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E-Book

Eine Familie macht Karriere

gleichberechtigt Beruf, Kinder und die Liebe vereinen

AutorInes Witka
VerlagGatzanis
Erscheinungsjahr2014
Seitenanzahl176 Seiten
ISBN9783932855665
FormatePUB
Kopierschutzkein Kopierschutz
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis9,99 EUR
Karriere oder Familienplanung? Diese Entscheidung muss heute nicht mehr sein. Wenn Paare eine moderne Partnerschaft leben, vertragen sich Kinder und Karriere bestens miteinander. Davon ist die AutorinInes Witka überzeugt. Sie informiert über die neue Familienfreundlichkeit der Unternehmen, setzt sich mit den Rahmenbedingungen des Staates auseinander und damit, was passiert, wenn Paare Eltern werden. Ines Witka interviewt Eltern aus unterschiedlichsten Berufsgruppen, die Alternativen zum traditionellen Rollenmodell leben. Von ihnen erfährt sie, wie man zum Dream-Team wird. Wie wichtig Liebe und Respekt für den gemeinsamen Erfolg sind und wie sich die Sexualität mit Karriere und Kindern verändern kann. Die Paare erzählen auch, dass Frau und Mann doch vom selben Stern sind und den Alltag gemeinsam meistern können. Das Fazit: Gleichberechtigung ist das Must-have zum Erfolg. Zudem gibt es Top-Tipps, die auf dem eigenen Weg hilfreich sind.

Ines Witka, geboren 1960, studierte mehrere Semester Kunst, bevor sie sich für ein Studium der Verlagswirtschaft entschied. Nach dem Diplom lehrte sie als Trainerin in verschiedenen Verlagen und IT-Unternehmen. Seit 2000 arbeitet sie als Texterin in der Werbebranche. Sie ist Mutter von zwei erwachsenen Kindern. Bereits 2010 erschien ihr im GATZANIS Verlag publiziertes Buch 'Die Nacht der Masken'.

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Leseprobe

Mich faszinieren intelligente Frauen. Das ist die Basis für eine Beziehung

Sven (43), Anwalt in einem großen amerikanischen Unternehmen

Daniela (38), Juristin im gehobenen Dienst

Mattis (8); Amelie (4)

Ich habe mich immer in Frauen verliebt, die mir geistig ebenbürtig oder sogar intelligenter waren als ich, weil sie mich total faszinieren. Es ist toll, mit einem Menschen zusammen zu sein, der dir, wenn du ihm eine Geschichte erzählst, aus seiner eigenen Perspektive ganz neue Aspekte aufzeigen kann.

Meine Frau und ich haben beide Jura studiert und für dasselbe Unternehmen gearbeitet. Dort haben wir uns auch kennengelernt. Nach der Geburt unseres Sohnes ist sie für drei Jahre zu Hause geblieben, während ich nur einen Monat freigenommen habe.

Mit dem Kind haben wir uns in der Großstadt nicht mehr wohlgefühlt und wollten in eine kleinere Stadt ziehen, um Mattis das zu bieten, was wir uns unter einer wohlbehüteten Kindheit vorstellen: einfach aus dem Haus gehen, über Felder rennen oder durch Waldgebiete streifen. So habe ich mich nach einem adäquaten Job in unserer Wunschstadt umgesehen und meine Frau ist mit unserem Sohn nachgekommen.

Hier in Süddeutschland ist sie dann in diesen Kreis von Müttern gerutscht, die nicht arbeiten und sich nur auf die Kinder fixieren. Ich fand das problematisch. Es hört sich dramatischer an, als es letztendlich war, aber ich hatte das Gefühl, dass sie nicht mehr die Frau war, die ich kennengelernt hatte, die mit beiden Beinen fest im Leben stand und die sich auch für Sachen außerhalb dieses Kinderwahnsinns interessierte. Es war nie geplant gewesen, dass sie dauerhaft aussetzt. Wie drücke ich das jetzt aus, ohne dass es blöd klingt? Irgendwann habe ich ihr einfach deutlich gesagt, dass ich es schöner fände, wenn sie wieder arbeiten würde. Da sie selbst wieder Lust darauf hatte, hat sie sich im Staatsdienst beworben und wurde auch genommen.

Nach ein paar Monaten wurde sie mit unserer Tochter Amelie schwanger, aber dieses Mal ist sie bereits nach einem Jahr wieder an ihren Arbeitsplatz zurückgekehrt. Unser Glück war, dass es eine Betriebskindertagesstätte gab und dass unsere Tochter keine Probleme machte, wenn sie dort war. So konnten wir in unseren Jobs weitermachen. Beide Kinder sind sehr gern in der Betreuung. Sie fühlen sich mit anderen Kindern zusammen wohl.

Warum wollte Ihre Frau nach dem zweiten Kind im Beruf bleiben und nicht noch einmal drei Jahre aussetzen?

Es ist ihr Traumberuf und insgesamt sechs Jahre aus unserem Beruf auszusteigen, ist einfach nicht möglich, danach kannst du nicht zurückkehren. Also haben wir theoretisch durchgeplant, wie das praktisch zu schaffen sei. Ich muss aber eingestehen, dass wir unterschätzt haben, wie viel Arbeit da tatsächlich auf uns zukommen würde. Sie war ja noch nicht lang wieder eingestiegen, wir hatten also kaum Erfahrungswerte, mit wie vielen fixen Terminen zu rechnen war und wie viel Home Office möglich sein würde. Die wenigen Punkte, vor denen meine Frau Angst hatte, haben wir besprochen. Sie ist ein Mensch, der morgens relativ schlecht aus dem Bett kommt. Weil mir das deutlich leichter fällt, habe ich versprochen, den Morgen zu übernehmen, und so ist es bis heute geblieben. Ich wecke die Kinder und

»scheuche« sie aus dem Bett, das ist der unangenehmste Teil, weil sie mindestens ebenso große Langschläfer wie meine Frau sind. Ich richte das Frühstück und das Pausenbrot. Während ich mich fertig mache, kommt meine Frau dazu und hilft den Kindern beim Anziehen. Aufgrund meiner höheren Flexibilität war klar, dass ich Krankheitsphasen abdecken werde. Wenn eines der Kinder krank ist, nehme ich keinen Urlaub, sondern arbeite einfach von zu Hause aus. Solange ich meinen Laptop zur Hand habe, kann ich überall arbeiten und mein Arbeitgeber ist da auch großzügig.

Wie schaffen Sie es, zwei Kinder zu versorgen und zu erziehen, obwohl Sie in Vollzeit arbeiten und Ihre Frau ebenfalls viele Stunden in ihren Beruf investiert?

Erst haben wir es mit einer Kinderfrau versucht, aber die Erfahrung gemacht, dass es letztendlich für uns genauso viel Arbeit bedeutet wie ohne. Einmal kam sie mit den Kindern nicht klar, sodass meine Frau die Kinder trösten musste, das andere Mal hatte sie Probleme mit dem Auto und musste nach Hause gefahren werden, dann wurde sie krank. Der Nutzen war überschaubar.

Jetzt lösen wir das Zeitproblem durch Arbeitsteilung und mit externer Betreuung. Der Große ist in der zweiten Klasse und bleibt nach dem Unterricht noch drei Stunden in der Ganztagsbetreuung der Schule. Er isst dort, macht seine Hausaufgaben und spielt. Amelie ist bis drei Uhr im Kindergarten. Morgens bringe ich die Kinder in die Schule und in den Kindergarten. Das dauert seine Zeit. Gegen neun Uhr bin ich im Büro und arbeite bis in den Abend hinein, auf jeden Fall bis sieben Uhr, manchmal wird es auch neun. Zweimal in der Woche gehe ich direkt nach dem Büro zum Sport, das ist wochentags meine einzige private Zeit. Einmal die Woche erledige ich den Großeinkauf.

Meine Frau geht morgens ins Büro, arbeitet bis um drei Uhr und holt die Kinder ab. Sie fährt dann mit ihnen zum Sport oder zum Ballett, je nachdem, was nachmittags angesagt ist. Abends bringt sie sie ins Bett und arbeitet noch mal drei bis vier Stunden. Wenn ich heimkomme, schlafen die Kinder bereits. Dafür steht in der Küche manchmal das Geschirr vom ganzen Tag. Das dann nach meinem Arbeitstag noch wegräumen zu müssen, empfinde ich zwar als nervig, aber wir haben eine Abmachung, dass meine Frau aufhört, im Haushalt zu arbeiten, sobald die Kinder im Bett sind. Freitags mache ich Home Office, da fahre ich die Kinder morgens und arbeite anschließend von zu Hause. Meine Frau holt die Kinder früher ab und wir essen zusammen. Am Nachmittag begleite ich meinen Sohn zum Fußballtraining. Während er kickt, sitze ich mit dem Rechner am Rand des Spielfeldes und arbeite. Ab und zu schaue ich, was er macht.

Am Wochenende übernehme ich die Kinder bis in den Nachmittag hinein und koche auch, während meine Frau arbeitet.

Das klappt eigentlich gut, schade ist nur, dass wir als Familie auch samstags und sonntags nur wenig zusammen unternehmen können, da wir uns erst gegen Abend wieder treffen.

Haben Sie abends Zeit für die Partnerschaft oder holen Sie da Arbeit nach, die aufgrund von Haushalt und Kindern liegen geblieben ist?

Es bleibt wochentags meist keine Zeit, nie, weder für ein Glas Wein noch um einen Film zusammen anzuschauen. Das ist schade. Unser Konzept ist eines, das nicht richtig funktionieren kann. Zwei Jobs und zwei Kinder, im Grunde genommen geht das gar nicht.

Wir machen das jetzt seit drei Jahren und sind uns einig, dass wir irgendetwas ändern müssen. Im Haushalt können wir kaum optimieren, wir haben schon eine Putzfrau. Vielleicht ein Service, der Lebensmittel anliefert, aber so richtig viel bringt das nicht. Wenn wir als Paar etwas unternehmen möchten, könnten wir mehr Betreuung für die Kinder organisieren, aber das wollen wir beide nicht. Wir haben zwar kein dauerhaft schlechtes Gewissen wegen der Betreuung außer Haus, aber uns ist schon bewusst, dass die Zeit, die sie mit uns verbringen, relativ gering ist. Darüber hinaus noch eine Betreuung fürs Wochenende zu holen, fände ich direkt grausam.

Jutta Allmendinger, eine bekannte deutsche Soziologin, schlägt vor, dass Mann und Frau 32 Stunden in Vollzeit arbeiten. So könnte sich jeder über die eigene Erwerbstätigkeit absichern und Familie haben. Was halten Sie von diesem Vorschlag?

Das war schon während des Studiums meine Wunschvorstellung. Ich würde auch heute noch gern zurückschrauben, wenn ihr Einkommen entsprechend wäre. In meinem Unternehmen würde meine Frau schon dasselbe verdienen wie ich. Als ich sie kennengelernt habe, war das auch so. Aber sie hat mit derselben Ausbildung für ihre berufliche Neuorientierung eben einen völlig anderen Beruf gewählt, in dem das Gehalt nicht berauschend ist.

Das Geld ist fast nur ein Zubrot für uns. Denn faktisch hat sie eine Halbtagsstelle, die sie aber auslastet wie eine Vollzeitstelle. In dem Beruf wird so viel erwartet, dass das nicht in den 22 Stunden machbar ist, für die sie bezahlt wird. Aber sie hat andere Vorteile, die Altersversorgung zum Beispiel und die günstigere Krankenversicherung.

Aufgrund des verschiedenen Gehaltes ist es für mich nicht möglich, auf 80 Prozent zu senken, auch wenn sie auf 70 Prozent erhöht. Wir hätten dann zwar zusammen dieselbe Arbeitsleistung, aber nicht mehr dasselbe Haushaltseinkommen. Eine Folge davon wäre wohl, dass wir aus unserer Wohnung ausziehen müssten.

Erschwerend kommt hinzu: Würde ich beantragen, nur noch 80 Prozent zu arbeiten, würde ich das schon bewilligt bekommen, aber ich müsste voraussichtlich 100 Prozent arbeiten, da sich die Arbeitsbelastung nicht sinnvoll reduzieren ließe. Ab einem gewissen Grad der Verantwortung ist es faktisch oft nicht möglich, die Arbeitszeit zu verkürzen, denn das hieße, dass gewisse Zeiten nicht abgedeckt wären. Das funktioniert in der heutigen Wirtschaftswelt nicht mehr, oft kann eine Entscheidung nicht einen Tag warten, leider. Ich sehe es bei den Müttern, die in unserem Unternehmen in Teilzeit arbeiten. An den Tagen, an denen sie eigentlich freihaben, müssen sie oftmals für Anfragen aus dem Job erreichbar sein, obwohl sie die Kinder betreuen. Faktisch ist das eine Doppelbelastung. Einerseits müssen sie ihren Kindern die Aufmerksamkeit schenken, die sie verdienen, anderseits gleichzeitig einen Anruf annehmen oder eine E-Mail beantworten, die unter...

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