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Das Verhältnis von Kindergarten und Schule – ein chronischer Disput

Eine empirisch fundierte Studie zur Implementierung des Orientierungsplans in baden-württembergischen Kindertageseinrichtungen

AutorMarion Aicher-Jakob
VerlagVerlag Julius Klinkhardt
Erscheinungsjahr2015
Seitenanzahl303 Seiten
ISBN9783781554122
FormatPDF
KopierschutzDRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis23,90 EUR
Das Verhältnis von Kindergarten und Grundschule ist geprägt von historisch gewachsenen Differenzen und den Bemühungen der beiden Institutionen um Anschlussfähigkeit.
Unter dem Einfluss verschiedener Reformimpulse erfährt der Kindergarten um die Wende zum 21. Jahrhundert eine enorme Aufwertung, und alle Bundesländer konzipieren Bildungspläne für den Elementarbereich. Mit deren Implementierung sind große Hoffnungen verbunden, das Zusammenwirken des pädagogischen Fachpersonals in Kindergarten und Schule zu sichern.
Ausgehend von einer problemgeschichtlichen Darstellung zeigt die Autorin zunächst, warum das Verhältnis der Institutionen bislang ungeklärt blieb. Im qualitativempirischen Hauptteil der Studie wird der Orientierungsplan in seiner Funktion als Steuerungsinstrument untersucht, das auf absichtsvolles Handeln im Elementarbereich zielt. Geht das Bemühen um Anschlussfähigkeit mit einer Verständigung über grundlegende pädagogische Einsichten einher, liegt darin ein Potenzial, das Verhältnis der Institutionen dauerhaft zu klären. Zentral für die Wirkung des Orientierungsplans sind dabei Fragen seiner Rezeption und Umsetzung.
Die Autorin arbeitet in ihrer Studie unterschiedliche Rezeptionstypen heraus und zeigt, wie der Orientierungsplan durch die unterschiedlichen Lesarten das Aufkommen einer Kindergartenkultur als symbolische Sinnordnung begünstigt.

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Blick ins Buch
Inhaltsverzeichnis
Marion Aicher-Jakob: Das Verhältnis vonKindergarten und Schule –ein chronischer Disput1
Impressum4
Inhaltsverzeichnis6
Einleitung10
Danksagungen13
Teil 1 Das Verhältnis von Kindergarten und Schule als historisch bedingte sensible ‚Druckstelle‘ – eine problemgeschichtliche Betrachtung14
1. Die frühkindlichen Betreuungsanstalten im 19. Jahrhundert: Das Selbstverständnis der Kindergarten-Vorläufereinrichtungen15
2. Eine historisch bedeutsame Weichenstellung für das Verhältnis Kindergarten und Schule (1920): Reichsschulkonferenz und Reichsjugendwohlfahrtsgesetz23
3. Der Kindergarten als Teil des Elementarbereichs durch die Bildungsreform der 70er Jahre des vorigen Jahrhunderts34
3.1 Der Kindergarten als erste Bildungseinrichtung in einem gestuften Bildungssystem34
3.2 Kompensatorische Erziehung als Bedingung für Schulerfolg38
3.3 Curriculare Ansätze als Reformstrategie49
4. Reformimpulse für den Elementarbereich seit den 90er Jahren59
4.1 Kinderrechtskonvention59
4.2 Kinderbetreuungspolitik60
4.3 Kindheitsforschung65
4.4 Neurowissenschaftliche Einsichten68
4.5 Internationale Leistungsstudien70
5. Bildungspläne im Elementarbereich Beispiel: Orientierungsplan des Landes Baden-Württemberg74
5.1 Vom gemeinsamen Rahmenplan zum Orientierungsplan74
5.2 Zentrale Aussagen des Orientierungsplans76
Teil 2 Bildungspläne im Elementarbereich als Reform- und Steuerungsinstrumente – ein ‚anderer‘ Blick auf das Verhältnis Kindergarten und Schule82
6. Systemtheoretische Einsichten als Referenzrahmen83
6.1 Neue Denkansätze für komplexe Sachverhalte83
6.2 Zentrale Bestimmungselemente der soziologischen Systemtheorie85
6.3 Die Weiterentwicklung der Systemtheorie durch die Steuerungsforschung93
6.4 System und Akteur96
7. Steuerung im pädagogischen Feld97
7.1 Dimensionen des Steuerungsbegriffs97
7.2 Perspektivenwechsel von der Steuerung zur Educational Governance102
7.3 Die Steuerung der Schule über Bildungspläne – ein problematischer Reformweg?105
7.4 Die Steuerung des Elementarbereichs über einen Orientierungsplan – eine Wiederholung einer unzureichenden Reformstrategie?115
8. Methodologisches Konzept der Studie123
Teil 3 Auswertungen129
9. Kindergarten A: Der reformresistente Kindergarten – Ratlosigkeit und fehlende Transformationsprozesse130
9.1 Kommunikation mit reformrelevanten Kooperationspartnern – eine Schieflage130
9.2 Der Umgang mit Herausforderungen: Alleingang, Überforderung, Fremdbestimmtheit139
9.3 Der Blick auf die Bildungsgelegenheiten150
9.4 Spuren des Orientierungsplans – Inhaltsleere – Ratlosigkeit – Stillstand173
10. Kindergarten B: Die Rezeption des Orientierungsplans mit dem Fokus ‚Schuldienlichkeit‘ der Kindergartenbildung175
10.1 Einrichtungsrelevante Orientierungsgrößen für die Lesart des Orientierungsplans175
10.2 Der Orientierungsplan als Motor und Legitimationsgrundlage für einrichtungsspezifische Veränderungen183
10.3 „Sie lernen ja immer etwas Neues“ – Bildung als wesentliches Moment des Kindergartenalltags189
10.4 Mit Kindern ein Gespräch führen – eine Alternative zum Sprachförderprogramm?191
10.5 Gefühle zeigen und darüber sprechen – ein didaktisches Angebot aus dem Bildungs- und Entwicklungsfeld Gefühl und Mitgefühl197
10.6 Die Wippe – ein Impuls für das Freispiel209
10.7 Fazit: Engführung im Bildungsverständnis – Engführung in der Rezeption des Orientierungsplans219
11. Kindergarten C: Der selbstbewusste Kindergarten222
11.1 Reflexion und Revision der Alltagspraxis222
11.2 Vielfältige Bildungsgelegenheiten – Kinder für die Sache gewinnen235
11.3 Theoriegestützte Gestaltung der einrichtungsrelevanten Übergänge252
11.4 Der Rezeptionsertrag258
Teil 4 Ertrag der Arbeit264
12. Problemgeschichtliche Vergewisserung und Verortung – eine Bedingung für das Erfassen der Komplexität des Disputs265
13. Konzentration auf Übergangsbemühungen – eine folgenschwere Reduktion von Komplexität268
14. Systemtheoretisches Denken – ein Schlüssel zur Klärung des komplexen Phänomens270
15. Kindergartenkultur als symbolische Sinnordnung271
15.1 Der imaginäre Selbstentwurf der Einrichtung als rezeptionsbestimmender Faktor272
15.2 Kommunikationsstrukturen zur spezifischen Bearbeitung des Realen274
15.3 Spezifische Bearbeitungsmodi neuer Aufgaben275
15.4 Brechungen des Bildungsverständnisses bedingen differente symbolische pädagogische Formen276
15.5 Brisante Themenfelder ‚Vorschule‘ – ‚Kooperation Kindergarten - Schule‘279
16. Der Orientierungsplan – ein Steuerungsinstrument mit diffuser Steuerungswirkung281
16.1 Die Utopie einer absichtsvollen Steuerung282
16.2 Das Matthäus Prinzip: Wer hat, dem wird gegeben!283
16.3 Initiierung einer längst überfälligen Diskussion über Bildung und Erziehung284
17. Das Verhältnis von Kindergarten und Schule – ein chronischer Disput!286
18. Ausblick290
Bibliographie293
Rückumschlag306

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