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E-Book

Der Buchführungs-Ratgeber

Grundlagen und Beispiele

AutorClaus Mathes, Erich Herrling
VerlagVerlag C.H.Beck
Erscheinungsjahr2016
Seitenanzahl368 Seiten
ISBN9783406698552
FormatePUB
KopierschutzWasserzeichen
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis14,99 EUR
Inhalt Wer die Grundlagen beherrscht, für den ist die Buchführung kein 'Buch mit sieben Siegeln'. Dieser Band vermittelt die Grundlagen in anschaulicher Form und erklärt anhand konkreter Beispiele auch komplexe Buchungen verständlich. Übungsteile und Verständnisfragen mit Lösungen in jedem Kapitel ermöglichen es dem Leser, seine im Buch erworbenen Kenntnisse und Erkenntnisse zu festigen. Buchen auf Personenkonten und die Einbeziehung der Finanz- und Lagerbuchhaltung bis zu den Personalkostenbuchungen zeigen den hohen Praxisbezug. Das Buch erläutert die Jahresabschlussbuchungen anschaulich und praxisgerecht. Es berücksichtigt aktuelle Bestimmungen, wie die Grundsätze zur elektronischen Buchführung (GoBD), zur E-Bilanz und die Neudefinition der Umsatzerlöse. Zusätzlich beschreibt es die Einnahmenüberschussrechnung und gibt eine Einführung in die Geschäftsprozessorientierung. Zahlreiche Übungsaufgaben mit Lösungen helfen, die Grundlagen der Buchführung zu vertiefen, ein Glossar buchhalterischer Begriffe sorgt für einen raschen Überblick. Zielgruppe Für Existenzgründer, Angestellte, Selbstständige, Teilnehmer und Dozenten betriebswirtschaftlicher oder kaufmännischer Ausbildungsmaßnahmen, Auszubildende, Studierende und für alle Einsteiger in das Rechnungswesen.

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Leseprobe

352. Kapitel
 
Inventur und Bilanz


In diesem Kapitel wird der Leser zunächst am Beispiel „Kasse“ in die Notwendigkeit eines Kontenabgleichs eingeführt. Der errechnete Wert wird mit dem tatsächlichen Wert verglichen. Dieses Vorgehen wird mit allen Bestandskonten durchgeführt. Am Beispiel einer einfachen Inventurdifferenz wird dem Leser vor Augen geführt, dass die auf den Konten gebuchten Zahlen an die tatsächlichen Werte angepasst werden müssen. Dies geschieht durch Korrekturbuchungen. Anschließend erfolgt eine tiefer gehende Beschäftigung mit dem Entstehen der tatsächlichen Zahlen im Rahmen einer Inventur. Das Ergebnis der Inventur wird im Inventar dargestellt. Grundlegende Fachbegriffe werden erläutert und aus einem Eigenkapitalvergleich der Erfolg berechnet. Aus dem Inventar wird die Bilanz erstellt. Dies wird an einem Beispiel aufgezeigt und gesetzliche Vorgaben werden dem Leser vorgestellt.

2.1 Kontenabgleich und Inventurdifferenz


Angenommen unsere kleine Fahrradhandlung hätte im gesamten Jahr 20XX folgende Buchungen auf dem T-Konto „Kasse“:

36 Kasse

Soll

Haben

AB

771,00

(1) Barvk

1.200,00

(2) Barvk

49,00

(3) Barvk

260,00

(4) Barvk

1.020,00

Wie viel EUR haben wir am Jahresende in der Kasse?

Da keine Abgänge aus der Kasse vorkamen, können wir den Endbestand durch Addition der Zugänge zum Anfangsbestand errechnen: 771,00 + 1.200,00 + 49,00 + 260,00 + 1.020,00 = 3.300,00 EUR. Können wir ganz sicher sein, dass wir tatsächlich 3.300 EUR in der Kasse haben? Wir haben alle Buchungen nochmals überprüft und die Summe nochmals nachgerechnet. Alle Buchungen und die Summe sind richtig. Folglich können wir sicher sein, dass wir 3.300 EUR in der Kasse haben oder?

Den Betrag in Höhe von 3.300 EUR haben wir durch eine Berechnung (AB + Zugänge) ermittelt. Es sollten 3.300 EUR in der Kasse sein (rechnerischer Wert). Dennoch können wir nicht ganz sicher sein, ob tatsächlich 3.300 EUR in der Kasse sind. Es könnte ja Geld aus der Kasse gestohlen worden sein, was wir auf dem T-Konto ja nicht erkennen können. Um ganz sicher zu sein, dass 3.300 EUR in der Kasse sind, müssen wir das Geld in der Kasse zählen. Den Vorgang des Zählens bezeichnet man als Bestandsaufnahme = Inventur. (Näheres zur Inventur in Kap. 2.2).

 

Den Vergleich der errechneten Endbestände auf den Bestandskonten mit den tatsächlichen Werten bezeichnet man als Kontenabgleich.

Das Zählen des Geldes in der Kasse erfolgt mithilfe einer Zählliste. Die Zählliste unserer Fahrradhandlung zeigt folgendes Ergebnis:

37 Kassenaufnahme:

Datum: 31.12.20XX

Anzahl

Einheit

EUR

Anzahl

Einheit

EUR

28,00

2,00

56,00

15

100

1.500,00

20,00

1,00

20,00

18

50

900,00

15

0,50

7,50

18

20

360,00

8

0,10

0,80

13

10

130,00

9

0,05

0,45

5

5

25,00

6

0,02

0,12

13

0,01

0,13

Summe Münzgeld

85,00

Summe Papiergeld

2.915,00

Summe: Bargeld

3 000,00

Kasse gezählt:

31.12.20XX

Müller

Zählung notiert und addiert:

31.12.20XX

Schneider

Kontrolle

31.12.20XX

Bürkle

Was stellen Sie fest?

Richtig: In der Kasse sind nur 3.000 EUR. Es sollten aber 3.300 EUR in der Kasse sein.

 

Eine Differenz zwischen errechneten Endbeständen auf den Bestandskonten und den durch Inventur ermittelten tatsächlichen Werten bezeichnet man als Inventurdifferenz.

Was nun? Wir müssen unser Konto „Kasse“ an die Wirklichkeit anpassen. Das bedeutet: Auf dem Konto „Kasse“ stehen 3.300 EUR. Es dürfen dort aber nur 3.000 EUR stehen. Wir müssen bildlich gesprochen vom Konto „Kasse“ 300 EUR wegnehmen. Wie machen wir das?

Wir buchen auf dem Konto „Kasse“ im Haben einen Abgang in Höhe von 300 EUR und korrigieren damit den errechneten Endbestand. Man spricht deshalb auch von einer Korrekturbuchung. Aber auf welchem Konto buchen wir im Soll?

Gehen Sie im Geiste alle Ihnen bisher bekannten Bestandskonten durch. Welches kommt infrage?

38Da andere aktive Bestandskonten ausscheiden, bleibt nur ein passives Bestandskonto. Es ist das Konto „Eigenkapital“. Das fehlende Geld geht zulasten des Inhabers, dem nun weniger Geld zusteht. Sein Eigenkapital nimmt um 300 EUR ab. Damit ist der Buchungssatz für die Buchung der Kassendifferenz komplett:

Sollkonto

Habenkonto

Betrag Soll

Betrag Haben

Eigenkapital

300,00

Kasse

300,00

Nun stimmt unser T-Konto „Kasse“ mit der Realität...

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