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Die Chance des Christentums

Ein Disput zu kirchlichen Perspektiven. Beiträge zu Zeitfragen.

AutorGeorg Ballod
VerlagBerg-Verlag
Erscheinungsjahr2006
Seitenanzahl78 Seiten
ISBN9783980424899
FormatPDF
KopierschutzDRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis6,00 EUR

Zwei Jahrtausende nach Jesus gibt es knapp zwei Milliarden Christen. Aber in unserem "christlichen Abendland" schrumpft ihre Zahl stetig, und sie verlieren Einfluss. Noch ist jeder dritte Mensch Christ. Aber schon jeder fünfte ist Muslim. Jeder siebte Hindu ... Wann wird der Islam das Christentum völlig an die Wand gedrückt haben? Oder ist es halb so schlimm, weil die Religion zurückkehrt? Wandelt sich die Spaßgesellschaft zur Sinnsuchergesellschaft? Der Disput zeigt auf, welche Chance Christen haben, etwas zur Lösung der Menschheitsaufgaben beizutragen.

Der Autor

Was vermag der Mensch? Einerseits: Er vermag unsere faszinierende Wissensgesellschaft zu gestalten. Dabei muss er aber lernen, die Wissensexplosion und Informationsflut zu bändigen. Andererseits: Er ist befähigt, sich und die Welt zu zerstören. Taliban-Terror, Folterexzesse und Holocaust zeigen beispielhaft, welches Destruktionspotential im Menschen schlummert.

Wie lässt sich fördern, was dem Leben dient? Wie entfalten sich die Talente des Einzelnen? Was trägt zu lebensdienlichen Verhältnissen bei? Wie kann Aggressivität gezähmt werden? Rückblickend erfasse ich mit diesen Fragen Leitmotive für meine Tätigkeit als Lehrer.

Wer weiß, wozu er lebt, kann fast jedes Wie ertragen. Darum ist es zweckmäßig zu fragen: Wo finde ich für mich den Sinn? Antworten, die Kraft zum Tragen vermitteln, kann nur jeder für sich persönlich erarbeiten. Der Zeitgeist verleitet zu einem Leben aus zweiter Hand: Was ist in? Was schon out? Was werden die Leute sagen? Wie sollte ich erscheinen? Wichtiger scheint mir die Frage: Wie darf ich sein? Wer sich bei seiner Suche nach Sinn anrühren lässt von einer ?Kraft Gottes, die jeden rettet, der glaubt ... (Römerbrief 1, 16) findet eine gute Grundlage, um erfüllt zu leben. Solange ich noch gerufen werde, predige ich darüber gerne als Pfarrer.

Im aufgezeigten Horizont der Fragen interessiert mich das Leben. Altersgemäß ( geb. 1931) versuche ich, die mir noch zugemessene Zeit ?auszukaufen?: Ich publiziere kleine Schriften im eigenen Verlag und baue meine private ?Stiftung für Werke der Barmherzigkeit? auf. Was ich mitteile, soll allgemeinverständlich sein. Und ich möchte Leserinnen und Leser anregen, eigenständig auf ?Entdeckungsreisen? zu gehen. Wir sind viel ?begabter?, als das oft im Urteil unserer Lehrer zu Ausdruck kam.

Was zwei bedeutende Menschen des vergangenen Jahrhunderts als ihr Lebenswerk hinterlassen haben, habe ich eingehender erforscht: Albert Schweitzer und Heinrich Jacoby. Der eine ist noch sehr bekannt, der andere kaum. Die Werke des Theologen und Friedensnobelpreisträgers und die des Pädagogen und Verhaltensforschers haben mir schon seit langer Zeit Leitlinien für mein eigenes Handeln vorgegeben.

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Leseprobe

V. Was ist das Besondere am Christentum? (S. 22-23)

Frau S: Greifen wir jetzt doch den Einwand auf, Religion sei Unglaube und geradezu „die Angelegenheit des gottlosen Menschen" (7/356). Karl Barth betont ausdrücklich, das sei kein negatives Werturteil. Er habe auch über das „Wesen der Religion" kein Vorurteil. Worum geht es denn? Dieser Satz, so Barth, „formuliert das Urteil göttlicher Offenbarung über alle Religion".

Herr M: Da haben wir’s! „Göttliche Offenbarung" überbietet alle Religion und ist etwas völlig anderes. Religion als „die Angelegenheit des gottlosen Menschen" ist auch Kritik an den Angehörigen der christlichen Religion. Damit sind wir beim Kernproblem unseres Disputs: Welche Chance hat das Christentum? Inwiefern ist das Christentum etwas Besonderes? Was kann das Christentum bieten, womit andere Religionen nicht aufwarten können?

Herr F: Klar! Die wahre Religion ist ein Geschenk der Gnade! Geradeso wie der gerechtfertigte Mensch. Und die Gnade ist Gottes Offenbarung. Da beißt die Maus keinen Faden ab. Autor: Ohne Klarheit über den Offenbarungsbegriff kommen wir nicht weiter. Das „Urteil der göttlichen Offenbarung über alle Religion" ist ein Satz, den Karl Barth formuliert! Nur seine eigene Autorität steht dahinter. Ein Mensch ist der Urheber dieses Satzes, nicht eine transzendente Wesenheit oder ein „überweltlicher Autor".

Nach biblischem Zeugnis gilt: Vollkommene Offenbarung kommt „über uns", niemals „aus uns"! Paulus schreibt an die Korinther: „... und niemand kann Jesus den Herrn heißen ohne den heiligen Geist" (2. Korinther 12, Vers 3b). Das Bild oder Symbol des „Heiligen Geistes" besagt, dass kein Mensch Gott von sich aus erkennen kann.

Vom Menschen aus gibt es keinen Zugang zu oder Umgang mit Gott. Offenbarung kommt auf uns zu. Sie geschieht uns. Wir können sie weder herbeireden noch bewerkstelligen. Sie ist ganz konkret und gilt „nur mir persönlich".

Kein „neutraler Gutachter" ist fähig zu sagen, wo Offenbarung geschieht und wo nicht. „Jedes Wort und jedes Ereignis kann einem Menschen in einer besonderen Situation zum ‚Wort Gottes’ werden. Wird es als Selbstoffenbarung Gottes erfahren, dann ist es ‚Wort Gottes’ für den, der sie erfährt" (65/75). Diese Tatsache ist das Besondere des Christentums.

Inhaltsverzeichnis
Inhalt6
I. Warum ein „ Disput“?8
II. Was ist Religion?10
III. Religion – wozu?13
IV. Religion und „ Ersatz- Religionen“?18
V. Was ist das Besondere am Christentum?23
VI. Welcher Christ hat den richtigen Glauben?32
VII. Wie tolerant darf ein Christ sein?39
VIII. Was ist für den Christen höchste Autorität?43
IX. Was ist die Chance des Christentums?53
X. Literatur und Anmerkungen67
Schlusswort77

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