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Dynamic Capabilities im Strategischen Electronic Business-Management

Bestimmungsgrößen, Ausprägungen und Erfolgsfaktoren

AutorHiltrud Witt
VerlagGabler Verlag
Erscheinungsjahr2008
Seitenanzahl357 Seiten
ISBN9783834998460
FormatPDF
KopierschutzDRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis46,99 EUR
Die Autorin stellt das Management von Informationen und Wissen, das organisationale Lernen, die Optimierung von strategischer und organisatorischer Flexibilität sowie der Innovationskraft in den Mittelpunkt ihrer Untersuchung. Deren Wirkung auf den Aufbau von Dynamic Capabilities untersucht sie empirisch unter Einsatz des Partial Least-Squares-Verfahrens.

Dr. Hiltrud Witt promovierte bei Prof. Dr. Martin K. Welge am Lehrstuhl für Unternehmensführung der Technischen Universität Dortmund. Sie ist Beteiligungscontrollerin bei Steuler-Industriewerke GmbH in Höhr-Grenzhausen bei Koblenz.

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Leseprobe
5.2 Methodik der empirischen Untersuchung (S. 141-142)

5.2.1 Grundlagen der Konstruktmessung

Das Hauptziel der vorliegenden Arbeit besteht darin, das theoretische Konstrukt „Dynamic Capabilities im strategischen Electronic Business- Management" empirisch zu messen und die Hypothesen zu seiner Erfolgswirkung zu testen. Ein theoretisches Konstrukt bildet ein wahres, jedoch nicht direkt beobachtbares Phänomen der Realität ab (vgl. Bagozzi/Fornell 1982, S. 24, ähnlich Bagozzi/Phillips 1982, S. 465). Man bezeichnet das nicht direkt messbare Konstrukt auch als „latent" (vgl. Homburg/Giering 1996, S. 6).

Die empirische Messung eines latenten Konstrukts bzw. einer latenten Variable ermöglicht man durch ein zweistufiges Vorgehen (vgl. Homburg/Giering 1996): Die erste Stufe beinhaltet die Konzeptualisierung des theoretischen Konstrukts, also die Erarbeitung der Konstruktdimensionen. Die zweite Stufe ist die Operationalisierung des Konstrukts, worunter die Entwicklung eines Messinstruments verstanden wird (vgl. Homburg/Giering 1996, S. 5). Für das Konstrukt „Dynamic Capabilities im strategischen Electronic Business- Management" wurden die Dimensionen in Kapitel 4 erarbeitet und konzeptualisiert. Im folgenden wird auf die Operationalisierung näher eingegangen.

Zur Messung von latenten Konstrukten werden direkt messbare Variablen herangezogen, die als Indikatoren bezeichnet werden. Durch die Spezifikation ihrer Beziehung zum Konstrukt sollen Zusammenhänge aufgezeigt und das Konstrukt „messbar" gemacht werden (vgl. Homburg/Giering 1996, S. 6). Hinsichtlich der Konzeptualisierung von Konstrukten kann man grundsätzlich eine Unterteilung der Beziehungen zwischen Konstrukten und Indikatoren erstens hinsichtlich der Anzahl der Ebenen, über welche die einzelnen Indikatoren zu einem Konstrukt zusammengefügt werden, und zweitens hinsichtlich der Struktur der Ebenen treffen. Im ersten Fall unterscheidet man einfaktorielle (Single-Item) und mehrfaktorielle (Multi-Item) Konstrukte. Ein einfaktorielles Konstrukt bezeichnet die einfachste Form einer latenten Variablen.

In diesem Fall entspricht das Konstrukt genau einem Faktor, d. h. die beobachtbaren Va riablen lassen sich direkt auf der Konstruktebene verdichten. Mehrfaktorielle Konstrukte werden durch zwei oder mehr Faktoren, die dann auf Konstruktebene aggregiert werden, gemessen (vgl. Jacoby 1978, S. 93, Henseler 2005, S. 70f.), wobei hier die zweite Unterteilung erforderlich ist: Gehört jeder Faktor zu ein- und derselben theoretischen Dimension des Konstrukts, handelt es sich um ein eindimensionales Konstrukt (vgl. Anderson/Gerbing/Hunter 1987, S. 435). Sind jedoch die einzelnen Dimensionen des Konstrukts nicht direkt über die Indikatoren erfassbar, sondern bestehen ihrerseits wiederum aus mehreren Faktoren, so handelt es sich um ein mehrdimensionales Konstrukt (vgl. Homburg/Giering 1996).

Anders ausgedrückt: Sind diese Indikatoren direkt messbar und somit Aussagen über das Konstrukt möglich, spricht man von einem eindimensionalen Konstrukt. Wird ein Konstrukt von anderen Konstrukten bestimmt, ist das Konstrukt mehrdimensional. Offensichtlich stellt ein mehrdimensionales Konstrukt höhere Anforderungen an ein Messverfahren. Die Messung eines Konstrukts wird ebenfalls durch die Richtung der Beziehung zu seinen Indikatoren determiniert, welche reflektiv oder formativ sein können (vgl. Bagozzi 1979, Fornell 1987, Bollen/Lennox 1991). Die Indikatorenwahl eines Konstrukts hängt entscheidend von der Richtung der Beziehung ab. Ein Indikator bzw. ein Messmodell ist reflektiv, wenn ein Konstrukt die ihm zugeordneten beobachtbaren Variablen „verursacht", d. h. die Indikatoren werden hier als (in der Regel fehlerbehaftete) Messungen des Konstrukts betrachtet (vgl. Hunt 1991, S. 386, Chin/Newsted 1999, S. 310).
Inhaltsverzeichnis
Geleitwort6
Vorwort8
Inhaltsverzeichnis10
Abbildungsverzeichnis15
Tabellenverzeichnis18
1 Einführung in die Untersuchung22
1.1 Ausgangssituation und Zielsetzung der Arbeit22
1.2 Relevanz der Forschungsfragestellung29
1.2.1 Relevanz für die betriebwirtschaftliche Forschung29
1.2.2 Relevanz für die Unternehmenspraxis32
1.3 Methodisches Vorgehen und Aufbau der Arbeit35
2 Begriffliche Grundlagen der Untersuchung40
2.1 Merkmale des Electronic Business40
2.1.1 Definition und Abgrenzung des Electronic Business-Begriffs40
2.1.2 Die Transformation traditioneller Wertschöpfungsketten45
2.1.3 Die Wechselbeziehungen von Technologie, Information und Organisation49
2.2 Strategisches Electronic Business-Management in der betriebswirtschaftlichen Forschung54
2.2.1 Strategisches Management und Wettbewerbsdynamik54
2.2.2 Strategisches Management des Electronic Business57
3 Theoretische Fundierung der Dynamic Capabilities66
3.1 Der ressourcenorientierte Ansatz („resource-based view“) als Vorläufer der Theorie der Dynamic Capabilities66
3.1.1 Konzeptioneller Bezugsrahmen des ressourcenorientierten Ansatzes66
3.1.2 Ökonomische Theoreme des ressourcenorientierten Ansatzes69
3.1.3 Definitionen des Ressourcenbegriffs75
3.1.4 Abgrenzungen des Ressourcenbegriffs76
3.1.5 Entwicklung und Optimierung der Ressourcenbasis84
3.1.6 Kritische Würdigung des ressourcenorientierten Ansatzes und Zwischenfazit87
3.2 Theorie und Forschungsstand des Dynamic Capabilities-Ansatzes89
3.2.1 Definitionsansätze in der Literatur89
3.2.2 Merkmale und Abgrenzungen der Dynamic Capabilities94
3.2.3 Entwicklung und Akkumulation von Dynamic Capabilities99
3.2.4 Kritische Würdigung des Dynamic Capabilities-Ansatzes und Zwischenfazit105
4 Konzeptualisierung der Dynamic Capabilities im strategischen Electronic Business-Management108
4.1 Ableitung der Dimensionen der Dynamic Capabilities im strategischen Electronic Business-Management109
4.1.1 Informationsgewinnung und -verarbeitung (Information Capabilities)109
4.1.2 Schaffung und Nutzung von Wissen sowie Lernprozesse (Dynamic Learning Capabilities)116
4.1.3 Strategische und organisatorische Flexibilität (Flexible Capabilities)127
4.1.4 Innovationskraft (Dynamic Innovation Capabilities)136
4.2 Erfolgswirkung der Dynamic Capabilities im strategischen Electronic Business-Management142
5 Untersuchungsmethodik146
5.1 Konzeption und Datengrundlage der empirischen Erhebung146
5.1.1 Erhebungsdesign146
5.1.2 Datenerhebung149
5.1.3 Datengrundlage150
5.1.4 Beschreibung der Stichprobe152
5.2 Methodik der empirischen Untersuchung162
5.2.1 Grundlagen der Konstruktmessung162
5.2.2 Das umfassende Dynamic Capabilities-Modell als Pfadmodell164
5.2.3 Modellspezifikation und Operationalisierung der Konstrukte169
5.2.4 Auswahl des empirischen Messverfahrens176
5.2.5 Die Funktionsweise des PLS-Schätzalgorithmus182
5.2.6 Modellbeurteilung und Modellgüte189
6 Befunde der empirischen Untersuchung210
6.1 Latente Variablen210
6.1.1 Vorbemerkungen zur Operationalisierung der latenten Variablen210
6.1.2 Latente exogene Variablen und deskriptive Statistik212
6.1.3 Endogenes Messmodell und deskriptive Statistik246
6.2 Gütebeurteilung des exogenen Messmodells252
6.2.1 Inhaltsvalidität252
6.2.2 Indikatorrelevanz253
6.3 Gütebeurteilung des endogenen Messmodells267
6.4 Beurteilung des Strukturmodells269
6.5 Ergebniszusammenfassung und Fazit zu den empirischen Befunden273
6.6 Grenzen der Untersuchung275
7 Implikationen und Schlussbetrachtungen276
7.1 Zusammenfassung der Untersuchung276
7.2 Handlungsimplikationen für die Unternehmenspraxis278
7.3 Schlussbetrachtungen und Ansatzpunkte für zukünftige Forschungsarbeiten287
Anhang 1: Anschreiben292
Anhang 2: Fragebogen293
Anhang 3: Erinnerungsschreiben308
Anhang 4: Übersicht über die verwendete Notation im Messmodell309
Anhang 5: Auflistung der verwendeten Faktoren und Indikatoren310
Anhang 6: Korrelationsmatrix Faktoren314
Anhang 7: Korrelationsmatrix Erfolgsindikatoren316
Anhang 8: Ergebnisse der Multikollinearitätsprüfung nach Green/Tull/Albaum318
Literaturverzeichnis324

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