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DoktorandInnen in den USA

Eine Analyse vor dem Hintergrund des Bologna-Prozesses

AutorAntonia Kupfer
VerlagDUV Deutscher Universitäts-Verlag
Erscheinungsjahr2007
Seitenanzahl139 Seiten
ISBN9783835091672
FormatPDF
KopierschutzDRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis40,00 EUR
Antonia Kupfer gibt einen Einblick in die US-amerikanische DoktorandInnenausbildung. Sie zeigt, dass hier bereits einiges von dem, was in Deutschland eingeführt werden soll, realisiert wurde, und regt zur Reflexion über Bedingungen sowie Vor- und Nachteile des US-amerikanischen Weges an.

Dr. Antonia Kupfer ist wissenschaftliche Assistentin am Institut für Soziologie der Universität Linz, Österreich. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Bildungssoziologie, soziale Ungleichheits- und Gerechtigkeitsforschung, Frauen- und Geschlechterforschung.

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Leseprobe
1 Die Entwicklung von Promotionspolitik (S. 5)

Die Promotion in Deutschland und in anderen europäischen Ländern verändert sich seit den 1990er Jahren nicht zufällig. Um die Gründe für die Veränderungen und die Ziele der Veränderungen zu verstehen, ist es notwendig die Debatte um die Promotion vor einem gesamtgesellschaftlichen Kontext von Neoliberalismus, Globalisierung, „Wissensgesellschaft" und Europäisierung anzuschauen.

Ich werde also in einem ersten Schritt politische und wissenschaftliche Texte auf die Frage hin untersuchen, welche gesamtgesellschaftlichen Entwicklungen werden beschrieben und welche Zusammenhänge werden zwischen den globalen Entwicklungen und (Hochschul)Bildung gezogen?

Vor diesem Hintergrund der beschriebenen Entwicklungen und geschlossenen Zusammenhänge entwickelt sich eine europäische Bildungs- und Wissenschaftspolitik, deren Kern ich in einem zweiten Schritt knapp umreiße. In diesem weiten Gebiet europäischer Bildungs- und Wissenschaftspolitik konzentriere ich mich in einem dritten Schritt auf den Bereich der Promotionspolitik.

Diesen Fokus enge ich in einem vierten Schritt auf die nationale Promotionspolitik Deutschlands ein und erweitere mit einem fünften Schritt die regierungspolitische Debatte um die Standpunkte wissenschaftspolitischer Organisationen zur Promotion in Deutschland.

In den Debatten um die Veränderung der Promotion in Europa und in Deutschland spielt die USA aus zwei Gründen immer wieder eine große Rolle: Erstens gilt die USA explizit als Konkurrent in der globalen ökonomischen Konkurrenz, in der Universitäten eine wichtige Rolle spielen sollen. Zweitens wird die Art und Weise, in der in den USA DoktorandInnen ausgebildet werden, immer wieder als Vorbild für Deutschland und andere europäische Länder herangezogen.

Das heißt, dass in der Diskussion um Veränderungen in der Promotion die USA eine wichtige Referenzgröße darstellen und fester Bestandteil der Debatten sind.

1.1 Gesamtgesellschaftliche Entwicklungen und ihre Auswirkungen auf (Hochschul)Bildung

Die Ausgestaltung von (Hochschul)Bildung wird zu einem bedeutenden Teil von staatlicher (Hochschul)Bildungspolitik bestimmt, die wiederum in internationalen Zusammenhängen Ziele gemeinsam mit anderen Staaten festlegt. So wird (Hochschul)Bildung in Deutschland und anderen europäischen Staaten von dem General Agreement on Trade and Services (GATS) und der Lissabon-Strategie der EU bestimmt.

Während der Ausgang der nächsten GATS-Verhandlungsrunde die Hochschulen in Deutschland möglicherweise stark verändern wird, wirkt der Bologna-Prozess als Bestandteil der Lissabon-Strategie bereits jetzt auf die Hochschulen in Deutschland und Europa. Ich halte es dennoch für wichtig auf GATS einzugehen, da GATS Ausdruck der Neoliberalisierung vieler Länder wie Deutschland ist. Der Bildungssektor gehört zum Dienstleistungsbereich und dies ist der Bereich, der stark ökonomisch wächst (vgl. Leszczensky 2005: 63).

Ein zentrales Charakteristikum der Neoliberalisierung ist, dass Bereiche, die aus wirtschaftlichem Wettbewerb und Profit ausgenommen waren, zunehmend in diesen Bereich einbezogen werden. Wenn Bildung den Status eines öffentlichen Guts verliert und zur Dienstleistung wird, dann verändern sich Inhalte, Organisation und Zugang zu Bildung.

Dies ist ausdrückliches Ziel von GATS:

„In pursuance of the objectives of this Agreement, Members shall enter into successive rounds of negotiations, beginning not later than five years from the date of entry into force of the WTO Agreement and periodically thereafter, with a view to achieving a progressively higher level of liberalization. Such negotiations shall be directed to the reduction or elimination of the adverse effects on trade in services of measures as a means of providing effective market access." (World Trade Organisation 1994, Article XIX, 1).
Inhaltsverzeichnis
Vorwort6
Inhaltsverzeichnis8
Abbildungs- und Tabellenverzeichnis12
Einleitung14
1 Die Entwicklung von Promotionspolitik18
1.1 Gesamtgesellschaftliche Entwicklungen und ihre Auswirkungen auf ( Hochschul)Bildung19
1.2 Die Entwicklung europäischer Bildungs- und Wissenschaftspolitik24
1.3 Der Beginn internationaler Promotionspolitik und seine Entwicklung zu europäischer Promotionspolitik29
1.4 Nationale Regierungspolitik im Bereich Promotion in Deutschland36
1.5 Positionen wissenschaftspolitischer Organisationen zur Promotion in Deutschland37
2 Höhere Bildung an Colleges und Universitäten in den USA40
2.1 Die Größendimension des US-amerikanischen Hochschulbereichs41
2.2 Die Geschichte der US-amerikanischen Colleges und Universitäten47
2.3 Institutionen im US-amerikanischen Hochschulsektor50
2.4 Steuerung im Hochschulsektor der USA54
2.5 Finanzierung71
2.6 Akkreditierung92
2.7 Ranking95
3 Die US-amerikanische Graduate School98
3.1 Geschichte und Entwicklung der US-amerikanischen Graduate School99
3.2 Die US-amerikanische Graduate School als Verwaltungseinheit und als Ausbildungsart104
3.3 Die Graduate School aus Sicht der DoktorandInnen – Probleme der DoktorandInnenausbildung in den USA und Verbesserungsvorschläge108
4 DoktorandInnenausbildung in den USA: Allgemein verbreitete Strukturen und ein Fallbeispiel: Urban Ecology Integrative Graduate Education Research Training (UE-IGERT)116
4.1 Promotion in Zahlen117
4.2 Allgemein verbreitete Strukturen der DoktorandInnenausbildung in den USA120
4.3 Fallbeispiel einer gelungenen DoktorandInnenausbildung ( UE- IGERT) an der Universität Washington, Seattle123
5 Abschlussbetrachtung140
Literatur142

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