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Defensive Publishing

Handlungsfreiheit und die Aneignung von Innovationsgewinnen

AutorStefanie Pangerl
VerlagGabler Verlag
Erscheinungsjahr2010
Seitenanzahl287 Seiten
ISBN9783834983602
FormatPDF
KopierschutzDRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis49,44 EUR
Stefanie Pangerl analysiert die Bedeutung der Handlungsfreiheit für eine erfolgreiche Aneignung von Innovationsgewinnen und ordnet die Ergebnisse in die bestehende betriebswirtschaftliche Theorie zu einer solchen Aneignung ein. Ausgehend von dieser theoretischen Basis führt sie zwei empirische Erhebungen (qualitativ: Interviews; quantitativ: Online-Befragung) zum Phänomen des Defensive Publishing durch und stellt ihre Ergebnisse vor.

Dr. Stefanie Pangerl hat bei Prof. Dr. Joachim Henkel am Dr. Theo Schöller-Stiftungslehrstuhl für Technologie- und Innovationsmanagement der Technischen Universität München promoviert.

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Leseprobe
4 QUALITATIV-EMPIRISCHE UNTERSUCHUNG ZU DEFENSIVE PUBLISHING (S. 89-90)

„Wenn die Handlungsfreiheit ein wesentlicher Aspekt Ihrer IP-Strategie ist, dann ist das da ein sehr effektiver und auch sehr kostengünstiger Weg.“
(Interviewpartner aus einem deutschen Großunternehmen über Defensive Publishing)

In den vorangegangenen Kapiteln wurde gezeigt, dass Handlungsfreiheit häufig eine wichtige Rolle im Zusammenhang mit einer erfolgreichen Aneignung von Innovationsgewinnen spielt. Eine theoretische Analyse, welche Möglichkeiten ein Unternehmen hat, durch einen strategischen Einsatz von Defensivpublikationen diese Handlungsfreiheit im Hinblick auf eine Erfindung zu erhalten, hat zahlreiche Fragen bezüglich des tatsächlichen Einsatzes eines solchen Vorgehens in der Praxis aufgeworfen.

Mit der Darstellung der rechtlichen Grundlagen von Defensive Publishing im vorangegangen Kapitel wurde zusätzlich ein tiefgehendes Verständnis geschaffen, wie sich diese Strategie die Rahmenbedingungen der Patentgesetze zunutze macht. Dies soll im Folgenden dabei helfen, Fragen und Antworten zu diesem Thema weiter zu präzisieren.

Kapitel 4 untersucht die im Vorangehenden entstandenen Fragen zu einem Einsatz von Defensive Publishing in der Praxis mit einem qualitativ-empirischen Ansatz. Die vorgestellte Untersuchung basiert auf 56 Interviews mit Experten zum Thema Defensive Publishing. Insgesamt wurden dabei mehr als 27 Stunden Gespräch aufgezeichnet.

Das Datenmaterial wurde transkribiert und in der Folge ausführlich analysiert, um zu einem möglichst detaillierten Verständnis dieses bislang unerforschten Phänomens zu gelangen. Der Umfang der Untersuchung geht hinsichtlich der Anzahl und der Dauer der Gespräche deutlich über einen explorativen Rahmen hinaus und kann so als eigenständige Studie betrachtet werden. Die präsentierten Ergebnisse zeigen ein differenziertes Bild des Phänomens Defensive Publishing.

Die Ergebnisse bilden gleichzeitig die Grundlage für die in Kapitel 5 der vorliegenden Arbeit vorgestellte quantitativ-empirische Untersuchung; eine weiterführende Untersuchung des praktischen Einsatzes von Defensivpublikationen in Unternehmen der deutschen Elektro- und Elektronikindustrie. Die Ergebnisse der Interviewanalyse wurden so aufbereitet, dass einerseits gemeinsame Strukturen im Verhalten der Unternehmen aufgezeigt werden und andererseits, dort wo dies nötig erscheint, weil die Interviewpartner ein heterogenes Bild des Phänomens schilderten, entsprechend differenziert wird.

Die Ergebnisse wurden thematisch gruppiert und stets mit einer Auswahl geeignet erscheinender Zitate, die je nachdem die gemeinsamen Tendenzen der Aussagen bzw. eine offenbarte Heterogenität widerspiegeln, aus den Interviews belegt. Die Zitate aus den Interviews werden dabei ausschließlich in anonymisierter Form wiedergegeben.

Lediglich eine Zuordnung, innerhalb welcher Gruppe der Befragten (DAX 30-Unternehmen, sonstiges Großunternehmen153, KMU, EPA, Sonstiger Experte) eine gegebene Aussage getroffen wurde, wird vorgenommen. Neben der qualitativen Analyse wurden, soweit das Datenmaterial dies erlaubte154, auch quantitative Analysen durchgeführt.
Inhaltsverzeichnis
Geleitwort6
Vorwort8
INHALTSVERZEICHNIS10
ANHANGSVERZEICHNIS13
ABBILDUNGSVERZEICHNIS14
TABELLENVERZEICHNIS15
ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS19
1 EINLEITUNG21
1.1 Relevanz der Arbeit21
1.2 Ziele und Aufbau der Arbeit25
2 THEORETISCHER UND EMPIRISCHER BEZUGSRAHMEN29
2.1 Wege zur Aneignung von Innovationsgewinnen30
2.1.1 Der Begriff der Aneignung30
2.1.2 Eigene Nutzung36
2.1.3 Ausschließen anderer von der Nutzung38
2.1.4 Direkte Aneignung durch Fremdnutzung42
2.1.5 Indirekte Aneignung durch Fremdnutzung46
Beispiel 1: Nutzerinnovationen46
Beispiel 2: Beteiligung an Open Source Software-Projekten47
Beispiel 3: „Collective invention“48
Gründe für die Möglichkeit einer indirekten Aneignung durch Fremdnutzung49
2.2 Möglichkeiten zur Verbesserung der Voraussetzungen einer Aneignung55
2.2.1 Gewerbliche Schutzrechte55
2.2.2 Geheimhaltung58
2.2.3 Komplementäre Fähigkeiten und Güter61
2.2.4 Sonstige Möglichkeiten63
Zeitlicher Vorsprung63
Erfahrungskurveneffekte64
Komplexität64
Langfristige Arbeitsverhältnisse65
2.3 Der Einsatz von Defensive Publishing zur Verbesserung der Voraussetzungen einer Aneignung65
2.3.1 Der Begriff „Defensive Publishing“65
2.3.2 Defensive Publishing in der Literatur66
Populärwissenschaftliche Literatur67
Defensive Publishing aus industrieökonomischer Perspektive72
Defensive Publishing als Strategie in einem Patentrennen73
Spieltheoretische Modelle (ohne Patentrennen)77
2.3.3 Diskussion eines Einsatzes von Defensive Publishing zur Unterstützung der Sicherung von Wettbewerbsvorteilen80
Handlungsfreiheit81
Defensive Publishing als Schutz- und Kontrollmechanismus84
Defensive Publishing und eine erfolgreiche Aneignung von Innovationsgewinnen85
3 RECHTLICHE GRUNDLAGEN90
3.1 Neuheit und erfinderische Tätigkeit92
3.1.1 Anforderung der Neuheit92
Stand der Technik92
Öffentliche Zugänglichkeit94
Vorbenutzungsrecht97
3.1.2 Anforderung der erfinderischen Tätigkeit98
3.2 Der Patentierungsprozess100
3.3 Defensive Publishing aus dem Patentsystem heraus104
4 QUALITATIV-EMPIRISCHE UNTERSUCHUNG ZU DEFENSIVE PUBLISHING109
4.1 Forschungsfragen110
4.2 Vorgehensweise und Daten114
4.2.1 Teilstrukturierte Interviews als Erhebungsmethode114
4.2.2 Aufbau der Datenbasis116
4.2.3 Auswertung der Daten119
4.3 Ergebnisse125
4.3.1 Formen von Defensivpublikationen126
Klassische Defensivpublikationen127
Defensivpublikationen aus dem Patentsystem heraus131
Disguised Publications135
4.3.2 Häufigkeit der Entscheidung für Defensivpublikationen138
Wissen um die Option und tatsächliche Erstellung in den Unternehmen138
Häufigkeit der Erstellung in den Unternehmen140
Trend142
4.3.3 Der Entscheidungsprozess143
Überblick143
Arbeitnehmererfindergesetz146
4.3.4 Gründe für und gegen Defensivpublikationen148
Gründe für die Verwendung von Defensivpublikationen148
Geringer Wert eines Ausschlussrechts148
Hoher Wert der Handlungsfreiheit151
Kosten155
Zusammenfassung und Abstraktion156
Gründe gegen die Verwendung von Defensivpublikationen158
4.3.5 Einsatz erstellter Defensivpublikationen162
Aktiver Einsatz im Patentierungsprozess durch die befragten Unternehmen165
Aktiver Einsatz im Patentierungsprozess gegen die befragten Unternehmen167
4.3.6 Empirische Evidenz zum strategischen Einsatz von Defensivpublikationen in Patentrennen168
4.4 Zusammenfassung174
5 QUANTITATIV-EMPIRISCHE UNTERSUCHUNG ZU DEFENSIVE PUBLISHING178
5.1 Vorgehensweise und Daten179
5.1.1 Datenbasis179
5.1.2 Online-gestützte Befragung als Erhebungsmethode182
5.1.3 Durchführung der Befragung185
5.2 Deskriptive Ergebnisse188
5.2.1 Die teilnehmenden Unternehmen188
Unternehmensgröße189
Erfindungsmeldungen190
Patentabteilung191
Schutz- und Kontrollmechanismen192
Lizenzierung193
Aktuelle Position der Antwortenden194
5.2.2 Häufigkeit der Entscheidung für Defensivpublikationen195
Anteil der potentiell patentierbaren Erfindungen195
Defensivpublikationen aus der Menge der potentiell patentierbaren Erfindungen197
Defensivpublikationen aus der Menge der nicht potentiell patentierbaren Erfindungen197
Trend198
5.2.3 Formen von Defensivpublikationen198
Nutzung bestimmter Medien zur Erstellung von Defensivpublikationen198
Kriterien bei der Wahl eines Mediums zur Erstellung von Defensivpublikationen201
Angabe von Unternehmen und Erfinder202
5.2.4 Charakteristika der defensiv publizierten Erfindungen202
Eigenschaften der Erfindungen202
Eigenschaften der Technologiebereiche204
5.2.5 Defensivpublikationen aus dem Patentsystem heraus206
Erstanmeldungen am DPMA206
Anmeldungen dauerhaft ausschließlich am DPMA207
Gründe für dauerhaft ausschließliche Patentanmeldungen am DPMA208
Gebrauchsmuster als Defensivpublikationen212
5.2.6 Gründe für und gegen Defensivpublikationen212
Gründe für die Erstellung einer Defensivpublikation213
Gründe gegen die Erstellung einer Defensivpublikation214
Grundsätzliche Gründe gegen eine Erstellung von Defensivpublikationen215
5.2.7 Einsatz erstellter Defensivpublikationen219
Einsatz im Patentierungsprozess219
Einsatz von Defensivpublikationen gegen Patenttrolle221
5.2.8 Bivariate Analysen224
5.3 Multivariate Analyse zum Einsatz von Defensivpublikationen im Kontext anderer Schutz- und Kontrollmechanismen226
5.3.1 Hypothesen226
5.3.2 Verwendete Variablen230
Abhängige Variablen230
Erklärende Variablen231
Kontrollvariablen232
5.3.3 Methode236
5.3.4 Ergebnisse237
5.4 Zusammenfassung245
6 ZUSAMMENFASSUNG UND AUSBLICK251
ANHANG259
Anhang 1: Leitfaden für Interviews zu Defensive Publishing259
Anhang 2: Gesprächsverzeichnis263
Anhang 3: Kriterienkatalog für partielle Transkription und Codierung267
Anhang 4: Mitteilung in den ZVEI-Mitteilungen 22/2006268
Anhang 5: E-Mail zur Einladung der Teilnehmer der Online-Befragung269
Anhang 6: Fragebogen für Online-Befragung270
Anhang 7: Ergebnisse der Late-Response-Analyse281
Anhang 8: Deskriptive Ergebnisse der quantitativen Untersuchung – ergänzende Details283
Anhang 9: Multivariate Analyse – ergänzende Details286
LITERATURVERZEICHNIS288

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