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E-Book

Digital Tour Book

Die erfolgreiche Transformation zum digitalen Unternehmen - ein Reisebericht

AutorChristopher Rheidt, Daniel Wagenführer
VerlagMurmann Publishers
Erscheinungsjahr2018
Seitenanzahl200 Seiten
ISBN9783867745949
FormatePUB
KopierschutzWasserzeichen
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis9,99 EUR
Digitalien ist ein fiktives Land. Wer sein Unternehmen digitalisiert, reist dorthin. Die meisten Mittelständler und Familienunternehmen wissen, dass sie diese Reise antreten müssen. Doch oft fehlt ihnen der Mut zum Aufbruch, weil sie Angst vor der Veränderung und dem Unbekannten haben. Oder weil sie skeptisch fragen: Kann ich mit dem Digitalen Geld verdienen? Wie und womit genau? Bringt das meinem Unternehmen, meinen Kunden zusätzlichen Nutzen? Was bedeutet Digitalisierung für mich und wie viel Digitalisierung brauche ich überhaupt? Wie verschwende ich nicht mein Geld? Wie schaffe ich die Reise ohne Identitätsverlust und ohne mein Unternehmen zu überfordern? Und wie vermeide ich es, mich von 'Beratern' und 'Experten' verrückt machen oder überrumpeln zu lassen? Christopher Rheidt und Daniel Wagenführer sagen: Habt Mut zum Aufbruch! Denn sie wissen, dass die Reise lohnt und wie sie gelingt. Unter ihrer Führung hat sich ein Traditionsunternehmen erfolgreich auf den Weg der Digitalisierung gemacht. In ihrem Digital Tour Book berichten sie von der Reise und erzählen offen von allen Erfahrungen, die sie dabei machten, von Fallen und Irrwegen und wie man sie vermeiden kann. Ihr Buch ist eine äußerst hilfreiche Reisevorbereitung für alle Mittelständler und Familienunternehmer, die vor der digitalen Transformation stehen. Mit vielen konkreten Tipps und praxiserprobten Handlungsempfehlungen zeigt es, wie Unternehmen nach Digitalien reisen und sich erfolgreich verändern können, ohne sich dabei zu verlieren.

Christopher Rheidt ist Geschäftsführer eines mittelständischen Unternehmens in Norddeutschland, das Teil eines japanischen Tech-Konzerns ist. Gemeinsam mit seinem Team hat er das Traditionsunternehmen in den vergangenen Jahren erfolgreich in die Zukunft geführt. Sein Mut, seine fast 20-jährige Führungserfahrung in Technologieunternehmen, seine Offenheit und vor allem seine Fähigkeit, Gegenwart und Zukunft sinnvoll auszubalancieren, machen Christopher Rheidt zu einem glaubhaften Ratgeber für mittelständische Unternehmen in Zeiten der digitalen Transformation. Daniel Wagenführer ist in dem gleichen Unternehmen als General Manager für den Geschäftsbereich digitale Produkte und Dienstleistungen verantwortlich. Seit 2014 ist er Ideengeber und Vordenker bei der digitalen Transformation des Unternehmens. Zuvor hatte Wagenführer als Unternehmensberater eine Reihe von Firmen bei der Umsetzung neuer digitaler Strategien und Prozesse unterstützt. Seit Jahren pflegt er enge Kontakte zur Start-Up-Szene und zu wichtigen digitalen Akteuren.

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Leseprobe

Rückblick auf den Anfang

9. Januar, 15.32 Uhr
Café St. Oberholz, Rosenthaler Straße 72a, 10119 Berlin
Eintrag 1 Rückblick – warum wir nach Digitalien gereist sind

Wir sitzen im vierten Obergeschoss über dem Café St. Oberholz. Unter uns liegt der Rosenthaler Platz. Durch das offene Fenster hören wir das brummende Berlin. Es ist sehr laut, Autos donnern über die Kreuzung und hupen, die Tram hält mit quietschenden Bremsen, zahllose Touristen drängen über den schmalen Gehweg. Das Café St. Oberholz ist jener fast schon legendäre Ort, an dem das Berlin Valley – das deutsche Pendant zum Silicon Valley – seinen Ursprung hat. Hier hat auch unser Digital-­Abenteuer begonnen, und hier oben ziehen wir eine erste Bilanz. Hinter uns liegt ein großes Wegstück, eine Reise durch die neue digitale Welt, durch die Start-up-Kultur.

Wir haben eine Menge erlebt, wir haben grellbunte Vorträge und Präsentationen gesehen, wir waren in hippen Hotels, haben die neue Arbeitswelt in großen, offenen Büros, an den selbst geschreinerten Tischen, in den überdimensionierten Kaffee-Lounges kennengelernt. Wir haben verstanden, was es bedeutet, iterativ und kollaborativ zu arbeiten und auch multidisziplinär. Uns wurde gesagt, wir sollten künftig customerzen­triert sein, uns wurde Agilität gepredigt, wir haben digitalen Schaumschlägern und großspurigen Investoren zugehört. Wir haben Disruptionsmonologe gehört, wir haben – selbstverständlich – mehr als einmal erfahren, »wie Google das macht«.

Wir haben Berater erlebt, die uns eindringlich warnten, dass unser Unternehmen in fünf Jahren am Ende sein würde, wenn wir mit unserer guten alten Firma nichts machen würden. Sie hatten dabei die gleiche Attitüde wie Versicherungsvertreter, die einem die dritte Unfallversicherung verkaufen wollen, immer versehen mit dem Hinweis: Denken Sie auch an Ihre Familie!

Wir haben in den Weiten des Berlin-Valley Start-up-Gründer beobachtet, die nicht wussten, wofür sie taten, was sie taten, und auch nicht wussten, wer das, was sie anboten oder produzierten, einmal kaufen sollte – aber das alles mit der allergrößten Begeisterung.

Wir haben uns von jungen, urbanen Digital-Workern umarmen lassen, obwohl wir sie kaum kannten. Uns wurden alte Fabrikhallen, Hinterhöfe, Keller gezeigt, in denen Labore, Hubs, Labs, Inkubatoren, Acceleratoren installiert waren.

Wir haben digitale Workplaces und Kommunikationslounges begutachtet. Wir haben geprototypt, enabelt und geomnichannelt. Wir wissen, dass »Daten das Öl des 21. Jahrhundert« sind. Und Begriffe wie User Experience und Smart Manufacturing beherrschen wir nun aus dem Effeff.

Wir sind durch die digitale Welt gereist, durch Digitalien, wie wir es nennen. Oder anders gesagt: Wir waren in Berlin.

Und warum das Ganze?

Keine große Zukunft

Wir wollten unser Traditionsunternehmen, für das wir seit einiger Zeit arbeiten, digital transformieren, wollten den Weg ebnen in das digitale Zeitalter. Wir wollten ausloten, was diese Firma braucht, um die Zukunft zu stemmen und digitale Chancen zu nutzen.

Und wir haben das nicht gemacht, weil das jetzt alle so machen. Für uns ist die Digitalisierung keine Mode. Wir glauben zu wissen, worauf es ankommt. Gemeinsam mit unserem Team, unseren Kollegen hatten wir das Unternehmen in den Jahren zuvor durch eine schwierige Phase geführt. Das Unternehmen mit der großen Vergangenheit schien keine große Zukunft mehr zu haben, es drohte sang- und klanglos zu verschwin­den. Doch die Sanierung ist gelungen, und die digitale Transformation war da­­bei im­mer Teil des Plans und aus unserer Sicht der nächste konsequente Schritt.

Heute sind wir tatsächlich dabei, diesen Schritt zu meistern.

Digitalisierung geht alle an!

Wir halten die digitale Transformation für die wichtigste Herausforderung für Unternehmen in der heutigen Zeit. Man sollte dazu nicht nur eine Meinung haben, man sollte einen Plan haben. Die Digitalisierung betrifft alle Unternehmen in Deutschland.

Es gibt Horrorszenarien, wonach durch den digitalen Wandel Millionen von Arbeitsplätzen verschwinden, weil durch digitale Tools zunächst die Routinejobs wegfallen, später durch Roboter und KI die restlichen Jobs. Auf der anderen Seite gibt es Stimmen, die sagen: Da entsteht etwas Neues. Das bietet große Chancen. Schon heute zeigt sich, wie innovativ die Vernetzung von Wissen und Kompetenzen sein kann, die ein wesentliches Merkmal der Digitalisierung ist. Es zeigen sich digitale Innovationen, die neue, bislang unbekannte Jobs generieren. Die Studie »The Future of Jobs« des World Economic Forum geht davon aus, dass 65 Prozent der heutigen Grundschulkinder in Berufen arbeiten werden, die wir noch gar nicht kennen. Da ist jedes Unternehmen gefordert, sich selbst in Stellung zu bringen. Eine Führungskraft steht angesichts des digitalen Wandels zwangsläufig vor der Frage: »Kann ich es mir leisten, darauf zu warten, bis mir jemand etwas Geeignetes für unser Unternehmen bietet?« Wir meinen: Nein, das kann sich niemand leisten. Heute muss man als Führungskraft den digitalen Wandel selbst einleiten, um die Produktivität zu erhalten, um wettbewerbsfähig zu bleiben – und um Arbeitsplätze nicht nur zu sichern, sondern auch wertiger zu gestalten.

»Niemand wird Sie hier jemals als Chef akzeptieren!«

Aber wer sind wir eigentlich? Wir, Christopher Rheidt und Daniel Wagen­führer, sind Geschäftsführer und General Manager eines Unternehmens aus der Informationsmanagement- und IT-Branche mit Sitz in Schleswig-Holstein, nahe Hamburg. Als Christopher Rheidt dort anheuerte, befand sich das Unternehmen in schwieriger See. Es ist eines jener großen deutschen Traditionsunternehmen, die nicht mehr an die alte Zeit anknüpfen konnten, und war von einem japanischen Konzern erworben worden. Christopher Rheidt brachte Vertriebs-Know-how und Change-Management-Skills mit ins Unternehmen. Von Anfang an stand er unter Druck, eine Neuausrichtung einzuleiten. Beim Antrittsbesuch bei der japanischen Mutter wollte er seine Pläne präsentieren. Der globale Vertriebschef sagte ihm, noch bevor er ein Slide zeigen konnte: ­»Sehen Sie das als Chance, vielleicht ist es heute ja das letzte Mal, dass wir Ihnen zuhören.«

Es war also von Anfang an ordentlich Druck auf dem Kessel. Eigentlich ein schwieriger Zeitpunkt, um einen Wandel einzuleiten. Besser ist es immer, den Wandel in »guten Zeiten« zu starten. Besser, als wenn man mit dem Rücken zur Wand steht. Aber es half nichts, man stand eben mit dem Rücken zur Wand. Es hatte eine lange Phase des allmäh­lichen Niedergangs gegeben, und es fehlte an Orientierung. Die Struktur war dezentral, damit schwer steuerbar, so richtig wusste keiner, wie es weitergehen sollte, und Christopher Rheidt galt als einer, der wieder von außen kommt – wie schon viele von außen gekommen waren, die viel geredet und wenig bewirkt hatten. Eine der Führungskräfte sagte dann auch zur Begrüßung: ­»Niemand wird Sie hier jemals als Chef akzeptieren.«

Das haben sie dann doch.

Daniel Wagenführer kam einige Zeit später hinzu. Er hatte lange als Berater für Strategie- und Transformationsprozesse gearbeitet, hatte ­Unternehmen bei der Umsetzung neuer digitaler Lösungen begleitet. Und gemeinsam mit einem etwas verunsicherten, aber doch nach wie vor hoch motivierten Team, das sich erstaunlich eng mit der Firma verbunden fühlte, haben wir das Unternehmen umgebaut, restrukturiert, zentralisiert, Kosten gesenkt und den Umsatz deutlich angekurbelt, auch indem wir nach weiteren Geschäftsfeldern Ausschau gehalten haben. Und dank unserer Tour durch Digitalien.

Die Reise nach Digitalien kann auch für Sie ein lohnender Ausflug werden. Es ist eine Reise, die nicht aufhört – die aber bei Ihnen und in Ihrem Unternehmen einiges verändern wird. Wir wollen mit unserem Be­­richt vor allem Antworten auf drängende Fragen geben. Fragen wie diese: Wie sorge ich für einen gelungenen Start der Reise? Und dann, wenn der Start gelungen ist: Wie wird man heimischer in Digitalien? Wie versteht man, worauf es dort für das eigene Unternehmen wirklich ankommt? Wie kann man in Digitalien gut von böse, wichtig von unwichtig trennen? Und später, wenn die ersten wesentlichen Entscheidungen getroffen sind: Wie lässt sich der notwendige kulturelle Wandel im Unternehmen umsetzen? Denn die ganzen Erfahrungen, die man auf der Reise macht, sind das eine, da bekommt man natürlich ein Gespür für Trends und Themen, die einem im beruflichen Alltag häufig verborgen bleiben, weil man sich mit seinen täglichen Verpflichtungen oft wie in einem Tunnel fühlt, links und rechts nichts mehr mitbekommt. Andererseits kann die Reise aber eben auch hilf­reich sein, wenn es darum geht, Kolleginnen und Kollegen dazu zu bringen, auf einen neuen Kurs einzuschwenken, sich von bisher Bewährtem ganz oder teilweise zu verabschieden und sich dem Neuen zu öffnen. Und wir sagen ganz bewusst »Kolleginnen und Kollegen« statt »Mitarbeiter«, weil es gerade in der Phase der Re­strukturierung oder Veränderung auf Re­spekt ankommt und der Teamgedanke im Vordergrund steht.1

Vor allem jedoch stellt sich die Frage: Wie manage ich den gesamten Pro­zess? Das sind Themen und Fragen, die sich für uns erst im Laufe der Reise in größerer Klarheit ergeben haben.

Am Anfang stand vor allem die Euphorie.

1Grundsätzlich gilt für unser Buch: Wenn wir das generische Maskulinum verwenden, sind damit immer alle Geschlechter...

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