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Das Konzept der Ausbalancierten Produktion in Supply Chains

AutorStefan Tillenburg
VerlagGabler Verlag
Erscheinungsjahr2008
Seitenanzahl239 Seiten
ISBN9783834996862
FormatPDF
KopierschutzDRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis54,99 EUR
Stefan Tillenburg entwickelt ein Konzept der Ausbalancierten Produktion. Damit bezeichnet der Autor einen Kompromiss zwischen einer stabilen, jederzeit auf Produktionsbereitschaft ausgerichteten Fertigung und einer flexiblen, mit minimalen Bereitschaftskosten verbundenen Produktion.

Dr. Stefan Tillenburg promovierte bei Prof. Dr. Joachim Reese am Institut für BWL, Produktion und Wirtschaftsinformatik, der Leuphana Universität Lüneburg. Er ist unabhängiger Finanz- und Unternehmensberater mit den Schwerpunkten Implementierung und Schulung von Finanzplanungssystemen.

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Leseprobe
Kapitel 1 Einführung (S. 1)

Unternehmen sehen sich einer zunehmenden Globalisierung der Märkte und einem verstärkten nationalen und internationalen Wettbewerb ausgesetzt. Diese kontinuierliche Veränderung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen verlangt insbesondere von Industrieunternehmen die Umsetzung darauf abgestimmter Anpassungs- und Änderungsprozesse. Als Beispiele für veränderte Rahmenbedingungen sind der Europäische Binnenmarkt und die EU-Osterweiterung zu nennen.

Mit Einführung der einheitlichen Währung Euro zum 01.01.2002 wurde der größte grenzfreie Markt der Welt eröffnet. Der freie Verkehr von Waren, Personen, Dienstleistungen und Kapital ist möglich geworden. Durch die Aufnahme weiterer zwölf mittel- und osteuropäischer Staaten bis zum 01.01.2007 zählen nun ca. 490 Millionen Bürgerinnen und Bürger zur Europäischen Union.

Die Konkurrenz und die Heterogenität der Nachfrage nehmen in diesem Zusammenhang weiter zu. Auftretende strukturelle Veränderungen und sich ständig wandelnde Marktanforderungen erschweren die Situation zusätzlich für die Unternehmen. In den letzten Jahrzehnten eingetretene Marktsättigungen und der damit vollzogene Übergang vom Verkäufer- zum Käufermarkt brachten und bringen neue Rahmenbedingungen für die Entfaltung der Wettbewerbskräfte hervor.

Unternehmen werden veranlasst, nach neuen Konzepten zur Sicherung ihrer Wettbewerbsfähigkeit zu suchen. Darüber hinausgehende Veränderungen im wirtschaftlichen, technischen und gesellschaftlichen Umfeld zwingen Unternehmen, zusätzlich auf unterschiedliche Kundenanforderungen und das geänderte Käuferverhalten zu reagieren. Eine größere Typenvielfalt und erhöhte Komplexität der Produkte, ein anspruchsvolleres Design, eine gesteigerte Qualität, ein Eingehen auf individuelle Wünsche, ein günstiger Preis und nicht zuletzt erhöhte Anforderungen an die Produkte auf Grund gesetzlicher und ökologischer Regelungen sind Anliegen an die Unternehmen.

Vor diesem Hintergrund treten die Orientierung an Kundenbedürfnissen, die innerbetriebliche Optimierung und die Erhöhung der Flexibilität verstärkt in den Vordergrund. Objekte der innerbetrieblichen Optimierung sind insbesondere die Lager- bzw. die Kapitalbindungskosten. Alle Anstrengungen der Unternehmen müssen sich auf die Schaffung eines Wertes für den Kunden konzentrieren. Viele Unternehmen begegnen diesen Anforderungen mit flexiblen Strukturen, Qualitätsverbesserungen, Schnelligkeit, Variantenvielfalt und Kosteneinsparungen.

Variantenvielfalt und Komplexität können in diesem Zusammenhang zu einem dominierenden Kostenfaktor werden. Produktdifferenzierung6 und economies of scale alleine, wie sie zu Beginn des 20. Jahrhunderts vorherrschten, reichen zur Lösung der beschriebenen Probleme nicht mehr aus. Die bisherige primäre Aufgabe der Produktion, ein Produkt wirtschaftlich herzustellen, ist somit wesentlich erweitert worden. Aus diesem Grund sind auch die Produktionsstruktur und die Mitarbeitermotivation, mit den sich daraus ergebenden zukünftigen Kostenauswirkungen, als ein entscheidender Wettbewerbsfaktor in die Unternehmensplanung mit einzubeziehen.

1.1 Einordnung

Bereits 1992 forderte die Studie des Massachusetts Institute of Technology (MIT-Studie) zur Situation der internationalen Automobilindustrie von Womack/ Jones/Roos von der tayloristisch-funktionalen Arbeitsorganisation10 auf eine prozess- und kundenorientierte Organisation umzustellen, um schnell und effizient auf Marktveränderungen reagieren zu können. Diese Organisation wird von Womack/Jones/Roos mit „Lean Production" bezeichnet.

Mit Lean Production wird eine hohe Produktivität, Produktqualität und Flexibilität verbunden. Eine geringe Kapazitätsbelastung bzw. kurze Durchlaufzeiten sollen die Produktivität erhöhen. Ausschuss und Verschwendung werden bei der Lean Production grundsätzlich nicht akzeptiert. Fehlerhafte Produkte und Produktteile werden unverzüglich an Ort und Stelle nachgearbeitet. Hierdurch soll eine hohe Produktqualität sichergestellt werden. Flexible Anpassungsmöglichkeiten im Produktionsbereich sollen es ermöglichen, auf schwankende Nachfragen kurzfristig zu reagieren. Lean Production fasst die über Jahrzehnte gewachsenen Unternehmungsführungsansätze der japanischen Automobilhersteller zusammen.
Inhaltsverzeichnis
Geleitwort6
Vorwort8
Inhaltsverzeichnis10
Abbildungsverzeichnis14
Tabellenverzeichnis16
Symbolverzeichnis24
Abkürzungsverzeichnis28
Kapitel 1 Einführung29
1.1 Einordnung31
1.2 Ziel der Arbeit46
1.3 Aufbau der Arbeit47
Kapitel 2 Ausgewählte Funktionsprinzipien der Ausbalancierten Produktion50
2.1 Kontinuierliche Verbesserung53
2.2 Vermeidung von Verschwendung55
2.3 Just in Time57
Kapitel 3 Beschreibung des Kostenmodells bei Ausbalancierter Produktion60
3.1 Gesamtkosten61
3.2 Kosten der Zusatzkapazität65
3.3 Kosteneinflussfaktoren70
Kapitel 4 Erweiterung des Kostenmodells unter Verwendung des Produktionsmodells von Gutenberg72
4.1 Grundlagen72
4.2 Anpassungsformen78
4.3 Kostenfunktion auf der Basis des Produktionsmodells von Gutenberg80
Kapitel 5 Quantitative Formulierung des Kostenmodells83
5.1 Modellannahmen85
5.2 Notation91
5.3 Modellierung der Kostenbestandteile93
5.3.1 Verbrauchsfaktorkosten97
5.3.2 Potentialfaktorkosten108
5.3.3 Personalkosten113
5.3.4 Lagerkosten116
5.4 Zusammenfassung119
Kapitel 6 Simulation und Simulationsergebnisse126
6.1 Wesentliche Modelleinflussgrößen126
6.2 Datenstruktur128
6.3 Simulationsszenarien131
6.3.1 Stellung in der Supply Chain133
6.3.2 Reife des Umstellungsprozesses137
6.3.3 Unerwartete Umstellungsschwierigkeiten138
6.3.4 Kontinuierlicher Verbesserungsprozess139
6.3.5 Sonderfälle140
6.4 Simulationsergebnisse142
6.4.1 Verbrauchsfaktorkosten143
6.4.2 Potentialfaktorkosten156
6.4.3 Personalkosten160
6.4.4 Gesamtkosten167
Kapitel 7 Schlussbetrachtung197
7.1 Zusammenfassung197
7.2 Ausblick205
Literaturverzeichnis207
Anhang A Einzeldarstellung der untersuchten Kombinationen219
A. 1 Geringe Nachfrageschwankungen220
A. 2 Mittlere Nachfrageschwankungen225
A. 3 Starke Nachfrageschwankungen230
Anhang B Einzeldarstellung der berechneten Kosten235
B. 1 Geringe Nachfrageschwankungen236
B. 2 Mittlere Nachfrageschwankungen241
B. 3 Starke Nachfrageschwankungen246
Anhang C Einzeldarstellung der Potentialfaktorkosten251
C.1 Lagerproduktion mit AK = 100.000 GE pro Stück252
C.2 Lagerproduktion mit AK = 200.000 GE pro Stück254
C.3 Lagerproduktion mit AK = 50.000 GE pro Stück256
C.4 Ausbalancierte Produktion bei 10 Potentialfaktoren258
C.5 Ausbalancierte Produktion bei 9 Potentialfaktoren260
C.6 Ausbalancierte Produktion bei 8 Potentialfaktoren262
C.7 Ausbalancierte Produktion bei 7 Potentialfaktoren264

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