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E-Book

Das Geheimnis der Börsenerfolge

Von Fehlern und Fallen zur sicheren Strategie. Orientierungshilfe für Kleinanleger

AutorBruno Hollnagel
VerlagHerbig
Erscheinungsjahr2016
Seitenanzahl336 Seiten
ISBN9783776682151
FormatePUB
KopierschutzWasserzeichen
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis16,99 EUR
Orientierungshilfe für Kleinanleger! Lernen Sie aus den Fehlern und Erfolgen anderer, erkennen Sie die Irrlichter der Börse. Navigieren Sie durch den Nebel der falschen Ratschläge und Tipps, in dem sich schon viele Anleger verirrt haben. Denn es sind turbulente Zeiten: Die noch nicht ausgestandenen Finanz- und Eurokrisen, die geringen Zinsen und die drohende Altersarmut verunsichern die Gesellschaft. Angesichts der hohen Geldbußen gegen Banken wegen mangelhafter Beratung kann der Anleger offenbar nur noch sich selbst trauen. Dieses Buch, von einem ausgewiesenen Fachmann geschrieben, ist eine unverzichtbare Hilfe, indem es Orientierung bietet und die Geheimnisse der Börsenerfolge enthüllt.

Dr. Bruno Hollnagel, Jahrgang 1948, promovierte in Wirtschaftswissenschaften. Er ist Autor mehrerer Sachbücher und hat eine neue Wirtschaftstheorie entwickelt. Er hält regelmäßig Vorträge an verschiedenen Universitäten.

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Leseprobe

3 Wertpapiere

Leser, die sich bereits in Grundzügen mit Wertpapieren auskennen, können das Kapitel 3 überspringen.

Es gibt folgende Anlagemedien:

■Anleihen

■Aktien

■Rechte darauf, innerhalb einer bestimmten Zeit Aktien, Zinspapiere, Währungen oder Rohstoffe kaufen und verkaufen zu können (Optionen) oder

■Verpflichtungen, dies tun zu müssen (Terminkontrakte, Termingeschäfte).

Die verschiedenen »Derivate«, Fonds und Sparprogramme sind eigentlich nichts weiter als Kombinationen dieser Geschäfte. Daraus haben geschäftstüchtige Strategen einen wahren Begriffsdschungel entstehen lassen, in dem sich Unkundige leicht verirren können. So also nun die erste Warnung: Ein Anleger sollte sich nie an etwas beteiligen, was er nicht durchschaut. Das ist einsichtig, aber immer wieder gelingt es »seriösen« Anlageberatern, Gauklern und Scharlatanen, Gutgläubige und Ahnungslose in ein Gestrüpp von Begriffen zu führen, in dem sie sich hoffnungslos verheddern. Das hat dann Methode, wenn es darum geht, Anlegern Geld aus der Tasche zu ziehen.

Ich las vor langer Zeit in einer Zeitung von einem selbst ernannten Anlagevirtuosen, der aus 50 000 Euro innerhalb von sechs Monaten eine halbe Million zaubern wollte. Ich rief ihn an. »Haben Sie ein eigenes Haus?«

»Ja, warum?«

»Ich wollte nur wissen, ob Sie schon erfolgreich waren. Wie läuft das Geschäft ab?«

»Ganz einfach: Sie überweisen mir 50 000 Euro auf mein Konto und in sechs Monaten bekommen Sie 500 000 Euro zurück.«

»Toll, das mache ich. Mir reicht aber die Hälfte, 250 000 Euro, den Rest schenke ich Ihnen. Als Sicherheit für den zugesagten ›sicheren‹ Gewinn von 250 000 Euro bekomme ich aber notariell Ihr Haus überschrieben.«

In der Leitung machte es »klick«. Der »Anlagespezialist« hatte aufgelegt. Er war offenbar seiner Sache doch nicht so sicher, dass er sich eine Viertelmillion hätte schenken lassen wollen. Oder war er nur ein einfacher, kleiner Betrüger auf der Pirsch nach einfältigen Dilettanten? Wenn er tatsächlich eine so glückliche Hand gehabt hätte, wäre er dann auf meine »lumpigen« 50 000 Euro angewiesen gewesen und nicht längst zigfacher Millionär und hätte mein Geld als Spekulationskapital gar nicht nötig?

3.1 Verzinsliche Wertpapiere

Verzinsliche Wertpapiere werden auch als Anleihen, Bonds, Rentenpapiere oder Obligationen bezeichnet. Sie sind vom Schuldner mit einem festen oder variablen Zins zu verzinsen und nach einem vorgegebenen Zeitplan zu tilgen (Rückzahlung). In der Regel können festverzinsliche Wertpapiere zu jeder Börsenzeit gehandelt werden. Die Höhe des Ertrages aus dem Zins ist von

■der (Rest-)Laufzeit (die Zeitspanne bis zur Fälligkeit),

■dem allgemeinen Zinsniveau und

■der Bonität des Gläubigers

abhängig. Dabei gilt in der Regel: Je kürzer die Restlaufzeit, je geringer das allgemeine Zinsniveau und je besser die Bonität des Gläubiger ist, desto geringer und sicherer ist der Ertrag. Er setzt sich aus den laufend zu zahlenden Zinsen (Nominalzins) und eventuell zu verzeichnenden Kursveränderungen zusammen. Normalerweise ist so eine Anleihe eine zuverlässige und genügsame Anlageform, denn sie bedarf weder der Pflege, noch der Beobachtung, um Erträge zu bringen.

Aber aufgepasst:

■Es gibt Anleihen, die den Gläubigern eine vorzeitige Tilgung erlauben. Von diesem Recht wird der Emittent Gebrauch machen, wenn der Marktzins sinkt. Solche Anleihen sollten grundsätzlich gemieden werden; denn der Vorteil des Emittenten (das Recht auf vorzeitige Tilgung) gerät dem Anleger zum Nachteil!

■Die Bonität – die Sicherheit der Zahlungen – ist sehr verschieden. Zahlungsausfälle und damit Verluste für den Anleger sind keineswegs selten!

Anleihen werden von Firmen, Körperschaften, Staaten oder Kommunen herausgegeben (man sagt auch emittiert). Es gibt darüber hinaus weitere Kategorien von Anleihen, solche in fremder (Fremdwährungsanleihen) oder in heimische Währung, mit festen oder variablen Zinsen, mit Zinsen, die laufend ausgeschüttet werden oder erst am Ende der Laufzeit. Bei den sogenannten 0-Coupon-Anleihen oder Zero-Anleihen ergibt sich die Verzinsung durch einen entsprechenden Abschlag im Kaufpreis.

In der Regel kommt am Ende der Laufzeit der Nennbetrag zur Auszahlung. Der Kapitalrückfluss inklusive der Zinsen steht also bereits vorher fest. Wer sich nicht ins Bockshorn jagen lässt und auf Kursschwankungen nicht mit hektischen Käufen oder Verkäufen reagiert, der kann einen sicheren, wenn auch relativ mageren Gewinn erwarten. Er hat – wenn nichts dazwischenkommt (s. weiter oben Bonität) – eine feste Kalkulationsgrundlage für seine Kapitalanlage.

Bis zur Fälligkeit kann der Kurs einer Anleihe entsprechend der allgemeinen Zinsbewegung schwanken, soweit es sich um Anleihen mit einem festen Zinscoupon handelt (feste Zinsen, variable Kurse). Werden hingegen die Zinszahlungen der sich veränderten Zinssituation angepasst, liegt also keine fixe, sondern eine variable laufende Verzinsung vor, so wird in der Regel der Kurs annähernd konstant bleiben (variable Zinsen, feste Kurse).

Risikofrei sind Anlagen in Anleihen nicht. Und es ist keineswegs so, dass Verluste nur mit obskuren Auslandsfirmen oder Pleite-Staaten vorkommen können.

Das Unternehmen Fokker z. B. blieb seine Verpflichtungen schuldig, obwohl es mit staatlichen – wie sich dann später herausstellen sollte, ungenügenden – Bürgschaften ausgestattet war und von der damaligen Weltfirma Daimler Benz gekauft wurde. Anleihenbesitzer mussten herbe Verluste hinnehmen, als die Firma zahlungsunfähig wurde.

Das lehrt: Nicht immer kümmern sich die Eltern um angenommene Kinder, und das schon gar nicht, wenn sie ihnen zu teuer werden. Aber auch Eltern können – um im Bild zu bleiben – in finanzielle Schwierigkeiten geraten und ihre Verpflichtungen schuldig bleiben. Die Anleger sollten also die Bonität der Schuldner, mit denen sie sich ggf. einlassen, genau unter die Lupe nehmen. Ein späteres »Wenn« und »Hätte« nutzt wenig. Man leihe also nur denen Geld, die es eigentlich nicht nötig haben.

In jüngerer Zeit hat sich die Geschichte wiederholt: Gläubiger mussten Konkurs anmelden, und das Geld der Anleger war verloren. Auch sind derzeit die Erträge so gering, dass nach Steuern und Inflation meistens nichts mehr übrig bliebt als Kaufkraftverluste. Doch das kann – und wird – sich gewiss eines Tages wieder ändern.

Von staatlichen und privaten Krediten

Es sollte zwischen Konsum- und Investitionskrediten, zwischen staatlichen und privaten Krediten unterschieden werden: Konsumkredite erzeugen Wohlstand auf Pump, der durch Zins und Zinseszins teuer erkauft wird. Investitionskredite sind Finanzierungen, deren Ziel es ist, Produktion oder Dienstleistung zu steigern. Eine Investition ist so geplant, dass sich das investierte Kapital – und das Darlehen – amortisieren und darüber hinaus Gewinne abwerfen. Dadurch wird das Volkseinkommen gesteigert.

Was macht ein Staat, der Konsumkredite aufnimmt, um z. B. die Wahlversprechen der Politiker zu erfüllen? Er »verkauft« dem Bürger »Leistungen«, die der Bürger durch Zins und Zinseszins selbst bezahlen muss: Die Staatsschulden von heute sind die Steuern und Abgaben von morgen. Denn irgendwann müssen die Zinsen und Tilgungen bezahlt werden. Da der Staat selbst nur relativ wenig erwirtschaftet – er lebt überwiegend von Steuern und Abgaben –, müssen Ausgaben für Staatsanleihen entweder durch ein Mehr an Steuern und Abgaben eingenommen werden, oder aber der Staat muss sich durch Inflation[9] entschulden. Das heißt, er zahlt, gemessen an Kaufkraft inklusive Zinsen, weniger zurück, als er von den Bürgern bekommen hat. Der Bürger zahlt also auch hier die Zeche. Da wir alle zusammen der Staat sind, greifen wir uns bei solchem Tun gegenseitig selbst in die Tasche. Das Ganze ist ein Possenspiel mit der Tragik, die darin liegt, dass die wirtschaftliche Effizienz der Wirtschaft darunter leidet: Die Umverteilerei, das Dem-anderen-in-die-Tasche-Greifen zehrt nämlich an unseren Kräften. Statt sich der Wertschöpfung zuzuwenden und den verteilbaren Kuchen größer zu machen, mündet die überbordende Verschuldung des Staates letztlich immer in Verteilungskämpfe. Diese aber verkleinern den Kuchen, was die Verteilungskämpfe noch verschärft.

Eine Volkswirtschaft, welche Kredite verkonsumiert, lebt aber nicht nur von Leistungen, die erst noch zu erbringen sind, sondern sie begibt sich in einen Teufelskreis, in den auch Anleger hineingezogen werden: Die Anleger ziehen Zinsen aus Staatsanleihen und lassen damit die Steuerzahler (also sie selbst!) für sich arbeiten, denn diese müssen schließlich die Zinsen aufbringen und die Anleihen zurückbezahlen.

Resümee: Der Staat gerät durch überhöhte Ausgaben in eine selbst gestellte Falle:

■Die Rückzahlung der staatlichen Schulden und die Bedienung der Zinsen erfordern höhere Steuern und Abgaben, wodurch der Staat die Wirtschaft irgendwann stranguliert,

■der Staat flüchtet sich in eine Inflation, mit der Folge, dass das Geld aus dem Land abwandert – wer möchte schon Verluste in Kauf nehmen –, womit der Wirtschaft Investitionskapital entzogen wird,

■oder das unstillbare Verlangen des Staates nach frischem Geld führt zu noch höherer Verschuldung bis zu Zwangsanleihen – in Kriegszeiten vornehmer »patriotische Anleihen« genannt –, die die Zinsen in die...

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