Sie sind hier
E-Book

Die Begutachtung für die private Berufsunfähigkeitsversicherung

Ein Leitfaden für medizinische Gutachter und Sachbearbeiter in den Leistungsabteilungen privater Versicherer

AutorJutta Eich, Wolfgang Hausotter
VerlagVVW GmbH
Erscheinungsjahr2008
Seitenanzahl258 Seiten
ISBN9783862980512
FormatPDF
KopierschutzWasserzeichen/DRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis34,99 EUR
Vielen Ärzten, die nur gelegentlich im Bereich der privaten Berufsunfähigkeits(zusatz)-versicherung gutachtlich tätig sind, fällt es aufgrund der Komplexität des Themas oftmals schwer, alle geltenden rechtlichen Vorgaben zu beachten und sie bestimmungsgemäß anzuwenden. Die Kriterien, die sie von der Begutachtung für die gesetzliche Rentenversicherung, für das Schwerbehindertenrecht oder die gesetzliche Unfallversicherung her gewohnt sind, lassen sich hier nicht anwenden. Das vorliegende Buch soll diesem Kreis von Gutachtern, die nicht ständig mit dieser Materie befasst sind, eine Einführung und Hilfestellung geben. Darüber hinaus dient das Werk auch Mitarbeitern in den Leistungsabteilungen bzw. der Risikoprüfung von Lebensversicherern, die sich hier kompakt über häufige Krankheitsbilder informieren können, die erfahrungsgemäß die meisten Schwierigkeiten bei der Beurteilung bereiten. Durch die Lektüre werden die Mitarbeiter in die Lage versetzt, grundsätzliche Fragen der Begutachtung selbst zu klären.

Kaufen Sie hier:

Horizontale Tabs

Leseprobe
"6 Begutachtung psychischer Störungen (S. 191-192)

6.1 Depressionen

6.1.1 Einleitung


Depressionen werden außerordentlich häufig als Grund für eine beruflichen Beeinträchtigung geltend gemacht. Sie haben weltweit an Häufigkeit und Bedeutung zugenommen. Der Begriff „Depression“ hat in Laienkreisen und auch bei Hausärzten eine wahre Inflation erfahren und es wird heute nicht selten schon jede Befindlichkeitsstörung und normalpsychologisch nachvollziehbare Traurigkeit und Bedrücktheit als Depression bezeichnet. Die Begutachtung muss daher durch einen Facharzt für Psychiatrie erfolgen, der in der Lage ist, andere seelische Störungen differentialdiagnostisch abzugrenzen und den Schweregrad der Erkrankung zu evaluieren. Die bloße Übernahme der Diagnose vom Antragsteller oder seinem Hausarzt ist sicher nicht angebracht.

6.1.2 Definition


Depressionen gehören in den Bereich der affektiven Störungen (ICD-10 F 30 – F 39), die auch die manischen und die bipolaren affektiven Störungen einschließen. Diese sind jedoch im Vergleich zu den depressiven Störungen eher selten Gegenstand der Begutachtung. Die alte – und durchaus treffende Bezeichnung – „Melancholie“ wird heute selten gebraucht, der Begriff „endogene Depression“ wurde noch vor einigen Jahren häu- fig benutzt, stand in der Tradition der triadischen Klassifikation und stellte primär auf postulierte neurobiologische Ursachen ab. Die Bezeichnung „Major Depression“ stammt aus dem amerikanischen DSM IV und deckt sich klinisch damit weitgehend. In der ICD-10 wird ohne Vorwegnahme einer Ursache von „depressiver Episode“ gesprochen.

6.1.3 Prävalenz

Nach einer Studie der WHO liegt die durchschnittliche Prävalenz der Depressionen bei 10,4 %. Die Lebenszeitprävalenz depressiver Erkrankungen wird mit 12 – 17 % angegeben. Frauen erkranken im Verhältnis 2:1 doppelt so häufig wie Männer. Auch stellen Depressionen die häufigste psychische Erkrankung im Alter dar. Die Prävalenz der Altersdepression liegt bei über 65-Jährigen um die 15 – 25 %.

Patienten mit chronischen körperlichen Erkrankungen leiden besonders häufig zusätzlich an Depressionen. Die Prävalenzen für gleichzeitige Depressionen liegen für Diabetes mellitus bei 10 %, für Myokardinfarkt bei 20 %, für Morbus Parkinson bei 30 – 50 %, für Epilepsie bei 20 – 30 %, für Schlaganfall bei 25 – 35 % und für Tumorerkrankungen bei 25 – 40 % . Für den Verlauf gilt, dass 65 % der Depressionen unipolar, d. h. nur mit depressiven Phasen verlaufen, 30 % bipolar, d. h. depressive und manischen Phasen wechseln sich ab und nur in 5 % kommt es zu rein unipolar manischen Phasen."
Blick ins Buch
Inhaltsverzeichnis
Vorwort6
Inhaltsverzeichnis8
1 Einleitung16
2 Versicherungsrechtliche Grundlagen: Die BUZ-Leistungsregulierung – eine Einführung in die Praxis24
3 Allgemeine Aspekte der Begutachtung92
4 Häufige, für die Begutachtungrelevante organische Krankheitsbilder116
5 Begutachtung chronischer Schmerzen184
6 Begutachtung psychischer Störungen206
7 Ausblick – Interdisziplinäre Begutachtung260
Literatur266

Weitere E-Books zum Thema: Banken - Versicherungen - Finanzdienstleister

Kapitalmarktkommunikation

E-Book Kapitalmarktkommunikation
Format: PDF

Welche Informationen benötigt die professionelle Finanzgemeinde? Welche Informationsquellen und -medien nutzen Sell- und Buy-Side-Analysten, Fonds- und Portfoliomanager, Wirtschafts- und…

Strukturwandel bei Banken

E-Book Strukturwandel bei Banken
Format: PDF

Veränderungsdruck bei Finanzdienstleistern Finanzdienstleister stehen unter enormem Veränderungsdruck. Die Konzentrationswelle verstärkt sich kurz vor der Jahrtausendwende, die Kundenbindung läßt…

Versicherungen im Umbruch

E-Book Versicherungen im Umbruch
Werte schaffen, Risiken managen, Kunden gewinnen Format: PDF

Die Bedeutung von Versicherungen und Einrichtungen kapitalgebundener Altersvorsorge für unsere Gesellschaft ist immens und nimmt weiter zu. Es ist deshalb äußerst wichtig, dass die Institutionen ,…

Bankstrategien für Unternehmenssanierungen

E-Book Bankstrategien für Unternehmenssanierungen
Erfolgskonzepte zur Früherkennung und Krisenbewältigung Format: PDF

Die professionelle Handhabung von Unternehmenskrisen durch Kreditinstitute stellt höchste Anforderungen an Bankmitarbeiter. Dieses Buch verknüpft in zweiter aktualisierter Auflage alle juristisch und…

Managed Care

E-Book Managed Care
Neue Wege im Gesundheitsmanagement Format: PDF

Das deutsche Gesundheitswesen befindet sich in einem radikalen Umbruch. Ansätze zur Bewältigung dieser Herausforderungen finden sich in den vielfältigen Managementinstrumenten und Organisationsformen…

Weitere Zeitschriften

Berufsstart Gehalt

Berufsstart Gehalt

»Berufsstart Gehalt« erscheint jährlich zum Sommersemester im Mai mit einer Auflage von 50.000 Exemplaren und ermöglicht Unternehmen sich bei Studenten und Absolventen mit einer ...

BIELEFELD GEHT AUS

BIELEFELD GEHT AUS

Freizeit- und Gastronomieführer mit umfangreichem Serviceteil, mehr als 700 Tipps und Adressen für Tag- und Nachtschwärmer Bielefeld genießen Westfälisch und weltoffen – das zeichnet nicht ...

Card-Forum

Card-Forum

Card-Forum ist das marktführende Magazin im Themenbereich der kartengestützten Systeme für Zahlung und Identifikation, Telekommunikation und Kundenbindung sowie der damit verwandten und ...

Der Steuerzahler

Der Steuerzahler

Der Steuerzahler ist das monatliche Wirtschafts- und Mitgliedermagazin des Bundes der Steuerzahler und erreicht mit fast 230.000 Abonnenten einen weitesten Leserkreis von 1 ...

Eishockey NEWS

Eishockey NEWS

Eishockey NEWS bringt alles über die DEL, die DEL2, die Oberliga sowie die Regionalligen und Informationen über die NHL. Dazu ausführliche Statistiken, Hintergrundberichte, Personalities ...