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Die Ausfinanzierung von Pensionsverpflichtungen aus finanzwirtschaftlicher Sicht

Entrepreneurial and Financial Studies

AutorMartin Brixner
VerlagGabler Verlag
Erscheinungsjahr2009
Seitenanzahl301 Seiten
ISBN9783834980281
FormatPDF
KopierschutzDRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis54,99 EUR
Martin Brixner bildet auf Basis der Ergebnisse einer Befragung von über 180 mittelgroßen und großen Unternehmen erstmalig die Entscheidungssituation der Unternehmen außerhalb des DAX umfassend ab. Er zeigt, dass die bestehenden Ausfinanzierungslösungen nur für einen Teil dieser Unternehmen eine wirtschaftlich überzeugende Alternative darstellen.

Martin Brixner promoviert bei Prof. Dr. Dr. Ann-Kristin Achleitner am KfW-Stiftungslehrstuhl für Entrepreneurial Finance und am Center for Entrepreneurial and Financial Studies (CEFS) an der Technischen Universität München.

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Leseprobe
1 Einleitung (S. 1)

1.1 Problemstellung

Die betriebliche Altersversorgung (bAV) kann in Deutschland auf eine weit mehr als einhundertjährige Tradition zurückblicken. Zu Beginn war sie vor allem durch den Fürsorgegedanken geprägt, in der jüngeren Vergangenheit werden die Leistungen der bAV in erster Linie als Teil der Entlohnung gesehen. Seit einigen Jahren werden Themen der bAV verstärkt öffentlich diskutiert. Dabei werden zumeist zwei Aspekte angesprochen:

Der erste Aspekt lässt sich als bAV aus Arbeitnehmersicht beschreiben. Die bAV bietet Möglichkeiten, die Leistungen der gesetzlichen Rentenversicherung zu ergänzen. Spätestens mit der Verabschiedung des Altersvermögensgesetzes im Jahre 2001 wurde der Stellenwert der bAV gesteigert.

Vor dem Hintergrund eines tendenziell sinkenden Leistungsniveaus der gesetzlichen Rentenversicherung und ihrer sich abzeichnenden schlechten finanziellen Lage erscheint ergänzende Vorsorge dringend geboten. Welche Vor- und Nachteile aus Arbeitnehmersicht die bAV im Vergleich zu anderen Vorsorgemöglichkeiten bietet und wie sich die Möglichkeiten der bAV am besten nutzen lassen, steht im Mittelpunkt vielfältiger Diskussionen.

Der zweite Aspekt kann als bAV aus Unternehmenssicht bezeichnet werden. Im Mittelpunkt steht hierbei das Ausmaß der Verpflichtungen aus der bAV und wie sich diese auf die Unternehmen auswirken. Besonderes Augenmerk gilt den Verpflichtungen aus unmittelbaren Pensionszusagen, auch Direktzusagen genannt.

Bei der Direktzusage handelt es sich um einen der fünf in Deutschland bekannten Durchführungswege. Im Gegensatz zu den vier mittelbaren Durchführungswegen wird in diesem Fall kein externer Träger, wie z. B. eine Pensionskasse, in die Ausgestaltung der bAV miteinbezogen. Das Unternehmen hat folglich die Versorgungsleistungen unmittelbar selbst zu erbringen. Verpflichtungen aus Direktzusagen sind in den letzten Jahren wiederholt als Bedrohung für die Unternehmen dargestellt worden.

Die vorliegende Arbeit greift den zweiten Aspekt auf. In ihr wird untersucht, welche Chancen und Risiken die bAV, insbesondere die Direktzusage, aus Unternehmenssicht aufweist und welche Möglichkeiten sich im Umgang mit bestehenden Direktzusagen bieten. Die Relevanz der bAV aus Unternehmenssicht verdeutlichen die Mittel, die zur Erfüllung von Pensionsansprüchen vorgehalten werden.

In Summe beliefen sich die Deckungsmittel der bAV in Deutschland im Jahre 2005 auf rund 402 Mrd. Euro. Davon entfielen alleine auf die Direktzusage rund 231 Mrd. Euro (57,5%). Gemessen an den Deckungsmitteln ist die Direktzusage somit der bedeutendste Durchführungsweg. Vergegenwärtigt man sich das Ausmaß der Verpflichtungen, so ist es überraschend, wie wenig über den Umgang der Unternehmen mit diesen Verpflichtungen bekannt ist. Vergleichsweise umfangreich sind die Informationen zu den Unternehmen des DAX.

In einer Reihe von Untersuchungen wurde analysiert, in welchem Ausmaß diese Unternehmen Versorgungsverpflichtungen durch Direktzusagen auf sich genommen haben, wie sich diese auswirken werden und inwieweit sich diese Verpflichtungen in den Jahresabschlüssen widerspiegeln. Für Unternehmen, die nicht zum DAX zählen, liegen solche Erkenntnisse kaum vor.

Eine Analyse der Jahresabschlüsse liefert ohne Zweifel wertvolle Erkenntnisse über das Ausmaß der Verpflichtungen. Sie kann jedoch nur im begrenzten Umfang Aufschluss geben, welche Ziele mit der bAV verfolgt werden, inwieweit sich Unternehmen der Chancen und Risiken der bAV bewusst sind und wie sie diese in Zukunft handhaben werden.

Für den zukünftigen Umgang mit Direktzusagen bietet sich den Unternehmen eine Reihe von Alternativen. Welche aus Unternehmenssicht am vorteilhaftesten ist, hängt von einer Reihe von Aspekten ab. Dazu gehören u. a. die gegenwärtige und die erwartete Vermögens-, Ertrags- und Finanzlage, die mit der bAV verfolgten Ziele und nicht zuletzt das Ausmaß und die Zusammensetzung der Pensionsverpflichtungen.
Inhaltsverzeichnis
Geleitwort6
Danksagung8
Inhaltsverzeichnis9
Abbildungsverzeichnis13
Tabellenverzeichnis16
Abkürzungsverzeichnis19
1 Einleitung21
2 Grundlagen der Untersuchung35
3 Verwendung von Direktzusagen im Unternehmen94
4 Aus.nanzierung von Direktzusagen106
5 Entwicklung und Durchführung der Empirie133
6 Empirische Ergebnisse: Verbreitung und Ausgestaltung der Direktzusage149
7 Eignung der Aus.nanzierungsmöglichkeiten237
8 Schlussbetrachtung255
Literaturverzeichnis264
Anhang288
A Glossar288
B Grundlagen der empirischen Untersuchungen289

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