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E-Book

Down Under ist alles entspannter

Mit Liebeskummer nach Australien und Tasmanien

AutorChristina Danisio
VerlagGRIN & Travel Verlag
Erscheinungsjahr2014
Seitenanzahl243 Seiten
ISBN9783656637523
FormatePUB/PDF
Kopierschutzkein Kopierschutz
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis4,99 EUR
Vor Liebeskummer sind schon viele geflohen. Die Autorin Christina Danisio hat es dabei bis ans andere Ende der Welt nach Australien verschlagen. Lesen Sie die ganz persönliche Geschichte ihrer Reise zu einem vielseitigen Kontinent mit vielen Hintergrundinformationen und praktischen Reisetipps. Auf der Suche nach Heilung für ihr gebrochenes Herz bereiste sie das Northern Territory und die Ostküste des roten Kontinents. Ein Segeltörn zu den Whitsunday Islands und die Metropole Sydney zauberten wieder ein Lächeln auf ihre Lippen. Spannende Begegnungen während ihrer Aufenthalte in Melbourne, Port Douglas, Byron Bay, auf Great Keppel und Fraser Island hellten ihre Stimmung mehr und mehr auf. Und auf Tasmanien warteten schließlich gleich mehrere Überraschungen auf sie ... Aus dem Inhalt: • Safaritour im Northern Territory • Whitsundays bis Byron Bay: Strände, Inseln und das Great Barrier Reef • Segeln und Biergartenfeeling in Sydney • Wombats, Umweltsünden und ein Höllenbus auf Tasmanien • Schiffswracks und Apostel an der Great Ocean Road

Als Halbitalienerin zog es sie auf ihren Reisen immer wieder nach Italien - bis sie in Australien landete. Seitdem träumt Christina Danisio von einem Leben in Sydney und findet immer wieder einen Weg nach Down Under. Wenn sie nicht Italienisch unterrichtet oder übersetzt, berichtet sie in ihren Büchern über eigene Reiseerlebnisse, aber auch die anderer Menschen. Sie sieht sich als 'Geschichtensammlerin' und will Erwachsene und Kinder neugierig auf die Welt machen. www.cd-languages.de

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Leseprobe

Meine Route durch Australien. Quelle: Christina Danisio

Will ich wirklich nach Australien?


„Nur wenn du eine Absicht hast, kommst du dahin, wo du wirklich hin willst.“ Wie oft hatte ich das bereits gehört oder gelesen! Und jetzt? Wollte ich diese Reise nach Australien wirklich? Oder wusste ich einfach noch nicht, dass ich sie wollte?

Im Augenblick war mir nur eines klar: Ich wollte irgendwie weg. Weg aus dem Alltag, um Neues zu entdecken und vor allem um zu vergessen. Wieder einmal litt ich an Liebeskummer und am besten half mir erfahrungsgemäß die Flucht. Gleichzeitig hatte mich mein Chef gebeten, meine Überstunden abzubauen und mich darauf hingewiesen, dass in ein paar Monaten ein günstiger Zeitpunkt war.

Dazu kam, dass mich meine gute Freundin Rose zum wiederholten Mal zu sich nach Melbourne eingeladen hatte. Wie immer in den letzten Jahren fand ich die Idee reizvoll, dankte aber mit den üblichen Begründungen ab: keine Zeit, kein Geld, einfach zu weit weg. In Wirklichkeit war es die Angst, alleine zu verreisen, die mich abhielt. Bisher war auf meinen Reisen immer ein Partner oder eine Freundin dabei gewesen. Alleine konnte ich mich höchstens zu einem Sprachurlaub aufraffen. Aber gleich eine längere Fernreise?

Und dann auch noch diese Angst vor dem Fliegen. Nein, nicht die Angst abzustürzen, sondern die Angst davor, eingepfercht mit vielen Menschen stundenlang in diesem metallenen Käfig zu sitzen. Wirklich gerne war ich noch nie geflogen, doch seit ein paar Jahren war es immer schwieriger geworden, die Enge zu ertragen.

Nein, nein, Australien war viel zu weit weg und kam überhaupt nicht infrage. Außerdem war es langweilig. Was gab es da schon außer roter Erde, Eukalyptusbäumen und ein paar Koalas? Obwohl die Koalas schon putzig waren …

An diesem Punkt befand ich mich, als mein Chef wieder einmal nachfragte … Einer spontanen Eingebung folgend antwortete ich: „Ich würde gerne den gesamten aufgesparten Urlaub und die Überstunden zusammen nehmen, um eine größere Fernreise zu planen. Können Sie sich vorstellen, dass ich zwei bis drei Monate weg bin?“ Natürlich rechnete ich mit einer Absage, doch zu meinem Erstaunen meinte er: „Wenn Sie im Oktober gehen, könnte es passen. Wir müssen sowieso umstrukturieren.“ Natürlich musste ich das mit dem „Umstrukturieren“ genauer mit ihm klären, doch es zeigte sich, dass es tatsächlich machbar war.

„Jetzt muss ich wohl oder übel nach Australien, die Gelegenheit kommt nie wieder“, dachte ich mir, während ich das nächstgelegene Reisebüro ansteuerte. Auch wenn ich noch nicht so recht an die Reise glaubte, wollte ich mich wenigstens informieren, was so ein Flug kostete und wie lange er dauerte. Erschrocken kam ich wieder heraus: 22 Stunden bis Sydney, 24 bis Melbourne – reine Flugzeit! Wer sollte das durchhalten? Und der Preis war auch nicht ohne!

Immer noch zweifelnd besorgte ich mir einen Reiseführer, um mich einzulesen. Die Idee, bis nach Australien zu fliegen, kam mir einfach unrealistisch vor. Doch je mehr ich las, umso neugieriger wurde ich auf Down Under. Das Land schien eine Fülle an echten Sehenswürdigkeiten zu besitzen. Ich würde es also wagen!

Die Reiseplanung stellte außerdem eine ideale Ablenkung von meinem Liebeskummer dar. Also trug ich alles an Informationen zusammen, was ich nur finden konnte: Reiseführer, Prospekte, Internetseiten, Aufzeichnungen von Freunden …

Trotz meiner gründlichen Vorbereitung kamen immer wieder Zweifel in mir auf: Würde ich diese Reise auch wirklich alleine schaffen und hatte ich überhaupt genug Geld gespart? Ich plante weiter und holte mir Rat bei Freunden, wenn die Unsicherheit überhand nahm. Blieb immer noch mein größtes Problem: der lange Flug.

Am meisten Unterstützung erhielt ich zu diesem Thema von Rose: „Ich fliege doch auch immer wieder alleine nach Europa. Das ist gar kein Problem, weißt du. Ich setze mich einfach in den Flieger, schaue ein paar Filme an und schlafe. Alles easy!“ Tja, alles easy also …

Somit recherchierte ich weiter und staunte über die Größe des riesigen Kontinents Australien. Melbourne war nur ein kleiner Punkt auf der Landkarte. Sollte ich mich wirklich nur auf eine Stadt beschränken?

Nein, langsam wurde ich neugierig: Wenn ich schon so weit flog, dann wollte ich auch mehr von Australien sehen. Selbst wenn das bedeutete, die enorm lange Ostküste mit dem Flugzeug hochzufliegen, um sie dann mit dem Bus wieder hinunterzufahren – eine Strecke, deren Länge ungefähr der Entfernung von München nach Kairo entspricht. Was für ein abwegiger Gedanke!

Außerdem musste ich mir darüber klar werden, wo ich übernachten wollte und wie viel ich ausgeben konnte. Dabei entdeckte ich die Möglichkeit der backpacker hostels für mich. Die gibt es zwar auch in Europa, aber in Australien werden sie wirklich von allen Altersgruppen genutzt: Familien buchen Familienzimmer, Paare Zweibettzimmer und Alleinreisende, die sparen wollen, ein Zimmer im dorm, im Sechs- oder Acht-Bett-Zimmer.

Einige Hostels haben sich in Verbänden zusammengeschlossen und stellen einen Mitgliedsausweis aus. Dieser berechtigt zu Ermäßigungen bei Übernachtungen, Busfahrten, Autovermietungen, Einkäufen sowie diversen Tourismuseinrichtungen. Die bekanntesten Hostelverbände sind YHA, Nomads und VIP.

Die Tatsache, dass in Australien scheinbar jedermann die Hostels nutzte, kam mir sehr entgegen. Mit 35 war ich schließlich nicht gerade im typischen Backpackeralter. Außerdem hatte ich noch nie im Mehrbettzimmer einer Jugendherberge geschlafen. Da kam der nächste Zweifel in mir hoch: würde ich das hinkriegen? Egal, ich organisierte weiter und entdeckte immer mehr interessante Seiten an Australien. Allein schon das Great Barrier Reef schien die ganze Reise wert zu sein …

Allmählich kam ich auf den Geschmack. Zeit zu zögern blieb mir sowieso nicht mehr viel, denn günstige Flüge sind meist viele Wochen vorher ausgebucht. Also führte mich mein Weg wieder ins Reisebüro, wo ich auf eine sehr kompetente Beraterin traf. Als erfahrene Australienreisende berichtete sie begeistert von eigenen Erlebnissen und gab mir zahlreiche Ratschläge. Nach zwei Stunden hatten wir eine Tour zusammengestellt, die mir zusagte:

Mein erstes Ziel sollte natürlich Melbourne sein, damit ich Rose besuchen konnte. Nach nur zwei Tagen würde ich hoch in den Norden nach Darwin fliegen, um rechtzeitig vor der Regenzeit dort anzukommen. Da ich kaum alleine mit dem Jeep in einem mir völlig unbekannten Nationalpark herumfahren würde, buchte ich eine „Top End Safari Tour“, eine sechstägige Tour durch den Kakadu und Litchfield Nationalpark.

Blieb noch die Frage, ob ich im swag, einer Art Schlafsack ohne Reißverschluss aber inklusive Unterlage, oder lieber im Zelt übernachten sollte? Als ich an all die Tiere dachte, die bereits in Europa am Boden herumkriechen, entschied ich mich lieber fürs Zelt. Wer weiß, was es in Australien noch alles gab?

Danach planten wir einen Flug nach Cairns, von wo aus ich mit dem Greyhound-Bus die Ostküste bis nach Sydney entlangfahren würde, also beinahe so weit wie von München nach Kairo: gut 2.400 km. Würde schon irgendwie machbar sein, schließlich war ich nicht die erste, die das vorhatte.

Mit dem „Aussie Explorer Pass“ durfte ich unterwegs so oft ein- und aussteigen wie ich wollte, wodurch ich mich nicht festlegen musste. Nur die Richtung wechseln war mit dieser Fahrkarte nicht erlaubt.

Als begeisterte Seglerin überlegte ich nicht lange, sondern entschied mich auch noch für einen Segeltörn ab Airlie Beach. In sechs Tagen an Bord der „Coral Trekker“, einem traditionellen norwegischen Windjammer, wollte ich die Inselwelt der Whitsunday Islands und das Great Barrier Reef entdecken. Danach würde ich mit dem Greyhound-Bus weiter in Richtung Sydney fahren, um von dort das letzte Stück bis Melbourne zu fliegen.

Ich buchte und verließ glücklich das Reisebüro. Alle Gedanken an meine Finanzen und meine weiterhin existierende Flugangst verdrängte ich erfolgreich.

Die Wochen vergingen. Ich las meinen Reiseführer, legte mir Trekkingschuhe, eine Trekkingjacke sowie einen Leichtschlafsack zu, ließ mich von allen möglichen und unmöglichen Tipps meiner Freunde besäuseln …

Auch der Grund meines Liebeskummers, mein Freund Steve, meldete sich wieder und lud mich zu sich nach England ein. Wir hatten uns nicht richtig getrennt, sein Vertrag in Deutschland war ganz einfach abgelaufen.

Entgegen aller Vernunft flog ich kurzerhand übers Wochenende zu ihm. Was erwartete ich mir eigentlich davon, ihn wiederzusehen? Schließlich hatte ich nie in Erwägung gezogen, zu ihm nach England zu ziehen. Auch er hatte das Thema Zukunft möglichst gemieden.

Dennoch lagen wir uns direkt nach meiner Ankunft wieder in den Armen, als ob es keinerlei Ende unserer Beziehung gegeben hätte. Genauso verlief das ganze Wochenende: Wir gingen aus, trafen seine Freunde, besichtigten die Stadt, küssten uns leidenschaftlich. Dann war das Wochenende vorbei … und wir verabschiedeten und wieder einmal, ohne klar definiert zu haben, wie es weitergehen sollte.

Als ich im Flugzeug saß, musste ich mir erneut eingestehen, dass es ganz einfach keine Zukunft gab, weder für ihn in München noch für mich in London. Er war am Beginn seiner Karriere und startete beruflich durch. Für eine feste Beziehung war es zu früh, das hatte er mir oft genug zu verstehen gegeben. Warum nur hatte ich mich auf ihn eingelassen? Schniefend holte ich mein zehntes Taschentuch heraus und sah aus dem Fenster.

Australien … das war im...

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