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Die steuerliche Behandlung von Optionsprämien: Eine ertragsteuerliche Würdigung

AutorTobias von Cölln
VerlagBachelor + Master Publishing
Erscheinungsjahr2015
Seitenanzahl47 Seiten
ISBN9783955499198
FormatPDF
KopierschutzWasserzeichen/DRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis19,99 EUR
Die steuerliche Behandlung von Optionsprämien zählt nach wie vor zu den eher schillernden Bereichen des Bilanzsteuerrechtes. Auch durch die jüngste Rechtsprechung des Düsseldorfer Finanzgerichtes vom 13. Dezember 2011 konnten die vorherrschenden Probleme nicht abschließend geklärt werden. Die Streitfrage liegt in der Abgrenzung des Wirkungsbereiches von § 8b KStG. Für den Fall, dass sich der BFH in dem anhängigen Verfahren ebenfalls der Auffassung des FG Düsseldorf anschließen und somit gegen einen Einbezug der Optionsprämien in den Anwendungsbereich des § 8b KStG stimmen würde, hätte dies erhebliche Nachforderungen zur Folge. Hinsichtlich dieser Thematik werden im Rahmen der vorliegenden Arbeit folgende Fragestellungen beantwortet: 1. Kann der Saldo einer handelsrechtlich gebildeten Bewertungseinheit zur Bestimmung des Veräußerungserlöses im Rahmen des § 8b Abs. 2 KStG herangezogen werden? 2. Erlangen Optionsprämien aufgrund handelsrechtlicher Bilanzierungsvorschriften zu unrecht Einbezug in die Freistellungsvorschriften des § 8b KStG? 3. Ist die vereinnahmte Optionsprämie als Teil des Veräußerungserlöses einer Anteilsveräußerung zu behandeln oder voll ertragswirksam zu besteuern? Aus aktuellem Anlass wird in Kapitel 2 zunächst das Urteil des FG Düsseldorf mit den Kernaussagen zusammenfassend dargestellt. Darauf aufbauend werden zur Beantwortung der ersten Frage in Kapitel 3 die für die steuerliche Gewinnermittlung maßgebliche Vorschrift § 8b Abs. 2 KStG, die allgemeinen Grundlagen zu Optionsgeschäften sowie die handels- und steuerrechtliche Behandlung von Bewertungseinheiten im Detail vorgestellt. Im Anschluss wird die zweite Frage in Kapitel 4 anhand der bilanziellen Behandlung von Stillhalterprämien im Betriebsvermögen beantwortet. Abschließend wird die dritte Fragestellung unter Berücksichtigung der Auffassung des Verfassers in Kapitel 4 durch Abwägung einer Argumentation 'pro' und 'contra' kritisch gewürdigt.

Tobias D. von Cölln, B.Sc., wurde 1987 in Köln geboren. Nach seinem Abitur und einer erfolgreich abgelegten Ausbildung zum Bankkaufmann nahm er im Jahre 2010 das Studium der Betriebswirtschaftslehre an der Universität zu Köln auf. Dieses schloss der Autor

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Leseprobe
Kapitel 4.2, Bilanzierung von Stillhalterrisiken aus Optionsgeschäften: Die bilanzielle Abbildung der Stillhalterverpflichtung aus einem Optionsgeschäft ergeht aus der handelsrechtlichen Beurteilung. Die passivierte Verbindlichkeit des Stillhalters ist ebenso wie der aktivierte Vermögensgegenstand des Erwerbers trotz der festen Laufzeit nicht periodisch aufteilbar. In Ermangelung dessen kommt die Bildung eines Rechnungsabgrenzungspostens folglich nicht in Betracht. Es besteht hingegen gleichwohl auch keine Dauerverpflichtung, die einen periodisierbaren Werteverzehr begründen könnte. Noch nicht allumfassend geklärt scheint in der Literatur als auch in der Rechtsprechung indessen die Behandlung eines entsprechenden Risikoüberhanges zu sein. Sollte das Risiko der etwaigen Optionsverpflichtung am Bilanzstichtag betragsmäßig höher sein als die passivierte Optionsprämie, bedarf es handelsrechtlich der Bildung einer Drohverlustrückstellung. Steuerlich ist diese jedoch gem. § 5 Abs. 4a S. 1 EStG nicht anzuerkennen. Nach der h. M. bedarf es einer Zuschreibung der Verbindlichkeit, wenn einem entsprechenden Risikoüberhang Rechnung getragen werden soll. Begründet wird diese Ansicht durch die Auffassung, dass die Schuld des Stillhalters aus dem Optionsgeschäft als eine einheitliche betrachtet wird und so eine Spaltung der Optionsverpflichtungen nicht sachgerecht erscheint. Im Falle einer Erhöhung der Verbindlichkeit ist jedoch die Prüfung eines etwaigen Einbezuges der aufwandswirksamen Zuschreibung in den Anwendungsbereich von § 8b Abs. 3 S. 3 KStG nötig. Die Finanzverwaltung folgt hingegen der handelsbilanziellen Vorgehensweise und schließt sich der getrennten Abbildung des Risikoüberhangs in Form einer Drohverlustrückstellung an. Sie begründet ihr Vorgehen u. a. auf der Zweivertragstheorie vom BFH und der damit anzunehmenden Trennung von dem Optionsgeschäft und dem eventuell folgenden Effektengeschäft. Der potenzielle Risikoüberhang aus dem Optionsgeschäft resultiere daher entgegen der h. M. aus dem noch möglichen Erfüllungsgeschäft. An dieser Stelle scheint eine klar abgrenzende Behandlungsvorschrift noch zu erwarten.
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