cangiullo.

Auf der Seite 31 steht der Text »DADA« mit dem Untertitel »Dialogue entre un cocher et une alouette« von Huelsenbeck und Tzara. Die folgende unpaginierte Seite führt den Katalog der Ausstellung des »Cabaret Voltaire« auf und enthält im Anschluss redaktionelle Notizen. Die letzte, die innere Umschlagseite, enthält das Impressum und die Anzeige der Buch- und Kunsthandlung von Hans Hack. Die Inhaltsangabe zeigt ein äußerst heterogenes Ensemble und diesen Eindruck macht das Heft, das im Cabaret als eine Art Programmheft verkauft wurde, auch beim Durchblättern. Ein näherer Blick allerdings zeigt, dass es sich um nichts weniger als eine recht beliebige Zusammenstellung handelt. Es erweist sich in der Analyse des Ensembles als einem Ganzen als die mediale Transposition des »Cabaret Voltaire« in das Druckmedium. Insofern stellt es sich als das Programmheft seiner selbst dar. Es ist das Programm selber."
Blick ins Buch
Inhaltsverzeichnis
Title Page3
Copyright4
Inhalt5
Einleitung7
Kapitel I: Das Problem des Gegenstandes13
I.1. Forschungsstand13
I.1.1. Historische Avantgarde13
I.1.2. Dada19
I.1.3. Ästhetische Theorie24
I.2. Materialer Gegenstand und dessen Bestimmung als Aufgabe der Reflexion und der Wahrnehmung30
I.3. Methodisches34
Kapitel II: Dada-Zürich im Kontext der Moderne und der Avantgarde37
II.1. Die Moderne37
II.2. Die ästhetische Moderne41
II.2.1. Hegel und Baudelaire41
II.2.2. Kritische Theorie46
II.2.3. Phänomenologische Ästhetik und Formtheorie49
II.3. Avantgarde57
II.4. Dada61
Kapitel III: Die Konstruktion des theatralischen Ortes und der theatralischen Form65
III.1. Theater und Kunstsynthese als Bühnensynthese65
III.1.1. Theater65
III.1.2. Bühnensynthesen67
III.1.3. Theatralität und Inszenierung69
III.1.4. Das Theater als autonomes72
III.1.5. Theateralmanach und »Blauer Reiter«74
III.1.6. Der Expressionismus und die Theatersynthese75
III.2. Die dem Expressionismus verbundene Idee theatralischer Inszenierung79
III.3. Hans Arp und der Zufall81
III.4. Das »Cabaret Voltaire« und die Form des Cabarets83
III.4.1. Die moderne Form des Cabarets84
III.4.2. Mediale Inszenierungen88
III.4.3. Formreflexion des Cabarets im Medium der Zeitung89
III.4.4. Selbstreflexion, Synthese und Kontingenz90
III.4.5. Cabaret in Deutschland98
III.4.6. Die Funktion des Publikums101
III.4.7. Die Verbindung von Galerie und theatralischer Einrichtung108
III.4.8. Das Programm und das Problem der Heterogenität112
III.4.9. Zur ästhetischen Potenz des Programms116
III.5. Aisthesis, Homogenisierung und das Problem des Disparaten121
III.5.1. Wagner121
III.5.2. Kandinsky124
III.5.2.1. Die mediale Transformation ins Buch: Der blaue Reiter133
III.6. Kontingenz141
III.6.1. Der Zufall in der ästhetischen Produktion141
III.6.2. Der Zufall und der Verzicht auf die Synthesisleistung147
III.6.3. Kontingenz, Selbstkonstitution und Form155
III.7. Das wesentlich Ephemere Dada-Zürichs156
Kapitel IV: Cabaret Voltaire – Die Medientransformation159
Schluss231
Bibliographie235
Abbildungsverzeichnis253

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