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'Der Auszug aus Ägypten bleibt unser Ausgangspunkt'

Die verborgene Tradition in Sigmund Freuds 'Der Mann Moses und die monotheistische Religion'

AutorYigal Blumenberg
VerlagBrandes & Apsel Verlag
Erscheinungsjahr2013
Seitenanzahl428 Seiten
ISBN9783860999875
FormatPDF
KopierschutzWasserzeichen/DRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis34,99 EUR
Sigmund Freud hat Der Mann Moses und die monotheistische Religion 1939 im Londoner Exil nach seiner Vertreibung durch die Nazis aus Wien veröffentlicht. Blumenberg sucht deutlich zu machen, daß sich die Überlegungen Freuds um eine eminent wichtige Fragestellung zentrieren, nämlich um die nach der inneren Natur psychoanalytischen Denkens und wie die Psychoanalyse angesichts des Nationalsozialismus überleben und tradiert werden kann. So schält sich trotz oder gerade wegen der Bedrohung und Verfolgung durch die Nazis in diesem Vermächtnis ein Gleichklang des psychoanalytischen Denkens mit der jüdischen Texttradition heraus - eine Universalität des Denkens und der Identitätsentwicklung. Hierbei muß aber das Verständnis des Ödipuskomplexes um die narzißtische Dimension erweitert werden.

Der Autor: Yigal Blumenberg, Dr., Psychoanalytiker und Gruppenanalytiker in eigener Praxis. Zahlreiche Zeitschriftenpublikationen zum Verhältnis von Psychoanalyse und Judentum, zum Antisemitismus und zum Narzißmus.

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Leseprobe
Die hier diskutierte Frage, inwieweit die jüdische Tradition sozusagen aus dem psychoanalytischen Denken resp. aus den Texten Sigmund Freuds spricht, ist zu unterscheiden von der Frage nach der Identifizierung Freuds: Selbst wenn wir mit Sicherheit wüssten, daß Jakob Freud als ein orthodoxer Jude, der das Gesetz eingehalten hat, seinen Sohn entsprechend zu erziehen suchte, so mag dies ein Hinweis auf die Identifizierung seines Sohnes Sigmund sein. Tatsächlich lassen sich eine ganze Menge Indizien zusammentragen, die - trotz aller überlieferten Brüche, wie z. B. die Lektüre der Philippson-Bibel - den Schluß zuließen, daß Jakob Freud sich noch ganz in der orthodoxen Tradition gesehen hat; auch Freuds Mutter, Amalia Nathansohn, wird als "orthodox jüdisch" (H. P. J. Stroeken 1991, S. 325) bezeichnet, was allerdings nicht unstrittig ist; sie habe sich "(strikt) an ihre orthodoxen Gebräuche" (R. W. Clark 1980, S. 8; zit. n. H. P. J. Stroeken a. a. O.) gehalten. Dieses Zusammentragen biographischer Indizien war in der Tat eine Anstrengung, die ich in meinen ersten Veröffentlichungen unternommen habe; um gleichwohl immer wieder ein deutliches Gefühl des Ungenügens zu spüren. Aber das Denken der jüdischen Tradition in und mit Freuds Texten sprechen zu lassen scheint mir eine andere Herangehensweise und Perspektive. Eine erneute analytische Selbsterfahrung und eine allmähliche Änderung meiner analytischen Haltung in den Behandlungen ließen schrittweise einen anderen Blick auf die hier diskutierte Fragestellung wachsen: Inwieweit vermögen wir in der 'Rede Sigmund Freuds' einen Widerhall jenes universellen Wissens vom unbewußten Geschehen in der menschlichen Beziehung hören, das die talmudischen Exegeten in ihrer Rede vom unendlichen Sinn der Thora bereits vor 2000 Jahren aussprechen? Die Suche nach einer quasi objektiven (psycho-)sozialen Bestätigung und Evidenz wich immer mehr dem Bedürfnis, die Texte als eine 'Rede des Anderen' sprechen zu lassen; gleichsam den Spuren einer stillschweigenden Intertextualität nachzugehen, zum Schwingen zu bringen und vielleicht dem 'symphonischen' Klang zwischen der "Rede" Freuds und der jüdischen Texttradition hinzuhören.
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