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E-Book

Energieeffizient Sanieren

AutorAlfred Kerschberger, Markus Binder, Martin Brillinger
VerlagSolarpraxis bei Beuth
Erscheinungsjahr2008
Seitenanzahl284 Seiten
ISBN9783410179894
FormatPDF
KopierschutzDRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis39,90 EUR
Mehr Wert durch weniger Energieverbrauch ist der Nutzen, den Planer, Architekten und Ingenieure ihren Bauherren bieten können, wenn sie in der energetischen Sanierung von Wohngebäuden die Hinweise dieses Buches umsetzen.

Das Autorenteam um Dr. Alfred Kerschberger und Prof. Dr. Martin Brillinger gibt zunächst einen kurzen Einstieg in die gesetzlichen Vorschriften zur Energieeinsparung, in die Berechnung von Bedarfswerten und die Standards der energetischen Sanierung. Den Hauptteil des Buches bildet ein nahezu vollständiger Überblick über die neuesten Trends in Energie sparender Bauweise: Dämmung, Fenster und Beleuchtung. Anschließend folgt eine Übersicht über innovative Ideen aus der Haustechnik, auch die Trends der kommenden Jahre werden aufgezeigt: Heizung, Lüftung, Warmwasser und Gebäudeautomation. Die Autoren loten die Chancen der erneuerbaren Energien in der Sanierung von Altbauten aus – mit kritischem Blick und stets an den Erfordernissen der Baupraxis ausgerichtet. Abschließend liefern sie weiterführende Überlegungen zur Einheit von Wirtschaftlichkeit und Ökologie, sowie einen Ausblick auf das Sanierungsgeschäft im nächsten Jahrzehnt. Die ausgewiesenen Experten haben damit ein neues Standardwerk zur Modernisierung und Sanierung von Wohngebäuden vorgelegt, das in der Breite und Vielfalt der aufgezeigten Lösungen einzigartig ist. Sie beweisen: Auch im Gebäudebestand ist der Niedrigenergiestandard möglich. Wer heute in Sanierung und Modernisierung investiert, wird morgen sparen und den Wert seiner Immobilie mehren.

Die beigefügte CD ROM enthält eine umfangreiche Sammlung von Projektdarstellungen und das vollständige Literaturverzeichnis - sie ist im eBook enthalten.

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Leseprobe
2. Die Einsparmöglichkeiten (S. 24)

2.1 Das Gebäude als energetisches System

Ein Gebäude ist ein komplexes Gebilde, das aus mehreren, sich überlagernden Systemen besteht. Als energetisches System lässt es sich in mehrere Subsysteme untergliedern:

• Beheizung
• Warmwasser
• Lüftung
• Beleuchtung
• sonstige Haustechnik (zum Beispiel Fahrstühle)
• Kühlung

Teilweise gibt es Überlagerungen und Abhängigkeiten zwischen den Subsystemen. Für jedes Subsystem gilt, dass eine bestimmte Energiedienstleistung erbracht werden muss. Die dafür benötigte Energiemenge kann in der Regel verringert werden durch

• verbesserte Effizienz des jeweiligen technischen Systems, also gleiche Dienstleistung mit geringerem Energieaufwand,
• verringerten Nutzeranspruch an die entsprechende Dienstleistung (sommerliche Maximaltemperatur, Fahrgeschwindigkeit von Aufzügen etc.),
• Nutzung von Techniken zur Energierückgewinnung oder Umweltenergie (zum Beispiel Lüftungswärmerückgewinnung, Solarkollektoren, Tageslicht),
• Verringerung von unerwünschten Energieabflüssen (Wärmeverluste, Druckverluste),
• verbesserte Steuerung und Regelung zum Abgleich des Versorgungsprofils mit dem momentanen Bedarf.

2.2 Grundsätzliche Verbesserungen

2.2.1 Gebäudehülle


Bei der Verbesserung der Gebäudehülle geht es grundsätzlich darum, das beheizte Volumen in eine lückenlose und möglichst luftdichte thermische Hülle zu packen. Die heutige Sanierungspraxis, bezogen auf die Dämmstoffdicke, lässt sich etwa folgendermaßen charakterisieren:

• Außenwand-Außendämmung: 8–12 cm
• Außenwand-Innendämmung: 4–6 cm
• Fensteraustausch: U-Wert Fenster 1,5 bis 1,8 W/m2K
• Dachdämmung zwischen Sparren: 10–16 cm
• Flachdachdämmung: 10–16 cm
• Dämmung oberste Geschossdecke: 12–20 cm
• Dämmung Kellerdecke von unten: 4–10 cm (auch abhängig von der Raumhöhe)
• Dämmung Kellerwand (siehe Innendämmung, seltener auch Perimeterdämmung)
• Dämmung Kellerboden: 2–4 cm (Trittschalldämmsysteme)

Verwendet werden dabei meist Dämmstoffe mit einer Wärmeleitzahl von 0,040 W/mK (Watt pro Meter und Kelvin). Grundsätzlich sind jeweils deutlich bessere Wärmedämmwerte möglich, indem dickere Dämmungen oder niedrigere Wärmeleitfähigkeiten, das heißt, höherwertige Dämmmaterialien, zum Einsatz kommen.

Der Luftdichtheit im Bestand wird bisher nur Aufmerksamkeit geschenkt, wenn energiesparende Lüftungssysteme eingebaut werden sollen. Eine gute Luftdichtheit ist für einen niedrigen Heizenergieverbrauch jedoch unumgänglich. Über Fugen und Ritzen in der Gebäudehülle, beispielsweise undichte Folienüberlappungen oder mangelhafte Fensteranschlussfugen, gelangt warme Raumluft nach außen. Auf diese Weise kann mehr Energie verloren gehen als durch die Transmissionsverluste der Außenbauteile [2-2]. Als vermeintliches Argument gegen luftdichte Gebäude wird manchmal angeführt, dass sanierte Gebäude trotz Dämmung der Gebäudehülle in einigen Fällen von Schimmelpilzen befallen wurden.

In ausgewählten Wohngebieten sollen nach der Sanierung sogar in bis zu 40 % der Wohnungen Schäden durch Schimmel aufgetreten sein [2-1]. Die Analyse solcher Problemfälle zeigt jedoch meist eine Kombination mehrerer Ursachen: hohe Feuchteproduktion durch die Nutzung, Wärmebrücken durch Lücken in der Wärmedämmhülle mit der Folge niedriger, kondensatanfälliger Innenoberflächentemperaturen, schwere Möbel vor den Wänden, welche die Wandoberflächentemperatur weiter herabsetzen, oder auch falsches Lüftungsverhalten. Zusätzlich zum Wärmeschutz und zur Luftdichtheit kann in bestimmten Fällen auch die eigentlich der Neubauplanung vorbehaltene Optimierung des Verhältnisses zwischen Oberfläche und Volumen (O/V) helfen. In der ehemaligen DDR wurden beispielsweise häufig Plattenbauten mit nur wenigen Zentimetern Abstand von Giebel zu Giebel errichtet. Schließt man solche schmalen, von der Außenluft durchströmten Lücken, verbessert sich das O/V-Verhältnis deutlich.
Inhaltsverzeichnis
Impressum3
Das Ziel: Dialogorientierte, integrale Planung4
Inhaltsverzeichnis6
Vorwort14
1. Notwendigkeit der energetischen Gebäudesanierung16
1. Notwendigkeit der energetischen Gebäudesanierung17
1.1 Energieverbrauch und Energiereserven17
1.2 Treibhauseffekt und Kyoto-Protokoll17
1.3 Anteil Gebäudebestand am Energieverbrauch17
1.4 Einsparung von Primärenergie und Abfall: Sanierung statt Neubau19
1.5 Volkswirtschaftlicher Nutzen19
1.6 Flächenverbrauch durch Neubau (Verkehrs- und Siedlungsfläche)20
1.7 Energieeinsparung und Klimaschutz in Deutschland21
1.8 Stand der Technik und erreichbare Einsparung bei Heizenergie21
2. Die Einsparmöglichkeiten24
2. Die Einsparmöglichkeiten25
2.1 Das Gebäude als energetisches System25
2.2 Grundsätzliche Verbesserungen25
3. Energie- einsparverordnung (EnEV) und Sanierung32
3. Energieeinsparverordnung (EnEV) und Sanierung33
3.1 Anforderungen der EnEV an bestehende Gebäude33
3.2 Kritische Bewertung der EnEV34
3.3 Energieausweise36
3.4 Umsetzung der EnEV37
3.5 EU-Richtlinie zur Gesamtenergieeffizienz und DIN 1859937
3.6 Definition: Niedrigenergiehaus39
3.7 Typische Energiekennwerte41
3.8 Energiekennwerte: Wahrheit und Manipulation42
4. Innovative Technik und Komponenten: Baukonstruktion46
4. Innovative Technik und Komponenten: Baukonstruktion47
4.1 Wärmedämmung der Außenwand47
4.2 Energieeffiziente Fenster60
4.3 Beleuchtung in der Gebäudesanierung76
4.4 Dämmung von Steildächern84
4.5 Dämmung von Flachdächern91
4.6 Gebäudedichtheit93
4.7 Verminderung oder Eliminierung von Wärmebrücken101
4.8 Einsatz von Latentspeichermaterialien in der Baukonstruktion107
5. Innovative Techniken und Komponenten: Haustechnik116
5. Innovative Techniken und Komponenten: Haustechnik117
5.1 Heizung117
5.2 Lüftung122
5.3 Warmwasser137
5.4 Wärmepumpen142
5.5 Thermische Solaranlagen148
5.6 Wärmespeicher159
5.7 Photovoltaik160
5.8 Blockheizkraftwerke165
5.9 Brennstoffzellen170
5.10 Ökologische Kühlkonzepte171
5.11 Gebäudeautomation177
6. Wirtschaftlichkeit und Ökologie184
6. Wirtschaftlichkeit und Ökologie185
6.1 Wirtschaftlichkeit von Energiesparmaßnahmen185
6.2 Gebrauch und Missbrauch von Wirtschaftlichkeitsrechnungen186
6.3 Methodik der Kapitalwertrechnung186
6.4 Beispielhafte Wirtschaftlichkeitsvergleiche191
6.5 Erweiterung auf eine Gesamtwirtschaftlichkeitsbetrachtung194
6.6 Energetische Verbesserungen im Rahmen des ökologischen Bauens195
7. Fazit und Ausblick200
7. Fazit und Ausblick201
7.1 Globale Entwicklung201
7.2 Lokale Entwicklung201
7.3 Konsequenzen201
7.4 Globale Instrumente201
7.5 Nationale Instrumente202
7.6 Produkte und Techniken202
7.7 Haustechnik205
7.8 Trends und aussichtsreiche Techniken208
7.9 Schlussbemerkung209
8. Anhang: Adressen und Websites212
8. Anhang: Adressen und Websites213
8.1 Fachinformationsstellen213
Inhalt CD-ROM224
CD ROM225
Kapitel 1226
Kapitel 2226
Kapitel 3226
Kapitel 4227
Kapitel 5229
Kapitel 6232
Kapitel 7232
1 Projektdokumentation Passivhaussanierung GAG Ludwigshafen233
2 Projektdokumentation Demovorhaben 3-Liter-Haus LUWOGE237
3 Projektdokumentation Reihenhaus Ehlersstraße, München241
4 Projektdokumentation Modellvorhaben Emrichstraße246
5 Projektdokumentation Gründerzeitgebäude Bautzner Straße, Zittau252
6 Projektdokumentation Demovorhaben Rislerstraße in Freiburg259
7 Projektdokumentation Modellvorhaben Albert-Schweitzer-Viertel, Berlin265
8 Projektdokumentation Gründerzeitgebäude Kleine Freiheit, Hamburg271
9 Projektdokumentation Sanierung Wohnblöcke Gordeler Straße in Karlsruhe275
10 Projektdokumentation Modellvorhaben „Haus der Presse“, Dresden279
Bildnachweis284

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