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E-Book

Diabetes

AutorDoris Fritzsche
VerlagMerian / Holiday, ein Imprint von GRÄFE UND UNZER Verlag
Erscheinungsjahr2015
Seitenanzahl96 Seiten
ISBN9783833851186
FormatePUB
KopierschutzWasserzeichen
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis5,99 EUR
Zurzeit leben ca. 6,5 Mio. Menschen in Deutschland mit der Diagnose Diabetes und es werden jährlich mehr. Dieser Kompass informiert umfangreich über Stoffwechselfunktionen, Behandlungsmöglichkeiten und Ernährung bei Diabetes. Außerdem werden Ernährungstipps für eine gesunde und fettarme Ernährung speziell für Diabetiker gegeben. Der Kern des Kompasses ist die große Kohlenhydrat-Austauschtabelle. Neu: Tabellen mit kohlenhydratarmen Lebensmitteln.

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Leseprobe

Ernährung bei Diabetes


Energie für Ihren Körper


Diabetiker sind gut beraten, besonders sorgfältig auf eine vollwertige Ernährung zu achten. Freude und Spaß am Essen sollen dabei auf jeden Fall erhalten bleiben.

Zunächst einige Informationen zu den Grundlagen der Ernährung, die dem Verständnis dienen sollen:

Essen versorgt den Körper mit Energie für Organleistung und Bewegung – auch ein Auto fährt nur, wenn Kraftstoff im Tank ist. Der Körper erhält Energie durch Kohlenhydrate wie Stärke oder Zucker, durch Proteine (Eiweiße), Fette und eventuell durch Alkohol. Gemessen wird diese Energie in Kilokalorien (kcal) oder Kilojoule (kJ).

Energie durch Verbrennung

  • 1 Gramm Kohlenhydrate liefert 4 Kilokalorien
  • 1 Gramm Eiweiße liefert 4 Kilokalorien
  • 1 Gramm Fette liefert 9 Kilokalorien
  • 1 Gramm Alkohol liefert 7 Kilokalorien

 

Neben Energie braucht der Körper Stoffe, die er selbst nicht herstellen kann. Diese Substanzen werden als lebensnotwendige (essenzielle) Nährstoffe bezeichnet. Dazu zählen bestimmte Eiweißbestandteile (Aminosäuren), die mehrfach ungesättigten Fettsäuren (MUFS), Vitamine, Mineralstoffe und Wasser.

Ballaststoffe gelten als funktionelle Nährstoffe. Sie sind nicht lebensnotwendig, wirken jedoch regulierend, beispielsweise auf die Verdauung.

Essen – wie viel wovon?


Experten sind sich heute einig, dass eine vollwertige Ernährung für alle Menschen so zusammengestellt sein soll, dass der Kalorienbedarf zu mindestens 45% durch Kohlenhydrate, zu maximal 35% durch Fette und der Rest durch Eiweiße (Proteine) gedeckt wird.

Eine solche Zusammenstellung von Lebensmitteln, die zudem vorzugsweise möglichst naturbelassen und wenig verarbeitet sind, hat einen positiven Nebeneffekt: Eine optimale Nährstoffversorgung wird gewährleistet, bei einer gleichzeitig geringen Belastung mit unerwünschten Lebensmittelinhaltsstoffen. Dazu zählen beispielweise gesättigte Fettsäuren, Cholesterin oder Harnsäure.

Die Lebensmittelpyramide


Bleibt die Frage, woher Sie die Nährstoffe in der empfohlenen Menge bekommen. Schließlich essen Sie keine Nährstoffe, sondern Lebensmittel. Die Antwort lässt sich aus der Lebensmittelpyramide ablesen, die Nahrungsmittel in sieben Gruppen einteilt:

  • Gemüse/Salate
  • Obst
  • Getreide/Kartoffeln
  • Milchprodukte
  • Fisch/Fleisch/Eier/Hülsenfrüchte
  • Fette/Öle/Nüsse/Samen
  • Extras

Die Pyramidenform verdeutlicht, von welchen Gruppen Sie reichlich essen können und wo Sie Maß halten sollten.

Betrachten Sie die Pyramide von unten nach oben:

»Fünf am Tag«

Täglich zwei Portionen Obst und drei Portionen Rohkost, Salate und Gemüse liefern eine optimale Vitamin- und Mineralstoffzufuhr, reichlich bioaktive Pflanzenstoffe wie Betacarotin und Q10 sowie Ballaststoffe. Die meisten Gemüsesorten sind kohlenhydratarm, das Obst dagegen versorgt den Organismus mit Kohlenhydraten in Form von fruchteigenem Zucker. Sie werden als KE/BE berechnet.

Stärke zu jeder Hauptmahlzeit

Kartoffeln und Getreideprodukte wie Brot, Getreideflocken, Nudeln und Reis sind die Basis einer ausgewogenen Ernährung des Menschen. Sie finden in dieser Gruppe die Hauptlieferanten für das Kohlenhydrat Stärke. Wenn Sie Produkten aus Vollkorngetreide den Vorzug geben, sind Sie gleichzeitig gut mit B-Vitaminen, verschiedenen Mineralstoffen und Ballaststoffen versorgt.

Täglich vier Portionen Milchprodukte

Diese Gruppe garantiert die ausreichende Versorgung mit Kalzium. Außerdem werden Magnesium, B-Vitamine und viel hochwertiges Eiweiß geliefert – je nach Sorte aber auch reichlich Fett. Käse ist sehr kohlenhydratarm, während Milch und Sauermilchprodukte wie Buttermilch und Joghurt zusätzlich Milchzucker enthalten. Sie fließen daher in die KE/BE-Berechnung ein.

Wöchentlich zwei- bis dreimal Fleisch, ein- bis zweimal Hülsenfrüchte, zweimal Seefisch, maximal drei Eier

Die Lebensmittel dieser Gruppe sind bereits in kleinen Portionen sehr nährstoffreich, besonders an verschiedenen B-Vitaminen. Fleisch und Hülsenfrüchte sind außerdem sehr gute Eisenquellen, Seefisch versorgt den Organismus mit Jod. Die tierischen Lebensmittel liefern Kalorien durch Fette und Eiweiße. Hülsenfrüchte enthalten zusätzlich Kohlenhydrate und werden als KE/BE berechnet (siehe >). Fette Seefische wie Lachs, Hering und Makrele enthalten besondere Fettsäuren (sogenannte langkettige Omega-3-Fettsäuren), die eine blutdrucksenkende Wirkung haben.

Täglich Pflanzenöl, Margarine, Nüsse, Samen

Diese sehr hochkalorischen Lebensmittel sind für die Ernährung von Menschen mit Diabetes besonders wichtig. Sie enthalten mehrfach und einfach ungesättigte Fettsäuren, die helfen, Gefäßerkrankungen vorzubeugen. Zusätzlich versorgen sie den Körper mit lebenswichtigen fettlöslichen Vitaminen. Wegen des sehr hohen Energiegehalts sollte die Zufuhr trotzdem gering ausfallen. Als Faustformel gilt: Zielgewicht durch zwei teilen und diese Menge in Gramm für die sichtbaren Fettlieferanten einplanen. Sind beispielsweise 70 Kilogramm das gewünschte Zielgewicht, dann sollten 35 Gramm sichtbares Pflanzenfett pro Tag ausreichen.

Tipp für den Alltag: Pflanzenöle nicht weglassen, sondern abmessen. In einen großen Esslöffel passen etwa zehn Gramm Pflanzenöl.

Maximal ein »Extra« am Tag

Zu dieser Gruppe zählen Süßwaren und alkoholhaltige Getränke – auch dann, wenn es spezielle Diätprodukte für Diabetiker sind! Essen und trinken Sie nur wenig von diesen Lebensmitteln. Als Faustformel: Eine kleine Portion pro Tag reicht, denn alle »Extras« sind schon in kleiner Menge sehr kalorienreich, enthalten dagegen aber kaum lebenswichtige Vitamine und Mineralstoffe.

Kohlenhydrate – ohne sie geht es nicht


Typ-1-Diabetikern fehlt körpereigenes Insulin, deshalb führen sie es dem Körper künstlich zu. Damit der Blutzucker nach dem Spritzen im Gleichgewicht bleibt, brauchen sie die richtige Menge an Kohlenhydraten.

Typ-2-Diabetiker produzieren häufig noch eigenes Insulin, aufgrund von Übergewicht ist die Insulinwirkung an der Körperzelle jedoch unzureichend. In diesem Fall ist das erste Ziel der Behandlung die Normalisierung des Körpergewichts. Dadurch kann erreicht werden, dass Insulin wieder besser wirkt. Eine kalorienreduzierte und ausgewogene Ernährung (ab >) mit einem ausreichenden Anteil an Kohlenhydraten und weniger Fett ist erstrebenswert. Die Verteilung der empfohlenen Kohlenhydratmenge auf mehrere Mahlzeiten entlastet die Bauchspeicheldrüse und hält die Leistungskurve auf hohem Niveau. Die Kombination mit regelmäßiger körperlicher Aktivität ist die optimale Unterstützung einer Ernährungsumstellung, wirkt dem unerwünschten Jo-Jo-Effekt entgegen und sichert so den langfristigen Erfolg beim Gewichtabnehmen und -halten.

Diät, oder was?

Eine Gewichtsabnahme sollten Sie mit so vielen Kalorien wie möglich erreichen – besonders, wenn Sie etliche Kilo abnehmen müssen.

Abnehmen mit so vielen Kalorien wie möglich

  • So lässt sich unerwünschter Muskelabbau verhindern.
  • Es wird sichergestellt, dass Sie mit einer ausreichenden Menge lebenswichtiger Eiweißbausteine, Fettsäuren, Vitamine und Mineralstoffe versorgt sind.
  • Solch eine Diät hilft dabei, dass Sie die Umstellung über einen langen Zeitraum sowie bei Stress und Belastung durchhalten können.
  • Es bietet den Vorteil, dass Sie das neue Essverhalten einüben und in Ihren Alltag integrieren können.

Kohlenhydrate sind wichtig

Eine Mindestmenge an Kohlenhydraten ist lebensnotwendig. Erwachsene haben einen täglichen Kohlenhydratumsatz von mindestens 180 g (= 18 KE). Davon werden etwa 140 g vom Gehirn und 40 g von den roten Blutkörperchen verbraucht. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) gibt für Heranwachsende und Erwachsene eine tägliche Mindestmenge von 130 g Kohlenhydraten (= 13 KE) an.

Wenn die Kohlenhydratversorgung unzureichend ist, schaltet der Körper auf »Hungerstoffwechsel« um. Das hat zur Folge, dass er Fette anstelle der Kohlenhydrate zu verbrennen beginnt. Im Kohlenhydratmangel erfolgt die Fettverbrennung jedoch unvollständig, und es kommt zur Bildung von Ketonkörpern (zum Beispiel Aceton). Die gebildeten Ketonkörper führen unter anderem zu einer Beeinträchtigung der Insulinwirkung.

Für Menschen mit Diabetes ist eine ausreichende Kohlenhydratversorgung deshalb besonders wichtig. So kann Insulin optimal wirken, und einer Stoffwechselentgleisung wird entgegengewirkt. Die Tabelle »Optimale Ernährung mit mindestens 45%...

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