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Depressive Kinder und Jugendliche

AutorFranz Petermann, Gunter Groen
VerlagHogrefe Verlag Göttingen
Erscheinungsjahr2011
Seitenanzahl232 Seiten
ISBN9783840923784
FormatPDF
KopierschutzWasserzeichen/DRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis23,99 EUR
Depressionen treten bei Kindern und Jugendlichen weitaus häufiger auf als lange Zeit angenommen. Sie äußern sich in Symptomen wie Traurigkeit, Niedergeschlagenheit, Lustlosigkeit und Rückzug und führen nicht selten zu Leid und alltäglichen Einschränkungen der jungen Menschen und ihrer Familien. Depressionen bedeuten ein ernstzunehmendes Entwicklungsrisiko, wenn die Störung nicht frühzeitig erkannt und angemessen behandelt wird. Das vorliegende Buch gibt einen verständlichen und praxisnahen Überblick über das heute immer komplexer werdende Wissen zu Depressionen im Kindes- und Jugendalter. Das Buch beschreibt unterschiedliche Formen depressiver Störungen, liefert aktuelle Ergebnisse zur Auftretenshäufigkeit und zum Verlauf depressiver Störungen und stellt verschiedene Erklärungsansätze vor. Außerdem werden praxisorientiert Möglichkeiten der Diagnostik und vielversprechende Strategien zur Prävention und Intervention vorgestellt.

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Kapitelübersicht
  1. Vorwort
  2. Inhalt
  3. 1 Zum Phänomen im Wandel der Zeit
  4. 2 Beschreibung und Klassifikation
  5. 3 Epidemiologie
  6. 4 Komorbidität
  7. 5 Verlauf
  8. 6 Erklärungsansätze
  9. 7 Psychologische Diagnostik
  10. 8 Behandlung
  11. 9 Prävention
  12. Literatur
Leseprobe
Innerhalb des DSM-IV-TR werden im Kapitel „Affektive Störungen“ unter anderem die depressiven Störungen Major Depression und dysthyme Störung voneinander unterschieden. Im ICD-10 findet man im ebenso genannten Abschnitt als vergleichbare depressive Zustandsbilder die depressive Episode, die rezidivierende depressive Störung und die Dysthymia und ebenso verschiedene Restkategorien. Im DSM-IV-TR und in der ICD-10 werden für die Diagnose einer depressiven Störung bei Kindern und Jugendlichen prinzipiell dieselben Kriterien zugrunde gelegt wie für eine entsprechende Diagnose im Erwachsenenalter. Dabei wird allerdings im DSM-IV-TR deutlich gemacht, dass sich im Kindesund Jugendalter hinsichtlich der Kernsymptome anstelle einer traurigen auch eine eher reizbare oder übellaunige Verstimmung zeigen kann, und dass verschiedene Symptome in Abhängigkeit vom Alter und Entwicklungsstand verändert sein und unterschiedlich deutlich hervortreten können. Weiterhin ist die Mindestdauer einer dysthymen Störung gegenüber zwei Jahren bei Erwachsenen für Kinder auf ein Jahr herabgesetzt.

Im ICD-10 werden darüber hinaus unter dem Abschnitt Verhaltensund emotionale Störungen mit Beginn in der Kindheit und Jugend unter F92 kombinierte Störungen des Sozialverhaltens und der Emotionen aufgeführt. Hier werden Zustandsbilder berücksichtigt, bei denen aggressives, dissoziales und trotziges Verhalten mit deutlichen emotionalen Symptomen wie Traurigkeit, Niedergeschlagenheit oder Angst oder weiteren Auffälligkeiten wie Schulvermeidung, selbstverletzenden Verhaltensweisen und Beziehungsschwierigkeiten verknüpft ist. Die kombinierten Diagnosen werden den in der klinischen Praxis teilweise recht undifferenzierten und gemischten Symptombildern von Kindern und Jugendlichen oft gerecht. Für die Diagnose Störung des Sozialverhaltens mit depressiver Störung müssen neben den Kriterien für eine Störung des Sozialverhaltens auch die wesentlichen Symptome einer depressiven Störung vorliegen, wie etwa eine deutliche depressive Verstimmung, Interessenverlust, Anhedonie, Schuldund Hoffnungslosigkeit oder auch Schlafstörungen und Appetitlosigkeit. Zu den Besonderheiten und möglichen Ursachen des gleichzeitigen Vorliegens einer depressiven und aggressiven Auffälligkeit siehe auch Kapitel 4 „Komorbidität“. Die Diagnose Angst und depressive Störung, gemischt (ICD: F41.2) beschreibt ein gemischtes Störungsbild, bei dem Angst und Depression in leichter oder mittlerer Ausprägung gleichzeitig und ohne Vorherrschen des einen oder anderen vorliegen. Zumindest vorübergehend treten vegetative Symptome auf. Die Kriterien für die entsprechende einzelne Diagnose einer Angstoder depressiven Störung dürfen nicht erfüllt sein (vgl. auch Kap. 4).

Liegen bei Kindern und Jugendlichen gemischte emotionale Probleme vor, die nicht sehr ausgeprägt und ausschließlich depressiver Natur sind oder auch eingebettet sind in anhaltende belastende Lebensumstände oder eine Übergangsphase, wie die Pubertät oder die Ablösung vom Elternhaus, kann sich auch die unspezifische Diagnose einer sonstigen emotionalen Störung eignen (ICD: F93.8).

In den weiteren Ausführungen wird genauer auf die diagnostischen Kriterien der typischen depressiven Störungsbilder Major Depression bzw. depressive Episode und dysthyme Störung bzw. Dysthymia jeweils nach ICD-10 und DSM-IV-TR eingegangen.
Inhaltsverzeichnis
Vorwort7
Inhalt9
1 Zum Phänomen im Wandel der Zeit13
2 Beschreibung und Klassifikation17
2.1 Beschreibung und Definition17
2.2 Klassifikation19
3 Epidemiologie33
3.1 Auftretenshäufigkeit34
3.2 Psychosoziale Beeinträchtigungen40
4 Komorbidität43
4.1 Begriffsklärung und Definition43
4.2 Komorbidität bei Depression43
5 Verlauf55
5.1 Verlaufsstudien: Methodische Aspekte55
5.2 Störungsverlauf der Depression56
5.3 Ergebnisse dimensionaler bzw. subklinischer Studien71
6 Erklärungsansätze77
6.1 Erhöhtes Depressionsrisiko im Jugendalter77
6.2 Risiken und Erklärungsmodelle87
7 Psychologische Diagnostik117
7.1 Der diagnostische Prozess117
7.2 Multimodale Verhaltens- und Psychodiagnostik119
7.3 Depressionsdiagnostik119
7.4 Therapiebegleitende Verlaufs- und Outcomediagnostik139
8 Behandlung143
8.1 Therapieplanung144
8.2 Rahmenbedingungen und Setting144
8.3 Aufklärung der Betroffenen und ihrer Angehörigen145
8.4 Kognitive Verhaltenstherapie150
8.5 Entwicklungsspezifität155
8.6 Komorbidität und Suizidalität156
8.7 Weiterbehandlung und Rückfallprophylaxe156
8.8 Interpersonelle Psychotherapie158
8.9 Familientherapie159
8.10 Beispiele kognitiv-verhaltenstherapeutischer Behandlungsprogramme161
8.11 Pharmakotherapie175
8.12 Wirksamkeit psychologischer Behandlungsprogramme178
8.13 Wirksamkeit der Pharmakotherapie181
8.14 Offene Fragen und Perspektiven183
9 Prävention187
9.1 Selektive Prävention188
9.2 Universelle Prävention193
9.3 Perspektiven203
Literatur205

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