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Der Pflegeprozess in der Pflegedokumentation von Krankenhäusern

Vorstellung eines Instrumentes zur Beurteilung und exemplarische Studie

AutorSusanne Graudenz
VerlagDiplomica Verlag GmbH
Erscheinungsjahr2008
Seitenanzahl184 Seiten
ISBN9783836608374
FormatPDF
Kopierschutzkein Kopierschutz/DRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis29,99 EUR
Die Entwicklung der deutschen Krankenhauslandschaft zu dienstleistungsorientierten Unternehmen fordert von allen Versorgungseinrichtungen im Gesundheitswesen wirtschaftlich zu arbeiten und qualitätssichernde Maßnahmen zu ergreifen: Krankenversorgung im 21. Jahrhundert verlangt kontinuierliche, wirtschaftlich vertretbare und qualitative Versorgung. Um diese Anforderungen zu unterstützen wird seit 2003 ein neues Vergütungssystem, die German-Diagnosis-Relatead-Groups (G-DRG) angewendet. 'Das neue Vergütungssystem ist der Schlüssel zu mehr Effizienz, Qualität und Wettbewerb.' Doch das allein reicht nicht aus um die immer komplexer werdenden Ansprüchen zu bewältigen. Ein weiterer Bestandteil ist die Systematik einer Prozessbetrachtung, diese soll in der Krankenpflege durch die Anwendung des Pflegeprozesses gesichert werden. Mittlerweile sind pflegerische Handlungsfelder jedoch von einer hohen Komplexität gekennzeichnet. 'Die pflegerische Praxis unterliegt zahlreichen objektiven und subjektiven Einflussfaktoren, ändert sich ständig und stellt zunehmend höhere Anforderungen an die Leistungsbereitschaft und Flexibilität der Mitarbeiter.' Der Pflege- und Betreuungsbereich insgesamt ist von zentraler gesellschaftlicher Bedeutung, bei dem immer stärker Fragen der Kosteneffizienz, der Qualität sowie der Effektivität medizinischer und pflegerischer Leistungen diskutiert werden. Hinzu kommt der demographische Wandel - insbesondere die Zunahme älterer und sehr alter Menschen - die Auswirkungen des medizinischen Fortschritts und ein weiterer Anstieg von chronischen Krankheiten insgesamt. Trotz der Verankerung im Krankenpflegegesetz, trotz der Qualitätsvorgaben im Sozialgesetzbuch (SGB) V und XI, trotz der Richtlinien zur Pflegedokumentation der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) und zahlreicher interner Normen und Dienstanweisungen '(...) scheint es, dass der Pflegeprozess in der Praxis nicht realisiert wird.' Die Abbildung des Pflegeprozesses in der pflegerischen Dokumentation ist ein wichtiger Anhaltspunkt, wie systematische Pflege geleistet wird. Ohne ein Grundgerüst, welches einen vergleichbaren Rahmen zur Durchführung und Begründung von Pflegeleistungen sowie zur Planung der Ressourcen verwendet wird, ist die Anwendung von professionellen Pflegehandlungen intuitiv bzw. beruht es auf traditionellem Handeln. Fehlt die Evaluation der Wirksamkeit der Pflegemaßnahmen ist es problematisch zu prüfen, ob die angewendeten Leistungen für den Patienten zweckmäßig und angemessen sind. Welche Schritte des Pflegeprozesses sich in der Pflegedokumentation finden, ist Inhalt der vorliegenden Studie. Exemplarisch wird in vier Krankenhäusern Thüringens mit unterschiedlichen Trägerschaften eine quantitative Studie durchgeführt. Eine Erhebung mittels eines kriteriengeleiteten Fragebogens soll zeigen, welche Phasen des Pflegeprozesses sich in der Dokumentation finden lassen.

Susanne Graudenz, Krankenschwester und Diplom-Pflegewirtin (FH) arbeitet seit 18 Jahren am Universitätsklinikum Jena in Thüringen. Nach 14 Jahren in der Pflegepraxis ist sie gegenwärtig als Mitarbeiterin der Pflegedirektion damit beschäftigt Prozesse und Vorgänge in Krankenhäusern zu analysieren. 2005-2007 leitete sie ein Projekt zur Einführung der Selbstpflegedefizit-Theorie.

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Leseprobe

Kapitel 4.5, Stellungnahme des MDS zu Pflegeprozess und Pflegequalität

Die Spitzenverbände der Pflegekassen haben den Medizinischen Dienst der Spitzenverbände der Krankenkassen (MDS) beauftragt, „(...) zu den Anforderungen, den Inhalten und der sachgerechten Führung der Pflegedokumentation ein Positionspapier zu erstellen.“ Anlass für diese Initiative war und sind die Ergebnisse des MDK aus den Qualitätsprüfungen. Diese legen in allen Bereichen einen zum Teil erheblichen Handlungsbedarf hinsichtlich der Anwendung und Umsetzung des Pflegeprozesses nahe. Die Ergebnisse der Qualitätsprüfungen der Medizinischen Dienste belegen, dass die Einrichtungen gerade bei der Etablierung und Umsetzung des Pflegeprozesses Unterstützung und Begleitung brauchen.

In den Pflegeeinrichtungen sind vielfältige Bemühungen zur Etablierung des Pflegeprozesses unternommen worden. Einrichtungen, die bisher bereits erfolgreich mit dem Instrument des Pflegeprozesses arbeiten, berichten vor allem von einer Qualitätsverbesserung der Pflegeleistungen und einer Steigerung der Arbeitszufriedenheit ihrer Mitarbeiter.

„Der Pflegeprozess und seine Dokumentation dienen der systematischen Feststellung der Selbstpflegekompetenz des Pflegebedürftigen, seinen alltäglichen Bedürfnissen und Anforderungen nachzukommen, dem Aushandeln von Pflegebedarf und Pflegezielen, dem Festlegen von Verantwortlichkeiten für die Durchführung einzelner Unterstützungsleistungen und der Überprüfung der Angemessenheit von Maßnahmen und Zielsetzungen. In der Dokumentation werden die Art und Weise des pflegerischen Handelns beschrieben und allen am Prozess Beteiligten werden die notwendigen Informationen zugänglich gemacht.“ Das individuelle und aktuelle Bild des Pflegebedürftigen soll sich in der Pflegedokumentation widerspiegeln, so dass sich theoretisch auch eine nicht in der Einrichtung beschäftigte Pflegekraft ein zutreffendes Bild über die Situation des zu Pflegenden machen und danach pflegen kann, ohne dass ein Schaden für den zu Pflegenden entsteht.

Stellungnahme des MDS zu Pflegedokumentation:

Zielsetzung der Pflegedokumentation: Basis für eine retrospektive Beurteilung der Qualität ist die Nachvollziehbarkeit von Pflegemaßnahmen. Dafür ist eine strukturierte Pflegedokumentation erforderlich. Sie ist unter anderem Grundlage für Umsetzung von Standards, weil nur anhand der Pflegedokumentation die Umsetzung dieser nachvollzogen werden kann. Folgende Ziele werden mit dem Dokumentationssystem verfolgt: „(1) Nachweis der professionellen, systematischen, aktualisierten und auf den Pflegebedürftigen bezogenen individuellen Pflege (2) Sicherung der Kontinuität und Organisation der Pflege durch übersichtliche, konkrete und vollständige Verlaufsdarstellung (3) Praktikabilität und Reduzierung von überflüssigem Schreibaufwand (4) Einsatz als intra- und interprofessionelles Kommunikationsmittel auch im Schnittstellenmanagement (5) Bereitstellung von Informationen für das interne Qualitätsmanagement (6) Darstellung des Leistungsgeschehens intern und extern (7) Bereitstellung von Informationen für das Personalcontrolling (8) Rechtssicherer Nachweis der pflegerischen Leistung“...

Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis3
1 Einleitung5
2 Qualitätsbeurteilung im Gesundheitswesen9
2.1 Die Qualitätskategorien für Pflege9
2.2 Definition von Pflegequalität9
2.2.1 Strukturqualität im Krankenhaus10
2.2.2 Prozessqualität im Krankenhaus10
2.2.3 Ergebnisqualität im Krankenhaus11
3 Pflegeprozessmodelle12
3.1 Entstehung von Pflegeprozessmodellen12
3.1.1 4-Phasenmodelle (Yura/ Walsh Prozessmodell der WHO)12
3.1.2 5-Phasenmodell (nach Juchli, Brobst et al.)13
3.1.3 6-Phasenmodell (nach Fiechter/ Meier)14
3.1.4 Übersicht über Pflegeprozessmodelle15
3.2 Entwicklung des Pflegeprozesses16
3.3 Problematik des Theorie-Praxis-Transfer16
3.4 Bedeutung der Finanzierung der Krankenversorgung für den Pflegeprozess21
4 Grundlagen zu Pflegedokumentation und Pflegeprozess25
4.1 Rechtsgrundlagen25
4.2 Gesetz über Berufe in der Krankenpflege27
4.3 Krankenhausvertragsrecht27
4.4 Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG)28
4.5 Stellungnahme des MDS zu Pflegeprozess und Pflegequalität29
4.6 Stellungnahme des MDS zu Pflegedokumentation30
5 Methodik37
5.1 Zeitlicher Ablauf der Studie37
5.2 Vorgehensweise37
5.3 Bedingungen für die Beurteilung38
5.4 Erhebungsbogen des MDS/ Bedeutung für vorliegende Analyse39
5.5 Bearbeitung des Erhebungsbogens des MDS40
5.6 Definition der Beurteilungskriterien41
5.7 Vorstellung der teilnehmenden Krankenhäuser43
5.8 Stichprobengröße47
5.9 Codierung der untersuchten Akten47
6 Ergebnisdarstellung49
6.1 Auswertung49
6.2 Grafische Darstellung56
6.3 Interpretation der Ergebnisse65
6.4 Beantwortung der Forschungsfragen71
6.5 Methodenkritische Würdigung72
6.5.1 Diskussion des Analyseverfahrens73
6.5.2 Diskussion der Ergebnisse76
6.5.3 Gegenüberstellung ähnlicher Untersuchungen77
7 Zusammenfassung80
8 Ausblick90
Quellenverzeichnis91
Tabellenverzeichnis95
Abbildungsverzeichnis96
Abkürzungsverzeichnis97
Anlage98

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