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Das Markusevangelium als kollektives Gedächtnis

AutorSandra Huebenthal
VerlagVandenhoeck & Ruprecht
Erscheinungsjahr2014
Seitenanzahl529 Seiten
ISBN9783647540320
FormatPDF
KopierschutzWasserzeichen/DRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis99,99 EUR
Seit der Wende zur Redaktionsgeschichte werden die Evangelien in der Bibelwissenschaft als von ihren Autoren resp. Redaktoren entworfene Schriften verstanden. Das zugrunde liegende Textmodell versteht den Evangelisten/Redaktor als Gegenüber einer Gemeinde, für die er seine Theologie narrativ entfaltet. In dieser Konzeption gerät die Gemeinde, die als Erinnerungsgemeinschaft hinter den Texten steht, aus dem Blick, da sie nicht als Trägerin, sondern als Empfängerin der in diesem Text verschriftlichten Jesuserinnerung verstanden wird. Die vorliegende Studie siedelt sich an der Schnittstelle von Theologie und Kulturwissenschaft an und fragt nicht literarkritisch-genetisch, sondern produktionsästhetisch-gedächtnistheoretisch nach dem Phänomen der Evangelien. Sie entwickelt ein Modell des Markusevangeliums als diskursiv verfertigter, episodisch strukturierter und narrativ entfalteter Erinnerungstext, das am Makrotext des Evangeliums expliziert wird. Wie Erinnerungstexte im Markusevangelium im Einzelnen strukturiert sind und die Identität der Erinnerungsgemeinschaft im Spiegel ihrer Jesuserinnerung konstruiert ist, wird schließlich anhand des Textsegments Mk 6,6b-8,26, das Alltagserfahrungen wie Essen, Gesundheit und kultische Reinheit thematisiert und insbesondere anhand narratologischer Verfahren genauer untersucht. So ist die Studie einerseits ein Stimulans zur Methodenreflexion in der Markusforschung und andererseits ein Beitrag zum interdisziplinären Gespräch.

PD Dr. Sandra Hübenthal ist Privatdozentin an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Tübingen und lehrte in den vergangenen Jahren an den Universitäten Basel, Franfurt, Köln, Saarbrücken, der RWTH Aachen sowie der Hochschule Sankt Georgen. Derzeit hat sie eine Lehrvertretung an der University of St. Andrews inne.

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Blick ins Buch
Inhaltsverzeichnis
Cover
1
Title Page
4
Copyright
5
Table of Contents
8
Body
12
1. Exegetisches Kaleidoskop: Bilder zu Entstehung und Verstehen des Markusevangeliums12
1.1 Ausgangspunkt: Abschied von traditionellen Vorstellungen17
1.2 Von Episoden und Rahmen: Formgeschichte20
1.3 Vom Tradenten zum Theologen: Redaktionsgeschichte26
1.4 Synoptische Gradlinigkeit? Mündlichkeit, Schriftlichkeit und gedächtnistheoretische Ansätze31
1.4.1 Mündlichkeit und Schriftlichkeit31
1.4.2 Gedächtnistheoretische Ansätze39
1.5 In den Text statt hinter den Text schauen: Narrative Kritik45
1.6 Geschichte oder Geschichten?52
1.7 Die Rückkehr der Augenzeugen61
1.8 Gedeutete Erfahrung: Evangelien als kollektive Gedächtnisse68
1.9 Zum Arbeitsprogramm der vorliegenden Studie73
Teil I: Soziale Erinnerung und Markusevangelium – eine Annäherung76
2. Soziale Erinnerung: Zur Konstruktion von Erinnerungstexten in Gruppengedächtnissen78
2.1 Die konstruktive Verfasstheit von Gedächtnis und Erinnerung81
2.2 Narrativität als Grundstruktur von Erinnerungstexten97
2.2.1 Individuelle Erinnerungstexte104
2.2.2 Kollektive Erinnerungstexte117
2.3 Formen sozialen Erinnerns125
2.3.1 Maurice Halbwachs: Soziales und kollektives Gedächtnis127
2.3.2 Aleida und Jan Assmann: Kommunikatives und kulturelles Gedächtnis132
2.3.3 Soziales, kollektives und kulturelles Gedächtnis: Eine gemeinsame Matrix143
2.4 Ausblick: Evangelien als Erinnerungstexte151
3. Das Markusevangelium als Erinnerungstext157
3.1 Das Markusevangelium als Erinnerungstext – ein Lesemodell157
3.1.1 Übertragungen aus der Theorie zum sozialen Erinnern157
3.1.2 Beschreibung des Lesemodells162
3.1.2.1 Inhalt und Erzählgegenstand164
3.1.2.2 Gestaltung der Erzählung165
3.1.2.3 Leitende Perspektive166
3.1.2.4 Transparenz auf die Erzählgemeinschaft166
3.2 Beobachtungen am Gesamttext des Markusevangeliums166
3.2.1 Beobachtungen zu Inhalt und Erzählgegenstand167
3.2.1.1 Was wird erzählt?167
3.2.1.2 Wie wird erzählt?169
3.2.1.3 Was wird von Jesus erzählt?172
3.2.1.4 Was wird nicht erzählt?178
3.2.1.4.1 Offene Stellen in den Teilen der Erzählstimme181
3.2.1.4.2 Offene Stellen im Redeteil Jesu183
3.2.1.4.3 Offene Stellen im Redeteil anderer Erzählfiguren189
3.2.2 Beobachtungen zur Gestaltung der Erzählung191
3.2.2.1 Episoden und episodisches Erzählen191
3.2.2.2 Erzähltempo198
3.2.2.2.1 Raffende Erzählweise201
3.2.2.2.2 Zeitdeckendes Erzählen204
3.2.2.2.3 Stillstand der Erzählzeit205
3.2.3 Beobachtungen zur leitenden Perspektive209
3.2.3.1 Jesusbilder und ihre Vermittlung211
3.2.3.2 Die Erinnerungsgemeinschaft als Nachfolgegemeinschaft220
3.2.3.3 Krise als Basiserfahrung222
3.2.4 Beobachtungen zur Transparenz auf die Erzählgemeinschaft227
Teil II: Jesuserinnerung und Identitätsbildung am Beispiel: Mk 6,7 – 8,236
4. Textstruktur und Orientierung an bereitliegenden Mustern238
4.1 Zur Struktur des Textes240
4.1.1 Aufbau und Gliederung240
4.1.2 Die Elemente und ihre Anordnung251
4.2 Zur Orientierung an bereitliegenden Mustern254
4.2.1 Gattungskritische Betrachtung255
4.2.1.1 Methodisch-hermeneutische Vorbemerkungen255
4.2.1.2 Formen und Medien der Jesuserinnerung in Mk 6,7 –8,26261
4.2.2 Deutungsmuster und Motive269
4.2.2.1 Methodisch-hermeneutische Vorbemerkungen269
4.2.2.2 Intertextuelle Dispositionen im vorliegenden Text274
4.2.2.2.1 6,7 – 13277
4.2.2.2.2 6,14ff279
4.2.2.2.3 6,17 –29280
4.2.2.2.4 6,30 –44287
4.2.2.2.5 6,45 –52290
4.2.2.2.6 6,53 –56293
4.2.2.2.7 7,1 – 23294
4.2.2.2.8 7,24 –30297
4.2.2.2.9 7,31 –37298
4.2.2.2.10 8,1 – 9299
4.2.2.2.11 8,10 –13303
4.2.2.2.12 8,14 –21304
4.2.2.2.13 8,22 –26306
4.2.3 Zwischenergebnis307
5. Leitende Perspektive310
5.1 Narrative Formation310
5.2 Methodisch-hermeneutische Vorbemerkungen315
5.2.1 Perspektivenstruktur und multiperspektivisches Erzählen315
5.2.2 Mögliche Welten (Possible Worlds Theory)321
5.3 Perspektiven und Welten im Text327
5.3.1 Zur Perspektivenstruktur im vorliegenden Text327
5.3.1.1 Figurenperspektiven330
5.3.1.2 Erzählerperspektive und Perspektivenvermittlung333
5.3.2 Welten im vorliegenden Text339
5.3.2.1 Die Welt des Textes (Text Actual World)339
5.3.2.2 Die Welt der Erzählstimme (Narratorial Actual World)342
5.3.2.3 Einzelne Figurendomänen344
5.3.2.3.1 Jesus344
5.3.2.3.2 Die Pharisäer und Schriftgelehrten346
5.3.2.3.3 Die Jünger347
5.3.2.3.4 Herodes Antipas350
5.3.2.3.5 Die syrophönizische Frau353
5.4 Zwischenergebnis354
6. Transparenz auf die Erzählgemeinschaft und Einladung zur Familiarisierung356
6.1 Methodisch-hermeneutische Vorbemerkungen356
6.1.1 Referentialität361
6.1.2 Transparenz365
6.2 Einzelne Aspekte373
6.2.1 Konstitution der Erinnerungs- und Erzählgemeinschaft374
6.2.1.1 6,7 – 13375
6.2.2 Heilung und Heil381
6.2.2.1 6,53 –56382
6.2.2.2 7,24 –30386
6.2.2.3 7,31 –37393
6.2.2.4 8,22 –26398
6.2.3 Brot, Mahl und Tischgemeinschaft403
6.2.3.1 6,30 –44404
6.2.3.2 8,1 – 9410
6.2.4 Auseinandersetzungen415
6.2.4.1 7,1 – 23416
6.2.4.2 8,10 –13428
6.2.5 Verstehen und Nichtverstehen433
6.2.5.1 6,14 –16433
6.2.5.2 6,45 –52435
6.2.5.3 8,14 –21442
6.3 Einladung zur Familiarisierung447
7. Ausblick454
Literaturverzeichnis465
Quellen und Übersetzungen465
Sekundärliteratur466
Register506
Verzeichnis der Bibelstellen und antiker Autoren506
Altes Testament506
Frühjüdisches Schrifttum509
Rabbinica510
Neues Testament510
Frühchristliches Schrifttum518
Altkirchliches Schrifttum518
Griechisches Schrifttum518
Römisches Schrifttum519
Personenregister520
Sachregister526
Back Cover
534

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