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E-Book

Elektronische Zeitung

AutorJürgen Karla
VerlagJosef Eul Verlag
Erscheinungsjahr2006
Seitenanzahl224 Seiten
ISBN9783899364415
FormatPDF
KopierschutzDRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis39,00 EUR
Aufgrund des Wandels zur elektronischen Darstellung von Informationen erhält die traditionelle Papierzeitung Konkurrenz, z. B. durch Internetangebote. Im Rahmen dieser Arbeit wird die Elektronische Zeitung auf elektronischem Papier, bei dem es sich um ein auf einem Folienfilm basierendes Papiersubstitut handelt, betrachtet. Ihr innovativer Charakter besteht in der Konvergenz der gewohnt handhabbaren Papierzeitung und der digitalen Medienwelt.

Im Anschluß an die Erläuterung der technologischen Grundlagen werden strategische Aspekte für die Zeitungsbranche analysiert. Hier werden unterschiedliche Zeitungsbegriffe voneinander abgegrenzt. Die Prozesse in einem Zeitungsverlag werden anhand der Wertschöpfungskette verdeutlicht, wobei die Veränderungen von bestehenden Prozessen im Vordergrund stehen. Fundamentale Modifikation erfährt die Wertschöpfungskette in den Bereichen Druck und Distribution. Die Notwendigkeit zur Kooperation über Branchengrenzen hinweg wird bei der Entwicklung eines technischen und betriebswirtschaftlichen Distributionsmodells für die Elektronische Zeitung deutlich. So werden unterschiedliche Zeitungsvarianten untersucht, um anschließend passend zu den gewonnenen Informationen und den jeweiligen Lebensumgebungen der Rezipienten mögliche Distributionsmodelle zu identifizieren. Für das Abonnement-Segment wird ein Subventionsmodell entwickelt, wobei sowohl die alleinige Herstellung einer Elektronischen Zeitung wie auch die parallele Herstellung neben der traditionellen Papierzeitung betrachtet werden. In einer Szenarioanalyse kann für repräsentative Verlagsdaten jeweils ein signifikantes Potential zur Subventionierung einer Elektronischen Zeitung ausgemacht werden.

Für das Einzelverkauf-Segment wird ein Kooperationsmodell für einen Virtuellen Kiosk entwickelt. Die Arbeit richtet sich nicht nur an wissenschaftlich orientierte Leser, sondern gerade auch an Entscheider in Medienunternehmen, da ein großes Gewicht auf Handlungsempfehlungen sowie auf die Einbeziehung von Erkenntnissen aus internationalen Experteninterviews gelegt wird.

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Leseprobe
5 Technische Distribution (S. 139-140)

Die physische Distribution wird mit dem Wechsel zur Elektronischen Zeitung entfallen. An ihre Stelle tritt die elektronische Distribution, so daß in diesem Bereich neue Kompetenzen aufgebaut werden müssen. Die elektronische Distribution, der Datentransfer, verlangt vor allem nach technischer Infrastruktur. Dies sind zum einen entsprechende IT-Infrastrukturen auf Seiten der Zeitungsverlage, die den verzögerungsfreien Zugriff durch den Leser ermöglichen, zum anderen die Verwendung eines entsprechenden Datennetzes. Im folgenden sollen zunächst bestehende Internetzeitungen analysiert werden, um anschließend mögliche Datenübertragungskanäle für die Elektronische Zeitung und darauf aufbauend ein realisierbares Szenario für die Distribution der Elektronischen Zeitung auswählen zu können.

Dabei liegt der Schwerpunkt auf technischen Betrachtungen. Von Kostenbetrachtungen wird Abstand genommen, da die persönliche Ausstattung der Kunden, die sich rasch ändernde Marktlage und die Ungewißheit bezüglich der Kostenaspekte neuer Datenübertragungstechnologien genaue Aussagen dazu verhindert.

5.1 Analyse derzeitiger Internetzeitungen

In den folgenden Unterkapiteln wird näher auf eine Auswahl derzeit verfügbarer Formate von Internetzeitungen eingegangen, um jeweils einen Vertreter der verschiedenen Formate vorstellen zu können. Die Auswahl aus den Internetzeitungen (vertreten durch Rhein-Zeitung Online, Handelsblatt und Financial Times Deutschland) wurde ergänzt um die Unternehmen Newsstand, NewspaperDirect und Satellite Newspapers, um weitere Formate darzustellen.

5.1.1 Rhein-Zeitung Online

Die RZ-Online GmbH, eine Tochterfirma der Rhein-Zeitung, bietet mittels des Systems „EPaper" Zeitungslesern eine Digitale Edition. Die Webseiten, die, anders als bei vielen Internetzeitungen, im HTML-Format und nicht als PDF-Dateien zur Verfügung gestellt werden, werden aus den Produktionsdaten des Zeitungsverlages generiert. Der Leser kann alle Seiten der Zeitungsausgabe einschließlich der enthaltenen Fotos oder Anzeigen über jeden handelsüblichen Browser abrufen und am Bildschirm betrachten. Indem einzelne Artikel, Bilder oder Anzeigen angeklickt werden, kommt es zu einer vergrößerten Darstellung. Wie in der gedruckten Ausgabe kann der Leser bei Digitalen Editionen vor- und zurückblättern, Artikel nacheinander lesen oder interessante Beiträge direkt ansteuern. [RZON04] Die Datenmenge, die für eine Ausgabe anfällt, variiert je nach Umfang der Ausgabe; während der Untersuchung wurde ein Datenvolumen in Höhe von 450 MB als typisch ermittelt.

Das hohe Datenvolumen aus den Verlagssystemen erklärt sich durch die Vielzahl an (Regional-) Ausgaben, die seitens der Rhein-Zeitung verfügbar sind. Insgesamt gibt es 18 verschiedene Ausgaben je nach regionalem Erscheinungsort, wobei der Mantelteil bei jeder Ausgabe identisch ist. Der Mantelteil nimmt ca. 2/3 einer Ausgabe ein. Es konnte festgestellt werden, daß eine einzelne Ausgabe mit 32 bis 36 Seiten ein Gesamtvolumen von etwa 50 MB pro Ausgabe umfaßte. Als durchschnittlicher Wert für die Datenmenge einer Seite können 2 MB angenommen werden, wobei das Datenvolumen bei Textdateien erheblich geringer ist als bei Bilddateien. Bilder sind in verschiedenen Auflösungen vorhanden. Zum einen gibt es z. B. auf der Startseite groß angezeigte Bilder, die ein Datenvolumen von 1-1,5 MB beinhalten. Zum anderen werden sowohl mittelgroße Bilder im Browser als auch kleine Bilder am Rand der Webseite in thumbnail-Größe angezeigt, die eine Datenmenge von ca. 70 KB beanspruchen. In den Samstagsausgaben, die bei einem Datenvolumen von jeweils etwa 150 MB je ca. 72 Seiten umfassen, ist ein großer Anzeigenteil enthalten. Die Anzeigen sind als Bild- und nicht als Textdateien enthalten.

Derzeit wird auch ein Abruf der Rhein-Zeitung über Mobiltelefone sowie PDAs angeboten. Für diese Endgeräte werden keine gesonderten Versionen benötigt, es sind die gleichen HTML-Seiten wie bei der Internetversion erhältlich, d. h. nicht nur Text- sondern auch Bilddateien. Die entsprechenden Bilddaten werden jedoch geeignet verkleinert und gepackt. Die Dateigrößen variieren wie bei der Onlineversion mit dem Tag der Ausgabe. Für eine typische Wochenendausgabe betrug die Gesamtgröße aufgrund des großen Anzeigenteils 19,9 MB. Die Ausgaben an gewöhnlichen Wochentagen ohne Anzeigenteil sind dagegen deutlich kleiner, verzeichnet wurden hier ca. 2,72 MB.

5.1.2 Handelsblatt

Die Internetversion des Handelsblattes wird unter der Bezeichnung „Handelsblatt ePaper" vertrieben. Diese stellt die komplette Zeitung in elektronischer Form dar. Die Abonnenten von Handelsblatt ePaper können die komplette Ausgabe als PDF-Download mit Hilfe der kostenfreien Software Adobe Acrobat Reader beziehen. [HAND04a] Für die PDF-Version konnten weitere Informationen über die durchschnittlichen Dateigrößen ermittelt werden. Beispielsweise beträgt das Datenvolumen für eine durchschnittliche PDF-Seite der Wochentagsausgabe ca. 0,5 MB. Als Intervall für den durchschnittlichen Wert wurden 0,1 bis 1,5 MB ermittelt. Bei der Wochendausgabe kann von durchschnittlich 0,7 MB pro Seite ausgegangen werden. Bei einem gewöhnlichen Zeitungsumfang von 40 bis 54 Seiten ergibt sich daher ein Dateivolumen von ca. 20 bis 30 MB pro Ausgabe, ggfs. sogar darüber.
Inhaltsverzeichnis
Geleitwort6
Vorwort8
Inhaltsverzeichnis12
Abbildungsverzeichnis18
Tabellenverzeichnis20
Abkürzungsverzeichnis22
1 Einleitung26
1.1 Motivation und Ausgangslage26
1.2 Problemstellung und Zielsetzung27
1.3 Eingrenzung28
1.4 Lösungsweg und Aufbau - Forschungsdesign30
1.5 Methoden der Arbeit30
2 Technologische Grundlagen des elektronischen Papiers32
2.1 Materialtechnologische Grundlagen und Charakteristika33
2.2 Zusammenfassung wesentlicher Materialcharakteristika45
2.3 Anwendungspotential des elektronischen Papiers45
3 Strategische Relevanz einer Elektronischen Zeitung50
3.1 Die Zeitung50
3.2 Die Internetzeitung77
3.3 Die Elektronische Zeitung82
3.4 Nutzungsverhalten der Rezipienten86
3.5 Die Elektronische Zeitung als Lösungsweg99
4 Modifikation der Wertschöpfungskette eines Zeitungsverlags118
4.1 Darstellung der derzeitigen Wertschöpfungsstrukturen118
4.2 Anpassung der Wertschöpfungsstrukturen bei elektronischen Medien, insbesondere der Elektronischen Zeitung131
4.3 Sonstige erfolgskritische Aspekte für eine Elektronische Zeitung136
5 Technische Distribution140
5.1 Analyse derzeitiger Internetzeitungen140
5.2 Datenübertragungskanäle für die Inhalte der Elektronischen Zeitung146
5.3 Point of Sale159
6 Betriebswirtschaftliches Distributionsmodell166
6.1 Beteiligte im Distributionsmodell167
6.2 Distribution im Abonnement-Segment172
6.3 Distribution im Einzelverkauf-Segment203
7 Fazit208
Literaturverzeichnis212

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