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Der Zusammenhang zwischen Wertschöpfungsorganisation und strategischen Wettbewerbsvorteilen

AutorUwe Stratmann
VerlagRainer Hampp Verlag
Erscheinungsjahr2010
Seitenanzahl385 Seiten
ISBN9783866185937
FormatPDF
KopierschutzWasserzeichen/DRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis32,99 EUR

Diese Arbeit befasst sich mit der Erklärung strategischer Wettbewerbsvorteile unter besonderer Betrachtung der europäischen Automobilwirtschaft. Im Unterschied zu einer herkömmlichen unternehmenszentrierten strategischen Analyse fokussiert die Untersuchung ganzheitliche Wertschöpfungssysteme. Konkret umfasst die hier angewendete Wertschöpfungsorganisationsanalyse alle Akteure und deren multilaterale Beziehungen, die zur Produktion und Distribution eines bestimmten Produktes beitragen. Ziel der Analyse ist es, die Wirkungszusammenhänge zwischen dem Konstrukt der Wertschöpfungsorganisation und strategischen Wettbewerbsvorteilen zu identifizieren und daraus theoretische und pragmatische Schlussfolgerungen abzuleiten. Diese neue, unternehmensübergreifende Analyseperspektive wird gewählt, da in heutigen Märkten zunehmend ein Kollektiv von spezialisierten Unternehmen über den Erfolg eines Produktes entscheidet. Neben veränderten Marktbedingungen begünstigen neue Informations- und Kommunikationstechniken sowie innovative Produktions- und Distributionsprozesse kooperative Formen der Wertschöpfung. In Folge dessen stehen nicht mehr einzelne Unternehmen sondern vielmehr komplexe Wertschöpfungsorganisationen im Wettbewerb. Auf Grund dieser Entwicklungen werden die Konzeption, Konfiguration und Steuerung eines Wertschöpfungssystems als zentrale Determinanten zur Erzielung und zur nachhaltigen Absicherung von Wettbewerbsvorteilen betrachtet. Dabei entscheidet die Wettbewerbsfähigkeit des gesamten Systems über den ökonomischen Erfolg der einzelnen partizipierenden Wertschöpfungsakteure. Zur Konzeptualisierung strategischer Wettbewerbsvorteile greift die Arbeit auf die Erklärungskonzepte der ökonomisch orientierten Theorien des Strategischen Managements zurück. Deren strategische Effektivitätsüberlegungen werden durch transaktionskostentheoretische Effizienzbetrachtungen komplementiert. Zur empirischen Fundierung des Wertschöpfungsorganisationskonzeptes werden die Wertschöpfungsorganisationen acht bedeutender Automobilfabrikate innerhalb des europäischen Marktes analysiert. Beleuchtet werden unter anderem das Ausmaß von Outsourcing Entscheidungen und die damit einhergehenden unterschiedlichen kooperativen Arrangements zwischen den Wertschöpfungsakteuren in der Fahrzeugproduktion und -distribution. Die Differenzierung unterschiedlicher Organisationstypen basiert dabei auf den formellen als auch informellen Bindungsarten und -intensitäten zwischen dem fokalen Automobilhersteller und seinen Zulieferern sowie Vertriebs- und Serviceakteuren. Aus den identifizierten Wirkungszusammenhängen leitet die Arbeit pragmatische Gestaltungsempfehlungen für die strategische Konzeption einer Wertschöpfungsorganisation ab.

Dr. Uwe Stratmann, Jahrgang 1976, studierte an der Hochschule Nürtingen-Geislingen Betriebswirtschaftslehre mit Fachrichtung Automobilwirtschaft. Der Autor leitet die Forschungsprojekte für das International Car Distribution Programme (ICDP) am Internationalen Institut für Management an der Universität Flensburg. Dr. Uwe Stratmann ist Autor zahlreicher Beiträge und Aufsätze zu strategischen Fragestellungen in der Automobilwirtschaft.

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Leseprobe
6 Schlussfolgerungen zur Untersuchung (S. 317-318)

Im Rahmen der Schlussbetrachtung werden die Ergebnisse der Untersuchung im Kontext pragmatischer und theoretischer Schlussfolgerungen eingebracht. Die pragmatischen Schlussfolgerungen beziehen sich auf die Gestaltung der zentralen Wertschöpfungsorganisationsdeterminanten. Die Gestaltung orientiert sich am zugrunde liegenden Ziel dieser Untersuchung, der Erzielung strategischer Wettbewerbsvorteile. Im nächsten Schritt werden theoretische Schlussfolgerungen für die weitere Erforschung der Wirkungszusammenhänge zwischen Wertschöpfungsorganisation und strategischen Wettbewerbsvorteilen gezogen. Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Betrachtung der Untersuchung ab.

6.1  Pragmatische Schlussfolgerungen

Im Mittelpunkt der Untersuchung steht der Wirkungszusammenhang zwischen bestimmten Wertschöpfungsorganisationsmerkmalen und strategischen Wettbewerbsvorteilen. Als maßgebende Determinanten einer Wertschöpfungsorganisation werden zum einen die zentralen Eigenleistungen des fokalen Wertschöpfungsarchitekten und zum anderen die formellen und informellen Bindungsmerkmale zwischen den Wertschöpfungsakteuren betrachtet. Pragmatische Schlussfolgerungen zur Gestaltung einer Wertschöpfungsorganisation konzentrieren sich auf diese drei Determinanten.

Die Schlussfolgerungen orientieren sich an der Zielstellung, durch die Gestaltung einer Wertschöpfungsorganisation Differenzierungs- und Innovationsvorteile sowie überdurchschnittliche finanzielle und marktliche Erfolge zu erreichen. Dabei sind spezifische Merkmale und Rahmenbedingungen der jeweiligen Branchen und Märkte zu beachten. Als fokaler Wertschöpfungsarchitekt wird der Akteur betrachtet, der die Schnittstelle zwischen Produktion und Distribution bildet und als originärer Systemführer agiert.

Die Form der Wertschöpfungsorganisation hat Auswirkungen auf die Entscheidungs- und Gestaltungsautonomie dieses Akteurs. Als Orientierungspunkt richten sich die folgenden Gestaltungsempfehlungen an den fokalen Architekten. Dabei wird berücksichtigt, dass spezifische Formen der Wertschöpfungsorganisation die Wettbewerbsvorteile des Organisationskollektivs und somit der verschiedenen individuellen Akteure beeinflussen. Im folgendem werden aus dem empirischen Datenmaterial und den theoretisch abgeleiteten Zusammenhängen zwischen der Wertschöpfungsorganisation und strategischen Wettbewerbsvorteilen Schlussfolgerungen für die Gestaltung und Konzeption von Wertschöpfungssystemen in der Praxis gezogen.

6.1.1  Ausmaß der zentralen Integration

Generell zeigt sich im Kontext der europäischen Automobilindustrie ein positiver Zusammenhang zwischen einer überdurchschnittlichen globalen Integration und strategischen Wettbewerbsvorteilen. Einen überdurchschnittlichen Differenzierungs-, Markt- und Finanzerfolg erreichen die Wertschöpfungsorganisationen, die auf der einen Seite umfassende Leistungen externer Akteure nutzen und auf der anderen Seite diese Akteure stark durch formelle und informelle Bindungsinstitute integrieren.

In diesen Fällen wurde ein großer Anteil der (strategisch bedeutenden) Akteure durch finanzielle Geiseln, langfristige Verträge und ausgeprägte informelle Bindungsmechanismen (quasi) integriert. Die enge Einbindung und Koordination der externen Akteure erfordert hinsichtlich des gesichteten Datenmaterials ein gewisses Maß der zentralen Integration, sowohl in der Produktion als auch in der Distribution. Keiner der als erfolgreich zu bewertenden Fälle weist eine unterdurchschnittliche zentrale Integration in einer der beiden konstituierenden Wertschöpfungsbereiche auf.
Blick ins Buch
Inhaltsverzeichnis
Geleitwort6
Vorwort8
Inhalt10
Abbildungsverzeichnis15
Tabellenverzeichnis17
Abkürzungsverzeichnis20
1 Einleitung22
1.1 Zur Entwicklung der Fragestellung22
1.2 Forschungsdefizite und offene Forschungsfragen28
1.3 Problem- und Fragestellungen37
1.4 Vorgehensweise38
2 Die Entwicklung des konzeptionellen Bezugsrahmens der Untersuchung44
2.1 Die effizienzorientierte Transaktionskostentheorie45
2.2 Ökonomische Theorien des Strategischen Managements53
2.2.1 Die Entwicklung der Disziplin53
2.2.2 Der industrieökonomische Market-based View56
2.2.3 Ressourcenbasierte Erklärungsmodelle62
2.2.3.1 Der Resource-based View63
2.2.3.2 Der Relational View72
2.2.3.3 Der Dynamic Capabilities View80
2.2.4 Komplementarität der theoretischen Ansätze85
2.3 Wertschöpfungsorganisation als Gegenstand der Untersuchung91
2.3.1 Definition des Wertschöpfungsorganisationsbegriffs91
2.3.2 Systematisierung von Wertschöpfungsorganisationsformen96
2.3.3 Zusammenfassende Darstellung104
2.4 Das theoretische Rahmenkonzept der Untersuchung105
2.4.1 Effizienzbasierte Überlegungen106
2.4.2 Industrieökonomische Überlegungen109
2.4.3 Ressourcenbasierte Überlegungen111
2.4.4 Hypothesen des theoretischen Konzepts117
2.4.4.1 Globale Integration und strategische Wettbewerbsvorteile117
2.4.4.2 Integration externer Akteure und strategische Wettbewerbsvorteile120
2.4.5 Zusammenfassende Darstellung des theoretischen Konzeptes123
3 Inhalt und Methodik der empirischen Analyse128
3.1 Wertschöpfungsorganisation in der Automobilwirtschaft128
3.1.1 Die europäische Automobilwirtschaft129
3.1.2 Veränderungen in den Wertschöpfungsorganisationen der Automobilwirtschaft136
3.1.2.1 Veränderungen im Wertschöpfungsorganisationsbereich Automobilproduktion136
Wertschöpfungsorganisationsbereic3.1.2.2 Veränderungen im h Automobildistribution149
3.2 Die Operationalisierung der Variablen167
3.2.1 Die Operationalisierung der unabhängigen Variablen167
3.2.1.1 Die Operationalisierung der Variable ›Zentrale Integration‹168
3.2.1.2 Die Operationalisierung der Variable ›Formelle Bindung externer Akteure‹174
3.2.1.3 Die Operationalisierung der Variable ›Informelle Bindung externer Akteure‹ in der Produktion und in der Distribution184
3.2.1.4 Zusammenfassende Betrachtung zur Operationalisierung der unabhängigen Variablen188
3.2.2 Die Operationalisierung der abhängigen Variablen190
3.3 Methodische Vorgehensweise195
3.3.1 Fallstudien als Forschungsmethodik196
3.3.2 Gütekriterien zur Evaluierung der Fallstudien199
3.3.2.1 Konstruktvalidität200
3.3.2.2 Interne Validität201
3.3.2.3 Externe Validität201
3.3.2.4 Reliabilität202
3.3.3 Methode der Datenerhebung202
3.3.4 Methode der Datenauswertung206
3.3.4.1 Darstellung und Systematisierung der Daten206
3.3.4.2 Datenauswertung mit der Pattern Matching Methode207
3.3.4.3 Zusammenfassung zum Pattern Matching als Datenauswertungsmethode210
3.3.5 Auswahl der Fallstudien211
3.3.6 Zusammenfassende Betrachtung zur Forschungsmethodik213
4 Ergebnisse der Fallstudienuntersuchung218
4.1 Fallstudie Audi218
4.1.1 Unabhängige Variablen der Wertschöpfungsorganisation Audi219
4.1.1.1 Eigenleistungsanteil in der Produktion219
4.1.1.2 Eigenleistungsanteil in der Distribution220
4.1.1.3 Formelle Bindung in der Produktion222
4.1.1.4 Formelle Bindung in der Distribution224
4.1.1.5 Informelle Bindung in der Produktion und Distribution225
4.1.1.6 Zwischenfazit226
4.1.2 Abhängige Variablen der Wertschöpfungsorganisation Audi227
4.2 Fallstudie BMW231
4.2.1 Unabhängige Variablen der Wertschöpfungsorganisation BMW232
4.2.1.1 Eigenleistungsanteil in der Produktion232
4.2.1.2 Eigenleistungsanteil in der Distribution233
4.2.1.3 Formelle Bindung in der Produktion234
4.2.1.4 Formelle Bindung in der Distribution236
4.2.1.5 Informelle Bindung in der Produktion und Distribution236
4.2.1.6 Zwischenfazit238
4.2.2 Abhängige Variablen der Wertschöpfungsorganisation BMW239
4.3 Fallstudie Fiat243
4.3.1 Unabhängige Variablen der Wertschöpfungsorganisation Fiat244
4.3.1.1 Eigenleistungsanteil in der Produktion244
4.3.1.2 Eigenleistungsanteil in der Distribution245
4.3.1.3 Formelle Bindung in der Produktion246
4.3.1.4 Formelle Bindung in der Distribution249
4.3.1.5 Informelle Bindung in der Produktion und Distribution249
4.3.1.6 Zwischenfazit251
4.3.2 Abhängige Variablen der Wertschöpfungsorganisation Fiat252
4.4 Fallstudie Mercedes-Benz Cars255
4.4.1 Unabhängige Variablen der Wertschöpfungsorganisation Mercedes Benz Cars256
4.4.1.1 Eigenleistungsanteil in der Produktion256
4.4.1.2 Eigenleistungsanteil in der Distribution257
4.4.1.3 Formelle Bindung in der Produktion259
4.4.1.4 Formelle Bindung in der Distribution260
4.4.1.5 Informelle Bindung in der Produktion und Distribution261
4.4.1.6 Zwischenfazit263
4.4.2 Abhängige Variablen der Wertschöpfungsorganisation Mercedes-Benz Cars264
4.5 Fallstudie Opel-Vauxhall267
4.5.1 Unabhängige Variablen der Wertschöpfungsorganisation Opel-Vauxhall268
4.5.1.1 Eigenleistungsanteil in der Produktion268
4.5.1.2 Eigenleistungsanteil in der Distribution271
4.5.1.3 Formelle Bindung in der Produktion272
4.5.1.4 Formelle Bindung in der Distribution274
4.5.1.5 Informelle Bindung in der Produktion und Distribution274
4.5.1.6 Zwischenfazit276
4.5.2 Abhängige Variablen der Wertschöpfungsorganisation Opel-Vauxhall277
4.6 Fallstudie Renault281
4.6.1 Unabhängige Variablen der Wertschöpfungsorganisation Renault282
4.6.1.1 Eigenleistungsanteil in der Produktion282
4.6.1.2 Eigenleistungsanteil in der Distribution284
4.6.1.3 Formelle Bindung in der Produktion285
4.6.1.4 Formelle Bindung in der Distribution287
4.6.1.5 Informelle Bindung in der Produktion und Distribution288
4.6.1.6 Zwischenfazit289
4.6.2 Abhängige Variablen der Wertschöpfungsorganisation Renault290
4.7 Fallstudie Toyota Motors Europe294
4.7.1 Unabhängige Variablen der Wertschöpfungsorganisation Toyota Motors Europa295
4.7.1.1 Eigenleistungsanteil in der Produktion295
4.7.1.2 Eigenleistungsanteil in der Distribution296
4.7.1.3 Formelle Bindung in der Produktion297
4.7.1.4 Formelle Bindung in der Distribution300
4.7.1.5 Informelle Bindung in der Produktion und Distribution301
4.7.1.6 Zwischenfazit302
4.7.2 Abhängige Variablen der Wertschöpfungsorganisation Toyota Motors Europe303
4.8 Fallstudie Volkswagen307
4.8.1 Unabhängige Variablen der Wertschöpfungsorganisation der Marke Volkswagen308
4.8.1.1 Eigenleistungsanteil in der Produktion308
4.8.1.2 Eigenleistungsanteil in der Distribution310
4.8.1.3 Formelle Bindung in der Produktion312
4.8.1.4 Formelle Bindung in der Distribution313
4.8.1.5 Informelle Bindung in der Produktion und Distribution314
4.8.1.6 Zwischenfazit316
4.8.2 Abhängige Variablen der Wertschöpfungsorganisation Volkswagen317
5 Diskussion der Ergebnisse der Fallstudienanalyse322
5.1 Diskussion der Hypothesen im Kontext der Fallstudienergebnisse322
5.1.1 Globale Integration und strategische Wettbewerbsvorteile324
5.1.2 Integration externer Akteure und strategische Wettbewerbsvorteile328
5.2 Zusammenfassung der Fallstudienergebnisse im Kontext des theoretischen Konzepts333
6 Schlussfolgerungen zur Untersuchung338
6.1 Pragmatische Schlussfolgerungen338
6.1.1 Ausmaß der zentralen Integration338
6.1.2 Integration externer Akteure340
6.1.3 Zusammenfassende Betrachtung344
6.2 Theoretische Schlussfolgerungen346
6.3 Zusammenfassung der Untersuchung349
Literaturverzeichnis353

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