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E-Book

Die gute Idee

Erfindungen und Geschäftsideen entwickeln und zu Geld machen

AutorAlexander Schug
VerlagStiftung Warentest
Erscheinungsjahr2014
Seitenanzahl192 Seiten
ISBN9783868517354
FormatPDF/ePUB
Kopierschutzkein Kopierschutz/DRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis14,99 EUR
Top oder Flop? Wie Sie Ihre Ideen erfolgreich Realität werden lassen. 'Da müsste man doch eigentlich ...', 'Warum hat da eigentlich noch niemand...?' Geht es Ihnen manchmal auch so? Ideen haben Viele - aber welche sind wirklich gut und wie kann man damit auch noch Geld verdienen? Noch nie waren die Rahmenbedingungen und Möglichkeiten für Erfinder so gut und viel fältig wie heute. Der Ratgeber der Stiftung Warentest informiert darüber, was Sie tun müssen, um Ihr geistiges Eigentum zu schützen, wie Sie Ihre Idee kommerziell verwerten - vom Lizenzverkauf bis zur eigenen Geschäftsgründung - und er zeigt Ihnen die ersten Schritte als Unternehmer - von der Rechtsform über Finanzierungsfragen bis zur Vermarktung. Mit Experten-Interviews, Praxistipps, Checklisten und Arbeitsvorlagen.

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Leseprobe

Markt und Zielgruppen für Ihre Idee


Auch wenn es sich bei dem Begriff Markt um eine Abstraktion handelt, sind die Anbieter auf diesem Markt am Ende doch sehr konkret und menschlich. Gerade die Ansprache der passenden Zielgruppe ist entscheidend für das Gelingen der eigenen Idee. Sie festzulegen sollte allerdings nicht aufgrund der Definition des Begriffs am Reißbrett erfolgen. Welche Zielgruppe Sie mit einer Idee ansprechen, ist eine große Forschungsaufgabe.

Daraus ergibt sich zunächst einmal die Frage: Wer könnte an Ihrem Produkt Interesse haben? Dabei sind nicht nur Alter, Einkommen oder der Wohnort, sondern ebenso die Bedürfnisse oder Wünsche der Zielgruppe ausschlaggebend.

Die Zielgruppe ist die wichtigste Basis für die angestrebte Marktsegmentierung. Die Definition des Zielmarkts erfolgt über dessen sogenannte Segmentierung nach geografischen, soziodemografischen, psychografischen und verhaltensorientierten Kriterien. Leitende Frage ist immer: Wer braucht oder wünscht sich eine bestimmte Erfindung?

Diese Leitfrage darf nicht aus dem Bauch heraus beantwortet werden. Vielmehr geht es darum, Zahlen und Fakten und konkrete Beschreibungen über Bedürfnisse, Kauf- und Nutzungsverhalten einer Zielgruppe systematisch zusammenzutragen und mit kühlem Blick zu analysieren.

Check: Die Zielgruppe bestimmen


Versuchen Sie, aus allen Ihnen zugäng­lichen Informationen herauszufiltern:

  • Wie stellen Sie sich die Zielgruppe in Bezug auf Geschlecht, Alter, Wohnort, Beruf und Familienstand vor?
  • Welche Bedürfnisse hat Ihre Zielgruppe; welchem Lebensstil beziehungsweise welchen Verhaltensmustern folgt sie?
  • Wie groß ist Ihre Zielgruppe?
  • Welche finanziellen Ressourcen besitzt Ihre Zielgruppe und welche Preissensitivität weist sie aus, das heißt was ist Ihre Zielgruppe bereit, für bestimmte Dinge zu zahlen?

Zur systematischen Erforschung des Marktes

Sie wissen nun, wie sich der Markt verhält und wie man eine ungefähre Zielgruppenanalyse vornimmt. Der nächste Schritt lautet: Nehmen Sie eine systematische Erforschung der Marktsituation vor. Diese Analyse fußt auf fünf wesentlichen Schritten, mit deren Hilfe aus den abstrakten Konstrukten Markt und Zielgruppe ein klar umrissenes Feld für die eigenen Ideen und deren Potenzial wird:

  • Die Analyse von bereits erfolgten Studien, Umfragen oder Statistiken. Recherchieren Sie im Internet und in Bibliothekskatalogen: Gucken Sie, wer zu Ihren Produkten oder Zielgruppen bereits Studien veröffentlicht hat. Gerade auf den Webseiten der Demoskopie-Institute wird man oft fündig.
  • Die Antizipation von Markttrends. Versuchen Sie zu überlegen, wo zukünftige Trends liegen. Wenn sich Veränderungen in der Gesellschaft vollziehen, heißt das auch immer, dass sich neue Märkte auftun – dort kann Ihre Idee ein Erfolg werden.
  • Die Beschäftigung mit der möglichen Konkurrenz und deren Produkten. Recherchieren Sie genau, wer etwas Ähnliches wie Sie macht. Listen Sie diese Marktteilnehmer auf. Erfassen Sie Vor- und Nachteile der Wettbewerber und ihrer Produkte.
  • Der Kontakt zu (unabhängigen) Branchenexperten und der Besuch von Messen, Ausstellungen, Veranstaltungen etc., die Bezug zum zukünftigen Markt haben. Gehen Sie auf Tuchfühlung mit Ihrem Markt und den Zielgruppen. Der Besuch einer Messe kann manchmal ganze Welten öffnen. Dort treffen Sie nützliche Dienstleister, können Ihr Netzwerk ausweiten oder stellen vielleicht am Ende fest: Das, was Sie machen wollten, ist schon x-mal auf dem Markt vertreten; zwanzig andere Wettbewerber haben es bereits vor Ihnen erfunden. Auch diese Feststellung sollte für Sie zu jedem Zeitpunkt akzeptabel sein. Sie zu ignorieren ist wenig produktiv und nicht erfolgversprechend.
  • Das Anfertigen einer eigenen Umfrage mit den wichtigsten Fragen und der Überprüfung eines möglichen Kundenpools. Wenn es keine ausreichenden Informationen zu Ihren Fragen gibt, müssen Sie selbst aktiv werden und eigene Umfragen initiieren.

Den Markt quantitativ analysieren

Zunächst einmal ist es wichtig, Ihren potenziellen Markt verlässlich einschätzen zu können. Bauchgefühl und die Einschätzung enger Freunde sind ja schön und gut. Aber neben subjektiven Meinungen spielen verlässliche Zahlen und Fakten über den Markt die wichtigste Rolle. Es gibt eine Fülle von Marktdaten im Internet und in gedruckten Studien, die Sie intelligent miteinander kombinieren müssen, um Aussagen über das Potential Ihrer Idee machen zu können.

Merke: Generell bieten Studien oder Statistiken einen Blick in die Vergangenheit, da sie das abbilden, was gewesen ist. Daher ist es nicht nur wichtig, auf möglichst aktuelle Zahlen zurückzugreifen, sondern auch so gut es geht, mögliche Trends im Markt zu erkennen beziehungsweise voraus zu ahnen.

Wo finde ich statistisches Material zu meinem Markt?


  • www.destatis.de: Statistisches Bundesamt, führender Anbieter amtlicher statistischer Informationen
  • http://epp.eurostat.ec.europa.eu: Europäisches Statistikamt
  • www.statista.de: privates Statistikunternehmen mit umfangreichen Quellen und Studienmaterial, zum Teil gebührenpflichtig
  • Jede Branche verfügt über eigene Verbände, die in der Regel sehr spezifische Statistiken zu ihren Märkten bereithalten.
  • Es gibt zahlreiche Wirtschaftsforschungsinstitute, die regelmäßig zuverlässige Statistiken herausgeben. Die bekanntesten Institute sind das Berliner DIW (www.diw.de), das Münchner Ifo (www.cesifo-group.de), das IWH aus Halle (www.iwh-halle.de) und das Essener RWI (www.rwi-essen.de).

Den Markt durch Trend­forschung antizipieren

Die Trendforschung führt die Ergebnisse der Statistiker und Marktforscher weiter. In ihr bilden sich Dinge ab, die wir derzeit erst erahnen können. Deshalb steht man hier nie auf festen Füßen, aber Zukunftsszenarien, mit denen Trendforscher arbeiten, können auch Ihre Idee besser einordnen helfen. Stellen Sie sich vor, dass Sie die Entwicklung unseres Kommunikationsverhaltens in 20 Jahren vorausdenken. Die Schlüsse, die Sie daraus ziehen können, eröffnen Ihnen Perspektiven für die eigene Produktentwicklung. So entstehen dann ganz neuartige Produkte wie Wearables, also tragbare Computersysteme. Google Glass ist ein Beispiel dafür – eine Datenbrille, mit der die menschliche Wahrnehmung noch stärker mit Computersystemen verbunden wird. Solch ein Produkt kann man natürlich nicht auf Basis bestehender statistischer Auswertungen entwickeln. Hier kommt die Trendforschung maßgeblich ins Spiel.

Quantitative Trends werden mittels statistischer Verfahren gewonnen, in denen Zahlenreihen fortgeschrieben werden. Wenn in einem Markt beispielsweise vor zehn Jahren x Handys verbreitet waren und vor fünf Jahren 100 Prozent mehr, dann ist es naheliegend davon auszugehen, dass sich dieser Trend in ähnlicher Dynamik fortsetzt und es zu einem weiteren Anstieg der Nutzerzahlen von Handys kommt. Allerdings kommt es in jedem Markt früher oder später zur Marktsättigung, der Kuchen ist dann erst einmal aufgeteilt. Es beginnt die Phase der starken Verdrängungswettkämpfe unterschiedlicher Hersteller, die sich alle ein immer größeres Stück des Kuchens abschneiden wollen.

Eine so einfache Hochrechnung schließt auch aus, dass weitere Faktoren wie Krieg, gesetzliche Interventionen und begehrtere Folgeprodukte hinzukommen. So wurde zum Beispiel der boomende Netbook-Trend abrupt durch die neu aufkommenden Tablets abgewürgt.

Neben quantitativer Trendforschung, die Sie auch selbst auf Basis statistischer Erhebungen vornehmen können, gibt es das qualitative Verfahren. Es wird vielfach angewendet, wenn kein statistisches Material existiert oder die rein zahlenmäßige Erfassung eines Phänomens nicht sinnvoll ist. Qualitative Trends werden verbal-argumentativ und logisch abgeleitet, etwa nach dem Motto: Wenn alle irgendwann über Facebook vernetzt sein werden, wird sich bald eine Umkehrentwicklung einstellen. Sie könnte einen Trend zu kleineren Kommunikationsräumen bedeuten, in denen sich die ausdifferenzierte Lebenswelt und die diversen Lebensstile der Menschen besser abbilden lassen.

Solche Behauptungen müssten mit verschiedenen Belegen unterfüttert werden, beispielsweise erste Umkehrentwicklungen in gesättigten Facebook-Märkten. Aber alles, was Sie an Trendforschung für Ihren Markt und Ihre Ideen betreiben, wird immer nur eine Schätzung mit gewisser Wahrscheinlichkeit sein – niemals eine belastbare Prognose.

Trends zu definieren heißt übrigens nicht, das Neue bloß zu behaupten oder Neues an sich schon als Trend zu verstehen. Vielmehr geht es darum, Prozesse und signifikante Veränderungen in der Gesellschaft zu sehen und zu erklären und seine Rückschlüsse daraus zu ziehen. Veränderungen sind zum Beispiel, wenn die Konsumenten immer mehr Bio-Produkte kaufen und mittlerweile sogar Discounter Bio-Produkte führen. Vor 30 Jahren waren die Vertreter eines neuen Konsumverhaltens noch „spinnerte“ Außenseiter. Ein sensibler Trendforscher hätte allerdings schon damals in den „schwachen Zeichen“ erster alternativer Ernährungsweisen den Beginn einer gesellschaftlichen Verschiebung gesehen. Der Trendforscher ist insofern seismografischer Beobachter. Er sammelt Phänomene des Alltags und systematisiert sie durch vertiefende Beobachtung, Dokumentenanalyse, Vergleiche (etwa zu anderen Gesellschaften wie den USA, die in den Industriestaaten immer gerne als Vorbild genommen wird, da sich erfahrungsgemäß viele Trends zehn bis 15 Jahre dort eher zeigen als auf dem europäischen Markt).

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