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E-Book

Deutscher Boxer

Charakter, Erziehung, Gesundheit

AutorKerstin Mielke
VerlagCadmos Verlag
Erscheinungsjahr2015
Seitenanzahl80 Seiten
ISBN9783840463297
FormatePUB
KopierschutzWasserzeichen
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis6,99 EUR
Der Deutsche Boxer ist nicht nur ein beliebter Familienhund sondern zugleich eine anerkannte Gebrauchshunderasse. In diesem Rassehundebuch erfährt der Leser, neben wissenswertem zu Charakter, Erziehung und Gesundheit, was diese temperamentvolle und charmante Rasse für diese widersprüchlich erscheinenden Aufgaben so geeignet macht. Neben Tipps zur Auswahl eines Hundes und zur Beschäftigung dieser arbeits- und bewegungsfreudigen Hunde wird auch die Entstehung der Rasse beleuchtet. Mögliche Probleme mit diesem muskulösen und wohlproportionierten Athleten werden nicht verschwiegen, sondern Wege aufgezeigt wie man diese in den Griff bekommt. Seien es nun Gesundheits- oder Verhaltensprobleme.

Kerstin Mielke ist Hundephysiotherapeutin mit eigener Praxis in Perleberg und langjährige begeisterte Boxerhalterin. Aktiv tätig als Vereinsvorsitzende einer Ortsgruppe und Ausbildungswartin im Deutschen Boxerklub (BK München e.V./VDH) beschäftigt sie sich neben der Gesundheit der Hunde vorrangig mit Erziehung und Ausbildung. Kerstin Mielke ist Autorin des Buches Die Anatomie des Hundes, das bereits im Cadmos Verlag erschienen ist.

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Leseprobe

Von den Anfängen bis zur Gegenwart

Der Boxer ist eine alte Hunderasse mit modernem Exterieur. Erste Aufzeichnungen über diese Hunde stammen bereits aus dem Mittelalter. Nach früheren Karrieren als Jagdhund, Metzgerhund und Dienst- und Gebrauchshund ist der Boxer heutzutage vorwiegend als alltagstauglicher Fa - milienhund gefragt. Sein stattliches Erscheinungs - bild und der unverwechselbare Kopf, gepaart mit seinem temperamentvollen und doch ausgeglichenen Wesen, machen ihn so beliebt.

Die Ahnen des Boxers

Im Mittelalter war die Jagd auf wehrhaftes Wild ein adliges Privileg. An den Fürstenhöfen hielt man die unterschiedlichsten Hunderassen als Jagdgehilfen: Saufinder und Saupacker, Hetzhunde und Schweißhunde. Sie wurden für die damaligen Verhältnisse gut gepflegt und im weitesten Sinne auch schon gezielt gezüchtet. Das Aussehen war allerdings eher ein untergeordnetes Zuchtziel – was zählte, war die Leistung.

Der Brabanter Bullenbeißer gilt als direkter Vorfahre des heutigen Boxers. (Abbildung zur Verfügung gestellt von Constanze Störring)

Die Urahnen der Boxer zählten zu den sogenannten Saupackern, die bei der Wildschweinjagd eingesetzt wurden. Ein Vertreter dieses Hundetypus ist der Brabanter oder Kleine Bullenbeißer, der als unmittelbarer Vorfahre des heutigen Boxers gilt. Diese Jagdhunde wurden etwa ab Beginn des 17. Jahrhunderts in Brabant, einer Landschaft in Belgien, und im Norden Deutschlands und Polens gezüchtet. In einem Buch aus dem Jahre 1719 beschreibt der Oberforstmeister Hans von Flemming den Bullenbeißer als mittelgroßen, gelben, seltener gestromten Hund mit kurzem breitem Kopf und einer schwarzen Maske. Weitere Merkmale seien die kurze Nase und der vorstehende Unterkiefer. Diese spezielle Gebissform brachte den Hunden bei der Jagd einen entscheidenden Vorteil. Ihre Aufgabe war es nämlich, wie der Name „Saupacker“ vermuten lässt, das Wild, vor allem Wildschweine, zu „packen“, also festzuhalten. Durch die zurückgesetzte Nase konnten sie beim Festhalten weiteratmen und mussten nicht etwa wegen mangelnder Luftzufuhr loslassen.

Anfang des 19. Jahrhunderts wurden als Folge der Französischen Revolution die Fürstenhöfe auch in Deutschland abgeschafft, was das Ende der herrschaftlichen Jagd und damit zugleich das Ende der Jagdhundezucht bedeutete. Dieser gesellschaftliche Wandel veränderte auch die Aufgaben des Kleinen Bullenbeißers. Fortan dienten diese Hunde den „kleinen Leuten“ als Wach- und Schutzhunde oder mussten zur Volksbelustigung in einer Art Stierkampf, dem sogenannten Bullenbeißen, gegen einen Bullen antreten.

Nachdem diese Stierkämpfe 1835 verboten worden waren, konnte sich der Bullenbeißer als „Metzgerhund“, der beim Treiben und Festhalten von Schlachtvieh half, als nützlich erweisen. Das sicherte letztlich zwar das Überleben der Rasse, eine planmäßige Zucht erfolgte zu dieser Zeit allerdings nicht mehr. Die Bullenbeißer vermischten sich wahllos mit diversen anderen Hunderassen, vor allem mit der gerade in Mode gekommenen Englischen Bulldogge, wodurch der Typ des Kleinen Bullenbeißers gegen Ende des 19. Jahrhunderts sehr uneinheitlich war. Viele Hunde hatten das schwere Gebäude und den kürzeren massigen Kopf sowie die weiße Farbe der Bulldogge geerbt. Auch die Benennung dieser Hunde war sehr unterschiedlich – in manchen Gegenden Deutschlands nannte man sie weiterhin Bullenbeißer, in anderen waren sie beispielsweise nur als Bulldoggen bekannt.

Vom Bullenbeißer zum heutigen Boxer

Der Name Boxer oder genauer gesagt „Boxdogge“ war erstmals in einer 1866 veröffentlichten Abhandlung der Kaiserlichen Akademie Wien zu lesen. Im Jahre 1886 beschrieb der deutsche Zoologe Alfred Brehm Hunde dieser „Rasse“ in seinem bekannten Buch Brehms Tierleben schon genauer. Dort unterteilte er die Doggen in fünf Schläge, wobei er den fünften als Bulldogge oder Boxer bezeichnete und wie folgt charakterisierte: „Diese großen und kräftig gebauten Hunde, die zunächst oft etwas plump wirken, sind an der dicken und vorn geraden, abgestutzten Schnauze kenntlich. Sprichwörtlich sind diese Tiere einerseits durch ihre Treue, andererseits durch ihr kraftbewusstes und selbstständiges Handeln.“

Einige Jahre später erwähnt auch der Jagdund Tiermaler Ludwig Beckmann die „Boxer“ in seinem Buch über Hunderassen. Laut Ludwig Beckmann sind diese Hunde groß und wohlgestaltet, rasch beweglich und energisch. Sie hätten ockergelbes Fell und eine schwarze Nase, selten seien sie gestromt. Den Charakter beurteilt er als zuverlässig. Beckmann äußerte zudem den Wunsch, dass sich bald ein Verein finden möge, der diese Hunde reinrassig züchtet. Damit war er nicht allein, denn auch der Tiermaler und Kynologe Richard Strebel schrieb 1894 in der Zeitschrift „Hundesport und Jagd“: „An der Zeit wäre es, sich einmal des Boxers anzunehmen, wenn auch naturgemäß der Anfang, wie bei allen Dingen, sehr schwer ist …“

 

Wer den Begriff „Boxer“ hört, wird damit meist die menschlichen Faustkämpfer assoziieren. Nur Hundefreunden kommt sofort der Vierbeiner in den Sinn. Woher der Name kommt, ist nicht eindeutig geklärt. Wie immer gibt es die verschiedensten Erläuterungen dafür, von denen mir persönlich diese am besten gefällt: Boxdogge, oder kurz Boxer, nannte man diese Hunde, weil sie sich beim Rangeln oftmals auf die Hinterbeine stellen und mit den Vorderpfoten bearbeiten.

Die Münchner machen den entscheidenden Schritt

Ende des 19. Jahrhunderts gab es besonders in München und Umgebung zahlreiche Bullenbeißer beziehungsweise Boxer von unterschied lichster Gestalt. Dort schlossen sich dann auch drei Männer zusammen, Friedrich Roberth, Elard König und Rudolf Höppner, die es sich zum Ziel gesetzt hatten, aus dem Boxer eine Hunderasse mit einheitlichem Aussehen und verfestigten Wesensmerkmalen zu machen. Die drei gingen mit viel Enthusiasmus ans Werk und gründeten im Jahre 1895 den „Boxer-Klub“, der München zur Wiege des modernen Boxers machte und bis heute die wichtigste Rolle in der Boxerzucht spielt.

Die erste Aufgabe des neu gegründeten Boxer-Klubs war es nun, die Grundlagen für die planmäßige Boxerzucht zu schaffen. Zu diesem Zweck wurde 1896 der erste Rassestandard formuliert, der vor allem einen eleganten, temperamentvollen Hund verlangte. Dieser Standard ließ schon viel Weitblick erkennen, denn die zur Zucht infrage kommenden Hunde weckten auf den ersten Blick kaum Hoffnung, dass sich mit ihnen die formulierten Ziele verwirklichen lassen würden.

Am 29. März 1896 führte der Klub die erste Boxer-Ausstellung durch. Wie viele Boxer daran teilnahmen, ist bis heute nicht ganz klar – je nach Quelle schwanken die Angaben zwischen 20 und 60 Boxern. Belegt ist aber, dass die Mehrzahl der ausgestellten Hunde eher dem schweren Bulldoggtyp entsprach. Einen Hund gab es allerdings, der in einigen Punkten bereits dem formulierten Idealbild nahekam und so als Vorbild diente – der gelbe Rüde Flock Sankt Salvator, der auch zu einem der Stammväter des heutigen Boxers wurde. Er und ein weiterer Rüde, Wotan, der einen typischen Kopf hatte, sowie zwei Hündinnen, die rotgelbe Hündin Mirzel und die gescheckte Hündin Meta von der Passage, begründeten die Blutlinien fast aller moderner Boxer. Meta war sehr fruchtbar und brachte in Verbindung mit den beiden genannten Rüden eine sehr gute Nachzucht, was dazu beitrug, dass die planmäßige Boxerzucht bereits innerhalb von zehn Jahren als erfolgreich bezeichnet werden konnte.

 

Wer sich genauer mit der Boxerzucht beschäftigt, wird an einem Namen nicht vorbeikommen: Friederun Stockmann. Sie prägte mit ihrem weltbekannten Zwinger „vom Dom“, der 1910 in das Vereinsregister des Boxer-Klubs eingetragen wurde, das Aussehen des Boxers ganz entscheidend. Der talentierten Bildhauerin gelang es, den Boxer gekonnt nach ihren ästhetischen Vorstellungen zu „modellieren“.

Frau Stockmanns Leben ist untrennbar mit dem Leben ihrer Hunde verbunden. Selbst während der beiden Weltkriege schaffte sie es, unter größten Anstrengungen einige ihrer Hunde zu retten und ihre schon damals weltberühmte Zucht weiterzuführen. Neben ihren züchterischen Leistungen sind ihr auch viele Erkenntnisse über das Wesen und den Körperbau des Boxers zu verdanken, die sie der Nachwelt in Form von Zeichnungen und Schriften hinterlassen hat.

Aus Friederun Stockmanns Boxerzucht, die sie insgesamt 60 Jahre lang betrieb, gingen viele Championhunde hervor, und auch heute noch lässt sich bei allen unseren Boxern mindestens ein Vorfahre „vom Dom“ finden, studiert man die lange Reihe der Ahnen in den Zuchtbüchern.

Auch unter seinen Vorfahren finden sich Boxer aus Friederun Stockmanns berühmtem Zwinger „vom Dom“.

Der Weg zur gezielten...

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