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E-Book

Die Tagebücher

AutorRichard Burton
VerlagHaffmans Tolkemitt Verlag
Erscheinungsjahr2013
Seitenanzahl750 Seiten
ISBN9783942989589
FormatePUB
Kopierschutzkein Kopierschutz
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis26,99 EUR
Schauspieler, Jetset-Prominenter und Mann von Elizabeth Taylor - Richard Burton zählt zu den Weltstars der 1960er und 1970er Jahre. Seine Tagebücher von 1965 bis 1972 sind das Zeugnis eines Filmstars, der sich zwischen der Höhe seines Ruhms und Reichtums und der Tiefe seiner Abstürze befindet. Die Lebensaufzeichnungen Burtons wurden von seiner vierten Frau und Witwe Sally im Jahre 2007 an die Swansea University in Wales übergeben und sind nach fünfjähriger Aufarbeitung 2012 mit großem Echo in England erschienen. Nun liegen sie zum ersten Mal auf Deutsch vor. Die Tagebücher geben einen neuen und anderen, intimen Einblick in Burtons und Taylors Leben, ihre turbulente Beziehung und in die Glamourwelt von Theater, Film und Prominenz, die sie bewohnten. Burton erweist sich in den Tagebüchern als gebildeter, feinfühliger und äußerst witziger Chronist seines Lebens und seiner Zeit, der nicht nur ein Talent zum Schauspielern hatte, sondern auch noch etwas ganz anderes konnte: schreiben.

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Leseprobe

1965

JANUAR

Freitag, 1. 1., Gstaad Vom Kater erholt. Mit E. die Britannica gelesen. Sie ist ein gutes kleines Mädchen. Hat Sara gestern Abend im Palace Hotel abgeholt, sie herumgewirbelt und zauberhaft ausgerufen: »Ich hasse alte Frauen.«1

Mache mit J. Sullivan irgendeinen Vertrag.2 Er und seine Künftige Daliah Lavi reisen morgen ab.

Samstag, 2. 1. Sara und Francis fahren morgen nach London ab.3 Sind ins Park Hotel zum Versöhnungsessen. Erfolgreich. Sara leiert immer noch dauernd von Francis’ Herzleiden mit Flüstern, Blicken und manchmal so rundheraus und in der dritten Person, dass E. einmal sagte: »Du redest, als ob Daddy nicht hier wäre.«

Sonntag, 3. 1. Mittagessen mit Sara und Francis. Mit Natalie Wood und dem jungen Niven zu Abend gegessen.4 Sie ist abgemagert und sieht aus, als hätte sie TBC. Pekinesenaugen. Trauriger Fall. Sind ins Chesery gegangen – grässlich lauter Ort.

Montag, 4. 1. Bin nach Bern zum Konsulat gefahren, um mich zu registrieren, auch zur Polizei in Saanen, um ein permit de séjour zu erhalten. E. konnte nicht mitkommen. Hat sich mitten in der Nacht den Kopf an der offenen Küchenschranktür gestoßen. Mutter und Vater aller Veilchen. Niemand wird mir abkaufen, dass ich sie nicht geschlagen habe – einen solchen Ruf habe ich –, wir tun also so, als wäre sie auf der Piste gestürzt. […] E. und ich auf Rangliste der Kassenschlager des Jahres, ich Platz 10., E. 11. Ha, ha. Sie hat natürlich gar keinen Film gemacht! Nicht ganz fair.5

Dienstag, 5. 1. E. reiseunfähig (ärztliche Anordnung), habe daher den 3:34er von Lausanne genommen. […] Zugfahrt von entnervender Drolligkeit. Ein kleiner Junge, ein noch kleinerer Junge und ein riesiger Hund, der zwei Drittel des Fußbodens in Beschlag nahm, außerdem zwei Männer und […] redselige Dame […]. Bin um 9:45 Uhr in Paris angekommen. Von Gaston abgeholt und ins Meurice, nicht wie erwartet ins Lancaster gebracht worden.6 Nachricht an Rene Weibel geschrieben, sich um Sybs »Angelegenheiten« aus Céligny zu kümmern. André hatte darum gebeten!7 Sie will auch Amateurfilme. Kommt mir ein bisschen masochistisch vor. Paris ist schneefrei und eine nette Abwechslung.

Mittwoch, 6. 1., London Paris um 12:34 Uhr mit dem »Golden Arrow« verlassen. Herrlicher Zug, sicher einer der besten der Welt. In London eingetroffen […]. Bin von Heyman und Rolls-Royce abgeholt worden.8 Habe E. angerufen, die morgen mit dem Flugzeug nachkommt. Drinks in schickem Pub nahe Dorchester mit Heyman.9 Später kamen Sullivan und Daliah dazu. Nach Hause gegangen und also gelesen und also zu Bett à la Pepys.10 (Habe mir vor Abreise aus Paris bei Alexandre die Haare schneiden lassen.)

Donnerstag, 7. 1. Bin um zehn zu Berman gegangen und hinterher mit M. Ritt zur Wardour Street gelaufen.11 Wir haben etwa eine Stunde lang »das Drehbuch hin und her gewälzt«. Hab mit Oskar Werner telefoniert. Klingt jung und enthusiastisch. Mittagessen im Isow’s mit Ritt und Claire Bloom.12 Sie war nervös, aber sonst ging’s ihr gut. Für diese Erleichterung besten Dank. Habe mein gutes Mädchen am Londoner Flughafen abgeholt. Ihr Gesicht sieht mächtig mitgenommen aus, armes Ding. Ich war aus nervlichen Gründen ziemlich bissig, und wir sind nach Würstchen und Kartoffelbrei frühstmöglich zu Bett.

Mittwoch, 13. 1. Battersea Park um 8:15 Uhr zur Probe mit Michael Hordern.13 Sehr, sehr kalt, besonders, weil ich während der Szene völlig regungslos bleibe, und Marty schoss eine eisige Einstellung nach der nächsten. Springer ist mit Hugh French angekommen.14 Auch ein Journalist namens Palmer von AP.15 Er wirkte kein bisschen wie ein Reporter. Vielleicht ist er gar keiner. Hatte gehofft, mit E. zu Mittag zu essen, aber vergeblich. Arbeit zur Mittagszeit beendet (im Six Bells, King’s Road), heimgegangen und E. in der Lobby mit ihrem Vater und P. Sellers getroffen.16 Cis und Elfed sind eingetroffen (haben Ivor in Paddington komplett geschnitten!) und hatten Abendessen.17 Ich hatte meins im Bett. Sehr schlimme Erkältung.

[Von Mitte Januar bis Anfang Mai gibt es keine weiteren Einträge im Tagebuch. Am 16. Januar 1965 reisten Richard und Elizabeth nach Cardiff, um sich das Rugby-Spiel Wales gegen England anzusehen, das 14 zu 3 ausging. Die Dreharbeiten zu Der Spion, der aus der Kälte kam gingen in Dublin, Bayern, den Niederlanden und London weiter. Während dieser Zeit wurde Richard für seine Rolle in Becket für einen Academy Award als bester Schauspieler nominiert, aber den Oscar bekam Rex Harrison für seine Rolle in My Fair Lady. Burton nahm auch eine Single auf – das Lied »A Married Man« aus dem Musical Baker Street – sowie einige Kriegsgedichte des britischen Dichters Wilfred Owen (1893 – 1918). In Dublin erhielten Burton und Taylor Besuch von Franco Zeffirelli (*1923). Aus der Freundschaft, die sich zwischen ihnen entwickelte, ergab sich im folgenden Jahr eine Zusammenarbeit, als Zeffirelli bei Der Widerspenstigen Zähmung Regie führte.]

MAI

Mittwoch, 5. 5., London Operation von E.18 Habe sie nach der Arbeit besucht. In der U-Bahnstation Mansion House und gegenüber den Telegraph-Gebäuden in der Fleet Street gedreht. Habe Mirror-Gebäude besucht […]. Den ganzen Tag nervös aus Sorge um sie. Bin leicht beschwipst hingegangen, und sie haben ihr erlaubt, nach Hause zu gehen, solange sie nicht zu viel herumläuft. Im Bett ferngesehen. Mit dem Bus immer wieder um die U-Bahnstation [South] Kensington gefahren. […]

Donnerstag, 6. 5. Letzter Tag des Spion.

Mein Mann war so lieb zu mir. Ich weiß ja, wie sehr er »kranke Leute« verabscheut und jeglichem Anzeichen von Schmerz bei jemand, den er mag und liebt, aus dem Weg geht. Aber er war wunderbar zu mir. Hat mich wie verrückt verwöhnt!! Ich liebe ihn! Vielleicht (hat man mir gesagt) könnte ich ihm nach einer weiteren Operation ein Baby schenken. Das will ich mehr als alles andere auf der Welt. Bitte lass ihn wissen, dass mir nichts geschehen wird. Bitte lass ihn »ja« sagen. (Bitte, Gott.) [Elizabeth Taylor]

Samstag, 8. 5. Spion-Party.

Dienstag, 11. 5. Abendessen im Mirabelle.

Sonntag, 16. 5.

Lunch mit Peter Glenville und Bill – was für ein durchgedrehtes Nest von Nachbarn.19 »Schwuchtelstadt« sollte man es nennen. Peter war lieb und aufgeregt über S. im g.A.20 Dann musste ich mir allein … die alles begehren ansehen! Er ist nicht ganz so schlecht, wie ich dachte. R. sieht besser aus, als ich ihn je gesehen habe (er ist so verdammt schön – und sexy) und nimmt Worte, so banale, und macht daraus etwas zutiefst Bewegendes und Wirkliches. Niemand sonst auf der Welt hätte tun können, was er bringt. Er hat mich zum Weinen gebracht. Ich schäme mich nicht einmal für mein Spiel – aber nur da nicht, wo ich mit ihm gespielt habe. Er lässt uns alle besser aussehen, als wir es sind. [Elizabeth Taylor]

Montag, 17. 5., Paris

Ich sollte heute alle möglichen Dinge erledigen – wie Kleider besorgen (und allerlei anderes Zeugs), Sachen, die ich normalerweise liebe und genieße: Klamotten und Juwelen kaufen. Ich hab noch immer 5000 zum Ausgeben von meinem Taschengeld und 45 000 Versicherungsgeld für Juwelen. Aber wir haben etwas anderes gemacht, etwas Schöneres als alles andere auf der Welt. Mein Gott, war das herrlich! Dann hatten wir ein spätes Abendessen im Mediterannée und haben über all die Dinge gesprochen, die wir in unseren Flitterwochen machen werden – es währt jetzt schon beinahe fünf Jahre. Jeden Tag wird es besser! [Elizabeth Taylor]

Dienstag, 18. 5., Avallon Erste Nacht der Flitterwochen (?) mit Abreise aus Paris, fahren selbst im Rolls-Royce. Eine Zeitlang verfolgt von zwei Presseleuten. E. hat einen Pony. Kann mich nicht entscheiden, ob ich’s mag oder nicht. E. hat Baron E. Rothschild angerufen, um J. Heyman bei ihm einzuführen. Mittagessen (Pizza) im Bas Bréau Barbizon. Wunderbar. Dann sind wir weiter nach Avallon und im La Poste abgestiegen. E. benimmt sich, als wären wir wirklich ganz frisch miteinander verheiratet. Muss vorsichtig sein. Könnte noch zum Götzendiener werden. Wünschte, ich würde sie gut genug kennen, um ihr zu sagen, wie aufregend das Leben ist, wenn sie da ist.

Mittwoch, 19. 5., Chalon-sur-Saône Château »Roche Pot« besucht, das wir von der Straße aus gesehen haben. Bis auf die Knochen durchgefroren.

Um etwa 13 Uhr...

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