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Dollarisierung in Lateinamerika, Euro-Anbindung in Mittel- und Osteuropa

AutorElmar Döhler, Marc S. Resinek
VerlagVerlag für Wissenschaft und Forschung
Erscheinungsjahr2003
Seitenanzahl88 Seiten
ISBN9783897001756
FormatPDF
KopierschutzDRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis12,90 EUR
 

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Kapitelübersicht
  1. Inhaltsverzeichnis
  2. 1 Einleitung
  3. 2 Formen der Dollarisierung und Euro-Anbindung
  4. 3 Wirkungen einer offiziellen Dollarisierung in der Theorie
  5. 4 Empirische Aspekte einer inoffiziellen Währungssubstitution
  6. 5 Währungspolitische Strategien in Lateinamerika: Erfahrungen und Zukunftsperspektiven
  7. 6 Unterschiede zwischen offizieller Dollarisierung und Euro-Anbindung
  8. 7 Fazit
  9. Anhang 1: Weltweite Wechselkursregelungen nach Ländern, Anhang 2: Inoffizielle Währungssubstitution und Anhang 3: Währungsblöcke
  10. Literaturverzeichnis
Leseprobe
5 Währungspolitische Strategien in Lateinamerika: Erfahrungen und Zukunftsperspektiven (S. 25-26)

5.1 Currency Board versus Dollarisierung: Gegenüberstellung der Wirkungsunterschiede

Die Wirkungsunterschiede zwischen flexiblen und festen Wechselkursregimen sind hinlänglich bekannt. Die Wirkungen eines Currency Boards einerseits und einer Dollarisierung andererseits sind hingegen weniger deutlich und sollen daher kurz vergleichend dargestellt werden. Bezugnehmend auf die Vorteile und Probleme der Dollarisierung sind in Übersicht 1 sechs wichtige Aspekte zusammengestellt.

Currency Board Dollarisierung Idealfall

Ein Currency Board im strengen Sinne und eine Dollarisierung haben beide den Verlust der geldpolitischen Autonomie und der LLR-Funktion zur Folge. Unterschiede werden hingegen bei den anderen vier Aspekten deutlich. Ein Currency Board erhält einem Land die Geldschöpfungsgewinne. Bei einer Dollarisierung werden diese aufgegeben. Dies ist ein bedeutender Vorteil, den ein Currency Board gegenüber der Dollarisierung hat. Unter dem Aspekt der Glaubwürdigkeit ist die Dollarisierung überlegen, da sie von den Wirtschaftsakteuren als irreversibles Arrangement wahrgenommen wird, für das es faktisch keine Exit-Option gibt. Beim Currency Board wird in vielen Fällen - so z.B. bei Argentinien - diesbezüglich ein gewisses Misstrauen der Marktteilnehmer verbleiben. Folglich wird beim Currency Board von höheren Risikoprämien und Marktzinsen sowie einer geringeren Kapitalmarkttiefe ausgegangen. Das Eintreten dieser Effekte hängt jedoch u.a. von der konkreten institutionellen Ausgestaltung des Currency Boards und der allgemeinen Glaubwürdigkeit der Wirtschaftspolitik ab. So sind diese negativen Effekte z.B. im Fall von Hongkong bislang nicht zu beobachten.

Diese Analyse rechtgefertigt auch B s prägnante Bezeichnung 'Currency Board Plus' für eine Dollarisierung. Während ein Currency Board im strengen Sinne mit Ausnahme des Erhalts der Geldschöpfungsgewinne alle Nachteile der Dollarisierung mit sich bringt, entfalten sich die Vorteile der Dollarisierung beim Currency Board nur in geringerem Ausmaß.

5.2 Lateinamerikanische Erfahrungen mit alternativen Währungsregimen

Welche empirischen Erfahrungen wurden in Lateinamerika mit alternativen Währungsregimen (Dollarisierung, Currency Board, flexible Wechselkurse) gemacht und welche Auswirkungen hatten diese Arrangements auf den monetären Sektor und die Realwirtschaft?

Keine makroökonomische Entwicklung ist monokausal durch die Form des Währungsregimes zu erklären. Eine deskriptive Darstellung der allgemeinen Trends in lateinamerikanischen Ländern mit unterschiedlichen Währungsarrangements bzw. Regimewechseln kann jedoch gewisse qualitative Schlussfolgerungen ermöglichen. Im folgenden sollen das seit 1904 dollarisierte Panama und das seit 2000 dollarisierte Ecuador mit dem ehemaligen Currency Board-Land Argentinien (bis Ende 2001) sowie Mexiko und Brasilien, die flexible Wechselkurssysteme haben, verglichen werden. Die nach der Theorie zu erwartenden vor- und nachteiligen Entwicklungen einiger makroökonomischer Variablen im Zuge der Dollarisierung werden dabei mit den realisierten Daten aus den letzten Jahren konfrontiert.

Zu den Hauptzielen der Dollarisierung gehört die Schaffung von mehr Stabilität. Die Inflationsraten des dollarisierten Panama sind im Vergleich zu den anderen Staaten Lateinamerikas deutlich niedriger. G /O zeigen, dass Panama in den Jahren 1970 bis 1998 eine durchschnittliche Inflationsrate von 3,25% aufwies. In den neunziger Jahren lag sie sogar deutlich darunter. Im selben Zeitraum verzeichnete Mexiko ca. 22,5%, Argentinien knapp 47% und Brasilien gut 62%. Auch die Volatilität der Inflationsrate war in Panama bedeutend niedriger. Der Eindruck, dass Dollarisierung oder Currency Board zu geringeren Preissteigerungsraten führt, bestätigt sich auch bei einer Betrachtung der Inflationsentwicklung (siehe Tabelle 3) in Argentinien nach der Einführung bzw. im Anschluss an die Aufgabe des Currency Boards (1990: 498,8%; 1995: 3,4%, 2002: 29% prognostiziert) und in Ecuador nach der Dollarisierung (2000: 96,2%; 2001: 37,7%; 2002: 12,7% prognostiziert).
Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis4
1 Einleitung8
2 Formen der Dollarisierung und Euro-Anbindung10
2.1 Dollarisierung10
2.2 Euro-Anbindung11
3 Wirkungen einer offiziellen Dollarisierung in der Theorie13
3.1 Vorteile und Nutzen einer Dollarisierung13
3.2 Probleme und Kosten einer Dollarisierung16
3.3 Bedingungen einer erfolgsversprechenden Dollarisierung23
4 Empirische Aspekte einer inoffiziellen Währungssubstitution27
4.1 Ursachen für eine inoffizielle Dollarisierung bzw. Euroisierung27
4.2 Regionaler Verbreitungsgrad von Euro- und US-Dollar-Bargeld28
4.3 Weltweite Bedeutung von Euro und US-Dollar29
4.4 Verhältnis von offizieller und inoffizieller Währungssubstitution31
5 Währungspolitische Strategien in Lateinamerika: Erfahrungen und Zukunftsperspektiven32
5.1 Currency Board versus Dollarisierung: Gegenüberstellung der Wirkungsunterschiede32
5.2 Lateinamerikanische Erfahrungen mit alternativen Währungsregimen33
5.3 Beurteilung der Dollarisierung als währungspolitische Option für lateinamerikanische Volkswirtschaften38
5.4 Währungspolitisches Fazit für lateinamerikanische Volkswirtschaften41
6 Unterschiede zwischen offizieller Dollarisierung und Euro-Anbindung42
6.1 Situation zum Zeitpunkt der Entscheidung für eine offizielle Währungssubstitution oder Wechselkursfixierung42
6.2 Strategie und Zukunftsperspektive43
6.3 Wirkungen und Folgen des Währungsregimes45
6.4 Außenhandelsverflechtungen innerhalb der Währungsblöcke47
6.5 Politische Unterstützung der Währungssubstitution50
7 Fazit53
Anhang 1: Weltweite Wechselkursregelungen nach Ländern56
1 Wechselkursfixierung57
1.1 Multilaterale Währungsunion57
1.2 Vollständige offizielle Währungssubstitution59
1.3 Teilweise offizielle Währungssubstitution60
1.4 Currency Board61
1.5 Sonstige feste Wechselkursbindung an eine Währung62
1.6 Wechselkursbindung an Währungskorb63
2 Anpassungsfähige Wechselkurse64
2.1 Wechselkursbandfixierung64
2.2 Regelmäßige Wechselkursanpassung65
2.3 Anpassungen innerhalb Wechselkursbändern65
3 Flexible Wechselkurse65
3.1 Managed Floating65
3.2 Freies Floating67
Anhang 2: Inoffizielle Währungssubstitution68
1 Stark 'dollarisierte' Länder68
2 Mäßig 'dollarisierte' Länder69
Anhang 3: Währungsblöcke72
1 Euro-Währungsraum (EUR)73
1.1 Offizielle Verwendung des Euro73
1.2 Anbindung an den Euro74
1.3 Inoffizielle Verwendung des Euro74
2 Sonstige überregional genutzte Europäische Währungen75
2.1 Britisches Pfund (GBP)75
2.2 Verwendung des Schweizer Franken (CHF)75
3 US-Dollar-Währungsraum (USD)76
3.1 Offizielle Verwendung des US-Dollar76
3.2 Anbindung an den US-Dollar76
3.3 Inoffizielle Verwendung des US-Dollar77
4 Sonstige überregional genutzte außereuropäische Währungen79
4.1 Verwendung des Australischen Dollar (AUD)79
4.2 Verwendung des Neuseeländischen Dollar (NZD)79
4.3 Verwendung des Singapur-Dollar (SGD)79
4.4 Verwendung der Indischen Rupie (INR)79
4.5 Anbindung an den Südafrikanischen Rand (ZAR)79
4.6 Verwendung der Türkischen Lira (TRL)79
5 Wechselkursbindung an Währungskorb80
Literaturverzeichnis82

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