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Der Markteintritt in China

Die Internationalisierung kleinerer und mittlerer Unternehmen

AutorBenjamin Höhner
VerlagDiplomica Verlag GmbH
Erscheinungsjahr2007
Seitenanzahl110 Seiten
ISBN9783836653916
FormatPDF
Kopierschutzkein Kopierschutz/DRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis33,00 EUR

Die Internationalisierung ihrer Geschäftsbereiche ist eine der wichtigsten Aufgaben, vor die sich Unternehmungen heutzutage gestellt sehen. Die bisweilen als bedrohlich wahrgenommene Globalisierung der Wirtschaft setzt die Unternehmungen zunehmend unter Zugzwang. Insbesondere Unternehmen, deren Kernmärkte mehr oder weniger saturiert sind, sehen sich gezwungen, neue Absatzmärkte zu erschließen. Daraus resultierend ist in den vergangenen Jahren zu beobachten, dass der Welthandel konstant stärker wächst als die Weltproduktion. Die ausländischen Direktinvestitionen haben selbst dieses Wachstum noch übertroffen, sind weltweit in den vergangenen Jahren jedoch rückläufig.

Einen der populärsten Zielmärkte der Internationalisierung von Unternehmen stellt seit einigen Jahren China dar. Dauerhafte jährliche Wachstumsraten von über 9% und 1,3 Mrd. potenzielle Kunden sind ein schlagkräftiges Argument, China nicht ausschließlich als günstigen Produktionsstandort zu sehen.Die vorliegende Studie unternimmt den Versuch, einen Überblick über die Möglichkeiten und Schwierigkeiten des großen unternehmerischen Schrittes - des internationalen Markteintritts in die Volksrepublik China - zu geben und hierbei insbesondere die außergewöhnlichen kulturellen, geographischen und ökonomischen Umstände zu berücksichtigen, die der chinesische Markt mit sich bringt.

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Leseprobe

Kapitel 4.3, Relevante Merkmale chinesischer Märkte

Bevor im folgenden Kapitel auf die Möglichkeiten der Wahl einer Erschließungsstrategie für den chinesischen Markt eingegangen wird, sollen zuvor einige hierfür relevante Besonderheiten des Marktes aufgezeigt werden.

Allgemeingültige Aussagen über den chinesischen Markt zu treffen erscheint beinahe unmöglich. Zu groß sind die Unterschiede. Zum einen regional gesehen, zum anderen im Hinblick auf unterschiedliche Konsumentenbedürfnisse. Die folgenden Ausführungen werden sich daher in erster Linie auf die für westliche Unternehmungen interessantesten Regionen beziehen. Das heißt, wie in Kapitel 4.2.2 ausgeführt, vordergründig auf die großen Städte an der Ostküste und im Südosten des Landes.

Aufgrund der niedrigen Arbeitskosten ist insbesondere der Markt für Massenprodukte von einem extrem preislastigen Wettbewerb geprägt. Dieser Bereich erscheint damit wenig interessant für westliche Unternehmen, da davon auszugehen ist, dass insbesondere asiatische Mitbewerber in aller Regel aufgrund größerer Marktkenntnis und größerer Ausbringungsmengen Kostenvorteile haben werden.Die Wettbewerbsintensität nimmt allgemein schnell zu. Zum einen strömen mit zunehmendem Wirtschaftswachstum und der damit verbundenen Steigerung der Kaufkraft chinesischer Konsumenten immer mehr ausländische Unternehmungen in den Markt, allein im Jahre 2003 gab es einen Zuwachs von rund 17%. Zum anderen lernen die lokalen Unternehmen dazu und entwickeln sich, auch in Bezug auf ihre Fertigungs- und Produktqualität, schnell weiter. Selbst Unternehmen, die sich in zunächst sicheren engen Nischenmärkten angesiedelt hatten, werden dort zunehmend erfolgreich von anderen Unternehmen angegriffen.

Die Unübersichtlichkeit chinesischer Teilmärkte kann ein Hindernis sein. Häufig sind relevante Informationen nur sehr schwer zu beschaffen. In vielen Märkten ist China noch ein Entwicklungsland. So sind Marktpotentiale oder Volumina kaum abzuschätzen, Marktgrenzen verschwimmen. Dies kann sich natürlich dann zum Vorteil wandeln, wenn die eigene Unternehmung die Marktbarrieren leichter überwinden kann als andere.

Kapitel 4.3.1, Der Schutz geistigen Eigentums in China: Der unzureichende Schutz geistigen Eigentums ist eine der meistdiskutierten und damit wohl auch relevantesten Unzulänglichkeiten des chinesischen Marktes.

Eine Studie von Schwärmer und Lynton im Jahr 2002 identifizierte den unzureichenden Schutz geistigen Eigentums als eine der größten Markteintrittsbarrieren für deutsche KMU. Zu einem vergleichbaren Ergebnis kam das Beratungsunternehmen KPMG. Laut ihrer Studie sehen 82% der Befragten hierin ein ernsthaftes Hindernis. Insbesondere Unternehmen, deren Hauptgeschäftsfeld in entwicklungsintensiven Bereichen, wie Unterhaltungselektronik, medizinische Geräte, Medikamente, Software etc., liegt, stehen einem Technologietransfer nach China, oftmals zu Recht, skeptisch gegenüber.

Ungeachtet dieser Tatsache ist China einer der größten Technologieimporteure weltweit. Dies mag darin begründet liegen, dass die vermeintlichen Marktchancen von den meisten Unternehmen höher gewertet werden als das Risiko des Know-how Verlustes. Hinzu kommt, dass entsprechendes Risiko seit einigen Jahren konstant abnimmt.

Auf Druck der internationalen Gemeinschaft, aber auch auf das zunehmende Drängen inländischer Technologieproduzenten, verschärft die chinesische Regierung seit einigen Jahren den Druck auf Produzenten von Plagiaten. Der Umgang mit geistigem Eigentum wie Know-how und Markenrechten war in der chinesischen Vergangenheit sehr unbedarft. Einfache Technologien wurden zumeist als Gemeinwohl gesehen und auch entsprechend behandelt.

Erst mit zunehmendem Zufluss ausländischer Unternehmen in den vergangenen 20 Jahren stieg die Sensibilisierung langsam an. Parallel wird seitens der chinesischen Regierung der rechtliche Rahmen verbessert.

Regelmäßig werden neue Gesetze zum Patentrecht erlassen und China hat diverse internationale Abkommen zum Schutz geistigen Eigentums unterzeichnet. In vielen Fällen wird von ausländischen Unternehmen von dreisten Plagiaten ihrer Technologien berichtet.

Dennoch, nach wie vor beklagen ausländische Unternehmen den unzureichenden Schutz ihrer Erzeugnisse. Insbesondere Hersteller von Industriemaschinen sehen sich bedroht. Ihre Produkte stehen weit weniger im Interesse der Öffentlichkeit als z.B. die der Film- oder Musikindustrie. Der Vertreter eines deutschen KMU, Hersteller von Textilmaschinen, sieht sein Unternehmen in der Existenz bedroht. Nachahmer greifen das Unternehmen nicht mehr nur auf dem chinesischen, sondern auf dem Weltmarkt an. Fälle wie dieser sind keine Seltenheit. Aber die Schuld hierfür ist nicht allein bei der chinesischen Autorität zu suchen.

Nach Meinung von Dietz, Shao-Tin Lin und Yang betreten viele Unternehmen den chinesischen Markt zu übereilt und unbedarft. Man verlässt sich zu stark auf das Rechtssystem und versäumt es, den Schutz des eigenen Know-hows grundlegend in die Strategie des Unternehmens zu implementieren.

Spezielle interkulturelle Schulungen können die Sensibilität für den Schutz geistigen Eigentums erhöhen, das Zurückhalten einiger besonders sensitiver Produkte vom chinesischen Markt sollte bisweilen dem kurzfristigen ökonomischen Erfolg vorgezogen werden.

Abschließend ist festzuhalten, dass nach wie vor große Probleme mit dem Schutz geistigen Eigentums bestehen, diese aber bei entsprechender Vorgehensweise keine unüberwindliche Markteintrittsbarriere darstellen.

Inhaltsverzeichnis
Der Autor6
INHALT8
ABBILDUNGSVERZEICHNIS10
TABELLENVERZEICHNIS11
ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS12
1 EINLEITUNG14
1.1 FRAGESTELLUNG UND ZIELSETZUNG14
1.2 AUFBAU DER STUDIE16
2 DIE BESONDERHEITEN KLEINER UND MITTLERER UNTERNEHMEN18
2.1 DEFINITION KLEINER UND MITTLERER UNTERNEHMEN19
2.1.1 DIE QUANTITATIVE DEFINITION19
2.1.2 DIE QUALITATIVE DEFINITION21
2.2 DIE VOLKSWIRTSCHAFTLICHE BEDEUTUNG VON KMU23
2.3 DER MITTELSTÄNDISCHE UNTERNEHMER24
2.4 KMU UND STRATEGIE26
3 GRUNDLAGEN DER INTERNATIONALISIERUNG KLEINER UND MITTLERER UNTERNEHMEN30
3.1 MOTIVE UND ZIELE DER INTERNATIONALISIERUNG30
3.2 STÄRKEN UND SCHWÄCHEN VON KMU BEI DER INTERNATIONALISIERUNG32
3.3 MARKT - UND STANDORTWAHL34
3.4 FORMEN DER INTERNATIONALISIERUNG37
3.4.1 EXPORT37
3.4.2 LIZENZVERGABE38
3.4.3 JOINT VENTURES40
3.4.4 HUNDERT PROZENTIGE TOCHTERGESELLSCHAFTEN42
4 CHINA – BESONDERHEITEN DES MARKTES UND DER KULTUR44
4.1 BESONDERHEITEN DER CHINESISCHEN KULTUR UND MENTALITÄ T44
4.1.1 GUANXI – DIE ROLLE VON BEZIEHUNGEN IM CHINESISCHEN GESCHÄFTSLEBEN46
4.1.2 MIANZI – DIE ANGST DAS GESICHT ZU VERLIEREN48
4.1.3 KONFLIKTVERHALTEN IN CHINA49
4.2 UNTERNEHMENSUMFELD IN CHINA50
4.2.1 DIE WIRTSCHAFTLICHE ENTWICKLUNG51
4.2.2 DIE STRUKTURELLEN UND GEOGRAFISCHEN UNTERSCHIEDE52
4.2.3 DER CHINESISCHE ARBEITSMARKT55
4.2.4 SOZIALISTISCHE MARKTWIRTSCHAFT – DIE POLITISCHEN RAHMENBEDINGUNGEN58
4.3 RELEVANTE MERMALE CHINESISCHER MÄRKTE60
4.3.1 DER SCHUTZ GEISTIGEN EIGENTUMS IN CHINA61
4.3.2 DER CHINESISCHE KONSUMENT63
5 STRATEGIEN ZUR ERSCHLIESSUNG DES CHINESISCHEN MARKTES66
5.1 DIE WAHL DES ZEITPUNKTES67
5.2 DIE WAHL DER MARKTEINTRITTSFORM68
5.2.1 MARKTBEARBEITUNGSFORMEN70
5.3 DIE WAHL DES STANDORTES76
5.4 DER WEG FÜR KLEINE UND MITTLERE UNTERNEHMEN NACH CHINA78
5.4.1 DER PASSENDE KOOPERATIONSPARTNER FÜR KMU79
5.4.2 FÜHRUNG UND KONTROLLE KOOPERATIVER EIGENTUMSFORMEN84
5.5 FAZIT – SIND KMU FÜR EINEN MARKTEINTRITT NACH CHINA GEEIGNET ?86
6 SCHLUSSBETRACHTUNG90
6.1 ZUSAMMENFASSUNG90
6.2 AUSBLICK92
LITERATURVERZEICHNIS94
Reihe China106

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