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Endspurt Klinik Skript 3: Innere und Chirurgie - Verdauungssystem, Abdomen

VerlagGeorg Thieme Verlag KG
Erscheinungsjahr2017
Seitenanzahl172 Seiten
ISBN9783132412088
FormatePUB
KopierschutzDRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis17,99 EUR
Bereit fürs 2. Staatsexamen? Mit Endspurt Klinik kannst du dich gezielt und zeitsparend auf die 2. ÄP vorbereiten und kommst sicher durch die Prüfung. Alle prüfungsrelevanten Themen sind strukturiert und verständlich zusammengefasst, ohne überflüssiges Drumherum. - alle vom IMPP seit Frühjahr 2008 geprüften Inhalte sind im Text gelb hervorgehoben - in den 'Prüfungshighlights' werden alle Prüfungsthemen komprimiert dargestellt - Ausrufezeichen neben dem Text zeigen die Abfragehäufigkeit an - hilfreiche Tipps, Beispiele, Eselsbrücken und Infos zur mündlichen Prüfung - klinisch relevante Fakten, Übungsaufgaben und konkrete Rechenbeispiele - Innere Medizin und Chirurgie werden vernetzt in gemeinsamen Skripten behandelt - übergreifende klinische Fächer sind beim jeweiligen Krankheitsbild integriert - jedes Skript ist in überschaubare Lernpakete unterteilt, die passenden IMPP-Fragen kannst du auf examenonline.thieme.de kreuzen In der 2. Auflage wurden alle Inhalte auf den aktuellsten Stand gebracht und neue Frageninhalte eingearbeitet. Mehr Infos zu examen online, Aktualisierungen zu den Skripten und zahlreiche Prüfungstipps gibt's unter thieme.de/endspurt-klinik.

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Leseprobe

2 Ösophagus


2.1 Grundlagen


2.1.1 Anatomie


Topografische Anatomie: Der Ösophagus lässt sich in 3 Abschnitte einteilen: Pars cervicalis (oberer Ösophagussphinkter bis Sternumoberrand), Pars thoracica (Sternumoberrand bis Hiatus oesophagei im Zwerchfell) und Pars abdominalis (Hiatus oesophagei bis zum unteren Ösophagussphinkter). Er enthält 3 physiologische Engstellen:

  • obere Ösophagusenge: entspricht dem oberen Ösophagussphinkter. Sie ist die engste Stelle der Speiseröhre mit einem maximalen Durchmesser von 1,5 cm.

  • mittlere Ösophagusenge: liegt auf Höhe der Trachealbifurkation. Sie entsteht durch die Überkreuzung von Aortenbogen und linkem Hauptbronchus.

  • untere Ösophagusenge: Durchtritt durch das Zwerchfell.

Gefäß- und Nervenversorgung:

  • Arterien: im oberen Anteil: Äste der A. subclavia, im Mittelteil: kleine Rr. oesophagei direkt aus der Aorta (links) und den Interkostalarterien (rechts) und im unteren Abschnitt: A. gastrica sinistra und A. phrenica inferior sinistra.

  • Der venöse Abfluss erfolgt über einen venösen Plexus, der wiederum über die Vv. oesophageales in die V. azygos mündet. Über den Venenplexus besteht eine Verbindung zu den Magenvenen (portokavale Anastomose).

  • Die Lymphe gelangt über ein engmaschiges Netz von Nll. juxtaoesophageales über den Truncus jugularis in den rechten Venenwinkel bzw. über den Truncus bronchomediastinalis in den linken Venenwinkel.

    Die dichte Versorgung des Ösophagus durch Lymphgefäße mit zahlreichen Queranastomosen begünstigt eine rasche Metastasierung von Karzinomen. Daher können auch Lymphknoten mit großer Entfernung zum Tumor befallen sein!

  • Nerven: Die Pars cervicalis des Ösophagus wird über den N. laryngeus recurrens (aus dem N. vagus sinister) innerviert, Pars thoracica und abdominalis über den Plexus oesophageus (mit Anteilen aus N. vagus sinister et dexter). Die sympathische Versorgung erfolgt durch die Ganglia thoracica II–V aus dem Truncus sympathicus.

Funktionelle Anatomie: Die Ösophagusmuskulatur ( ▶ Abb. 2.1) beginnt unterhalb des M. cricopharyngeus. Darüber liegt das sog. Kilian-Dreieck, ein muskelfaserschwaches Dreieck, das die Prädilektionsstelle des ▶ Zenker-Divertikels darstellt. Die Muskulatur der Speiseröhre besteht aus einem inneren, quer verlaufenden Anteil und einer äußeren Längsschicht. Die Muskelfasern verlaufen dabei in einem Schraubensystem und überkreuzen sich in auf- und absteigender Richtung. Die Längsschicht bildet mit spiralförmig und übereinander gelagerten Anteilen den unteren Ösophagussphinkter.

Abb. 2.1 Aufbau der Ösophagusmuskulatur. a Öffnung des unteren Ösophagussphinkters. b Verschluss des unteren Ösophagussphinkters.

(aus Schünke et al., Prometheus, Lernatlas der Anatomie, Thieme, 2009)

2.1.2 Funktion des Ösophagus


Funktion des Ösophagus ist der Weitertransport des Nahrungsbreis in Richtung Magen. Die tonische Dauerkontraktion des oberen und unteren Ösophagussphinkters sorgt für den Abschluss zum Rachenraum bzw. Magen. Beim Schluckvorgang kommt es zu einer reflektorischen Entspannung der Sphinkteren.

Der untere Ösophagussphinkter (UÖS) verhindert durch seinen Ruhetonus (ca. 25 mmHg) einen Reflux vom Magen in den Ösophagus. Der intraabdominale Druck, die Kompression des distalen Ösophagus durch die Zwerchfellschlinge und die Muskelschlingen der Kardia tragen zusätzlich zur Abdichtung bei. Kommt es dennoch zu einem Reflux von Magensaft (physiologisch nach fettreicher Nahrung oder Alkoholkonsum), wird dieser durch die ösophageale Selbstreinigung rasch zurück Richtung Magen befördert.

Einflussfaktoren auf den unteren Ösophagussphinkter:

  • Tonus ↑: bei erhöhtem intraabdominellem Druck, alkalischem Magen-pH und proteinreicher Nahrung

  • Tonus ↓: bei fettreicher Ernährung, Schokolade, Alkohol, Kaffee, Nikotin und verschiedenen Medikamenten (Anticholinergika, Kalziumantagonisten, Nitrate).

2.1.3 Diagnostik


Endoskopie und bildgebende Diagnostik:

  • ÖGD ( ▶ Tab. 1.3): wichtigste Methode

  • Ösophagusbreischluck ( ▶ Tab. 1.2): v.a. dann indiziert, wenn eine endoskopische Untersuchung durch Stenosierung nicht möglich ist oder zusätzliche Aussagen benötigt werden (z.B. Fistelnachweis, Beurteilung der Peristaltik bei Motilitätsstörungen)

  • ▶ Endosonografie: Einschätzung der lokalen Tumorausdehnung bzw. des regionalen Lymphknotenbefalls (lokales Staging) beim Ösophaguskarzinom

  • ▶ CT: wird v.a. zum Tumorstaging eingesetzt.

Funktionsdiagnostik: ▶ Tab. 2.1 zeigt die beiden wichtigsten Methoden zur Beurteilung der Ösophagusfunktion.

Tab. 2.1 Funktionsdiagnostik bei Ösophaguserkrankungen

Funktionstest

Beschreibung

Ösophagus-Langzeit-pH-Metrie/Impedanzmessung

  • Prinzip: über eine Nasensonde kontinuierliche 24-stündige Messung des pH-Wertes im unteren Ösophagus(34) bzw. von Impedanzänderungen im gesamten Ösophagus (Messsonden auf verschiedenen Höhen) → direkter Refluxnachweis möglich (Impedanzmessung: zusätzlich Detektion von nicht saurem Reflux plus Höhe des Refluataufstiegs)

  • Voraussetzung: Säuresekretionshemmende Medikamente müssen eine Woche vorher abgesetzt werden.

  • Indikationen: Reflux-bedingte Beschwerden(35) bei unauffälligem Endoskopiebefund, die unter probatorischer Gabe von Protonenpumpenhemmern persistieren

  • Beurteilung: Für eine Refluxkrankheit spricht ein pH < 4 während > 8% (tagsüber) bzw. > 3% (nachts) der Messzeit.

Ösophagus-Manometrie

  • Prinzip: Messung der intraluminalen Druckveränderungen (Ruhedruck, Spontanmotorik, Peristaltik nach einem Schluck Wasser) mithilfe einer Drucksonde

  • Durchführung als

    • Mehrpunktmanometrie mit Druckmessungen an mehreren Punkten im tubulären Ösophagus ...

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