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Auf dem Weg zu global operierenden Konzernen?

BMW, Daimler-Benz und Volkswagen: Die Drei Großen der deutschen Automobilindustrie

AutorLudger Pries
VerlagRainer Hampp Verlag
Erscheinungsjahr1999
Seitenanzahl83 Seiten
ISBN9783879883745
FormatPDF
KopierschutzWasserzeichen/DRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis9,99 EUR
Für die Drei Großen der deutschen Automobilindustrie – BMW, Daimler-Benz und Volkswagen – brachten die neunziger Jahre einen enormen Internationalisierungsschub. Die Volkswagen-Gruppe hat nicht nur mit neuen Produkten und Produktionsstandorten in Südostasien und Mitteleuropa, sondern auch durch neue bzw. erneuerte Werke in Lateinamerika (z.B. New Beetle-Produktion in Mexiko, „fraktale Fabrik" in Brasilien) die schon traditionellen internationalen Aktivitäten quantitativ und qualitativ ausgeweitet. Daimler-Benz hat mit neuen Produktionsstandorten für neue Produkte in Tuscaloosa / USA, Juiz de Fora / Brasilien und Hambach / Frankreich (Smart-Car) und vor allem durch die Fusion mit Chrysler die vielleicht weitestgehende Globalisierungsoffensive gestartet. BMW übernahm die britische Rover-Gruppe und baute einen völlig neuen Produktionsstandort in Spartanburg / USA auf.

In diesem Buch wird aufgezeigt, daß diese forcierte – und für BMW und Daimer-Benz nachholende – Internationalisierung in einem wechselseitigen Beschleunigungsverhältnis zu umfassenden Maßnahmen der konzerninternen Pro-dukt- und Prozeßmodernisierung steht, welche alle strategischen Ebenen der Markt- und Produktstrategien, der Beschaffung und Logistik, des Produktions-systems, der Arbeitsorganisation und Arbeitsbeziehungen sowie der globalen Unternehmensstruktur und -koordination einbezieht. Daß dieser 'turbogetriebene' und vielschichtige Wandlungsprozeß nicht ohne Strukturprobleme und Turulenzen verläuft, zeigte schon der berühmte ,,Elch-Test für Daimler-Benz und erst kürzlich die Ablösung des BMW-Vorstandsvorsitzenden Pischetsrieder wegen der Dauerkrise bei Rover.  

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Kapitelübersicht
  1. Inhaltsverzeichnis
  2. 1. Einleitung
  3. 2.Zum Zusammenhang von Internationalisierung und Konzernmodernisierung
  4. 3.Auf dem Weg zu Transnationalen Konzernen
  5. 4.Die Emergenz neuer Standortprofile in den TNKs
  6. 5.Zusammenfassung und arbeitspolitische Konsequenzen
  7. Literaturverzeichnis
Leseprobe
4. Die Emergenz neuer Standortprofile in den TNKs (S. 37-38)

Das Komplizierte der gegenwärtigen Wandlungsprozesse besteht darin, daß sie weder allein auf der Konzernebene, noch allein auf der Ebene einzelner Standorte erfaßt werden können. Nach der obigen allgemeinen Darstellung der zentralen Dimensionen, auf denen sich der Übergang zu TNKs vollzieht und durch die er seine besondere Qualität gewinnt, sollen nun die Besonderheiten dieses Wandels für die Drei Großen BMW, Daimler-Benz und Volkswagen näher untersucht werden. Denn so sehr die beschriebene qualitative Übergangsphase zu Transnationalen Konzernen für die neunziger Jahre generell für alle Drei Großen gilt, die drei deutschen Automobilunternehmen unterscheiden sich doch ganz erheblich hinsichtlich ihrer Internationalisierungsgeschichte, ihrer konkreten Ausgangssituation am Ende der achtziger Jahre und auch in bezug auf die gewählten Strategien.

4.1. Volkswagen: Stetige Globalisierung und Plattformstrategie

Im Vergleich zu allen anderen deutschen Automobilunternehmen hat Volkswagen nicht nur seine globalen Aktivitäten am weitesten entwickelt, sondern auch zuerst mit einer gezielten Internationalisierung der Konzernproduktionsstrukturen begonnen. Dies hängt in erster Linie damit zusammen, daß Volkswagen in Bezug auf seine Produktpalette traditionell auf das mittlere und untere Marktsegment und auf Massenproduktion orientiert war. Schon bald nach dem Ende des Nationalsozialismus (dessen Idee eines ‘Volksautos’ das Unternehmen seinen Ursprung verdankt) entwickelte sich Volkswagen auf der Basis eines Stammproduktes, des VW-Käfers, zu einem - zunächst distributionsorientierten - Multinationa-len Konzern mit weltweitem Vertrieb und Produktionsstandorten in vielen Ländern, wobei der amerikanische Kontinent der regionale Schwerpunkt aller außerdeutschen Absatzaktivitäten war (45% aller außerhalb Deutschland verkauften Fahrzeuge wurden 1967 dort abgesetzt, vgl. Jürgens 1996, S. 27).

Das konzernweit vorherrschende Produktionsmodell läßt sich als paterna-listisch-fordistisches Käfer-Paradigma charakterisieren. Es war mit Abstrichen und ‘Adaptionen’ auch in den bald entstehenden Überseestand-orten prägend.13 In der ‘Nordhoff-Ära’ waren die Beschäftigten und ihre betriebliche sowie gewerkschaftliche Interessenvertretung in eine Strategie des Mengenwachstums und der räumlichen Expansion eingebunden. Auf der Grundlage eines relativ einfachen Produktes für den Massenbedarf (vergleichbar dem Ford T-Modell) und fordistischer Produktionsstrukturen (niedriger Mechanisierungsgrad, einfache Fertigungstechnologien, Angelernten-Qualifikationen etc.) ermöglichte ihnen dies eine materielle und auch politisch-soziale Beteiligung am Unternehmenswachstum.
Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis6
1. Einleitung8
2.Zum Zusammenhang von Internationalisierung und Konzernmodernisierung13
2.1. Die distributionsorientierte MNK-Phase19
2.2. Die produktionsorientierte MNK-Phase23
3.Auf dem Weg zu Transnationalen Konzernen28
4.Die Emergenz neuer Standortprofile in den TNKs38
4.1. Volkswagen: Stetige Globalisierung und Plattformstrategie38
4.2. Daimler-Benz: Forcierte nachholende “Vielfrontenoffensive"46
4.3. BMW: Kontrollierte Innovation und globale Expansion55
4.4. Die Globalisierungsdynamik der Drei Großen61
5.Zusammenfassung und arbeitspolitische Konsequenzen64
Literaturverzeichnis80

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