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Das Leben bildet

Biographie, Individualität und die Bildung des Proto-Subjekts

AutorGünther Bittner
VerlagVandenhoeck & Ruprecht
Erscheinungsjahr2011
Seitenanzahl250 Seiten
ISBN9783647401737
FormatPDF
KopierschutzWasserzeichen/DRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis23,99 EUR
Bildung - das ist der Gang meines Lebens, meiner persönlichen Biographie, das, was ich aus meinem Leben gemacht habe und was mein Leben aus mir gemacht hat. Individuelle Schlüsselerlebnisse wie Liebeserfahrung, Krankheit, Scheitern, Todesnähe sind dabei prägend. Dies ist allseits bekannt, kaum jedoch, dass sich die grundlegenden Bildungsprozesse überwiegend in einem vorsprachlichen Bereich abspielen: In den frühkindlichen Phasen, in denen noch keine elaborierte Sprache zur Verfügung steht, aber auch im späteren Leben geschieht vieles Lebensentscheidende unterhalb der Schwelle bewusster Reflexion. Es entstehen Bilder von uns und der Welt, die als Arbeitsmodelle für lebenspraktisches Handeln dienen. Das Ich in dieser Ebene bezeichnet der Pädagoge und Psychoanalytiker Günther Bittner als Proto-Selbst. In der autobiographischen Erzählung vergewissert sich dann das reflexive Subjekt seiner Bildungsprozesse. Diese sprachlichen Mitteilungen sind wertvolle Auskunftsquellen, um individuelle Bildungsgeschichten zu ergründen. Auch psychoanalytische Krankheitsgeschichten können verdeutlichen, wie ein Mensch sich als der konstituiert hat, der er in seinem Lebensverlauf geworden ist.

Dr. phil. Günther Bittner, Psychologischer Psychotherapeut, Psychoanalytiker, ist em. Professor für Pädagogik an der Universität Würzburg.

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Inhaltsverzeichnis
Cover1
Title Page4
Copyright5
Table of Contents6
Body8
Einleitung8
1 Bildung: Bildet das Leben - oder erst die Reflexion über die Lebenszeit?18
1.1 »Das Leben bildet!« - über biographische Primärerfahrung als konstitutives Element19
1.2 »Bildung als Reflexion über die Lebenszeit« - die Züricher Diskussion27
1.3 Biographische Reflexion - »definitorisch unbestimmt« und »inflationär«? Die Mainzer Diskussion29
Fazit_3031
2 Erinnerung: Das Material der autobiographischen Erzählung34
2.1 Memories - true or false? Die psychologische Erforschung des autobiographischen Gedächtnisses35
2.2 Ereignis und Erfahrung - zur Diskussion der Topos-Analyse39
2.3 Die Alternative: Schlüsselerlebnisse42
2.4 Gibt es unbewusste Erinnerungen?44
2.4.1 Die »Reminiszenzen der Hysterischen«44
2.4.2 Ist Erinnern in der Psychoanalyse obsolet geworden?46
2.4.3 »Meine Geschichte erzählt mich« - Konsequenzen für die psychoana.-pädag. Biographieinterpret.49
Fazit_4950
3 Das autobiographische Ich52
3.1 Walter Benjamin: »Berliner Kindheit um 1900«53
3.2 Dreierlei Ich-Bezüglichkeit55
3.2.1 Das grammatische ich55
3.2.2 Ich = Bewusstsein?57
3.2.3 Das erweiterte Ich: Proto-Subjekt und reflexives Subjekt59
3.3 Nochmals: Benjamins »Berliner Kindheit«63
Anstelle eines Fazits65
4 Die klassisch-idealistische Epoche: Bildung ist Leben, Leben ist Bildung68
4.1 Goethe: »Dichtung und Wahrheit« - eine autobiographisch erzählte Bildungsgeschichte69
4.1.1 Bildung: »Geprägte Form, die lebend sich entwickelt«70
4.1.2 Die »Stufen meiner Bildung«70
4.1.3 Die Kindheit eines Dichters72
4.1.4 Das Dämonische als Lebensprinzip76
Fazit_7778
4.2 Wilhelm von Humboldt: die Bildungstheorie und ihre biographische Konkretisierung80
4.2.1 Die »offizielle« Lebensgeschichte80
4.2.2 Einige für das gegenwärtige Thema wichtige Schriften82
4.2.3 Humboldt, die Frauen und die Bildung: Caroline von Humboldt, Johanna Motherby85
Der Briefwechsel mit Caroline von Humboldt87
Ein Brief an Johanna Motherby91
4.2.4 Humboldt als Biographieforscher: Die Briefe an Charlotte Diede92
Fazit_9495
4.3 Der Bildungsroman95
4.3.1 Die Theorie des »neuen Romans« bzw. Bildungsromans96
4.3.2 Drei Bildungsromane - klassische und nachklassische: J. W. v. Goethe, Th. Mann, P. Süskind97
Goethe: »Dichtung und Wahrheit« und »Wilhelm Meisters Lehrjahre«97
Thomas Mann: »Die Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull«104
Patrick Süskind: »Das Parfum«106
4.3.3 Bildungsroman und Autobiographie: Gemeinsames und Unterscheidendes109
5 Die Psychoanalyse: Freud und Jung112
5.1 Die psychoanalytischen Krankengeschichten - »wie Novellen zu lesen«112
5.1.1 Die gewandelte Rolle der Krankengeschichte in der Psychoanalyse113
5.1.2 Die psychoanalytische Krankengeschichte - auch eine Bildungsgeschichte?117
5.1.3 Krankengeschichten aus der Sicht des Patienten125
Peter Heller: Eine Kinderanalyse bei Anna Freud125
Ernst Blums Analyse bei Sigmund Freud130
5.1.4 Der Ertrag für die pädagogische Biographieforschung135
5.2 Die Autobiographie als »Seelengeschichte« (C. G. Jung und die Jungianer)138
5.2.1 C. G. Jung: Erinnerungen, Träume, Gedanken139
Reaktionen auf Jungs »Erinnerungen«143
5.2.2 Jungs systematischer Ertrag: Proto-Selbst und Proto-Symbolik145
Fazit_146147
6 Biographische Schlüsselerlebnisse - oder: das Ich des Lebens und das Ich der Erzählung150
6.1 Extreme Ich-Zustände152
6.1.1 Dokumente der Psychose152
6.1.2 Suizid und erweiterter Suizid (Amokläufer)154
6.1.3 Traumatische Belastungsstörung - Das Beispiel des Entführungsopfers Reemtsma161
Fazit_162163
6.2 Bildet Liebe?164
6.2.1 Das Ich und das Du in der Liebe164
6.2.2 Die These: Gerade die prekäre Liebe bildet168
Fazit_172173
6.3 »Schiffbruch erleiden« als Bildungsereignis174
6.3.1 »Gescheiterter des Jahres«175
6.3.2 Pestalozzi: »Schutzheiliger« aller Gescheiterten178
6.3.3 Tabus brechen um der Entwicklung willen. Vom Scheitern meines Lebensprojekts179
Eichendorffs »Zwei Gesellen«179
»Gehorsam und Ungehorsam«181
Exkurs: Der Tabubruch und seine Folgen in der psychoanalytischen Theorie182
Tabubruch: Überwindung der »limbisch-vegetativen« Moral185
Tabu-Brechen bildet?187
Im Rückblick auf alle drei: Bildet Scheitern?188
6.4 Bildet Krankheit?190
6.4.1 Die Klassiker des Patientensubjekts: Balint und von Weizsäcker191
6.4.2 Helmut Dubiel: Tief im Hirn - eine autobiographische Krankengeschichte193
Die »Apophänie« der Krankheit194
Die Diagnose - »Todesurteil« und/oder erleichternde Gewissheit?195
Der Krankheitsverlauf aus der Subjektperspektive196
Dubiels Krankheitserfahrung als Bildungsprozess197
6.4.3 Nochmals: Bildet Krankheit?200
6.5 Auf das Ende zugehen202
6.5.1 Grimms Märchen: Die Boten des Todes202
6.5.2 »Das Sterben denken ...« - revisited204
6.5.3 Bildet auch der Tod?208
7 Quo vadis, Biographieforschung?212
7.1 Das Biographieninteresse in den Sozialwissenschaften213
7.2 Die pädagogische Biographieforschung218
7.3 Eigene Orientierungspunkte221
7.4 Frau P. und das bis heute fortbestehende Dilemma der Biographieforschung224
7.4.1 Die autobiographische Erzählung der Frau P.: Einleitungssätze und Interpretationsperspektiven225
7.4.2 Die Interpretationsansätze der pädagogischen Biographieforschung232
Die psychoanalytischen Interpretationsansätze233
Qualitativ-empirische Zugänge234
Schulze - ein positiver Sonderfall234
Literatur238
Back Cover250

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