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Das Sinnsystem Seelsorge

Eine Studie zur Frage: Wer tut was, wenn man sagt, dass man sich um die Seele sorgt?

AutorGünther Emlein
VerlagVandenhoeck & Ruprecht
Erscheinungsjahr2017
Seitenanzahl381 Seiten
ISBN9783647624396
FormatPDF
KopierschutzWasserzeichen
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis59,99 EUR
In seiner Arbeit setzt Günther Emlein die 'Allgemeine Theorie des Sinnsystems', eine Weiterentwicklung der Systemtheorie Niklas Luhmanns, ein, um einen eigenständigen Ansatz der Seelsorge zu entwickeln. Als gemeinsame Grundlage für Pastorales und Psychologisches schlägt der Autor das Universalmedium 'Sinn' vor. Sinn wiederum phänomenalisiert sich nie als 'Einzelsinn', sondern nur in Verknüpfung mit anderem Sinn: Sinn ist nur systemisch zu haben. Die beteiligten Disziplinen werden allerdings nicht 'integriert', sondern Emlein postuliert Seelsorge als Hybriden mit zwei Operationen: der Operation der Kommunikation (Seelsorge als Gespräch) und der Operation des Religiösen. Entsprechend systemtheoretischer Überlegungen erfüllt Religion die Funktion, mit der Kontingenz von Sinn umzugehen. Sinn bildet die Welt nicht ab, sondern interpretiert sie als Differenz von Auswahl und Horizont, ihm eignet keine Festigkeit. Religion beantwortet die Frage nach der Garantie von Sinn durch Mythen und Rituale: Beide gehen mit dem Unsagbaren, dem Jenseits von Sinn um. Bezüglich der Seelsorge ist das Unsagbare und Unauslotbare die Seele. Die Affinität der Seelsorge zu Psychotherapie zeigt sich in der Gemeinsamkeit der Themen: Existentielle Irritation und Fragmentarisierung des Lebens in der Moderne, die Seelsorge befasst sich zusätzlich mit individuellen Kontingenzerfahrungen. Sorge bestimmt Seelsorge als einen solchen Umgang mit dem Anderen, dass der Andere danach noch ein Anderer ist und nicht weniger (Heidegger).

Dr. Günther Emlein ist Pfarrer der Ev. Kirche von Hessen und Nassau und tätig als Klinikseelsorger in der Universitätsmedizin Mainz sowie Lehrender Supervisor der Systemischen Gesellschaft (SG).

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Blick ins Buch
Inhaltsverzeichnis
Title Page4
Copyright5
Table of Contents6
Body12
Abkürzungsverzeichnis12
Seelsorge – ein Fall für Theorie?14
Anachronistische Moderne – Seelsorge und Theorie16
Der Anfang: Eine Sammlung von Skizzen18
1. Eine Zeichnung der Seelsorge20
1.1 Sinn, System, Seelsorge22
1.2 Aufgabe und Charakter der Studie25
1.2.1 Zur Metapher des Zeichnens25
1.2.2 Die Leitfrage26
1.2.3 Der Gedankengang27
2. Zur Rezeption systemtheoretischen Denkens in der Seelsorge30
2.1 Christoph Morgenthaler: Eine systemische Grundlage für Seelsorge32
2.2 Peter Held: Systemisches Denken in der Seelsorge40
2.3 Karin Tschanz Cooke: Virginia Satir in der Seelsorge42
2.4 Uwe Herthneck: Zwischen Familienaufstellungen und Sozialem Konstruktionismus44
2.5 Martin Ferel: Soziale Systeme als Erzeugnisse der Beobachtung46
2.6 Simone Zillich-Limmer: Zwischen Theologie und Konstruktivismus48
2.7 Andreas Brenneke: Realität und R-E-A-L-I-T-Ä-T51
2.8 Isolde Karle: Luhmann und die Gesellschaftstheorie in der Seelsorge53
2.9 Bernd D. Blömeke: Beobachtung und die Bestimmungsstücke funktionaler Systeme in der Seelsorge57
2.10 Offene Fragen64
3. Wissenschaft als Zeicheninstrument66
3.1 Sinn als universales Medium66
3.2 Wissenschaft, Religion und funktionale Differenzierung68
3.3 Der Zeichenkasten des Systems „Wissenschaft“71
3.3.1 Begriffe72
3.3.2 Programme: Theorien und Methoden73
3.2.3 Limitationalität76
3.4 Der Sprung77
4. Der Hybrid: Keines von beiden und doch beides80
4.1 Korrespondenz, Dialektik, Dialog, Ganzheit, Kontinuum, Konvergenz: Zur Relation von Wissenschaft und Theologie81
4.2 Der operative Hybrid „Pastoralpsychologie“85
4.3 Der Hybrid als imaginäre Einheit87
4.4 Die Zeit des Hybriden88
4.5 Vom Zeitzauber des Spiegelns89
4.6 Kriterien des Wechsels92
5. Blaupause der Allgemeinen Theorie DES Sinnsystems94
5.1 Sinn als System101
5.2 Beobachtung als Operation103
5.3 Beobachtetes als Form106
5.3.1 Referenz111
5.3.2 Beobachtung erster Ordnung und Beobachtung zweiter Ordnung112
5.3.3 Beobachtung dritter Ordnung und die Form der Formfindungsform114
5.3.4 Unterscheidungsfreie Beobachtung?118
5.4 Form und Medium121
5.5 Re-entry und Zeit123
5.6 Konditionierte Koproduktion124
5.7 Sinn als Form – und die Zeichen125
5.8 Die Sinndimensionen127
5.9 Différance – die Sinnzeit128
5.10 Die Operation der Sinnsysteme: Verkettung von Sinn131
5.11 Autopoiesis134
5.12 DAS Sinnsystem137
5.12.1 Die Operation DES Sinnsystems140
5.12.2 Das Medium DES Sinnsystems141
5.12.3 Die Funktion DES Sinnsystems142
5.12.4 Die Konditionierte Koproduktion von Bewusstsein und Kommunikation143
5.12.5 Der Metacode DES Sinnsystems145
5.12.6 Kunst, Religion und die Formgleichheit DES Sinnsystems mit der Unterscheidung Gottes146
5.13 Soziale Systeme151
5.13.1 Kommunikation153
5.13.2 Die Différance der Kommunikation156
5.13.3 Bifurkation der Kommunikation158
5.13.4 Displacements der Kommunikation159
5.13.5 Die Sinn-Anästhetik der Kommunikation160
5.13.6 Ebenen der Kommunikation162
5.13.7 Soziale Differenzierung167
5.13.8 Polykontexturalität, Polyeventualität, Heterarchie und Hyperkomplexität171
5.13.9 Inklusion, Exklusion und die Listenförmigkeit der Adresse der Moderne174
5.13.10 Sekundäre funktionale Systeme und die Adressenarbeit177
5.14 Psyche und Bewusstsein179
5.14.1 Wahrnehmung179
5.14.2 Sinn in der Psyche182
5.14.3 Zwischen der Wahrnehmung und der Sinnwelt des Sozialen: Das System Bewusstsein184
5.15 Die „reziproke Assistenz“ von Bewusstsein und Kommunikation187
5.16 Ich als anderer: Strukturelle Kopplungen190
5.16.1 Die Form Person/Unperson191
5.16.2 Das Selbst193
5.16.3 Person, Unperson, „Darin-Unperson“196
5.17 Von der Pastoralpsychologie zur Pastoralsystemik197
5.18 Veränderung als Evolution198
5.18.1 Kausalität als Auslösekausalität201
5.18.2 Vereinbarungen203
6. Das Funktionssystem Religion206
6.1 Religion als System der Gesellschaft209
6.2 Kontingenzbearbeitung und Entparadoxierung der Welt: Die Funktion der Religion216
6.2.1 Nichtantwortende Antworten: Chiffren und Rituale als Antwort auf Kontingenz und Paradoxie219
6.2.2 Seelsorge als eine der Leistungen der Religion229
6.2.3 Theologie: Die Reflexionsinstanz der Religion233
6.3 Trost: Das symbolisch generalisierte Kommunikationsmedium der Religion235
6.3.1 Glauben und die Beobachtung zweiter Ordnung236
6.3.2 Eine Alternative: Trost242
6.3.1 Trost oder Vertröstung?250
6.4 „Markiert/unmarkierbar“: Der Code der Religion251
6.4.1 „So tun, als ob…“: Beobachtung des Unbeobachtbaren259
6.4.2 Plausibilisierung des Religiösen: Der Zweitcode261
6.5 Chiffrieren und Ritualisieren: Die Operation der Religion264
6.5.1 Die Hybridisierung der religiösen Praxis266
6.6 Das Spiel mit Ideen: Religion als Formfindungsform266
6.7 „Schicksal als Gnade begreifen“: Das Programm der Religion268
6.8 Gott: Die Kontingenzformel der Religion271
6.9 Sterblichkeit: Der „symbiotische Mechanismus“ der Religion274
6.10 Religion, wenn Religion nicht möglich ist: Die Nullmethodik275
6.11 „Nabelschau“: Zum Selbstbefriedigungsverbot der Religion276
6.12 Zu viel und zu wenig: Verhinderung von Inflation und Deflation277
6.13 Organisationale Sicherheit278
6.14 Auf dem Wege zu einer Zeichnung der Seelsorge279
7. Das Sinnsystem SEELSORGE280
7.1 Die Form der Seelsorge282
7.1.1 Die Form der Seele283
7.1.2 Verwechslungen der Seele296
7.2 Die Funktion der Seelsorge300
7.2.1 Seelsorge als „religiöse Adressenarbeit“300
7.2.2 Die „Verwaltung der vagen Dinge“301
7.2.3 Funktion und Leistung des Hybriden SEELSORGE305
7.3 Sorge: Das Medium der Seelsorge306
7.4 Seele/Psyche: Der Code der Seelsorge312
7.5 Chiffrieren und Neucodieren: Die hybride, doppelte Operativität der Seelsorge314
7.5.1 Beobachtung zweiter Ordnung: Seelsorge als Formveränderungsmanagement316
7.5.2 Das Spiel mit Transzendenz: Seelsorge als Formfindungsform319
7.5.3 Veränderung und dezidierte Veränderung326
7.6 Programme und Methoden der Seelsorge329
7.7 Erlösung: Die Kontingenzformel der Seelsorge330
7.8 Leib-Sorge: Der symbiotische Mechanismus der Seelsorge331
7.9 Die Nullmethodik der Seelsorge332
7.10 Hingabe: Das Selbstbefriedigungsverbot der Seelsorge332
7.11 Zu viel und zu wenig: Inflation und Deflation der Seelsorge333
7.12 Amicalität sub specie aeternitatis: Die Struktur der Seelsorge335
7.12.1 Taktvolle Geselligkeit: Seelsorge als Interaktion335
7.12.2 Im Rahmen taktvoller Geselligkeit: Die seelsorgliche Vereinbarung338
7.12.3 Amicalität: Zwischenmenschliche Interpenetration als Struktur der Seelsorge340
7.12.4 Symmetrie und Asymmetrie342
7.12.5 Neutralität343
7.12.6 … sub specie aeternitatis344
7.13 Zusammenfassung345
8 Vorletzte Zeichnungsstriche: Wer tut denn nun was, wenn man sagt, dass man sich um die Seele sorgt?348
Literatur352
Register370

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