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Die Entwicklung der deutsch-chinesischen Handelsbeziehungen

Ihre Bedeutung für die deutsche Exportwirtschaft im Kontext von Globalisierung und China-Boom

AutorCarlos Miguel Llovet Garcia
VerlagDiplomica Verlag GmbH
Erscheinungsjahr2008
Seitenanzahl140 Seiten
ISBN9783836656405
FormatPDF
Kopierschutzkein Kopierschutz/DRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis29,99 EUR
Anhaltende Kritik westlicher Industrienationen am aufstrebenden Reich der Mitte verleitet zu einem einseitig negativen Bild Chinas. Dabei ist die Kritik oft undifferenziert, obwohl die komplexen Zusammenhänge einer eingehenden Betrachtung bedürften. Diese Studie geht der China-Kritik auf den Grund, indem sie einen Teilaspekt der vielschichtigen internationalen Wirtschaftsbeziehungen Chinas untersucht: Im Zentrum stehen die deutsch-chinesischen Handelsbeziehungen, deren Analyse auf fundierten und detaillierten statistischen Daten fußt. Sie umfasst einen historischen Rückblick sowie eine genaue Betrachtung der aktuellen Verhältnisse auf breiter Quellenlage. Das Resultat ist interessant, weil Chinas Handelseinfluss auf Europa und Deutschland überraschend anders dargestellt werden kann, als der Westen allgemein vermittelt. Damit verändert sich das übliche Chinabild. Zu Beginn der Studie wird zum besseren Verständnis der zentralen Kapitel ein umfassender Überblick zur vergangenen und aktuellen Entwicklung innerhalb Chinas sowie seiner internationalen Beziehungen gegeben (USA, Afrika, EU, WTO). Im Verlauf der Studie werden weitere brisante Themen wie Direktinvestitionen, der Schutz geistigen Eigentums, Wissenstransfer, Hochtechnologie, Umwelt und Konsum beleuchtet. Anhand konkreter Beispiele, auch der deutschen Wirtschaft, werden die Themen veranschaulicht. Die Studie erlaubt dem Leser einen neutralen, gut recherchierten, facettenreichen und hoch-informativen Blick auf top-aktuelle wirtschaftspolitische Fragen Chinas.

Carlos M. Llovet Garcia ist 1982 als Deutsch-Spanier in Hamburg geboren. 2007 schloss er sein BWL-Studium an der BiTS (Business and Information Technology School), Iserlohn mit dem Diplom-Kaufmann ab. Einen Teil seines Studiums absolvierte er in Montréal, Kanada. Diverse Auslandsaufenthalte (u.a. China), sein multinationaler Hintergrund und großes Interesse an internationaler Wirtschaftspolitik motivierten ihn zu der Studie über das aktuelle und global relevante Thema China. Carlos M. Llovet Garcia ist im internationalen Management tätig.

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Leseprobe

Kapitel 3.3, Die Bedeutung des deutsch-chinesischen Handels für die deutsche Exportwirtschaft

Im Verlauf der letzten Jahrzehnte hat der deutsch-chinesische Handel zugenommen. 1971 wurden chinesische Waren im Werte von 156 Mio. Euro nach Deutschland verkauft. Dies waren 0,27 Prozent der gesamten deutschen Einfuhren. 2006 betrug das Importvolumen 46 Mrd. Euro. Das entspricht einer 295-fachung. Der Anteil an den gesamten deutschen Einfuhren war damit auf 6,22 Prozent gestiegen. Auch die deutschen Exporte nach China haben von 1971 bis 2006 deutlich zugenommen. Sie stiegen von 245 Mio. auf 27 Mrd. Euro. Der Anteil der Ausfuhren nach China an allen deutschen Ausfuhren erhöhte sich von 0,36 auf 3,02 Prozent. Diese Zahlen sollten aber im Vergleich zu den Außenhandelszahlen mit anderen Länder und Region gesehen werden. Größter Handelspartner für den deutschen Im- und Export ist die Europäische Union.

Im Jahre 1991 kamen über 60 Prozent der deutschen Einfuhren aus der EU-15. Sie hatten einen Wert von 195,89 Mrd. Euro. Euro aus China importiert. Im gleichen Jahr wurden nur Waren im Werte von 5,79 Mrd. Euro aus China importiert. Auch wenn sich der Anteil von Warenlieferung aus der heutigen EU-25 nach Deutschland bis 2006 verringerte, so ist ihr Anteil mit 56,95 Prozent (421,37 Mrd. Euro) noch erheblich. Die Betrachtung der Zahlen ergibt, dass die Importe aus den Ländern der alten EU stärker abgenommen haben, als die aus der neuen. Dies hängt damit zusammen, dass Deutschland bei seinen Einfuhren mehr Gewicht auf Osteuropa legte. Die geographische Nähe und der Lohnvorteil osteuropäischer Produktion haben dazu beigetragen.

Der Rückgang der Importe aus der alten EU innerhalb der letzten 15 Jahre hängt kaum mit der Zunahme der Importe aus China zusammen. Bei den Einfuhren aus Asien ist nur ein geringer Anstieg erkennbar. Deutschland erhält 1993 etwa einen Anteil von 16 Prozent seiner Gesamteinfuhren aus Asien. Daraus ergibt sich, dass die gestiegenen Einfuhren aus China zu Lasten anderer asiatischer Exporteure gingen.

Nicht zu unterschätzen ist der deutsche Handel mit Russland. 1993 importierte Deutschland nur etwa 1,9 Prozent (5,48 Mrd. Euro) seiner Einfuhren aus Russland. Dieser Anteil hat sich 2006 auf 4,08 Prozent (30,18 Mrd. Euro) erhöht.

Die Vereinigten Staaten von Amerika sind für Deutschland nach wie vor ein wichtiger Handelspartner. Der Anteil von deutschen Importen aus den USA schwankte während der letzten 15 Jahre zwischen 6,56 und 8,91 Prozent. Mit 6,65 Prozent im Jahre 2006 erreichte der Anteil der Importe seinen niedrigsten Wert. Trotzdem lag dieser immer noch über dem Anteil Chinas (6,22 Prozent). Auch die Schweiz hat Bedeutung für die deutschen Importe aus Nicht-EU-Staaten. Sie trug 2006 zu etwa 3,4 Prozent zu den deutschen Einfuhren bei.

Der deutschen Exporttätigkeit nach China kann im Vergleich zu anderen Ländern und Regionen nur geringe Bedeutung beigemessen werden. Bei den deutschen Exporten ist die Europäische Union wichtigster Handelspartner. 1991 lieferte Deutschland 63 Prozent (215,4 Mrd. Euro) seiner Waren in die EU-15. Im Jahre 2006 wurden Prozent (558,48 Mrd. Euro) der Gesamtausfuhren in die EU-25 geliefert. 1999 lag der Anteil sogar bei 65,6 Prozent (331,3 Mrd. Euro). Wie bei den Importen haben sich die Handelsbeziehungen nach Osteuropa auch bei den Exporten verbessert. Die deutschen Ausfuhren in die alte EU hat ten 2006 zwar einen kleineren Anteil an den gesamten deutschen Ausfuhren, als 1991 (52,9 bzw. 63 Prozent). Diese Verringerung wurde aber durch gestiegene Exporte in die neuen EU-Mitglieder (EU-25) ausgeglichen (62,23 Prozent)...

Inhaltsverzeichnis
Der Autor6
Inhaltsverzeichnis8
Abbildungsverzeichnis10
Tabellenverzeichnis11
Abkürzungsverzeichnis13
1 Einleitung18
2 Internationaler Handel Deutschlands und Chinas22
2.1 Zur chinesischen Volkswirtschaft22
2.1.1 Die Transformation der Wirtschaft22
2.1.2 Aktuelle wirtschaftliche Entwicklung Chinas26
2.1.3 Die internationalen Wirtschaftsbeziehungen Chinas30
2.1.4 China und die WTO44
2.2 Zur deutschen Volkswirtschaft50
2.2.1 Die aktuelle Entwicklung der deutschen Wirtschaft50
2.2.2 Export als Motor deutschen Wirtschaftswachstums51
3 Handelsbeziehungen zwischen Deutschlandund China56
3.1 Die Entwicklung der Handelsbeziehungen56
3.1.1 Kurzer historischer Überblick56
3.1.2 Handel von 1978 bis 200057
3.1.3 Deutschlands Wirtschaftspolitik zu China62
3.2 Aktuelle Entwicklung des deutsch-chinesischen Warenhandels64
3.2.1 Gesamtbetrachtung seit 200164
3.2.2 Detailbetrachtung seit 200165
3.3 Die Bedeutung des deutsch-chinesischen Handelsfür die deutsche Exportwirtschaft69
4 Bestandsaufnahme 2007: China im Wandel74
4.1 China als Chance für deutsche Unternehmen74
4.1.1 Der Markt74
4.1.2 Einfluss ausländischer Direktinvestitionen auf den deutsch-chinesischen Handel78
4.2 Schwierigkeiten für ausländische Unternehmen80
4.2.1 Schutz geistigen Eigentums80
4.2.2 Technologie- und Wissenstransfer82
4.3 Zwei Probleme Chinas88
4.3.1 Umwelt88
4.3.2 Wirtschaftswachstum durch Konsum91
5 Eine gemeinsame Zukunft94
Literaturverzeichnis100
Anhang114
Reihe China141

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