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AutorLutz Schumacher, Mark Spörrle
VerlagGoldmann
Erscheinungsjahr2011
Seitenanzahl224 Seiten
ISBN9783641071301
FormatePUB
KopierschutzDRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis8,99 EUR
Das ultimative Handbuch für unerschrockene Bahnfahrer

Was ist mit der Bahn wirklich los? Warum überraschen Hitze, Kälte, Eis und Schnee und der Zustand der Bistrowagen Züge wie Personal jedesmal von Neuem? Wieso kann für eine dreiköpfige Familie eine harmlose Fahrt mit Gepäck und Umsteigen nach wie vor der Horror sein? Und helfen Kälteschutzkleidung, Brackwasserfilter und Notvorräte, das Schlimmste zu verhindern? Schluss mit lustig: Nicht nur Stuttgart 21, sondern die ganze Deutsche Bahn muss in den Stresstest. Die beiden ausgewiesenen Experten und Bestsellerautoren Lutz Schumacher und Mark Spörrle stellen Deutschlands meistgeliebtgehasstes Transportunternehmen erneut auf den Prüfstand. Präsentieren unglaubliche, aber wahre Erlebnisse von Bahnfahrern. Und sie erklären uns auf ebenso fachkundige wie satirisch-witzige Weise, weshalb wir als Reisende doch immer wieder selber schuld sind an unserem Unglück!



Lutz Schumacher ist Journalist, Autor und Geschäftsführer der Tageszeitungsgruppe Nordkurier in Mecklenburg Vorpommern. Zuvor war er u. a. tätig bei den Ruhr Nachrichten, dem Deutschen Depeschendienst, in der ProSieben Media AG und beim Deutschlandfunk.

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Leseprobe
KRISEN: SOMMER (S. 93-94)

Als Sani im Saunazug – oder warum die Bahn nicht mit Hitze kann

Erinnern Sie sich an den Fußball-WM-Sommer 2006? Wochenlang Sonnenschein, jeden Tag blauer Himmel – punktgenau dann, als die Welt zu Gast bei Freunden war? Was für ein Zufall! Manche munkelten damals schon etwas von Wettermacherei, von Flugzeugen, die nachts aufstiegen, um jede sich bildende Wolke kurz hinter der dänischen oder der österreichischen Grenze abzufangen, mit Chemie zu besprühen und fern aller Stadien zum sofortigen Abregnen zu bringen.

Ähnliches Gemunkel wurde im vergangenen Sommer 2011 laut. »Sommer?«, sagen Sie nun entsetzt, »Wo soll da ein Sommer gewesen sein?!« Eben. Es gab eigentlich keinen. Und den völlig unbewiesenen Gerüchten zufolge war genau das der Erfolg der Wetterflugzeuge. Die nicht aufstiegen, um schönes Wetter zu machen, sondern um Pülverchen in die Atmosphäre zu streuen, die sich mit den Kondensstreifen der Triebwerke zu einer Mischung verbanden, die Feuchtigkeit, Nässe, Wolken förmlich anzieht. Wie auch immer, der Sommer 2011 war gut für die Bahn: ständig und überall Wolken am Himmel.

Wolken, die die Sonne verdeckten, dafür sorgten, dass es nicht zu heiß wurde. Und bei jedem Unwetter über Meck-Pomm, jedem Platzregen im Allgäu, jeder wegen Starkregens gesperrten Autobahn irgendwo, tupften die Planer der Bahn sich erleichtert den Schweiß von der Stirn. Nur einmal kurz, es war ein Sonntag, ein Tag, an dem auch viele Bahnplaner und Piloten frei haben, kam es zum GAU: Das Thermometer kletterte kurz entschlossen hochsommerlich nach oben, und im Nu gaben die Klimaanlagen in 20 Fernzügen auf. In Bielefeld mussten 500 Reisende einen überhitzten ICE verlassen. In Würzburg fiel in einem ICE nicht nur die Kühlung aus, sondern die gesamte Elektrik. Und auch die Türen öffneten sich dummerweise nicht mehr.

Im letzten Moment – hatte man endlich einen Wetterpiloten aufgetrieben und aus der Kneipe ins Flugzeug gezerrt? – kam der Bahn, und natürlich den Fahrgästen, das Wetter zu Hilfe: Es schüttete wie aus Kübeln, sodass sich die Hitzeblessuren in Grenzen hielten. Ernsthaft: Der Sommer in Deutschland ist ein schwer fassbares Phänomen. Seit jeher ist er aus meteorologischer Sicht regnerisch, der Juli gehört zu den Monaten mit den höchsten Niederschlägen. Aber seit den siebziger Jahren, die die Autoren gefühlt fast durchgehend in schweißtreibendem gelben Regenzeug verbrachten, hält sich der Sommer nicht mehr daran: Es gibt weniger Regen. Mehr Sonnentage.

Und richtige Hitze – manchmal wochenlang! Aber der Klimawandel war offensichtlich noch kein Thema, als die Leute von der Bahn vor Jahren Klimaanlagen für ICEs und ICs bestellten. Geräte, die nur bis zu einer bestimmten, in ihrem absoluten Wert immer noch umstrittenen, aber offenbar für die heutige Realität zu niedrig gewählten Außentemperatur richtig kühlen (manche sprechen von 32 Grad Celsius). Aber, und so ist das bei Kühlschränken auch: Leistungsschwächere Geräte sind günstiger. Einige Jahre lang fiel das nicht groß auf, selbst an Hitzetagen: Beschwerten Fahrgäste sich, dass es zu heiß wurde, und sahen diese Fahrgäste aus, als könnten sie wichtig sein oder jemanden kennen, der wichtig ist, ließ man sie gönnerhaft in der ersten Klasse sitzen.
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