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Die Relevanz und Akzeptanz der Intuition in Theorie und Praxis professioneller sozialer Arbeit

AutorSandra Weihs
VerlagGRIN Verlag
Erscheinungsjahr2007
Seitenanzahl119 Seiten
ISBN9783638838863
FormatePUB/PDF
Kopierschutzkein Kopierschutz
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis34,99 EUR
Magisterarbeit aus dem Jahr 2007 im Fachbereich Soziale Arbeit / Sozialarbeit, Note: 1,0, Fachhochschule Wiener Neustadt, 37 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Abstract: Wissenschafliche Diplomarbeit, deren Ergebnis, untermauert durch eine empirische quantitative Forschung unter Sozialarbeitern am Amt für Jugend und Familie in Wien/Österreich, in vermeintlicher Opposition zum Professionalisierungsbestreben der neuen Wissenschaft Sozialarbeit steht. Intuition-Ein neuer Erklärungsansatz für das Handeln von SozialarbeiterInnen? Diese Diplomarbeit beschäftigt sich mit der Fähigkeit des Menschen zur intuitiven Wahrnehmung. Dabei wird die Intuition allgemein wissenschaftlich aufbereitet und der praktische und theoretische Bezug zur sozialen Arbeit wird untersucht. Der Allgemeine Teil umfasst die Definition und Beschreibung des Phänomens Intuition. Hierbei wird darauf wert gelegt, dass die Intuition im wissenschaftlichen wie im praktischen Sinne erfasst wird und eine Bestimmung des Wesens der Intuition erfolgt. Die Begründung zur Intuitionsfähigkeit im menschlichen Organismus wird untersucht, sowie eine kritische Betrachtung des Wahrheitsgehaltes von Intuition findet statt. Intuitionstheorien in Bezugswissenschaften der sozialen Arbeit runden den allgemeinen Teil ab und führen zur sozialen Arbeit über. Im zweiten Teil wird der praktische und theoretische Bezug zur sozialen Arbeit hergestellt. Beleuchtet wird, ob der Gebrauch der Intuition in der sozialen Arbeit widersprüchlich zur Professionalisierungsdebatte ist, beziehungsweise inwiefern Theoretiker der sozialen Arbeit die Intuition bewerten. Es wird geprüft ob die Vereinbarkeit von Intuition und Professionalität in der sozialen Arbeit gegeben ist. Der Bezug zur Praxis wird durch eine quantitative Befragung von sozial arbeitenden Personen hergestellt. Untersucht werden die Anwendung und der Nutzen der Intuition in der Praxis, die Bewertung der Intuition von SozialarbeiterInnen und SozialpädagogInnen, und die Fähigkeit zur Intuition als soziale Intelligenz.

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Leseprobe

2 Forschungsmethode und -design


 

In diesem Kapitel sollen die Forschungsmethode und das Forschungsdesign erläutert werden. Dies dient einerseits dazu, die Methodenwahl zu begründen und das Forschungsdesign zu erklären. Andererseits ermöglicht dies, einen Einblick in die Durchführung der Forschung zu erlangen.

 

Das Kapitel gliedert sich in die Beschreibung der Forschungsmethode, der Zielgruppe und der Durchführung Forschung.

 

2.1 Forschungsmethode


 

Als empirische Forschungsmethode wurde eine quantitative Erhebung mittels Fragebogen gewählt. Ein Grund hierfür war, dass die persönliche Erwartung der Autorin an die Diplomarbeit darin bestand, eine repräsentative Forschung durchzuführen, um der Arbeit mehr Tragweite zu verleihen. Gerade bei einem Thema, dessen Brisanz darin liegt, sich scheinbar gegenläufig zur Professionalisierungsdebatte zu gestalten, ist es wichtig, fundierte Aussagen zu treffen.

 

Ein weiterer Grund für diese Entscheidung war, dass oben angeführte Thesen nur wahrheitsgetreu beantwortet werden können, wenn eine Vielzahl an Meinungen gesammelt werden. Die Meinung einzelner Theoretiker oder Praktiker der professionellen Sozialarbeit wäre interessant, aber kaum aussagekräftig gewesen.

 

2.1.1 Pre-Test


 

Um die Eignung der Forschungsfrage für eine quantitative Erhebung zu verifizieren, führte die Autorin im Wintersemester 2006/07, im Rahmen des Seminars „Sozialforschung 6“ unter DSA Mag.a Dr.in Elisabeth Raab-Steiner, einen Pre-Test unter den im 7. Semester studierenden Kollegen des Fachhochschulstudiengangs Sozialarbeit im städtischen Raum, durch. Diese Erhebung ist nicht repräsentativ für die gesamten Studierenden des Studiengangs, da nur 23 Fragebögen retourniert wurden. Die Ergebnisse waren jedoch beachtlich, vor allem im Bereich der deskriptiven Statistik. An dieser Stelle wird ein Beispiel angeführt, das auch eine forschungsleitende Frage (s. Kapitel 2.1.3) der Erhebung unter den Praktikern repräsentiert.

 

 

Tabelle 1: Pre-Test Auswertung: Intuition ist ein wesentliches Element der sozialen Arbeit

 

Die beachtenswerten Ergebnisse des Pre-Tests ließen den Schluss zu, dass das Thema für eine quantitative Erhebung geeignet ist und sich spannend gestalten könnte.

 

Der Fragebogen wurde im Anschluss für die Haupterhebung verändert und verbessert.

 

2.1.2 Der Fragebogen


 

Der Fragebogen wurde eigenhändig entwickelt und konstruiert. Versucht wurde, so kurze Fragen wie möglich zu formulieren, konkret zu sein, neutral zu formulieren und keine doppelten Negationen zu verwenden. Der Fragebogen wurde so kurz als möglich gestaltet, um den Rücklauf der Fragebögen positiv zu beeinflussen, da dieser auch mit der Länge des Fragebogens zusammenhängt.

 

Der Fragebogen ist in fünf Teile gegliedert:

 

  Personendaten

 

Dieser Teil gibt Auskunft über persönliche Daten des Befragten, wie Geschlecht, Alter und Beruf. Diese Informationen sind von Bedeutung, um gewisse Zusammenhänge erkennen zu können. Zum Beispiel kann der Frage nachgegangen werden, ob Intuition eine weibliche Domäne darstellt. Da die Befragung anonym durchgeführt wurde, um Hemmungen für die Beantwortung der Fragen abzubauen, wurde davon abgesehen durch die Angabe des Namens eine Rückverfolgung der Angaben aufnehmen zu können.

 

  Verhalten in einem professionellen Klientengespräch

 

Dieser Teil beschäftigt sich mit der persönlichen Vorgehensweise der Befragten in professionellen Klientengesprächen. Hier wird den Fragen nachgegangen, wie sich die Praktizierenden auf das Gespräch vorbereiten und aufgrund welcher Überlegungen sie in einer bestimmten Art und Wiese kommunizieren. Ausgegangen wird von zwei Herangehensweisen, einer eher diskursiv nachvollziehbaren Weise und einer eher intuitiven, schwer nachvollziehbaren Weise. Durch die Fragen kann überprüft werden, ob und wie häufig Sozialarbeiter Intuition anwenden.

 

  Einschätzung der Problemsituation des Klienten

 

Dieser Teil beschäftigt sich mit der Frage, wie praktizierende Sozialarbeiter zu einer Einschätzung der Problemsituation des Klienten kommen. Es wird erforscht ob intuitive Elemente an der Einschätzung teilhaben und wenn ja, zu welchem Anteil. Zu diesem Zweck wurde Fragen entworfen, nach denen festzustellen war, ob Sozialarbeiter auch Schlussfolgerungen über Problemsituationen eines Klienten ziehen, ohne dessen eindeutige Verbalisierung der Fakten.

 

  Allgemeines über Intuition in der professionellen Sozialen Arbeit

 

In diesem Teil werden Untersuchungen angestellt, die vor allem die professionelle Sozialarbeit betreffen. Stellt Intuition eine Relevanz für die Soziale Arbeit dar? Ist die Intuition unter den sozial arbeitenden Personen akzeptiert? Gibt es eine Unstimmigkeit zwischen Professionalität und Intuition? – Diesen und anderen Fragen soll hier nachgegangen werden.

 

  Persönliche Erfahrung

 

Im letzten Teil der Befragung werden persönliche Erfahrungen der Befragten mit der eigenen Intuition und Intuitionstheorien wissenschaftlicher Theoretiker erhoben. Dieser Teil enthält auch eine offene Frage. Die hier angegeben Beispiele zur Anwendung der Intuition in der Praxis dienen zur Konkretisierung der Erhebungen über die Häufigkeit und Art der Anwendung.

 

2.1.3 Forschungsleitende Fragen der quantitativen Erhebung


 

In diesem Kapitel sollen die wichtigsten und aussagekräftigsten Fragen des Fragebogens vorgestellt werden. Die farbig unterlegten Sätze sind eins zu eins aus dem Fragebogen übernommen. Sie stellen die Hauptaspekte der Forschung dar, und werden im Folgenden einzeln auf ihre Relevanz geprüft. Der komplette Fragebogen ist im Anhang zu finden.

 

 

Zu dieser Aussage konnten die Antwortmöglichkeiten ja, eher ja, eher nein und nein gewählt werden, es ist also ein ordinalskaliertes Antwortformat in vier Kategorien. Anhand dieser Frage kann unter professionell arbeitenden Personen überprüft werden, ob Intuition für die soziale Arbeit im Allgemeinen eine Relevanz darstellt. Da es keine wertfreie (mittlere) Antwortmöglichkeit gibt, muss der Befragte eine eindeutige Position einnehmen.

 

 

Auch hier bestand das ordinalskalierte Antwortformat aus den schon oben genannten vier Kategorien. Anhand dieser Frage kann untersucht werden, ob eine Widersprüchlichkeit zwischen intuitivem und professionellem Handeln existiert. Die professionell Praktizierenden werden dazu angehalten, ein Urteil über die Vereinbarkeit der Intuition und der Professionalität abzugeben. Daraus können Schlussfolgerungen getroffen werden, ob Intuition in das Konzept der Professionalität aufgenommen werden sollte.

 

 

Zu dieser Frage gab es eine positive (ja) und eine negative (nein) Antwortmöglichkeit. Durch diese Frage kann ermittelt werden, ob sich Intuition in der praktischen Tätigkeit hilfreich gestaltet, im Hinblick auf die Richtigkeit einer auf Intuition basierenden Entscheidung. Wenn ein Teilnehmer an der Befragung diese Frage positiv beantworten konnte, wurde er dazu aufgefordert, eine Beschreibung einer solchen Situation vorzunehmen. Diese Beschreibungen dienten zur Konkretisierung von Intuition in ihrer Anwendung unter Sozialarbeitern.

 

 

Jeder dieser Aussagen konnte eine Prozentzahl zugeteilt werden. Zu vergeben waren insgesamt 100 Prozent, die Summe der einzelnen Aussagen sollte hundert Prozent also nicht überschreiten. Die einzelnen Aussagen wurden aufgrund von persönlicher Erfahrung in der Arbeit mit Klienten ausgewählt. Durch diese Frage kann untersucht werden, aufgrund welcher Konzepte die professionell Praktizierenden ihre Schlussfolgerungen über Klienten ziehen. Der Anteil an Intuition kann also in Beziehung zu anderen Anteilen gestellt werden.

 

2.2 Zielgruppe der Forschung


 

Zielgruppe der Forschung sind sozial arbeitende Personen der Magistratsabteilung Elf (MA11) der Stadt Wien. Ursprünglich sollten die Sozialarbeiter und Sozialpädagogen beforscht werden, die in den Institutionen Amt für Jugend und Familie (AJF), Mobile Arbeit mit Familien (MAF) und in den Krisenzentren der Stadt Wien arbeiten. Aufgrund des, von der Abteilung der Grundlagenforschung der MA11, nur teilweise genehmigten Forschungsantrages konnten jedoch nur die Kollegen des AJF und der MAF befragt werden.

 

Diese Institutionen wurden aus mehreren Gründen ausgewählt. Der wohl Wichtigste Grund dieser Entscheidung ist, dass die Sozialarbeiter und Sozialpädagogen unter äußerst professionellen und strukturierten Bedingungen arbeiten. Dies ermöglicht eine Untersuchung der Intuition in einem Bereich, in dem die Professionalität der Sozialarbeit an vorrangiger Stelle steht. Das Anwenden der Intuition unter professionell...

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