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Do Khyi (Tibet Mastiff)

Wächter der Nomaden

AutorBirgit Primig
VerlagBooks on Demand
Erscheinungsjahr2017
Seitenanzahl168 Seiten
ISBN9783743136045
FormatePUB
KopierschutzWasserzeichen
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis14,99 EUR
Der Do Khyi ist ein großer, robuster und langlebiger Hund, dessen Vorfahren aus Tibet stammen. Sie zogen mit Nomaden über die kalten und trockenen Hochebenen in einem Gebiet, das fünf Mal größer ist als Deutschland, Österreich und die Schweiz zusammen. Er dient dem Schutz der Nomaden und ihrer Herden. Dieses Buch gibt Einblick in die Herkunft dieser seltenen Hunderasse, die als teuerster Hund der Welt traurige und irreführende Berühmtheit erlangte. Der Entwicklung der Zucht in Europa und dem Rassestandard ist der zweite Teil des Buches gewidmet. Der dritte Teil behandelt ausführlich die Haltung des Do Khyi als Familienhund. Abgerundet wird das Buch durch Berichte von Züchterinnen und begeisterten Fans dieser Rasse. Mehr als 100 Fotos machen den Do Khyi noch anschaulicher.

Birgit Primig lebt mit ihrem Lhasa Apso-Rudel mitten in Österreich im Salzkammergut. Tibetische Hunde spielen seit ihrer Jugend eine wesentliche Rolle in ihrem Leben. Die Faszination für tibetische Kultur war ebenso eine logische Konsequenz wie Reisen nach Tibet. Sie ist als Trainerin in der Erwachsenenbildung tätig. Auch für Hundemenschen bietet sie Seminare und Workshops an.

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Leseprobe

Die Herkunft: Hunde vom „Dach der Welt“


 

Tibet: sehr hoch, sehr kalt, sehr trocken


Tibet ist das größte Hochplateau der Welt. Es liegt auf einer Höhe von etwa 4000 bis 5500 Metern über dem Meeresspiegel. Daher wird das Land gerne als das „Dach der Welt“ bezeichnet.

Das ursprüngliche Tibet hat eine Größe von mehr als 2,5 Millionen km², das ist fünf Mal mehr als Deutschland, Österreich und die Schweiz gemeinsam Fläche haben. Das heutige „politische“ Tibet, die „Autonome Region“ innerhalb der Volksrepublik China ist mit 1,2 Millionen km² nicht einmal mehr halb so groß. Die Region Amdo liegt zur Gänze, Kham zu einem großen Teil außerhalb des politischen Tibet.

Das Karakorum– und das Himalaya-Massiv bilden die Süd– und Westgrenze Tibets. Mount Everest (tibetisch: Chomolungma oder Chomolaghpa), Cho Oyu, Lhotse, Makalu und Manaslu sind nur einige der 14 Achttausender dieses Gebietes, die auf tibetischem Territorium stehen. In Westtibet liegt auch der heilige Berg Kailash.

Das Gebiet des Hochhimalaya geht über in das riesige Becken des Tsangpo und seinen Nebenläufen. Wichtige Städte und Kulturstätten wie Shigatse oder Samye liegen im Flusstal. Durch die Hauptstadt Lhasa fließt sein Nebenfluss Kyichu.

Nördlich des Beckens schließt das Gebiet des Trans-Himalaya an. Unzählige Gipfel mit mehr als 6.000 m Höhe wurden noch nie bestiegen. Manche tragen bis heute keinen Namen. Dieses Gebiet wird vom Jangthang abgelöst, den „nördlichen Ebenen“.

Auch der Nordosten Tibets wird von einer Gebirgskette abgeschlossen, dem Kunlun mit Gipfeln bis zu 7.700 Metern Höhe.

Die Geographie des Landes spielt eine wesentliche Rolle für das Klima des südasiatischen Kontinents. Der Tsangpo ist unter dem Namen Brahmaputra besser bekannt und ist einer der wichtigsten Flüsse Indiens. Die Quellgebiete des Ganges liegen in Westtibet. Der Yangtse und der Mekong entspringen im osttibetischen Kham. Der Trans-Himalaya ist die bedeutendste Wasserscheide des Landes. Die Ströme im Norden speisen abflusslose, salzige Seen. Am bekanntesten ist der 1.940 km² große Nam Tsho.

Blick auf den Mount Everest aus dem Basislager in Tibet.

Vor allem in Zentraltibet ist es extrem trocken. Das Himalaya-Massiv schirmt das Gebiet vor den Monsunregen des indischen Subkontinents ab.

Das angenehmste Klima herrscht in den tiefer gelegenen Regionen um Lhasa und in Osttibet. Die Durchschnittstemperatur in Lhasa beträgt acht Grad Celsius. Durch die starke Sonneneinstrahlung kann es tagsüber aber sehr schnell vergleichsweise warm werden, die Temperaturen können in den Sommermonaten um die Mittagszeit die 20-Grad-Marke überspringen.

Die Nordhälfte Tibets ist dagegen Permafrostgebiet mit einer Durchschnittstemperatur unter null Grad. Ganz anders in Osttibet: Hier herrscht ein nahezu subtropisches Klima mit üppiger Vegetation.

Bedrohte Natur

Immer größere Landstriche verwüsten. Das immense Wachstum der Städte - allen voran Lhasa - sorgt für einen enormen Bedarf an Brennmaterial. In ganz Tibet entstanden neue Dörfer und Städte, gebaut von der chinesischen Regierung, um Nomaden sesshaft zu machen. Sie können nicht mehr auf ausreichend Yak-Dung als Brennmaterial zurückgreifen.

Die in vielen Landstrichen ohnehin schon sehr geringe Menge an Bäumen und damit Holz wurde großflächig vernichtet. Zwar gibt es bereits erste Schritte zur Aufforstung, aber gepflanzt werden schnellwüchsige Monokulturen.

Die chinesische Industrie in Tibet benötigt Strom. Gigantische Staudämme an den wichtigsten Flüssen sind in Bau und in Planung. Umweltschutz-Organisationen warnen, dass es kaum gefährlichere Orte für derart massive Eingriffe in die Natur gibt. Sie fürchten geologische Katastrophen wie vermehrte Erdbeben.

Die Dämme verändern nicht nur die Natur in Tibet selbst massiv, sondern bedrohen das Klima des gesamten Subkontinents. Die indische Regierung fürchtet um das Trinkwasser für mehrere hundert Millionen Menschen, die Bewässerung der indischen Felder ist akut gefährdet.

Angebliche Pläne, Flüsse aus Tibet umzuleiten, um beispielsweise den akuten Wassermangel in Peking zu beheben, bestreitet die chinesische Regierung.

Sand und Wind beherrschen Zentraltibet, die Wüste breitet sich aus.

Von der Monarchie zur chinesischen Herrschaft


Vor mehr als 2000 Jahren ...

Die tibetische Mythologie erzählt, ein Fremder sei von einem Berg herab gestiegen. Von zwölf Weisen nach seiner Herkunft befragt, wies er auf den Himmel. Sie schlossen daraus, er sei ein Sohn des Himmels. Sie hoben ihn auf ihren Nacken und gaben ihm den Namen Nyatri Cenpo, übersetzt der „Nackenthron-König“.

Tatsächlich beginnt Tibets Zeitrechnung 127 Jahre vor Christi Geburt. Nyatri Cenpo wurde in diesem Jahr zum König der zentraltibetischen Stämme gekrönt. Die Herrschaft seiner Dynastie mit insgesamt 41 Königen dauerte 969 Jahre.

Bön-Einflüsse in heutigen tibetischbuddhistischen Ritualen.

Im Jahr 617 nach christlicher Zeitrechnung kam Songtsen Gampo an die Macht. Er errichtete den Königssitz in Lhasa und erweiterte das Reich nach Westen und Nordosten. Tibet wurde zum Großreich. In dieser Blütezeit wurde die dezentralisierte Nomadengemeinschaft Tibets zu einem zentral regierten Staat.

Aus politischen Gründen heiratete Songtsen Gampo zunächst die nepalesische Prinzessin Bhrikuti. In ihrem Gefolge kamen Künstler ins Land, die wesentlichen Einfluss auf die Architektur gewannen. Auch Priester befanden sich in ihrem Gefolge. Die erste Phase der Bekehrung zum Buddhismus setzte ein.

Einige Jahre später wurde die chinesische Prinzessin Wencheng die zweite Gemahlin Songtsen Gampos. Durch diese Heirat konnte der Krieg zwischen Tibet und China beendet werden.

Songtsen Gampo ließ eine eigene tibetische Schrift entwickeln, um buddhistische Werke in die Landessprache übersetzen zu können. Buddhismus und die wesentlich ältere Naturreligion Bön existierten über lange Zeit parallel.

Um 775 n.Chr. gründete der indische Gelehrte Padma Sambhava in Samye das erste buddhistische Kloster.

Tibetische Mönche: eine politische Heirat brachte den Buddhismus ins Land.

Die Anhänger der Bön-Religion wurden nach unzähligen Auseinandersetzungen „verbannt“: wie die heidnischen Rituale im Christentum wurde Bön vom Buddhismus vereinnahmt. 779 wurde der Buddhismus zur Staatsreligion erhoben.

Anfang und Mitte des 9. Jahrhunderts führten die Spannungen zwischen buddhistischen Strömungen einerseits, zwischen dem Adel und den Mönchen andererseits zum Zerfall des Großreiches. Buddhisten-Verfolgungen waren die Folge, Bön-Gelehrte kehrten zurück.

Im 10. Jahrhundert kam es zur zweiten Phase der Bekehrung. König Yeshe Ö initiierte und förderte den buddhistischen Glauben. Zahlreiche bedeutende Klöster wie Sakya oder Rateng entstanden. Philosophische Schulen wurden begründet und bilden heute noch die Basis der verschiedenen buddhistischen Strömungen in Tibet.

Einer der heute noch berühmtesten Gelehrten dieser Zeit ist Milarepa (1040—1123), dessen Meditations-Höhle ein Anziehungspunkt für Tourist_innen ist.

Die folgenden Jahrhunderte waren geprägt durch die Mongolen. Dschingis Khan einte die mongolischen Stämme und errichtete sein riesiges Reich. Auch Tibet fiel unter seine Herrschaft.

Die Herrschaft der Gelugpas

1357 wurde Tsongkhapa geboren. Der buddhistische Gelehrte gilt als Gründer der „Gelugpa-Schule“ oder „Gelbmützen“, einer tibetisch-buddhistischen Strömung. Er löste eine Bewegung aus, in deren Folge große Klöster und Lehrzentren wie Ganden, Drepung, Sera oder Tashilhünpo entstanden. Zweihundert Jahre später wurden die Gelugpa zur vorherrschenden religiösen und weltlichen Macht Tibets.

Der Gelugpa-Mönch Sönam Gyatso erhielt im Jahr 1578 vom mongolischen Khan den Titel Dalai Lama.

Rückwirkend wurde Tsongkahpas Neffe und Gründer des Kloster Tashilhünpo, Gendün Dub, zum ersten und der Abt von Drepung, Gendün Gyatsho, zum zweiten Dalai Lama ernannt.

Der fünfte Dalai Lama Ngawang Lozang Gyatsho (1617-1682) wurde zum Begründer der lamaistischen Autokratie. Er war erstes politisches und religiöses Oberhaupt Tibets. Unter seiner Herrschaft wurde der Potala als Sitz des Dalai Lama in Lhasa gebaut.

Die folgenden Jahrhunderte waren wieder geprägt von Kriegen gegen die Mongolen und die Chinesen. Immer wieder wurde der Dalai Lama in seinen Wiedergeburten entführt und ermordet. Einige von ihnen erreichten nicht einmal die Volljährigkeit.

Die Statue von Tsongkhapa in Ganden.

Unter dem 13. Dalai Lama (1876-1933) wurden umfassende Reformen durchgeführt. Britannien und Russland suchten diplomatische Beziehungen. China bemühte sich, seinen Einfluss aufrecht zu erhalten.

1904 unternahmen die Briten eine militärische Expedition nach Tibet unter der Leitung von Colonel Younghusband. Tibet musste sich ergeben, die Briten verliehen den Chinesen das Recht zur Eröffnung von Handelsniederlassungen in Tibet.

1911 wurde die Chinesische Republik ausgerufen. Im Jahr darauf verließen die letzten chinesischen Truppen Tibet. Dennoch versuchte China, über den Panchen Lama seinen Einfluss in Tibet aufrecht zu erhalten. Der 13. Dalai Lama Thubten Gyatso flüchtete...

Blick ins Buch

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