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E-Book

Das Tao des Kapitals

Erfolgreich investieren mit der Österreichischen Schule

AutorMark Spitznagel
VerlagBörsenbuchverlag
Erscheinungsjahr2016
Seitenanzahl368 Seiten
ISBN9783864702952
FormatePUB
KopierschutzWasserzeichen
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis21,99 EUR
Was verbindet die Österreichische Schule und den Taoismus? Und was kann man als Anleger aus dieser Verbindung lernen? Mark Spitznagel gibt Antworten. Regierungen, die überregulieren, Zentralbanken, die Wirklichkeiten am Markt verzerren. Der Investment-Ansatz der Österreichischen Schule meint seit 150 Jahren: Die Menschen verdienen etwas Besseres. Er befürwortet sich selbst regulierende Märkte, in denen freie Menschen in einer freien Gesellschaft interagieren. Mark Spitznagel, einer der bekanntesten und erfolgreichsten Investoren unserer Tage, verbindet in 'Das Tao des Kapitals' die zentralen Elemente des zeitlosen Investment-Modells 'Privateigentum, freie Märkte, stabile Währung und eine liberale Gesellschaft' mit den Gedanken des Taoismus. So wie sich der Mensch im Taoismus an die Gegebenheiten anpassen soll, so sollte auch der Investor den Märkten freien Lauf lassen - und die Früchte seiner Geduld ernten. Spitznagel weist in seinem Ansatz des Austrian Investing den Weg.

Mark Spitznagel ist Hedgefondsmanager und Kollege von Nassim Nicholas Taleb.

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Leseprobe

Vorwort


Im Jahr 1971 machte ich an einem arbeitsreichen Tag eine längere Mittagspause, um die knapp 100 Kilometer zur University of Houston zu fahren und mir dort eine der letzten offiziellen Vorlesungen des großen Vertreters der österreichischen Schule der Ökonomie Ludwig von Mises anzuhören. Er war damals 90 Jahre alt, aber immer noch so leidenschaftlich und eloquent wie immer. Die Schriften dieses Mannes waren meine hauptsächliche Inspiration gewesen, die Ansätze der Österreichischen Schule aufzusaugen und zu verfechten, die mein Denken seither beherrschen.

Zum ersten Mal kam ich mit den Österreichern in Berührung, als ich an der Duke University Medizin studierte und auf ein Exemplar von „Der Weg zur Knechtschaft“ von F.A. Hayek stieß. Danach verbrachte ich viel Zeit damit, alles zu lesen, was ich von der Österreichischen Schule finden konnte. Neben Hayek und von Mises verschafften mir die Werke von Murray Rothbard und Hans Sennholz einen „neuen“ Blick auf die Ökonomie.

Bevor ich die Österreichische Schule entdeckte, verstand ich den Prozess, nach dem die freie Marktwirtschaft funktioniert, nicht vollständig. Die Österreicher veranschaulichten mir die Vorzüge der freien Marktwirtschaft gegenüber interventionistischen Planwirtschaften. Je mehr ich las, desto mehr wurde mir klar, dass dies die Art ist, wie wahrhaft freie Individuen in einer wahrhaft freien Gesellschaft miteinander interagieren sollten. Die österreichischen Volkswirte traten außerdem zu einer Zeit für die freie Marktwirtschaft ein, als die meisten Intellektuellen den Kollektivismus und den Sozialismus priesen. Bis zum heutigen Tag schulde ich den Österreichern große Dankbarkeit.

Was ich für neue Gedanken über die Beziehung zwischen wirtschaftlichen und persönlichen Freiheiten hielt, gab es in Wirklichkeit schon lange, bevor ich sie entdeckte. Rothbard schrieb in „An Austrian Perspective on the History of Economic Thought“, die alten Taoisten seien die „ersten Libertaristen“ gewesen1, und machte den Taoismus und die Österreichische Schule zu Buchstützen, die mehr als zwei Jahrtausende in der Geschichte des wirtschaftsliberalen und politischen Denkens umspannen. In „Das Tao des Kapitals“ macht mein Freund und Mit-Österreicher Mark Spitznagel Rothbards aufschlussreichen Zusammenhang zu einem Thema von einzigartiger Bedeutung.

Was die jüngere Vergangenheit angeht, kann man die zentralen Prinzipien der Österreichischen Schule – vom Privateigentum, von der freien Marktwirtschaft, vom soliden Geld und der liberalen Gesellschaft insgesamt – einige Jahrhunderte bis zum klassischen Liberalismus zurückverfolgen, der sich um die einfachsten Grundsätze aller freien Gesellschaften drehte. Der Volkswirt Ralph Raico schrieb dazu:

„Der klassische Liberalismus – den wir hier der Einfachheit
halber nur als Liberalismus bezeichnen wollen – basiert
auf der Vorstellung von der Zivilgesellschaft als im
Wesentlichen selbst regulierend, wenn ihre Mitglieder
innerhalb sehr weiter Grenzen ihrer Individualrechte
Handlungsfreiheit besitzen. Darunter genießt das Recht
auf Privateigentum einschließlich der Vertragsfreiheit
und der freien Verfügung über die eigene Arbeitskraft
einen sehr hohen Vorrang ... man nennt diese Schule der
Ökonomie die Österreichische Schule ... und sie wurde
oft – von Verfechtern wie auch von Gegnern – mit der
liberalen Doktrin in Verbindung gebracht.2

Im Laufe der Jahre trat ich mit vielen Freunden und Studenten von Mises in enge Verbindung, und für uns alle blieb sein Beispiel von herausragender Bedeutung. Er versuchte nie, seine Haltung aufzuweichen oder seine Philosophie zu dämpfen, um so für die konventionellen Wirtschaftskreise akzeptabler zu werden. Hätte er sich dazu entschlossen, wäre ihm zu Lebzeiten zweifellos mehr Anerkennung zuteil geworden. Doch nicht Anerkennung, sondern das Streben nach ökonomischer Wahrheit war sein Ziel.

Außerdem war Mises ein freundlicher, taktvoller Gentleman, und in vielerlei Hinsicht versuchte ich ihn nachzuahmen. Ich wandte mich immer dann den weisen Worten von Mises zu, wenn die Welt (und insbesondere die Volkswirte) mir am wahnsinnigsten schienen: „Niemand sollte erwarten, dass irgendein logisches Argument oder irgendeine Erfahrung den fast schon religiösen Eifer derjenigen erschüttern könnte, die an das Heil durch Ausgaben und Kreditwachstum glauben.“ 3

Kernstück der Österreichischen Schule ist die Unberechenbarkeit des menschlichen Handelns und der enorme Einfluss, den die Entscheidung des Einzelnen auf die Funktionsweise der Wirtschaft hat. Sie erkennt die Subjektivität des Wertes an, die Rolle des Unternehmers und das Streben nach Kapitalbildung, um die Gesellschaft als solche voranzubringen. Heute ist es genauso wichtig und vielleicht noch wichtiger, diese Wahrheiten zu begreifen, als in der Mitte des 19. Jahrhunderts, als diese Schule langsam aufkam.

Mit „Das Tao des Kapitals“ unternimmt Mark Spitznagel eine umfassende Studie der Österreichischen Schule und des damit verbundenen Denkens im Laufe der gesamten Geschichte. Als höchst erfolgreicher Anleger holt Mark die Ökonomie der Österreichischen Schule aus dem Elfenbeinturm heraus und bringt sie in das Investmentportfolio ein, indem er demonstriert, dass man ihre Prinzipien von Kapital, Produktion auf Umwegen und freier Marktwirtschaft auf unternehmerische Investitionen anwenden kann und auch sollte. Marks „Österreichisches Investing“ ist in seiner Klarheit und praktischen Durchführbarkeit faszinierend, und es zeigt, wie schwierig es ist, gegen den Strom der interventionistischen Mainstream-Ökonomie und der Kultur der Wall Street zu schwimmen.

Als Anhänger der Österreichischen Schule frustriert es mich, ständig zusehen zu müssen, was die Zentralisierer und die staatlichen Planer unserer Wirtschaft antun – sie ersinnen ein Katastrophenrezept nach dem anderen. Wir müssen lernen, dass die Märkte von Natur aus belastbar und rückstellfähig sind. „Das Tao des Kapitals“ veranschaulicht, dass die natürlichen Marktkräfte ohne die verzerrenden Auswirkungen der zentralen Planung und des Interventionismus von alleine zu einer Homöostase führen – was der heutigen Bailout-Kultur ein Gräuel ist.

Anstatt durch ihre Maßnahmen die Märkte zu beruhigen, erzeugen die Notenbanken dadurch ein stetig wachsendes Maß an Verzerrung. Sie klammern sich an Strohhalme und meinen, wenn sie die Welt mit Geld überschwemmen, würde das die Probleme lösen, die der Interventionismus überhaupt erst geschaffen hat.

Die Menschen haben etwas Besseres verdient. Lassen wir den Kapitalismus so funktionieren, wie er sollte, ohne die Manipulation durch Bürokraten. Als Arzt, der fast 35 Jahre lang praktiziert hat, habe ich den Hippokratischen Eid abgelegt, der mich verpflichtet, niemandem zu schaden und die natürliche Selbstheilungskraft des Körpers nicht zu behindern. Der Staat muss das Gleiche tun und zulassen, dass der natürliche Gleichgewichtsprozess des Marktes sein Werk tut. Dies berührt die Kernbotschaft von „Das Tao des Kapitals“, das den Menschen zeigt, wie man mit dem Marktprozess – ob verzerrt oder nicht – zur Harmonie gelangt.

Während ich im Laufe der Jahre mein Verständnis der Bedeutung der freien Marktwirtschaft vertiefte, erkannte ich die Notwendigkeit, durch politische Maßnahmen dafür zu kämpfen. Solche Maßnahmen können verschiedene Formen annehmen, von der politischen Bildung bis hin zur Revolution. In den Vereinigten Staaten kann man notwendige Veränderungen durch Bildung, Überzeugung und den demokratischen Prozess erzielen. Unser Recht auf freie Meinungsäußerung, das Versammlungsrecht, die Religionsfreiheit, das Petitionsrecht und das Recht auf Privatsphäre sind im Wesentlichen immer noch intakt. Doch bevor wir unsere Rechte verlieren, müssen wir die politischen Maßnahmen ändern, die aus Jahrzehnten des staatlichen Interventionismus hervorgegangen sind.

Ich war schon immer der tiefen Überzeugung, dass die Gründerväter es richtig machten – auf jeden Fall richtiger als ihre Nachfolger, die seit der Verabschiedung unserer Verfassung fieberhaft gegen die Individualrechte arbeiten. Unsere Nation wurde auf dem Grundwert der Freiheit gegründet und man brauchte mich nie von den Vorzügen der persönlichen Freiheit zu überzeugen. Andere Kräfte forderten meine natürlichen, auf Freiheit gerichteten Instinkte heraus – das etablierte Bildungswesen, die Medien und der Staat. Sie predigten ständig, wir bräuchten den Staat, damit er uns vor so gut wie allem schützt, auch vor uns selbst. Ich wankte jedoch nie in meiner Überzeugung, dass nur ein unregulierter Markt mit der Freiheit des Individuums einen Gleichklang bildet.

Diese Freiheit geht Hand in Hand mit einer stabilen Währung, einem grundlegenden Konzept der...

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