Sie sind hier
E-Book

Dear Germany

Eine Amerikanerin in Deutschland

AutorCarol Kloeppel
VerlagBastei Lübbe AG
Erscheinungsjahr2009
Seitenanzahl256 Seiten
ISBN9783838700083
FormatePUB
KopierschutzWasserzeichen
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis4,99 EUR
Was muss eine Amerikanerin beim Bettenmachen in Deutschland beachten? Warum ziehen die Deutschen nicht nur mit Kind und Kegel um, sondern nehmen jedes Mal auch ihre komplette Küche mit? Und wie kommt man eigentlich am besten mit der scheinbar endlosen Auswahl an Brot, Wurst und Käse an den Verkaufstheken der Supermärkte zurecht? Als Carol Kloeppel 1992 für ihre große Liebe den Sprung über den großen Teich wagte und von Amerika nach Deutschland auswanderte, wusste sie nicht, was alles auf sie zukommen sollte. In diesem Buch erzählt sie von den merkwürdigen Eigenheiten ihres neuen Heimatlandes, aber auch von positiven Errungenschaften wie köstlichen Brötchen, geselligen Sonntagsspaziergängen und gemütlichen Weihnachtsmärkten. Inzwischen hat Carol Kloeppel ein zweites Zuhause in Deutschland gefunden und lebt mit ihrem Mann Peter und ihrer Tochter in Bonn.

Kaufen Sie hier:

Horizontale Tabs

Leseprobe
"13 VERGISS DAS SPÜLBECKENNICHT! (S. 171-172)

Sind die deutschen Zollbeamten gründlich, so kann man dasselbe generell von den Deutschen behaupten, wenn sie umziehen. Sie lassen nichts in der alten Wohnung zurück. Wirklich nichts. Neben riesigen Kleiderschränken und Lampen wandern auch komplette Küchen in den Umzugswagen. Ich finde das sehr merkwürdig und habe bisher auch noch keine Erklärung gefunden, warum die Deutschen das tun. Vielleicht ist es die Erinnerung an den letzten selbst gebackenen Apfelstrudel oder an den leckeren Sauerbraten, die es ihnen unmöglich macht, sich von ihrer Küche zu trennen.

Oder auch der Schweiß, den es gekostet hat, die Küchenschränke tipptopp sauber zu halten. Möglicherweise ist es aber auch einfach die Gewissheit, weiterhin eine gute Küche zu haben. Was auch immer der Grund sein mag – Fakt ist, dass die meisten Deutschen mit ihrer Küche umziehen, selbst wenn das mit ungeheurem Aufwand und einer Mordsschlepperei verbunden ist. Wenn ich allerdings an all die schrecklichen Küchen in meinen früheren Wohnungen in den USA zurückdenke – ganz besonders an die eine in New York, wo sich eine Kakerlake im Backofen eingenistet hatte, und an die andere in Minneapolis, wo jedes Mal der Feueralarm losging, wenn ich mir etwas in der Pfanne brutzelte –, kann ich der Idee, mit der eigenen Küche umzuziehen, durchaus etwas abgewinnen. Statt mit alten verrotteten Holzschränken und einer billigen Resopalarbeitsplatte in hässlichem Grün leben zu müssen, kauft man sich einfach seine Wunschküche, die man bei jedem Umzug mitnimmt.

Dann wachsen einem Herd, Geschirrspüler, Ober- und Unterschränke sicherlich ans Herz und werden zu treuen Begleitern. Egal, ob man von Minnesota nach Los Angeles und wieder zurück nach Minnesota oder nach New York zieht. Mag sein, dass die Möbel durch die Umzüge etwas leiden, aber dafür hat man stets seine alten, vertrauten Elektrogeräte und Schränke, in denen es keine vergessenen Backformen gibt, geschweige denn Ungeziefer, das darin nistet.

Die Küche als Freund. Warum auch nicht? Es gibt seltsamere Dinge auf dieser Welt. Hier macht sich jedenfalls niemand Gedanken darüber, wie sonderbar das auf manche Menschen wirken könnte. Eine Landsmännin von mir versuchte einmal, einer Deutschen zu erklären, wie seltsam Amerikanern dieser Brauch erscheint: »Es ist bei uns unvorstellbar, die alte Küche beim Umzug mitzunehmen. Genauso gut könnte man die Toilettenschüssel einpacken.« Darauf erwiderte die Deutsche:

»Aber es ist doch normal, die Küche mitzunehmen, schließlich hat man sie selbst ausgesucht und bezahlt. Die Toilette mitzunehmen ist allerdings geschmacklos.« Okay. Nur die Küche. Man kann sich über den Sinn und Unsinn, die ganze Kücheneinrichtung bei jedem Umzug mitzunehmen, streiten, aber im Grunde genommen bin ich beeindruckt. Die deutschen Männer und Frauen müssen eine Menge handwerkliches Geschick besitzen, um Wasserrohre anzuschließen sowie Regale und Küchenschränke zu montieren. Schließlich kann und will sich nicht jeder, der umzieht, einen Fachmann für den Ab- und Aufbau der Küche leisten. Da spart man lieber das Geld und macht es selbst."
Blick ins Buch

Weitere E-Books zum Thema: Gesellschaft - Männer - Frauen - Adoleszenz

Managed Care

E-Book Managed Care
Neue Wege im Gesundheitsmanagement Format: PDF

Das deutsche Gesundheitswesen befindet sich in einem radikalen Umbruch. Ansätze zur Bewältigung dieser Herausforderungen finden sich in den vielfältigen Managementinstrumenten und Organisationsformen…

Zerschlagt die Banken

E-Book Zerschlagt die Banken
Zivilisiert die Finanzmärkte Format: ePUB

Die Großbanken haben aus der Finanzkrise 2008 nichts gelernt. Sie nutzen ihre Macht, um die Politik zu manipulieren und blockieren wichtige Regulierungen. Rudolf Hickel fordert - gerade wegen der…

Die Geschichte der DZ-BANK

E-Book Die Geschichte der DZ-BANK
Das genossenschaftliche Zentralbankwesen vom 19. Jahrhundert bis heute Format: ePUB/PDF

Die DZ BANK ist das Spitzeninstitut der Volksbanken und Raiffeisenbanken in Deutschland und zählt zu den wichtigsten Kreditinstituten des Landes. Ihre Geschichte ist der breiteren Ö…

Madeleine Schickedanz

E-Book Madeleine Schickedanz
Vom Untergang einer deutschen Familie und des Quelle-Imperiums Format: ePUB

Madeleine Schickedanz ist die Frau hinter dem Quelle-Konzern. Sie lebt zurückgezogen, man weiß wenig über sie. Anja Kummerow hat sich an ihre Fersen geheftet, um herauszufinden: Wer ist diese Frau?…

Womit ich nie gerechnet habe

E-Book Womit ich nie gerechnet habe
Die Autobiographie Format: ePUB

'Zahnpasta-Verkäufer', antwortet Götz Werner gerne auf die Frage, was er sei. Doch der Gründer und Inhaber der Drogeriemarktkette dm ist sehr viel mehr: Vordenker moderner Managementmethoden,…

Späte Reue

E-Book Späte Reue
Josef Ackermann - eine Nahaufnahme Format: ePUB

Er stand im Kreuzfeuer der öffentlichen Kritik wie kein zweiter Topmanager in diesem Lande. Josef Ackermann, bis 2012 Vorstandschef der Deutschen Bank, hat turbulente Jahre hinter sich: Sein Victory-…

Ulrich Backeshoff - Ein Genie macht Pause

E-Book Ulrich Backeshoff - Ein Genie macht Pause
Eine fast wahre Biografie. Auch zum Nachleben geeignet Format: PDF/ePUB

Ulrich Backeshoff sagt, dass sein Leben aus Geschichten besteht. Er hat die Arbeitswelt revolutioniert, den Handball professionalisiert und Dinge realisiert, die niemand für möglich hielt.An seinem…

Weitere Zeitschriften

Berufsstart Gehalt

Berufsstart Gehalt

»Berufsstart Gehalt« erscheint jährlich zum Sommersemester im Mai mit einer Auflage von 50.000 Exemplaren und ermöglicht Unternehmen sich bei Studenten und Absolventen mit einer ...

Correo

Correo

 La Revista de Bayer CropScience para la Agricultura ModernaPflanzenschutzmagazin für den Landwirt, landwirtschaftlichen Berater, Händler und am Thema Interessierten mit umfassender ...

küche + raum

küche + raum

Internationale Fachzeitschrift für Küchenforschung und Küchenplanung. Mit Fachinformationen für Küchenfachhändler, -spezialisten und -planer in Küchenstudios, Möbelfachgeschäften und den ...

EineWelt

EineWelt

Weltweit und ökumenisch – Lesen Sie, was Mensch in Mission und Kirche bewegt. Man kann die Welt von heute nicht verstehen, wenn man die Rolle der Religionen außer Acht lässt. Viele Konflikte ...

Eishockey NEWS

Eishockey NEWS

Eishockey NEWS bringt alles über die DEL, die DEL2, die Oberliga sowie die Regionalligen und Informationen über die NHL. Dazu ausführliche Statistiken, Hintergrundberichte, Personalities ...

VideoMarkt

VideoMarkt

VideoMarkt – besser unterhalten. VideoMarkt deckt die gesamte Videobranche ab: Videoverkauf, Videoverleih und digitale Distribution. Das komplette Serviceangebot von VideoMarkt unterstützt die ...

ERNEUERBARE ENERGIEN

ERNEUERBARE ENERGIEN

ERNEUERBARE ENERGIEN informiert durch unabhängigen Journalismus umfassend über die wichtigsten Geschehnisse im Markt der regenerativen Energien. Mit Leidenschaft sind wir stets auf der Suche nach ...